Forum: Leben und Lernen
Exklusiv aus dem SPIEGEL: So ungerecht sind Abiturnoten in Deutschland
DPA

Die Gesamtnote im Abitur ist abhängig vom Fleiß des Schülers - und von seinem Wohnort. Eine Datenanalyse des SPIEGEL zeigt: In manchen Bundesländern gibt es deutlich mehr Einser-Abschlüsse als in anderen.

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stefan.martens.75 06.06.2015, 13:44
130. Das gilt nicht nur für Länder

Das gilt auch für Städte!
Bestes Beispiel ist Stuhr und Bremen. Keine 15 KM auseinander.....
Wer in Stuhr 2,5 Abi hat hätte in Bremen locker eins unter 1,5 Schaffen können......
Das ist seit 30 Jahren so und jeder in Region weiß das besonders die Eltern!

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franziskus.2 06.06.2015, 13:46
131. Lebenstüchtig

Schulische Noten sagen überhaupt nichts darüber aus, ob
jemand für eine Tätigkeit geeignet ist. In der Realität des Lebens trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen. Ein Beispiel aus der Praxis. Wir hatten, Unternehmensberatung mit Service-Rechenzentrum, immer wieder Fehlbesetzungen, obwohl die schulischen Leistungen und die Arbeitszeugnisse hervorragend waren. Da wir in mehreren Ländern vertreten waren, haben wir unsere Besten gebeten, an einem Intelligenztest teilzunehmen. Es stellte sich heraus, dass sie die gleichen Begabungsschwerpunkte hatten. In meiner Niederlassung haben wir uns in Zukunft nur noch auf diesen Eignungstest verlassen. Wir haben ihnen eine Stelle als Operator im 3-Schichtbetrieb angeboten und sie mussten nebenher, auf eigene Kosten, einen Organisationsprogrammierlehrgang absolvieren. Wer das durchhielt hatte nicht nur die Begabung, sondern auch das Stehvermögen über ca. 18 Monate eine Doppelbelastung zu meistern. Alle unsere 6 Anfänger haben durchgehalten und waren auch dann als Systementwickler sehr erfolgreich. Für das Unternehmen war es ein Riesengewinn. Wir hatten motivierte Operatoren und einen geeigneten Nachwuchs. Eine Fehlbesetzung kostet ein Unternehmen mindestens ein Jahresgehalt.

Im öffentlichen Dienst kommt es leider nur auf schulische Leistungen an. Ein begabter Bauingenieur
will bauen und gestalten und geht nicht zum Bauamt.
Darum tummeln sich gerade in diesem Bereich so viele
beruflich Lebensuntüchtige, mit fatalen Folgen für die Gesellschaft.

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tharimar 06.06.2015, 13:47
132. Lebenslauf

Zitat: "Prenzel fordert die Hochschulen deshalb auf, ihre Studienplätze nicht nur nach Abiturnote zu vergeben. Sie sollten vielmehr auch den Lebenslauf, ein Motivationsschreiben oder ein persönliches Gespräch berücksichtigen."

Wie bitte soll der Lebenslauf eines ca. 19-20jährigen zur Entscheidungsfindung beitragen? Was kann da überhaupt drin stehen, Schule, Freizeit/Hobby? Viel außer Schule ist da nämlich noch nicht gewesen. Und nach der heutigen Form eines Lebenslaufes, markige powerpointartige Stichpunkte in tabellarischer Form enstanden am Computer, kann man daraus überhaupt keine Schlüsse ziehen. Als ich mich zu Beginn der 80er erstmalig bewerben musste, stand da auch noch nicht viel drin, zumindest jedoch musste er in handschriftlicher und in Satzform vorliegen.

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phthalo 06.06.2015, 13:49
133. Zentralabi

Zentralabi mag gerechter sein aber auch nicht immer. Gerade in den Naturwissenschaften (ich unterrichte Chemie und Physik) sind wegen Lehrermangel in diesen Fächern oft fachfremde Lehrer am unterrichten und zudem fallen dann ständig derartige Stunden aus. Meine 9 hätte im ersten Halbjahr Chemie haben sollen. Hatte sie aber nicht, weil kein Lehrer für dieses Fach vorhanden war. Fazit: Chemie viel komplett aus. Zudem sind nicht alle Lehrer gleich gut und können die Schüler daher nicht gleich gut aufs Abi vorbereiten.

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nochnbier 06.06.2015, 13:52
134. Jeder soll aufs Gymnasium - also senkt man die Ansprüche.

Zitat von bigboley
Das ist ein typisches Beispiel für "gut gemeint ist das Gegenteil von gut"! Jeder soll aufs Gymnasium - also senkt man die Ansprüche. Nun bekommt jeder super Noten. Alles gut? Alle gleich? Die Schwächsten gefördert? Eher das Gegenteil ist der Fall. Nun bekommen nicht mehr die Besten die Studienplätze (unabhängig von der Herkunft) sondern die mit guten Kontakten, Lebensläufen etc.
Und wie erklären Sie sich dann, dass es einige Gymnasien gibt, bei denen die Durchfallquote erschreckend hoch ist. An meiner Schule werden es dieses Jahr nur 16 Schüler von 40 schaffen.
Das liegt an der nicht vorhandenen Motivation zu lernen. Im Unterricht wird ständig im Internet gesurft oder auf dem Handy gewischt. Unterrichtsbeteiligung gleich Null. Schwänzen ist ausserdem an der Tagesordnung. Die Eltern kümmern sich einen Dreck darum, wohl auch deshalb, weil sich schon die Eltern während der eigenen Schulzeit so verhalten haben. Aber Hauptsache es ist IMMER der Lehrer schuld - die Welt kann ja so einfach sein.

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manfredkaese 06.06.2015, 13:56
135. vor 40 Jahren ungefähr

hat das Vervassungsgericht entschieden, das der Numerus Clausus ausnahmsweise zulässig ist, solange die Universitäten ihre Kapazitäten nicht auf das erforderliche Maß ausgebaut haben. Seitdem ignoriert die Politik alles nach dem "solange". Und seitdem wird statt auf Lerninhalte nur noch auf Noten gestarrt. Im ernst, wozu soll das denn gesamtgesellschaftlich gut sein, wenn nur wegen der Vergleichbarkeit alle dasselbe lernen?

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plietsch 06.06.2015, 13:59
136.

Zitat von specialsymbol
Das Leben ist ungerecht. Wer in Bremen oder Berlin zur Schule geht kann in Bayern im Prinzip nicht zur Uni gehen, weil ihm die Hälfte des Vorwissens fehlt.
Bloß heißt es Hochschulreife, nicht Hochschulvorwissen. Die Leistungskriterien der Hochschulen sind auch völlig andere und die Leistungsunterschiede deutscher Schüler (nach Bundesländern aufgeteilt) insgesamt ziemlich gering. Dass bei manch Test, wo es darum geht ein "Ranking" zu erstellen, irgendwer (wie Bayern) auf Platz 4 landet und andere Länder eben auf Platz 16, ist kein Maßstab zwischen "Hier die absoluten Überflieger und angehenden Nobelpreisträger, dort die Versager, die nicht ihren Namen schreiben können". Aber solche (eigentlich einleuchtenden) Grundlagen kann man wohl nicht von allen erwarten. (dass man auch besser ähnliche Raumstrukturen vergleichen sollte, also z.B. Bremen mit Stuttgart und Frankfurt sowie Hamburg mit München, lassen wir mal lieber gleich weg.)

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dickebank 06.06.2015, 13:59
137. Lol

Zitat von franziskus.2
Im öffentlichen Dienst kommt es leider nur auf schulische Leistungen an. Ein begabter Bauingenieur will bauen und gestalten und geht nicht zum Bauamt. Darum tummeln sich gerade in diesem Bereich so viele beruflich Lebensuntüchtige, mit fatalen Folgen für die Gesellschaft.
Aus welchem Jahrhundert kommen Sie denn?

Ein Bau-igel fängt dann bei einem großen Baukonzern und nicht bei der Maurerklitsche um die Ecke an und macht vor allem eins, er schreibt Bauleistungen aus, die sein Konzern dann bei Subunternehmern einkauft.

Wenn High-Deep fähige Bauingenieure hätte, könnte die Elbphilharmonie schon fertig sein. Und wenn in der Branche überhaupt Bau-Igel beschäftigt würden, könnte BER wäre schon aus dem Versuchstadium heraus sein und in Bayern käme es nicht zu blow-ups auf den Autobahnen.

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Georg Caltern 06.06.2015, 14:00
138. Privatschulen

Zitat von tim2013
Es ist doch seit Jahren auffällig, dass vor allem Gesamtschulen und Privatschulen den abiturschnitt extrem verzerren.Ich selber kenne mehrere Fälle in denen Schüler an normalen Gymnasien gescheitert sind und dann an einer Gesamtschule einen 1, x Schnitt bekamen. Genau diese Schüler konnten dann das ja so schwere Medizinstudium aufnehmen, während Schüler des normalen Gymnasiums lange warten mussten. Ich halte dies für einen Skandal, dem die Politik aber nichts entgegensetzt, stattdessen dies sogar noch fördert. Das gleiche gilt übrigens für Privatschulen, wo sich Gescheiterte ihr Abi teuer erkaufen.
Sie sollten nicht alle Privatschulen über einen Kamm scheren. Es gibt auch Privatschulen, die ein Bombengeschäft mit bewusst hohen Anforderungen machen.

Aber selbst wenn wir diese löblichen Ausnahmen ignorieren, dann muss ich als Patient doch immer noch die Wahl zwischen Medizinern treffen, die einstmals ihr Einser-Abitur erbüffelt haben und solchen denen es erkauft wurde.
Die einen mögen die besseren Wissenschaftler sein, die anderen haben aber weniger Schulden für die Praxis bzw. deren Einrichtung machen müssen.
Die einen versemmeln wegen Unfähigkeit und die anderen wegen wirtschaftlicher Notwendigkeiten.
Für den Patienten ist es das kein großer Unterschied.

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antonio.b 06.06.2015, 14:01
139. Schlusslicht Niedersachsen

macht es vor. Quantität statt Qualität: Abschaffung der Laufbahnempfehlung, Rolle rückwärts zum G9, Reduzierung der Anzahl der Klausuren in der gymnasialen Oberstufe, Ersatzleistungen in Form von Präsentationen, Niveauabsenkung in den Abiturklausuren.
Das Ergebnis: diese ideologische Schulpolitik führt zu immer mehr Scheinabiturienten, die an der Hochschule jämmerlich scheitern oder als vermeintlich bessere Bewerber ihren Mitbewerben von den Haupt- und Realschulen die Jobs streitig machen.

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