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Expertenbefragung: Studenten leiden zunehmend an Burnout-Symptomen
Corbis

Die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium sowie steigender Leistungs- und Konkurrenzdruck setzen deutschen Studenten zu: Experten stellten bei ihnen zunehmend Burnout-ähnliche Symptome fest. Einer Befragung zufolge lassen sich vor allem Männer weniger helfen.

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die_piratenbraut 26.02.2012, 16:10
1. Falscher Ansatz

Zitat von sysop
Die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium sowie steigender Leistungs- und Konkurrenzdruck setzen deutschen Studenten zu
Nicht die Überforderung durch Studium oder Beruf fördern den Burn Out, es sind die fehlenden Ausgleiche, die es im früheren Gesellschaftsmodell mit großer Familie und oder vielen Freunden gab. Heute leben Singles in der Freizeit verstärkt in der virtuellen Welt und es fehlen immer mehr die entspannenden und Kraft schenkenden Momente. Aber das kann jeder für sich selber ändern.

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aquarelle 26.02.2012, 16:10
2. eignung

Zitat von sysop
Die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium sowie steigender Leistungs- und Konkurrenzdruck setzen deutschen Studenten zu: Experten stellten bei ihnen zunehmend Burnout-ähnliche Symptome fest. Einer Befragung zufolge lassen sich vor allem Männer weniger helfen.
Ich glaube auch, dass viele einfach nicht fürs Studium geeignet sind.
Man muss viel selbst organisieren und sich selbst in den Hintern treten. Zeit muss eingeteilt, Fristen müssen eingehalten werden, das ist nicht Jedermanns Sache.
Aufgrund des laschen Abiturs in vielen deutschen Regionen, gibt es viel mehr Studienberechtigte und viele denken, sie müssten mit Abitur unbedingt studieren.
Hinzu kommt, dass sie evtl. vom Fach überfordert sind und der große Andrang an den Unis seit letztem Semester machen die Studienbedingungen nicht einfacher. Wer sich da nicht behauptet, geht in der Masse unter.

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snafu-d 26.02.2012, 16:54
3. xxxx

Zitat von sysop
Die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium sowie steigender Leistungs- und Konkurrenzdruck setzen deutschen Studenten zu: Experten stellten bei ihnen zunehmend Burnout-ähnliche Symptome fest. Einer Befragung zufolge lassen sich vor allem Männer weniger helfen.
Blödsin....

Der Grund ist m.E. eher darin zu suchen, dass in dem deutschen Wahn, alle zu "Akademikern" zu machen, Leute studieren, die weder das Potential noch die Motivation dafür haben.

Und das verursacht natürlich Stress.

Hat aber nichts mit der Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium zu tun, das ist m.E. nur eine billige Ausrede.

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ditor 26.02.2012, 16:57
4. Zunehmend?

Zitat von sysop
Experten stellten bei ihnen zunehmend Burnout-ähnliche Symptome fest. Einer Befragung zufolge lassen sich vor allem Männer weniger helfen.
Ist man sicher dass es zunimmt? Studenten die diverse Stresssymtome zeigten und verschiedene Mittelchen nahmen, konnte man schon vor vielen Jahren beobschten. Bewusstes Rausprüfen hinterließ schon seinerzeit einige Wracks.

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prefec2 26.02.2012, 16:59
5. Burnout?

Zitat von sysop
Die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium sowie steigender Leistungs- und Konkurrenzdruck setzen deutschen Studenten zu: Experten stellten bei ihnen zunehmend Burnout-ähnliche Symptome fest. Einer Befragung zufolge lassen sich vor allem Männer weniger helfen.
Die meisten Fälle (80-90% je nach Studie) von Burnout sind Depressionen. Bei Studierenden sind diese übrigens häufiger und in der Tat in den letzten Jahre nochmals angestiegen. Anstelle hier dauernd von Burnout zu faseln sollte der SPIEGEL das Kind auch einfach mal beim Namen nennen. Burnout suggeriert, dass das Problem mit dem Job also dem Studium und ggf. der Doppelbelastung mit der eigenen Finanzierung zusammenhängt. Dabei sind das selten die Gründe für die Depression. Folgende Probleme sind dabei wesentlich relevanter:
a) Entsolidarisierung der Studierenden, weil sie alle Konkurrenten sind. Das Konkurrenzdenken hat auch im Studium zugenommen und trägt jetzt Früchte. b) Monotonie der Studiengänge. Für echte Bildung ist keine Zeit bzw. es wird das entsprechende Gefühl provoziert. Es herrscht Fremdbestimmung das ist nicht gut um als Individuum zu reifen. Gerade junge Menschen empfinden dies als Stress dem sie nicht entgehen können. Dies wiederum behindert Beziehungen aller Art zu Mitmenschen und dies ist schlussendlich ein wichtiger Nährboden für Depressionen. c) Die einzelnen Module im Studium und die rigorose Taktung führen dazu, dass oft schwer ein Zusammenhang erkennbar ist. Dies erhöht das Gefühl der Sinnlosigkeit im Studium. Und d) viele Studieren heute etwas praktisches anstelle etwas was für sie persönlich eine Bedeutung hat. Dies ist ein weiterer Hinderungsgrund für die Zufriedenheit.

Natürlich kommt noch hinzu, dass heute zu oft geprüft wird. Was auch automatisch dazu führt, dass die Inhalte einfach abgefragt werden und das Wissen nicht genutzt werden muss. Transferfragen sind hier wesentlich nützlicher in einer Klausur aber oft schwer zu stellen.

Das Studium sollte projektorientierter sein. Gerade bei MINT-Fächern sollte der Bachelor 8 Semester dauern. Ob das für Soziologen auch sinnvoll wäre müssen die Soziologen entscheiden. Das selbe gilt natürlich auch für alle anderen Fächer. Der Master darf gerne dennoch 4 Semester lang sein was dann an die alten Studienzeiten wieder heranreicht. Es ist sowieso nicht zu verstehen wo die Leute heute ein Jahr weniger Schule haben und 3 Jahre länger arbeiten sollen warum sie dann auch noch 3 Jahre kürzer studieren sollen. Was soll der Scheiß?

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bigpeng 26.02.2012, 17:00
6. Inwieweit sind/werden denn die hierzulande erworbenen...

Zitat von sysop
Die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium sowie steigender Leistungs- und Konkurrenzdruck setzen deutschen Studenten zu: Experten stellten bei ihnen zunehmend Burnout-ähnliche Symptome fest. Einer Befragung zufolge lassen sich vor allem Männer weniger helfen.
...Bachelor- und Masterabschlüsse im Ausland schon als gleichwertig
anerkannt?

Hierzulande kann man sich doch als 'Einheimischer' plagen und
abstrampeln wie man will, in der neu-deutsch medialkakophonen
Berichterstattung der permanenten Art macht es doch überheupt
KEINEN SINN MEHR, sich hierzulande überhaupt noch anzustrengen.
Die 'Anderen' waren und sind immer besser und wir werden in der
medialen Betrachtung immer mehr von Journalisten und Redakteuren
in die Deppenecke gedrängt, welche selbst oft NICHT ein akzeptables
Mindestmaß an objektiver Urteilsfähigkeit, an Menschenkenntnis, an
einem hinreichenden Informationsniveau und der daraus erst resultierenden notwendigen Erkenntnistiefe aufweisen können.

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gumbofroehn 26.02.2012, 17:06
7.

Erst einmal eines vorweg: Ich finde die Arbeit von Frau Liebold vom Ansatz her sehr interessant und denke, dass sie damit ein wichtiges Thema aufgreift.

Allerdings halte ich es wenigstens für fragwürdig, welche Schlussfolgerungen dieser SPON-Artikel hieraus zieht. Es gibt nämlich einige grundsätzliche methodische Probleme, die weder die Aussage zulassen, dass Studenten zunehmend an Burnout-Symptomen leiden, noch, dass die Bologna-Reform als zentrale Ursache zu sehen ist.

Zunächst muss man bei der Bewertung der Befragungsergebnisse natürlich sehen, wie die Interessen der psychologischen Berater der Studentenwerke liegen: Viele sitzen auf befristeten Stellen oder wünschen sich für ihre Tätigkeit ein höheres Maß an Anerkennung oder Aufmerksamkeit. Was läge also näher, als von wachsenden Problemen zu berichten?

Dazu kommt (und darauf weist der Artikel immerhin selber hin), dass keine Vergleichsdaten zu der Lage "vor Bologna" vorliegen. Subjektive Einschätzungen von Entwicklungen auch durch Fachleute sind in jedem Fall nicht besonders valide ("früher war alles besser").

Darüber hinaus haben die Bekenntnisse von Prominenten zu Depressions- und Burnout-Problematiken in den letzten Jahren auch dazu geführt, dass das Thema insgesamt weniger stigmatisiert ist. Ein Anstieg der Beratungssuchenden kann also auch dadurch ausgelöst worden sein, dass die subjektive Schwelle zur Annahme von Hilfe gesunken ist.

Schließlich hat sich parallel zur Bologna-Reform auch die Studierquote an den betreffenden Altersjahrgängen massiv erhöht. Hierdurch (und da spreche ich als Hochschullehrer aus Erfahrung) gelangen naturgemäß auch mehr höchst durchschnittlich begabte und motivierte junge Menschen an die Hochschule. Das diese dann verstärkt überfordert sind, wundert dann auch nicht.

Um eines abschließend klar zu stellen: Das ist hier keine Verteidigungsrede für die Bologna-Reform, in deren Umsetzung genug Schwächen berechtigt benannt werden können (z.B. zu starke Tendenz zur Spezialisierung, Verlust der Verknüpfung von Wissen über Fächergrenzen hinweg). Allerdings ist nicht alles, was an deutschen Hochschulen schief läuft, eine Folge von Bologna.

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Celegorm 26.02.2012, 17:14
8.

Zitat von die_piratenbraut
Nicht die Überforderung durch Studium oder Beruf fördern den Burn Out, es sind die fehlenden Ausgleiche, die es im früheren Gesellschaftsmodell mit großer Familie und oder vielen Freunden gab.
Jaja, früher, als alles noch in Ordnung war. Woher die obskure Erkenntnis kommen soll, dass heute junge Leute weniger Freunde hätten, bleibt aber völlig unklar. Ebenso wie die wacklige These an sich, denn so eine, mal neudeutsch gesprochen, "peer group" verlangt genauso Pflege wie familiäre Bande und konsumiert darum natürlich Zeit. Welche oft im Gegenzug wesentlich weniger "Kraft" als zusätzlichen Stress generiert, insbesondere wenn etwa seitens der Familie noch inkompatible Ansprüche vorhanden sind.

Wenn wir also schon beim munteren Raten von ad hoc-Thesen sind dürften die anderen Vorredner wohl schon eher auf einer sinnvollen Spur sein. Aber Hauptsache mal wieder klischeehaft die heile Welt der "guten, alten Zeiten" heraufbeschworen, natürlich kontrastiert mit den schädlichen Einflüssen der "virtuellen Welt". Was das genau sein soll und wie man in dieser "leben" können soll ist mir erst recht rätselhaft, obwohl (oder vielleicht gerade deswegen?) langjähriger Internetnutzer.

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Klaschfr 26.02.2012, 17:59
9. Nicht verwunderlich

Zitat von sysop
Die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium sowie steigender Leistungs- und Konkurrenzdruck setzen deutschen Studenten zu: Experten stellten bei ihnen zunehmend Burnout-ähnliche Symptome fest. Einer Befragung zufolge lassen sich vor allem Männer weniger helfen.
Wer nur ein wenig Einblick in den Bereich der universitären Ausbildung hat, kennt die eigentliche Ursache. Es ist die seit 20Jahren (mindestens) völlig unzulängliche Personal- und Sachausstattung! Die Folgen machen sich erst bemerkbar, wenn es zu spät ist. Dazu sind die Bachelor- und Magisterstudiengänge weit verwaltungsaufwendiger. Aber man glaubte ja, mit einer Reihe von Exzellenzzentren und als Komensation dienender Verschulung der Studiengänge alles übertünchen zu können. Schäden dieser Art zeigen sich erst mit Abstand und sind nur schwer zu beseitigen, wenn man das überhaupt will.

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