Forum: Leben und Lernen
Essen aus Supermarktmüll: Studentinnen wegen Containerns verurteilt
DPA

Zwei Studentinnen brachen im bayerischen Olching den Müllcontainer eines Supermarkts auf und nahmen mit, was sie für essbar hielten. Laut Gericht ist das gemeinsam begangener Diebstahl.

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odapiel 31.01.2019, 18:06
360.

Zitat von Olaf
Wer haftet denn, wenn jemand an dem Genuß solch geretteter Lebensmittel erkrankt?
Warum verflixt noch eins soll denn jemand haften? Der Bauer haftet doch auch nicht dafür, wenn ich mich am Apfel verschlucke, den er mir schenkt.

Es ist doch völlig selbstverständlich, daß man Sachen, die im Müll liegen, oder die einem als quasi Müll geschenkt werden, nicht mehr als unter Haftung verkauft ansehen kann.

Und im Notfall gibts halt einen Hinweis: Haftung ausgeschlossen.

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walter.klein 31.01.2019, 18:10
361. Sorry, aber wer in seinen Augen Müll

Zitat von Sueme
Die Überschrift ist fehlerhaft nicht wegen containern sondern wegen aufbrechen des Container. So etwas könnte man auch der Einfachheit halber als Einbruchdiebstahl titulieren. Bevor jetzt irgendwer aus der Ecke kommt, wenn jemand etwas weg-/verschließt ist es wohl offensichtlich das er das Eigentum daran nicht gedenkt aufzugeben. Bei einem nicht verschlossenen Container ist das wieder eine ganz andere Geschichte.
als wertvolles Eigentum betrachtet, der sollte diesen Wertvollen Schatz entweder behalten, oder als Wertgut verkaufen. Nur wer brauchbare Lebensmittel wegschmeißt und diese dann auch noch so dreist mit einem WWert von 100 euro beziffert, der hat für mich doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Hier gehört von Gesetzgeben schnellstens eine Regelung gemacht, die so einen Unsinn verbietet. Schaut nach Frankrich, hier wird vorgemacht, was bei uns unsere Politik nicht schafft. Ziemlich traurig !

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Papazaca 31.01.2019, 18:18
362.

Zitat von quader
Früher war Europa Hungergebiet. Der Beginn der EU war dadurch geprägt, dass man die Landwirtschaft fördern wollte. Ziel war, genug Lebensmittel zu produzieren, dass alle Menschen satt werden. Nicht nur dieses, alle sollten auch auswählen dürfen, was sie essen. Dieses Ziel ist nur durch eine Überproduktion zu erreichen. Heute ist es so, dass selbst wenn ein Lebensmittelladen schließt, eigentlich noch jedes Lebensmittel in Mengen da ist. Da aber die meisten Menschen heute schon eher unter Übergewicht leiden, als unter Hunger, folgt unweigerlich, dass Lebensmittel weggeworfen werden müssen. Die Alternative wäre, nur soviel Lebensmittel zu produzieren, wie gegessen wird, aber dann könnte man nicht wählen, worauf man Hunger hat, so eine Planwirtschaft würde dazu führen, dass man per Zuteilung Lebensmittel bekommt. Wer bitte will so etwas? "Soilent Green" lässt grüßen. Abgesehen davon wollen diejenigen, die Lebensmittel herstellen natürlich dafür bezahlt werden. Wer Lebensmittel wegnimmt, ohne zu bezahlen, betrügt die Produzenten. Auch Lebensmittel, die weggeworfen werden, wer die sich aneignet, kauft ja keine, zum Leidwesen der Bauern. Wer nur Gutes will, aber keine Ahnung hat, tut nicht nur Gutes.
Ihr Beitrag hat mir gefallen. Er hat allerdings ein Problem: Er bildet die Realität eher starr ab. Tafeln waren ein Weg, mit dem Überfluß sozialer umzugehen. Fast so etwas wie frühere Armenspeisungen. Auch im armen Europa sind nicht zwangsläufig alle Armen verhungert.

Dieser Bericht mit seiner Problematik zeigt nur ein weiteres Feld auf. Wie gehen wir mit "Container-Nahrungsmittel "um. Im Gegensatz zu vielen selbsternannten Experten hier im Forum kenne ich zu wenig der relevanten Punkte. Die sind offensichtlich vielfältig und komplex. Aber scheinbar gibt es diverse Möglichkeiten, siehe das benachbarte Ausland. Wirtschaftliches Denken prägt unsere Gesellschaft. Aber die soziale Komponente ist sicher auch sehr wichtig. Das Wegwerfen von Nahrung ist für mich, aber viele andere, moralisch verwerflich. Wie wir damit besser umgehen ist die große Frage.

Dieser Anlass mit dem Urteil gegen die beiden Studentinnen ist
sehr gut, weil auch das Urteil unausgesprochen klar macht, das der jetzige Umgang mit Lebensmitteln, die im Müll landen, nicht der Weisheit letzter Schluß ist. Das hat auch das Gericht durch sein mildes Urteil - wenn auch kaschiert - festgestellt.

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widower+2 31.01.2019, 18:25
363. Inhaber

Zitat von camshaft_in_head
Geschäftsführer und Franchisenehmer sind das Gleiche. Denn der Geschäftsführende muss als Selbständiger einen Franchisnehmervertrag unterschreiben.
Sie haben die dritte Kategorie unterschlagen. Ein Geschäftsführer ist ein Angestellter. Ein Franchise-Nehmer bei McDonalds ist selbstständiger Unternehmer, hat aber wiederum weniger Autonomie als der Inhaber eines Edeka-Marktes, der eben kein bloßer Geschäftsführer ist. Da muss man die Begrifflichkeiten schon klar definieren.

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derHamlet 31.01.2019, 18:26
364.

Zitat von markus_wienken
Jeder Mensch hat andere Moral- und Rechtvorstellungen. Den einen interessieren Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht, der andere schlägt seine Kinder. Insofern ist es gut, dass es Gesetze gibt und Übertretungen geahndet werden. Mit Untertanengesinnung hat das nun rein gar nichts zu tun.
Guten Abend markus_wienken,

im ersten Fall ist es eine Übertretung "ohne Opfer" falls kein Mensch oder eine Sache geschädigt wird, im zweiten Fall auf jeden Fall eine Übertretung, da ein Kind gedemütigt und an Leib und/oder Leben geschädigt wird.

Sie sehen den Unterschied.

Nach wie vor beeinflusst durchwegs negativ die Autoritäts- Regierungs- und Staatsgläubigkeit das Denken und Handeln vieler Menschen.
Nicht die wenigen Bösen sind das Problem, sondern die vielen Guten, die der Illusion erliegen, Autorität würde per se moralisches Handeln begründen und garantieren.

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widower+2 31.01.2019, 18:31
365. Richtig!

Zitat von markus_wienken
Jeder Mensch hat andere Moral- und Rechtvorstellungen. Den einen interessieren Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht, der andere schlägt seine Kinder. Insofern ist es gut, dass es Gesetze gibt und Übertretungen geahndet werden. Mit Untertanengesinnung hat das nun rein gar nichts zu tun.
Natürlich muss es Gesetze und Rechtsvorschriften geben, die für alle verbindlich sind. Habe ich etwas anderes geschrieben? Gäbe es aber keine Auflehnung gegen Gesetze, die von einer Mehrheit als Unrecht empfunden werden, hätte es in der Geschichte der Menschheit keinerlei zivilisatorische Fortschritte gegeben und wir würden heute noch in Clangruppen mit einem Häuptling leben, der über Ihr Leben und Ihre körperliche Unversehrtheit frei verfügen könnte.

Jedes als ungerecht empfundene Gesetz unter allen Umständen zu befolgen und sich nicht für eine Änderung desselben einzusetzen - und sei es auch nur in einer Diskussion wie dieser - hat sehr wohl etwas mit Untertanengeist zu tun.

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Jusoka 31.01.2019, 18:34
366. Dieb bleibt Dieb.

Zitat von mobes
Die beiden Damen haben den Container nicht aufgebrochen, sondern mit einem Vierkantschlüssel die Verriegelung geöffnet. Am Container ist dadurch keine Schaden entstanden.
Leben wir nun in einem Rechtsstaat oder nicht? Das öffnen eines verschlossenen Behälters und daraus Ware entnehmen ist und bleibt Diebstahl. Es gibt keinen guten und bösen Diebstahl. Darf demnächst jeder meinen Apfelbaum entleeren weil ich die Äpfel noch nicht abgenommen habe? Darf man demnächst kurz vor Ladenschluss die Supermärkte stürmen und die nicht verkaufte Ware abräumen? In Deutschland muss niemand verhungern und die Lebensmittel-Diebinnen mussten keine Verhungernden retten. Um Gutes zu tun muss man nicht stehlen oder gar rauben.

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dragondeal 31.01.2019, 18:40
367.

Zitat von derHamlet
Guten Tag markus_wienken, zunächst einmal sind Recht und Gesetz nichts anderes als temporäre Privilegien, sie haben sich geändert und werden sich auch wieder ändern, wenn sich nämlich Werte und Moral ändern. Nennen Sie mir doch bitte was es für "demokratische Mittel" gibt solche zu ändern. Gesetze werden von einer herrschenden Klasse erlassen und verabschiedet, kein Bürger hat diese Möglichkeit. Das einzige was er kann ist seine Stimme an jemanden abzugeben, der nach und in seinem Interesse vielleicht Recht und Gesetz erlässt. Wobei bei diesem Prozedere noch zu hinterfragen ist, wie der Bürger ein "Recht" (nämlich Gesetz und Recht zu erlassen und zu verabschieden), in dessen Besitz er selbst nicht ist, auf jemanden übertragen kann? Durch diesen Hokuspokus kann der "Gesetzgeber" , also in Wirklichkeit einzelne wenige Menschen Gesetze verabschieden, die völlig konträr zum Interesse und zum Wohl von vielen wählenden Menschen sind. Weil etwas gesetzlich ist, ist es legitim, rechtens und gehorsamsfordernd vom Bürger, sei es auch noch so dumm, gefährlich und schädlich. Als Schlussfolgerung Ihres letzten Satzes können Sie für etwas bestraft werden, obwohl Sie niemanden geschädigt haben, nur weil es Gesetz ist. Dies bedeutet Sie sind dem Gutdünken von einigen wenigen Menschen ausgesetzt: Von früher zu heute hat sich daran nichts geändert, einzig der Bürger g l a u b t er lebe in einem freiheitlichen System.
Sie fangen ja ganz gut an. Gesetze. die nicht mehr passen, werden früher oder später geändert, da muß ich Ihnen Recht geben. Danach wird es allerdings ... amüsant. Politiker sind also keine Bürger? Einer Partei beizutreten, eine zu gründen, Petitionen, Bürgerinitiativen, friedliche (!) Demonstrationen uvm ändern also entweder nichts oder sind keine demokratischen Mittel? Weil Gesetze zumeist einen Kompromiss aus vielen verschiedenen Interessen entstehen, sind per se schlecht, weil sie nur von gewählten Vertretern verabschiedet werden? Oder sind doch nur die schlecht, die ihren Interessen widersprechen? Wenn man niemand schädigt, ist alles gut? Mit 200 an der Schule entlang ist prima, solange kein Kind unter das Auto gerät?

Was schwebt Ihnen eigentlich vor? Anarchie in der Hoffnung, es haben sich schon alle lieb? Volksabstimmung zu jedem Gesetz? Diktatur des Proletariats? Oder gleich König derHamlet, der weiß, was gut für alle ist?

Übrigens, ich glaube nicht, dass ich in einem (relativ) freiheitlichen System lebe, ich weiß es. Das liegt wohl daran, dass ich ebenso weiß, dass ich nicht der Nabel der Welt bin und auch weiß, dass ich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen habe.

Aber es reicht für die Erkenntnis, dass sie da totalen Bullshit verzapft haben, allerdings herrlich eloquent dargeboten. Gratuliere.

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moonstruckannalist 31.01.2019, 18:45
368. Es bleibt dennoch Eigentum des Händlers

Zitat von odapiel
Warum verflixt noch eins soll denn jemand haften? Der Bauer haftet doch auch nicht dafür, wenn ich mich am Apfel verschlucke, den er mir schenkt. Es ist doch völlig selbstverständlich, daß man Sachen, die im Müll liegen, oder die einem als quasi Müll geschenkt werden, nicht mehr als unter Haftung verkauft ansehen kann. Und im Notfall gibts halt einen Hinweis: Haftung ausgeschlossen.
Was er damit anstellt ist seine Sache.

Der Bauer schenkt ihnen sein Eigentum, "den Apfel".

Restmüll oder Bioabfall, den man noch in Biogasanlagen zur Weiterverwertung entsorgen kann hat einen gewissen Wert.

Es bleibt dabei, wer ein fremdes Grundstück betritt, Eigentum zerstört (Grosse Rollcontainer kosten in der Anschaffung ca 200€) und es bis zur Anklage kommen lässt, bekommt zurecht immerhin eni bisschen Richterschelte.

Ein Haftung ausgeschlossen Schild auf den Mülltonnen?

Ist doch absurd, einfach nicht einbrechen - dann hat der Betreiber des EDEKA auch keine Repressalien von Nestle oder KRAFT zu befürchten aufgrund des Innverkehrbringens abgelaufener Fleischsalate, veganer Smoothies oder oder.

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heiko1977 31.01.2019, 18:53
369.

Zitat von j.vantast
So ein Irrsinn. Wieso betrug der Wert der Waren 100,- Euro? Wenn die Ware in den Müll geworfen wird reduziert sich der Wert der Ware damit auf Null Euro. Wenn die Ware tatsächlich 100 Euro wert gewesen wäre würde ja niemand die Ware wegwerfen. Weiterhin sind Lebensmittel zum Verzehr gedacht und nicht für den Müll. Die beiden Frauen jetzt zur Arbeit bei der Tafel zu verurteilen ist der Hohn.
So kann der Einzelhändler verdorbene oder anders nicht verkaufbare Waren als Verlust buchen, also abschreiben, und damit seinen Gewinn schmälern. Dies ist dann bei der Steuererklärung relevant, niedriger Gewinn niedrigere Steuern.

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