Forum: Leben und Lernen
Essen aus Supermarktmüll: Studentinnen wegen Containerns verurteilt
DPA

Zwei Studentinnen brachen im bayerischen Olching den Müllcontainer eines Supermarkts auf und nahmen mit, was sie für essbar hielten. Laut Gericht ist das gemeinsam begangener Diebstahl.

Seite 35 von 42
wilfried.becker.50 31.01.2019, 17:00
340.

Zitat von widower+2
Ich schrieb in "derartiger Hinsicht" und meinte damit den Umgang mit Containern am eigenen Markt.
Sie wissen alles alles besser, ok.
Da kommt auch nie einer von der Zentrale und überprüft alles, nein nie.
Man darf im "eigenen Markt" nicht machen was man will.

Beitrag melden
widower+2 31.01.2019, 17:04
341. Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler

Zitat von Papazaca
Wenn EDEKA keine Gemeinsamkeiten aufweist, würde der Namen der Dachmarke EDEKA ja keinen Sinn machen. Mindestens Einkauf, Marketing und Werbung werden doch sicher von der Zentrale organisiert. Aber sicher noch mehr.
Auch heute noch sind die meisten Betreiber von Edeka-Märkten selbstständige Unternehmer, die natürlich die Vorteile eines gemeinsamen Einkaufs, gemeinsamer Werbung und gemeinsamen Marketings nutzen. Die Edeka AG ist aber gegenüber Inhabern von Märkten nicht dergestalt weisungsbefugt, dass sie denen vorschreiben könnte, Containern zur Anzeige zu bringen. Sollte jemand andere Informationen haben: immer her damit.

Der Inhaber hat also auf eigene Initiative und Verantwortung den Vorfall zur Anzeige gebracht. Würde der Inhaber des Edeka-Marktes in meinem Dorf das tun, würde ich ihn sofort und langfristig boykottieren.

Beitrag melden
Papazaca 31.01.2019, 17:05
342. Bitte, verändert ja Nichts, ich liebe das Vorgestern!

Zitat von drstrolch
Gegenstände, die ich oder eine Firma entsorge - z.B. in einer Mülltonne - sind keineswegs 'herrenlos', sondern verbleiben im Eigentum des Entsorgenden, der mit dem Eintsorger einen Vertrag geschlossen hat, bis dieser die Tonne abholt. Zu keinem Zeitpunkt ist das Entsorgungsgut 'herrenlos', also ohne (erkennbaren) Eigentümer. Und wenn ich da was wegnehme, dann ist das Diebstahl. Punkt. Fertig. Moral und oder her. Gilt auch für am Straßenrand abgestellten Sperrmüll solange er nicht klar mit 'zum Mitnehmen' gekennzeichnet ist. In diesem Fall lag das Entsorgungsgut sogar in einem (verschlossenen) Container. Es obliegt einzig dem Eigentümer - dem Supermarkt - diese Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. ...und, nein, nicht wie ein Forist schrieb 'es wird Zeit das Recht dem allgemeinen Rechts*empfinden* anzupassen'. Nein, nein, nein. Das eben gerade nicht. Das legitimiert sachlich unbegründete Rechtssprechung in gleichem Masse wie fundamental-religiöse Gesetze. Bitte erst nachdenken...
Sie Spassvogel! Wenn wir das Recht nicht dem allgemeinen Rechtsempfinden angepaßt hätten, wären wir noch wahlweise im Mittelalter, kurz vor der französischen Revolution oder im Kaiserreich, Gott habe ihn selig.

Klar muß sich das Recht anpassen. Sicher nicht täglich, aber zeitlich angemessen. Gut, die französische Revolution und die Aufklärung verursachten gleich einen Quantensprung. Im Wege standen nur so Menschen wie Sie, die dreimal laut NEIN NEIN NEIN geschrien haben.

Und richtig, ich denke nach. An den Reaktionen hier im Forum können Sie ja sehen, das kontroverse Diskussionen besser sind als lähmende Passivität oder Gewalt.

Beitrag melden
widower+2 31.01.2019, 17:17
343. Klären Sie uns auf

Zitat von wilfried.becker.50
Sie wissen alles alles besser, ok. Da kommt auch nie einer von der Zentrale und überprüft alles, nein nie. Man darf im "eigenen Markt" nicht machen was man will.
Da kommt also einer von der Zentrale und weist Sie als Inhaber eines Edeka-Marktes bei Androhung schwerster Strafe bei Nichtbefolgung der Anweisung an, Containern unbedingt zur Anzeige zu bringen? (Popcorn-Smiley)

Beitrag melden
widower+2 31.01.2019, 17:22
344. Hervorragender Kommentar

Zitat von Papazaca
Sie Spassvogel! Wenn wir das Recht nicht dem allgemeinen Rechtsempfinden angepaßt hätten, wären wir noch wahlweise im Mittelalter, kurz vor der französischen Revolution oder im Kaiserreich, Gott habe ihn selig. Klar muß sich das Recht anpassen. Sicher nicht täglich, aber zeitlich angemessen. Gut, die französische Revolution und die Aufklärung verursachten gleich einen Quantensprung. Im Wege standen nur so Menschen wie Sie, die dreimal laut NEIN NEIN NEIN geschrien haben. Und richtig, ich denke nach. An den Reaktionen hier im Forum können Sie ja sehen, das kontroverse Diskussionen besser sind als lähmende Passivität oder Gewalt.
Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich nehme mir das Recht heraus, im vor meinem Gewissen sorgfältig geprüften Einzelfall Rechtsvorschriften NICHT zu befolgen, die für mich widersinnig, unmoralisch oder ungerecht sind oder meinem persönlichen Rechtsempfinden absolut nicht entsprechen.

Dass ich gegebenenfalls rechtliche Konsequenzen zu tragen habe, muss ich dann eben hinnehmen. Leider besteht die übergroße Mehrheit der deutschen Bevölkerung aus geborenen Untertanen. Das Zitat mit der Revolution und der Bahnsteigkarte trifft es nur zu gut.

Beitrag melden
camshaft_in_head 31.01.2019, 17:24
345. ich habe damals

im Wareneingang bei einem Supermarkt gearbeitet. Dieser hatte direkt zur Eröffnung einen "Deal" mit der Tafel im Ort. Wir wurden jeden Tag besucht und konnten nahe am MHD aussortierte Artikel dort abgeben! Wir wurden dafür immer sehr gelobt, auch medial. Trotzdem mussten wir am Lagereingang ein grosses Gitter anbringen weil diverse Menschen versuchten sich an den Tonnen zu bedienen. Man muss beide seiten sehen

Beitrag melden
camshaft_in_head 31.01.2019, 17:30
346. @ widower+2

sie haben nicht wirklich Ahnung in der Marktwirtschaft oder? Selbst wenn Edeka inhabergeführt wird so hat der Inhaber diverse Lizenzen zu bezahlen und damit auch Erwartungen am Edeka-Konzern durchzuführen. Machen Sie sich erstmal schlau bevor sie solch sinnfreie Kommentare hier äussern. Es ist genauso wie bei McDonalds. Jeder Laden hat einen eigenen Geschäftsführer, dennoch werden denen diverse Auflagen erlegt die erfüllt werden müssen

Beitrag melden
dragondeal 31.01.2019, 17:31
347. Die Antwort auf:

Zitat von jim_beam
Mal abgesehen von der moralischen Verwerflichkeit stellt sich mir vor allem die Frage, warum dieses Thema bis zum bitteren Ende durchprozessiert wurde. Staatsanwaltschaft und Gericht hätten das mMn jederzeit mit §153 StPO beenden können.
... findet sich eigentlich im Text sowie in den Gesetzen selber. Ich bin zwar kein Jurist, aber die Sache dürfte im ungefähren so ausgesehen haben, dass §153 StPO nicht greift, weil die beiden nicht aus Hunger, Geldmangel o.ä. gehandelt haben, sondern eben um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Da bekommt man Probleme mit der "Geringen Schuld", die sich eben nicht(!) am Schaden entscheidet, zumal bei dem Motiv ja auch eine gewisse Wiederholungsgefahr besteht (Einstellung = 0 Aufmerksamkeit). Aber ja, auch die Staatsanwaltschaft und ihre subjektive Sicht der Dinge spielt da eine Rolle.

Also kommt der Strafbefehl ins Spiel. Da mag sich manch einer über die Höhe aufregen, aber der orientiert sich erstmal am Delikt und dann am Einkommen der Beschuldigten (Stichwort: Tagessätze, die beiden scheinen also nicht unbedingt die Ärmsten der Armen zu sein, ich glaube nicht, dass die Staatsanwaltschaft mehr als 30 angesetzt hat). Da dagegen Einspruch eingelegt wurde, fällt wohl auch §153a Abs 1 weg, denn auch da braucht es der Zustimmung der Beschuldigten. Also gibt es zwangsläufig Klageerhebung.

Wenn man sich das Ergebnis anschaut, gab es aber wohl eher keine Hauptverhandlung und auch keine Verurteilung, wie der Artikel suggeriert, sondern eine Einstellung nach §153a Abs 2. Eine Verurteilung wegen Diebstahls zieht nämlich zwangsläufig eine Geld- oder Gefängnisstrafe nach sich. Man beachte vor allem den sprachlichen Unterschied zwischen Geldstrafe und Geldbuße.

Vermutlich wurde den beiden nach Eingang des Strafbefehls von ihren Anwälten klargemacht, dass
a) eine Einstellung nach §153 zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr in Frage kommt,
b) eine Hauptverhandlung sehr wahrscheinlich zu einem negativen Urteil führt und deutlich teurer als der vormalige Strafbefehl gekommen,
c) eine Einstellung nach 153a Abs 1 kaum Aufmerksamkeit erzeugen wird,
d) man eine Einstellung nach 153a Abs 2 aber immer noch als pöses Urteil verkaufen kann und somit die gewünschte Aufmerksamkeit erzielt wird, wobei die Strafe zwar etwas höher ausfallen wird als bei 153a Abs 1, aber immer noch deutlich unter dem Strafbefehl und weit entfernt von einer Strafe durch Verurteilung liegt.

Beitrag melden
Papazaca 31.01.2019, 17:34
348. Würden Sie auch keine Haribo-Erbeeren kaufen?

Zitat von widower+2
Auch heute noch sind die meisten Betreiber von Edeka-Märkten selbstständige Unternehmer, die natürlich die Vorteile eines gemeinsamen Einkaufs, gemeinsamer Werbung und gemeinsamen Marketings nutzen. Die Edeka AG ist aber gegenüber Inhabern von Märkten nicht dergestalt weisungsbefugt, dass sie denen vorschreiben könnte, Containern zur Anzeige zu bringen. Sollte jemand andere Informationen haben: immer her damit. Der Inhaber hat also auf eigene Initiative und Verantwortung den Vorfall zur Anzeige gebracht. Würde der Inhaber des Edeka-Marktes in meinem Dorf das tun, würde ich ihn sofort und langfristig boykottieren.
Klar, sehe ich ähnlich.

Und richtig, Sie leben im Dorf? Sie hörten sich so weltmännisch an, ich dachte eher an Berlin, New York oder die Lüneburger Heide. Ich hoffe, Sie nehmen mir den kleinen Spass nicht übel. Bei Diskussionen, die von so viel kontroverser Ernsthaftigkeit geprägt sind, hilft ab und zu nur ein kurzer Ausflug in den Schwachsinn ......

Beitrag melden
dirkozoid 31.01.2019, 17:35
349. @qliqs

Vielen Dank für Ihre Beiträge!

Beitrag melden
Seite 35 von 42
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!