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Erziehung - Rückkehr zu den Idealen aus den Fünfzigern?

Sind scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge der Weg aus Bildungskrise? Oder hängt die Zukunft Deutschlands vielmehr von richtigen Vorbildern und individueller Förderung der Kinder ab?

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leo-minor 28.02.2007, 13:12
1.

Wenn ich mir bedenke, dass die derzeitigen Machthaber die Erziehung der Fünfziger genossen haben, dann kann das kein idealer Maßstab sein.

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misha77 28.02.2007, 13:38
2.

Zitat von sysop
Sind scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge der Weg aus Bildungskrise? Oder hängt die Zukunft Deutschlands vielmehr von richtigen Vorbildern und individueller Förderung der Kinder ab?
Nein, mehr ein hilfloser Akt und ein Ruf nach Strenge garniert mit ein bisschen Rachegefühl. Das Geifern nach Hierarchie und Strenge ist sinnlos und wird erst Recht nicht mit Autorität durchgesetzt werden.
Stichwort individuelle Förderung klingt gut, ist leider aufwendig und somit teuer. Ist aber die richtige Massnahme.

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loena 28.02.2007, 18:08
3. Ideal

Zitat von leo-minor
Wenn ich mir bedenke, dass die derzeitigen Machthaber die Erziehung der Fünfziger genossen haben, dann kann das kein idealer Maßstab sein.
Ideal war das alles gewiß nicht. Zu sehr spukten in den Köpfen noch die kaum abgelegten falschen Ideale. Fraglich ist aber auch, ob die zukünftigen Machthaber in 30, 40 Jahren, also diejenigen, die die heutige Erziehung genossen haben, ein idealerer Maßstab sein werden. Ich habe da so meine Zweifel.
Zitat von
Sind scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge der Weg aus Bildungskrise? Oder hängt die Zukunft Deutschlands vielmehr von richtigen Vorbildern und individueller Förderung der Kinder ab?
Wenn man das Attribut „scharfe“ herausnimmt, stattdessen „konsequente“ nimmt, Hierarchie als Gegebenheit im menschlichen Zusammenleben akzeptiert (absolute Gleichheit gibt es m. E. nicht) und Strenge mit natürlicher Autorität ersetzt, dann meine ich schon, daß alles zusammen genommen ein Weg sein kann. Gemeinsam mit der Erziehung zum selbständigen Denken und Lernen und zur Fähigkeit, differenzieren zu können.
Dieser Weg ist ein schwieriger, wie die Beiträge im Parallelthema zeigen.

Wer richtige Vorbilder damals waren, ist schwer zu sagen. Noch schwerer, ob von Vorbildern die Zukunft eines Landes abhängt. Damals in der Nachkriegszeit fehlten ja oft die lange Zeit durchaus als Vorbild dienenden Väter oder sie heroisierten ihre Kriegserlebnisse, was wohl kaum als vorbildlich bezeichnet werden kann.
Zitat von
Wenn ich mir bedenke, dass die derzeitigen Machthaber die Erziehung der Fünfziger genossen haben, dann kann das kein idealer Maßstab sein.
Übrigens wurden Kinder auch in den Fünfzigern schon individuell gefördert.

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loena 28.02.2007, 18:18
4. Ideal

Zitat von leo-minor
Wenn ich mir bedenke, dass die derzeitigen Machthaber die Erziehung der Fünfziger genossen haben, dann kann das kein idealer Maßstab sein.
Ideal war das alles gewiß nicht. Zu sehr spukten in den Köpfen noch die kaum abgelegten falschen Ideale. Fraglich ist aber auch, ob die zukünftigen Machthaber in 30, 40 Jahren, also diejenigen, die die heutige Erziehung genossen haben, ein idealerer Maßstab sein werden. Ich habe da so meine Zweifel.
Zitat von
Sind scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge der Weg aus Bildungskrise? Oder hängt die Zukunft Deutschlands vielmehr von richtigen Vorbildern und individueller Förderung der Kinder ab?
Wenn man das Attribut „scharfe“ herausnimmt, stattdessen „konsequente“ nimmt, Hierarchie als Gegebenheit im menschlichen Zusammenleben akzeptiert (absolute Gleichheit gibt es m. E. nicht) und Strenge mit natürlicher Autorität ersetzt, dann meine ich schon, daß alles zusammen genommen ein Weg sein kann. Gemeinsam mit der Erziehung zum selbständigen Denken und Lernen und zur Fähigkeit, differenzieren zu können.
Dieser Weg ist ein schwieriger, wie die Beiträge im Parallelthema zeigen.

Wer richtige Vorbilder damals waren, ist schwer zu sagen. Noch schwerer, ob von Vorbildern die Zukunft eines Landes abhängt. Damals in der Nachkriegszeit fehlten ja oft die lange Zeit durchaus als Vorbild dienenden Väter oder sie heroisierten ihre Kriegserlebnisse, was wohl kaum als vorbildlich bezeichnet werden kann.
Übrigens wurden Kinder auch in den Fünfzigern schon individuell gefördert.

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Rainer Helmbrecht 28.02.2007, 18:28
5.

Zitat von sysop
Sind scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge der Weg aus Bildungskrise? Oder hängt die Zukunft Deutschlands vielmehr von richtigen Vorbildern und individueller Förderung der Kinder ab?
Nein, Deutschlands Zukunft hängt davon ab, dass man Bildungspolitik nicht vom Glauben von Politikern abhängig macht, die alles schön finden, was Wahlstimmen bringt.

Es fehlen Menschen, wie ein Kirchhof, die lange über etwas nachdenken und Lösungen vorschlagen, denen man dann auch folgt. Dieses Wisch-Waschi, allen Wohl und keinem weh, macht alles kaputt.

Die einzige Idee, die in Deutschland verwirklicht wird, muss Geld kosten und nutzlos sein, es müssen Experten sein, wie der, der gestern im Morgenmagazin über die Mutter sprach, die ihre Söhne erst erstickte und dann erstach. Weil das ein liebevolles Verhalten dokumentiert, sie hat ihren Söhnen den Schmerz erspart. Hoffentlich werden wir, auch in Zukunft, von solchen Gehirnakrobaten bei Erziehungsproblemen, verbindlich unterstützt;o).

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Polarwölfin 28.02.2007, 19:08
6. William Butler Yeats...

Zitat von sysop
Sind scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge der Weg aus Bildungskrise? Oder hängt die Zukunft Deutschlands vielmehr von richtigen Vorbildern und individueller Förderung der Kinder ab?
...ein irischer Nobelpreisträger und Dichter aus dem 19. Jahrhundert formulierte es so:

"Erziehung ist nicht das Füllen eines Eimers,
sondern das Entfachen eines Feuers“

Fortschrittlich, menschlich, würdevoll, respektvoll, zukunftsorientiert und vieles anderes mehr. So würde ich diese Formulierung bezeichnen.

Wenn alle ihre Kinder so behandeln bzw. erziehen würden, hätten wir keine Probleme mehr.

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Silvia 28.02.2007, 19:24
7.

scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge

Ich denke, es geht nicht um Kontrolle, Hierarchie und Strenge, sondern um Leitbilder, Fürsorge und Grenzziehung.

Aber an wem sollen sich Jugendliche heute noch orientieren? Wie wird man z. B. reich und berühmt? "Geschafft" haben es die hippen Hampelmännern bei MTV, die distanzlosen Moderatoren der Nachmittagstalk-Shows und die geldgierigen Manager der Großkonzerne. Alles tolle Vorbilder!

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loena 28.02.2007, 19:41
8. Vorbilder

Zitat von Silvia
[i] Aber an wem sollen sich Jugendliche heute noch orientieren? Wie wird man z. B. reich und berühmt? "Geschafft" haben es die hippen Hampelmännern bei MTV, die distanzlosen Moderatoren der Nachmittagstalk-Shows und die geldgierigen Manager der Großkonzerne. Alles tolle Vorbilder!
Das habe ich mir in meinem ersten Beitrag verkniffen. Meine Vorbilder waren in Ermangelung eines noch lebendigen Vaters einige wenige Lehrerinnen. Ja, und Kaugummibildchen mit Filmschauspielern haben wir gesammelt! Und da ich sportlich war/ bin, hatte ich mir erfolgreiche Sportler als Vorbild erkoren. Doch letztere sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Ich bin nach wie vor der Meinung, daß Eltern für ihre Kinder geeignete Vorbilder sein können, selbst oder sogar gerade auch für Pubertierende, wie Untersuchungen zeigen. Doch wo nichts ist.....

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inci 28.02.2007, 19:46
9.

Zitat von leo-minor
Wenn ich mir bedenke, dass die derzeitigen Machthaber die Erziehung der Fünfziger genossen haben, dann kann das kein idealer Maßstab sein.
das sehen sie leider falsch, ein großteil der eliten in wirtschaft und politik ist das ergebnis der 68er!

die 50er jahre eliten drehen sich wahrscheinlich im grabe um, ob ihrer nachkommen. in den 50ern gab es noch unternehmer, die stolz darauf waren, der größte steuerzahler vor ort zu sein.

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