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Essen aus Supermarktmüll: Studentinnen wegen Containerns verurteilt
DPA

Zwei Studentinnen brachen im bayerischen Olching den Müllcontainer eines Supermarkts auf und nahmen mit, was sie für essbar hielten. Laut Gericht ist das gemeinsam begangener Diebstahl.

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Papazaca 31.01.2019, 11:36
210. Stimmt. Aber Edeka garantiert Vorteile. Und auch Nachteile.

Zitat von minsk60
Edekamärkte sind kein einheitlicher Konzerns sondern Teil einer genossenschaftlich kooperativ organisierten Unternehmensgruppe. Vorwürfe, so man denn welche hat, sind alleine gegen den Betreiber der betroffenen Filiale und nicht gegen andere Märkte zu richten.
Dieses Verhalten eines Edeka- Marktes ist keine positive PR. Ich werde daraus meine persönlichen Konsequenzen ziehen. Wie andere das handhaben ist jedem selbst überlassen, wir sind ein freies Land.

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emil7685 31.01.2019, 11:40
211.

Zitat von gammoncrack
An welcher Stelle habe ich denn gesagt, dass jemand in die Wohnung geht und auch etwas entwendet? Das habe ich ganz bewusst nicht geschrieben. Es ging hier ausschließlich um das Hilfsmittel, um etwas zu öffnen. Denn das Öffnen mit einem Schaltschrankschlüssel ist genau so einfach wie in dem von mir angeführten Beispiel mit der Scheckkarte.
Nein. Ist es nicht. Ihr Beispiel mag zwar in der "Traumwelt" von Richtern und Rechtsabteilungen ziehen, in der realen Welt ist es vollkommen absurd.
Ich erkenne das Urteil im übrigen an. Die Gesetze sind eben so bescheuert. Ich kann problemlos damit leben.
Nehme mir aber trotzdem das Recht heraus, mich in einem Internetforum herzhaft darüber aufzuregen.
Und mich úber einige meiner Mitmenschen zutiefst zu wundern die ein derartig absurdes Vorgehen von Polizei, Supermarktbetreibern und Richtern auch noch gut heißen.

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S.P.O.C.K 31.01.2019, 11:44
212. @ Post Nr. 5

Die waren Straftäter sind nicht die Supermärkte. Ich habe im Einzelhandel gelernt und war Marktleiter.

Aufgrund von Regelungen der Tafeln, dürfen Lebensmittel nur mit intaktem MHD angenommen werden. Abgelaufene Ware dürfen die bei uns nicht annehmen. Auch bestimmte Lebensmittel dürfen die nicht mitnehmen, so z.B. Wurst.

Dazu kommt noch folgendes:
Alleine in unserem doch kleinen Edeka (ca. 1500 m²) hatten wir 18.700 verschiedene Artikel. Die Kunden verlangen, dass von allem mindestens acht verschiedene Sorten da sind. Chips z.B., wer braucht denn nur 2 Marken und vielleicht jeweils 4 Sorten. Nein es müssen 10 Marken sein und von jeder Marke 20 Sorten. Maggie Fix Produkte (für die, die nicht kochen können, bäh ist das Zeug widerlich). Alleine bei Maggie Fix hatten wir an die 100 Sorten. Dazu noch von Knorr. Wer bitteschön braucht Maggie Fix für Curry Wurst? Oder für Wiener Schnitzel. Hallo? Geht's noch?

Dann Molkereiprodukte. Es reicht den Leuten ja nicht dass nur 4 verschiedene Emmentaler da sind. Nö, da muss extra ein kompletter Meter dafür bereitgestellt werden.

Und dann kommen mir die liebsten Kunden, denen ich auch schon gezeigt habe, wo der Maurer das Loch gelassen hat. Man räumt Schlagsahne ein. Das neue nach unten oder hinten, das ältere vorne. So und jetzt ist aber das "alte" auch noch 2 Wochen haltbar. Aber nein, es wird alles zerpflückt, nur damit die Herrschaften die Becher bekommen, die grad mal 2 Tage länger haltbar sind. Und so weiter und sofort.

In fast allen Filialen führen sich die Leute auf als wären sie Wildschweine (natürlich nicht alle Kunden). Da verwundert es nicht, wenn dann so viel weggeschmissen werden muss. Sei es nun Obst, Gemüse oder was anderes. Natürlich macht der Supermarkt bzw. der Handel auch seine Fehler; warum muss ich im Februar schon die Weihnachtsware bestellen? Woher soll ich wissen, wieviel diesmal an Weihnachten verkauft wird?

Und zum Schluß:
Als ich noch in der Lehre war, war uns das Wurscht ob jemand aus der Tonne das Zeug mitnimmt. Dann hat aber so ein Schlaumeier Kaufland verklagt, weil er von einem der weggeworfenen Lebensmittel Durchfall bekommen hat. Und das geile ist, der Ar**** hat recht bekommen.
Darum ist das den Supermärkten auch nicht recht, dass die Tonnen durchsucht werden. Denn unterm Strich haften sie auch noch dafür.

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carlitom 31.01.2019, 11:44
213.

Zitat von w.moritz
gestützt von der Justiz in der BRD. Die Armen dürfen sich nicht einmal mehr das nehmen was die Reichen weg werfen.
Was für Arme? Um Arme ging es nicht. Es ging um Aktivisten.

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Papazaca 31.01.2019, 11:44
214. Sie haben vollkommen recht. Ich kaufe da aber nicht mehr ein.

Zitat von moonstruckannalist
nach Waren über dem MHD durchforste. Wär doch gelacht, wenn ich die Supermarktvertriebsleitung nicht davon überzeugen könnte, dass das jetzt mein Eigentum ist. Ironie off Eigentum bleibt Eigentum, auch wenn es für die Sau von Bauer Luitpold nebenan bestimmt ist. Nahrungsmittel sind zu schade zur Weiterverarbeitung? Tankt hier jemand der Pro-Studentinnen Fraktion E10?
So, wo ist das Problem?

Kleine Anmerkung: Der erste Teil ihres Beitrages soll Ironie sein? Mit Ankündigung? Hmm. Sie brauchen Hilfe. Humor ist sicher nicht ihre Sache! Oder?

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Sueme 31.01.2019, 11:45
215.

Zitat von marinero7
Daran klären Sie uns bitte auf ab welchem Zeitpunkt der Supermarkt sein Eigentum aufgibt! Der Container gehört im Regelfall der Stadt oder dem Müllabfuhrunternehmen und nicht dem Supermarkt.
Der Eigentümer des Containers mag die Stadt oder das Abfallunternehmen sein, der aktuelle Besitzer des Containers ist allerdings der Supermarkt. Das Eigentum am Inhalt des verschlossenen auf einem Privatbesitz stehenden Containers geht mit der Abholung an das Abfuhrunternehmen über.
Theoretisch wäre wohl eine Eigentumsaufgabe erfolgt wenn der Container nicht verschlossen ist und mit einem Schild mit z.b. "Entnahme erlaubt" versehen ist. Allerdings müsste der Supermarkt dann wieder eine Möglichkeit des Haftungsausschluss für Verletzungen während des containers und Lebensmittelvergiftungen durch entnommene Produkte finden. Rein rechtlich ist das ganz halt ein problematisches Thema. Und da zu erwarten das Supermärkte rechtlich einwandfreie Lösungen finden die nicht plötzlich in unerwarteten Schadensforderungen enden können ist einfach unrealistisch.

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meinsenf1 31.01.2019, 11:45
216.

Zitat von pteranodon
Warum erfahren wir nicht, um welche Supermarktkette es sich handelt? Denn die haben die Studentinnen angezeigt, und da möchte ich gerne mit meinem Geldbeutel mitteilen, was ich davon halte. Wer auch immer für die PR in jenem Laden zuständig ist, hat hier voll versagt.
Der fängt mit E an und hört mit deka auf.

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carlitom 31.01.2019, 11:46
217.

Zitat von hansjoerg.gloede
Dass im reichen Deutschland überhaupt Menschen ihr Essen aus einem dreckigen Container klauben müssen, das ist der eigentliche Skandal
Wer sagt denn, dass sie das müssen? Dafür gibt es Hartz IV und zur Not noch die Tafeln oder wenn noch mehr Not am Mann wäre soziale Institutionen. Niemand muss Essen aus dem Müll klauben.

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sozialismusfürreiche 31.01.2019, 11:47
218. haha

Zitat von minsk60
gehen Sie doch mit einer Klage voran, wenn Ihnen ein gesetzlicher Grund einfällt. Eigene moralische Vorstellungen sind zum Glück nicht gerichtsfest.
"verurteilen" kann man so oder so ...

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olli0816 31.01.2019, 11:48
219. Solche Gesetze gehören geändert

Ich wohne ganz in der Nähe dieses Ladens in einem Nachbarkaff. Um es mal mit der Nähe zu halten, hat z.B. das AEZ (größere Lebensmittelkete, die etwas teurer ist) es eingerichtet, dass in Kassennähe Lebensmittel umsonst in einem Kühlschrank herausgenommen werden können. Ganz löblicher Gedanke, nur habe ich da noch nie was drinnen gesehen. Von daher nutzlos. Ich bin mir auch da sicher, dass sich viele abgelaufene, aber gute Lebensmittel in den Containern stapeln.

Ich denke, dass hier die Gesetzgebung umschwenken muss. Es ist doch nicht einzusehen, dass es selbst hier in Deutschland viele Leute gibt, die es sich schwer leisten können, sich satt zu essen und im Gegenzug werden viele gute Lebensmittel einfach weggeworfen. Es mag nach den Gesetzen ein Diebstahl sein (wobei das bei bereits weggeworfenen Artikeln zur Entsorgung nicht ganz ernstzunehmen ist). Man kann doch anstelle dieses Bestandes ein Gesetz einführen, dass bei zu entsorgenden Artikeln automatisch die Tafeln eine Möglichkeit bekommen, die Waren abzuholen. Dort wird sowieso geprüft, ob jemand berechtigt ist, dass er Lebensmittel bekommen kann. Der Mißbrauch wird also gering sein.

Etwas ähnliches habe ich mit gebrauchten Eierverpackungen miterlebt. Die dürfen neuerdings nicht mehr wiederverwendet werden. OK, ein Ei kann mal kaputt gehen, aber es wird doch dann kaum jemand auf den Gedanken kommen, diese Verpackung wiederverwenden zu wollen? Auch hier die Konsequenz: Jede Eierverpackung wird nach einmaligem Gebrauch weggeschmissen und entsorgt.

Wir haben zum einen viel zu viele nicht mehr zeitgemässe Gesetze, die dringend überarbeitet gehören. Daneben schaffen wir immer mehr unsinnigere Gesetzesmonster, die genau das Gegenteil bewirken, was gut wäre. Siehe die Eierverpackungen, unser grandioses neues Datenschutzgesetz für 2% Paranoide oder jetzt die Vorziehung für z.B Ebayhändler, die eine UST-Bescheinigung besorgen sollen, weil es unzählige Chinahändelr gibt, die betrügen. Der gute Wille, mit falschen Methoden schlecht laufende Sachverhalte zu regeln führt zu immer mehr Schaden.

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