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Experiment an Brandenburger Schule: Neuntklässler sollen Bier trinken - unter Aufsich
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In einer Schule in der Uckermark sollen Jugendliche den Umgang mit Alkohol lernen, indem sie ihn trinken - mit ihren Lehrern. Das geplante Experiment sorgt bei Eltern für Empörung. Was sagen Experten dazu?

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DerAndereBarde 22.02.2019, 23:15
20. Dionysisch

Respekt! Ein Projekt der Aufklärung im klassischen Sinne, dem die Mündigkeit der Jugend am Herzen liegt. Mögen die Betreiber den erwartbaren Shitstorm unbeschadet überstehen!

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Currie Wurst 22.02.2019, 23:28
21.

Mal abgesehen von den Empörungsreflexen entrüsteter Eltern, sollte man das Thema mal sachlich betrachten, ob das nicht tatsächlich etwas bringt. Wer Gefallen an Alkohol findet, wird sicher sonst auch andere Gelegenheiten finden, aber die Komasäufer könnten schon durch 'Betreutes Trinken' von dem Kontrollverlust abgehalten werden.

Allerdings bin ich nicht sicher, ob Bier bei einem solchen Experiment ausreicht. Je nach Geschlecht liegen die Präferenzen anders, bei Mädchen müsste man es dann mit einem Wodkamixgetränk versuchen. Das kann aber ganz anders enden.

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jujo 22.02.2019, 23:32
22. ...

In meiner Familie und Verwandschaft war es so, daß mit der Konfirmation ( 14 Jahre ) es offiziell gebilligt wurde, das zu Festtagen
mitgetrunken werden durfte , kontrolliert und in Maßen. Keiner wurde Alkoholiker oder war gefährdet in Übermaßen zu trinken.

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spiegelleser85 22.02.2019, 23:36
23. mir wäre das als Schüler zu doof

ich würde mir ein Sixpack besorgen oder besorgen lassen und mit Freunden damit in den Park gehen anstatt in so einem zwanghaften Rahmen zu trinken. Das könnten die ohne mich machen. Und was die Eltern angeht: Hauptsache aufregen. Wahrscheinlich haben die Jugendliche noch nie vorher Alkohol so rationiert bekommen. Öde Party...

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berliner789 22.02.2019, 23:46
24. Das gab es in Niedersachsen vor 30 Jahren bereits

Es ist schwierig einzuschätzen, ob ein solches Projekt erfolgreich sein kann. In meiner Jugend gab es ähnliche Ansätze. Medienkonsum, Alkoholkonsum....man muss überall das Maß lernen. Ist nur die Frage wann und wo man das lernen sollte. Wenn's die Eltern nicht thematisieren, wäre die Schule ab dem Alter von 16 vielleicht ein möglicher Ort.

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keksen 22.02.2019, 23:57
25. Ein Witz?

Zitat von somorena
@fin2010 Sind Sie von Sinnen?! Wissen sie nicht, dass auch ein einziger Zug an der Zigarette ausreicht um Krebs auszulösen? Es gibt keine sichere Mindestmenge. Und dann noch in dem Alter! Dass die Kinder danach nie wieder geraucht haben, ist purer Zufall und Glück, sonst nichts. Dafür kenne ich genug Geschichten, die anders ausgegangen sind.
Ist das jetzt ein Witz? Ich verstehe es nicht so ganz.
Ein Zug ist mit Sicherheit nicht das Gesündeste, aber wenn das der Nagel im Sarg ist, dann sollten Sie ihre Kinder bis zum 18. vorsichtshalber im Sauerstoffzelt unterbringen

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keksen 23.02.2019, 00:15
26.

Zitat von Datenschubser
Verstehe die Aufregung nicht. Der Anteil der Jugendlichen, die mit 15 noch nie ein Bier getrunken haben, dürfte sich stark in Grenzen halten. Eine realitätsnahe Auseinandersetzung mit dem Thema ist bestimmt nicht verkehrt.
So mancher Elternteil, der sich jetzt darüber aufregt, sollte sich mal an seine eigene Jugend erinnern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles kleine Engel waren. ;)

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Meckerameise 23.02.2019, 00:21
27.

"Es ermöglicht, dass Jugendliche sich mit den Gefahren von Alkohol beschäftigen können, ohne dass es gefährlich wird" - ja und statistisch wird es dann Jugendliche geben, die auf diese Weise dann eine Sucht entwickeln, denn die kann schon beim ersten Konsum entstehen und man hat systematisch Germanys next Alki erschaffen. Gibt es danach dann die Experimentierzigarette mit 15? Vielleicht als Wahlpflichtbereich "Rauchen", in der man sich dann entscheiden kann, ob den Zweig Zigaretten oder Hanf wählt. Wie wäre es denn mit Heroin, LSD, Meth? Einfach den Jugendlichen mal zeigen, wie sich Rauschmittel im Körper anfühlen, ist ja nichts dabei.
Vielleicht sollte man stattdessen untersuchen, was dazu geführt hat, dass die Fallzahlen nach der "Alkopopära" wieder gesunken sind und da ansetzen, anstatt Minderjährige, dessen Körper noch im Wachstum befinden, einfach mit Rauschmitteln anreichert. Wobei...das, was wir über Lebensmittel usw. schon alles an Substanzen aufnehmen, da macht etwas Alkohol den Kohl wahrscheinlich auch nicht mehr fett.

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santoku03 23.02.2019, 00:24
28.

Erbärmlich, dass es unter Eltern immer gleich "Empörung" und "Entsetzen" gibt, statt die Sache einfach mal in Ruhe und sachlich zu diskutieren. Ist wohl jetzt so Mode.

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lathea 23.02.2019, 00:36
29. Kurbelradio Nr.13 Stimme ich voll zu

"sinnvoller wäre es, Jugendliche ein Praktikum in einer Einrichtung machen zu lassen, wo Leute sind, die sich mit Alkohol die Birne weggesoffen haben." - Genauso sehe ich es auch. Unser Sohn hatte im Vergleich mit anderen Gleichaltrigen sehr viele Freiheiten und Möglichkeiten, jedoch 3 Verbote: 1) Abends vor Dunkelheit zu Hause sein, immer eingeschaltetes Handy dabei haben und stets Bescheid geben, wohin er geht und wo man ihn bei Dunkelheit abholen soll 2) keine Zigaretten und keinen Tabak vor dem 21-ten Lebensjahr und 3) keinerlei Alkohol vor dem 16-ten Lebensjahr. Wir haben ihm die Gründe dafür erklärt und er hatte sie akzeptiert und die Verbote (teilweise mit Nörglerei) eingehalten, sonst wären wir ausserordentlich sauer geworden. Als seine Kumpels anfingen, Bier zu trinken, gab es bei uns immer Malzbier im Hause, das er trinken durfte. Mit ca. 25 Jahren sagte er mir auf die Frage, wie er einmal seine Kinder erziehen würde "genau so", weil er gesehen hat, was aus seinen alten Freunden und Kumpels teilweise geworden ist. Allerdings meinte er damals, dass er seinen Kindern vermutlich mehr Geld in "den Rachen" schmeißen würde, als wir es getan haben. Davon ist er mittlerweile auch abgekommen. Eine Verwandte von mir meinte, dass es viel wichtiger sei, den Kindern die Möglichkeit zu geben, Alkohol kontrolliert kennenzulernen. Sie gab ihren Söhnen mit 13-15 Jahren Bier zum Probieren und konnte meine und meines Mannes Aufregung darüber nicht verstehen. Einer ihrer Söhne starb jung an Krebs, der durch ein Suchtmittel ausgelöst wurde und der andere hat ein anderes Suchtproblem - genauso, wie viele ehemalige Freunde und Kumpels meines Sohnes. Bei Mebschen gibt unterschiedliche Gene und daraus resultierende Anfälligkeit für Suchterkrankungen. Man muss nicht unbedingt schon in der Pubertät ausprobieren, zu welchem Suchttypus man gehört und sich und seine Kinder in diese Gefahr bringen.

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