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Erziehung - Rückkehr zu den Idealen aus den Fünfzigern?

Sind scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge der Weg aus Bildungskrise? Oder hängt die Zukunft Deutschlands vielmehr von richtigen Vorbildern und individueller Förderung der Kinder ab?

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carlosowas 13.09.2009, 15:56
630. Thales

Zitat von naabaya
Das Beispiel war schlecht gewählt. Im Altertum waren sowohl die Mathematiker als auch die Philosophen die Denker-das ist es was ich meinte-, und die Übergänge zwischen ihnen waren fließend. Es gab auch viele, die in beiden Bereichen Bedeutendes leisteten.
Konkretes Beispiel: Überschreiben Sie Archimedes im Wikipedia-link durch Thales.
Jedem bekannt durch seinen Satz des Thales.

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jinky 14.09.2009, 07:55
631.

Zitat von naabaya
Waren die antiken Philosophen nicht teilweise auch große Naturwissenschaftler und Erfinder(Noli turbare circulos meos!)?
Missverständnis. Ich meinte mit "akademischen Philosophen" zeitgenössische universitäre Philosophen, nicht die Gefolgschaft Platons.

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Acalot 14.09.2009, 18:19
632.

Zitat von sysop
Sind scharfe Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge der Weg aus Bildungskrise? Oder hängt die Zukunft Deutschlands vielmehr von richtigen Vorbildern und individueller Förderung der Kinder ab?

Genau dies sind die Wege aus der Bildungskrise.

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Niolon 14.09.2009, 23:37
633. Wer macht was

Zitat von Acalot
Genau dies sind die Wege aus der Bildungskrise.
Der Weg aus der Bildungskrise ist, das alle in der Schule mal aufhören auf die anderen zu zeigen und jedem klar ist was die einzelnen zu machen haben.

Die Verantwortung der Schüler: Der Schüler soll in der Schule lernen. Das kann niemand für ihn machen weder die bösen Eltern noch die bösen Lehrer. Es reicht halt nicht sich ein paar Stunden täglich berieseln zu lassen und darauf zu vertrauen das der Lehrer einen mit dem Wissen nudelt. Wenn ich etwas nicht verstehe ist dass nicht automatisch Schuld des Lehrers, sondern kann mit größerer Wahrscheinlichkeit auch am Schüler liegen. Die Aufgabe des Schülers ist es den Weg zu Wandern, den der Lehrer sich überlegt hat. Wenn er es kann, kann er sich auch eine alternative Route suchen die zum Ziel führt, aber hinkommen muss er, der Lehrer trägt ihn nicht zum Ziel. Ich habe in meiner Schullaufbahn genügend Schüler erlebt die das nicht einsehen wollten und dann auf den bösen Lehrer gezeigt haben. Wenns steil wird hat der Lehrer vielleicht nicht den besten Weg ausgesucht, trotzdem heißt das nicht dass das ganze mit Anstrengung nicht auch möglich ist.

Die Verantwortung der Lehrer: Der Lehrer muss dann aber auch wirklich wissen wo das Ziel ist und wie man da hin kommt. Auch da habe ich genug Lehrer erlebt bei denen das nicht ersichtlich war / die Inhaltlich einfach falsche Dinge vermittelt haben. ("England hat Deutschland im 1. Weltkrieg den Krieg erklärt weil Deutschland Frankreich angegriffen hat." oder Lehrer die statt Untericht zu machen Schüler in den Computerraum schicken.) Wenn ein Großteil der Schüler meinen Weg nicht laufen kann sollte man sich gedanken machen. Außerdem zeigen auch einige Lehrer gerne mit dem Finger auf andere. Wenn man dann nicht am Ziel ankommt weil man im Kreis läuft, haben sich die Schüler keine Gedanken gemacht/ sind nicht gelaufen. Zu Deutsch, der Lehrer plant eben seinen Unterricht. Wenn er ein guter Lehrer ist plant er den Unterricht so dass es die Schüler leicht haben ihm zu folgen. Auch diese Verantwortung kann ihm niemand abnehmen (auch wenn einige Anhänger neuer Konzepte diese so interpretieren um sich Arbeit zu sparen)

Die Verantwortung der Eltern: Es ist nicht Aufgabe der Eltern Anwalt für ihre Kinder zu spielen. Anwalt deshalb weil sie alles aus der Perspektive ihres Kindes sehen (eben wie ein Anwalt bei seinem Klienten selbst wenn der ihm Unrecht ist.) Stattdessen wäre es toll zunächst einmal zu schauen ob der eigene Sprössling nicht schlicht faul und/oder auf der falschen Schule ist und wenn ja daran mal etwas zu ändern. Dann kann man immer noch mit dem Lehrer reden mit dem man unzufrieden ist.

Statt dass sich also jeder der Beteiligten an die eigene Nase fasst wird immer über die bösen Eltern/Schüler/Lehrer gewettert und ob nun bei Kollegen, Mitschülern oder befreundeten Eltern wird nur ein wissendes Nicken dazugegeben, man kennt ja die anderen Parteien. Faule Äpfel gibt es in allen dreien Parteien und deshalb kennt auch jeder welche.

So und nun kann man mich (der das ganze nur aus Schülerperspektive gesehen hat) in aller Ruhe zerreisen. Auf gehts

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Sönke_k 15.09.2009, 08:14
634.

Genau diese Ideale bei den Schulen gibt es bis jetzt eigtl. nur in den Skandinavischen Ländern und Japan. Ich finde, man sollte sich an diesen Ländern ein Beispiel nehmen...

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jinky 15.09.2009, 08:45
635.

Zitat von Acalot
Genau dies sind die Wege aus der Bildungskrise.
Erste Regel: auf eine "oder"-Frage kann man nicht sinnvoll mit "ja" oder"nein" antworten.

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Acalot 15.09.2009, 10:53
636.

Zitat von jinky
Erste Regel: auf eine "oder"-Frage kann man nicht sinnvoll mit "ja" oder"nein" antworten.
Ja stimmt, also nochmal: Ich denke das die Rückkehr zu den Idealen der 50er der richtige Weg ist, aus dem simplen Grund das die Erziehung der 50er ja irgendwas richtig gemacht haben muss wenn der Ausbau des Landes dermaßen gut funktionierte.

Leistungskontrollen, Hierarchie und Strenge sind so ziemlich das einzige wie man Schüler tatsächlich zum arbeiten bringen kann.

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Acalot 15.09.2009, 11:07
637.

Zitat von Niolon
Die Verantwortung der Schüler: Der Schüler soll in der Schule lernen. Das kann niemand für ihn machen weder die bösen Eltern noch die bösen Lehrer.
(ich kürze das jetzt hier einfach weil sonst zuviele Zeichen draufgehen)
Ich stimme ihnen in so ziemlich allen Punkten zu, nur sind manche Menschen von Natur aus faul, für diese braucht es einen Antrieb und diesen sehe ich in Strenge und dem unnachgiebigen abprüfen von Leistung. Nur so schafft man es, das der Schüler vielleicht ohne Freude, aber immerhin, den Stoff lernt.

Zitat von Niolon
Die Verantwortung der Lehrer: Der Lehrer muss dann aber auch wirklich wissen wo das Ziel ist und wie man da hin kommt. Auch da habe ich genug Lehrer erlebt bei denen das nicht ersichtlich war / die Inhaltlich einfach falsche Dinge vermittelt haben.
Ja es gibt viele durchaus schlechte Lehrer, aber auch damit muss man klar kommen. Nicht jeder Vorgesetzte den man hat ist ein guter Vorgesetzter. Man muss auch lernen mit solchen Problemen klar zu kommen.

Zitat von Niolon
Die Verantwortung der Eltern: Es ist nicht Aufgabe der Eltern Anwalt für ihre Kinder zu spielen. Anwalt deshalb weil sie alles aus der Perspektive ihres Kindes sehen (eben wie ein Anwalt bei seinem Klienten selbst wenn der ihm Unrecht ist.) Stattdessen wäre es toll zunächst einmal zu schauen ob der eigene Sprössling nicht schlicht faul und/oder auf der falschen Schule ist und wenn ja daran mal etwas zu ändern. Dann kann man immer noch mit dem Lehrer reden mit dem man unzufrieden ist.
Was die Eltern vor allem vergessen, ist das SIE und nur SIE für die Erziehung verantwortlich sind, Lehrer sind keine Erzieher sondern Wissensvermittler und dürfen meines erachtens durchaus erwarten das der Sprössling mit einer gewissen Grunderziehung in die Schule kommt. Was jedoch oftmals nicht der Fall ist. Die Eltern haben verlernt Strenge zu zeigen, ihr Kind ist prinzipiell das beste bravste und überhaupt allen überlegen wenn was schief läuft muss der Lehrer Schuld haben. In der falschen Schule sind die Kinder sowieso nicht, denn der Ärztesohn MUSS auf dem Gymnasium sein und jeder, auch der Volksschullehrer (bin Österreicher keine Ahnung ob das bei euch auch so heisst, da kommt man mit 6 rein und mit 10 wieder raus und dann geht man entweder Hauptschule oder Gymnasium) wird schon ordentlich unter Druck gesetzt damit der Sprössling auch ja aufs Gymnasium kommt (weswegen es mittlerweile kaum mehr Klassen gibt wo nicht alle nur Einsen haben).
Die Eltern müssen wieder lernen ihren Kindern Disziplin beizubringen und eine gewisse Arbeitsmoral und ihre Sprösslinge tatsächlich zu ERZIEHEN, ja liebe Eltern, das braucht ZEIT aber wenn ihr die nicht habt, dann hättet ihr lieber keine Kinder kriegen sollen.

Zitat von Niolon
So und nun kann man mich (der das ganze nur aus Schülerperspektive gesehen hat) in aller Ruhe zerreisen. Auf gehts
Ich habs auch nur aus Schülerperspektive erlebt und bin seit 4 Monaten mit der Schule fertig.
Ich hab einige Dinge gesehen, die mir als halbwegs disziplinierten Menschen völlig unmöglich erschienen, z.B. das sich Schüler mitten im Unterricht auf den Boden legen und schlafen.

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PeterShaw 15.09.2009, 15:22
638. Mehr Respekt!

Zitat von Acalot
Ich hab einige Dinge gesehen, die mir als halbwegs disziplinierten Menschen völlig unmöglich erschienen, z.B. das sich Schüler mitten im Unterricht auf den Boden legen und schlafen.
Ich wäre gar nicht in der Lage, mich bei dem Krach schlafen zu legen. Die dokumentierte Alternativbegabung verdient Respekt. Zudem sehe ich ein ausgezeichnetes Sozialverhalten. Ein Ignorieren der Müdigkeit des Begabten hätte eventuell zu Missmut geführt, welcher wiederum die Unterrichtsqualität negativ hätte beeinflussen können. Insgesamt sehe ich hier bei gewissen Defiziten in der Sachkompetenz ein zufriedenstellendes Lernverhalten.

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Acalot 15.09.2009, 15:54
639.

Zitat von PeterShaw
Ich wäre gar nicht in der Lage, mich bei dem Krach schlafen zu legen. Die dokumentierte Alternativbegabung verdient Respekt. Zudem sehe ich ein ausgezeichnetes Sozialverhalten. Ein Ignorieren der Müdigkeit des Begabten hätte eventuell zu Missmut geführt, welcher wiederum die Unterrichtsqualität negativ hätte beeinflussen können. Insgesamt sehe ich hier bei gewissen Defiziten in der Sachkompetenz ein zufriedenstellendes Lernverhalten.
ok entweder das war ein Scherz oder sie sind sehr sehr seltsam :)

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