Forum: Leben und Lernen
Exzellenz-Universitäten: Triumph der Wissenschaft
Robert Michael/dpa

Bei der Exzellenzstrategie entschied häufig nicht die Wissenschaft, sondern die Politik über Gewinner und Verlierer. Diesmal hat der Wettbewerb zum ersten Mal so funktioniert, wie er eigentlich gedacht war.

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bökelmann 20.07.2019, 11:07
10.

Zitat von fuchsi
39 Wissenschaftler finden heraus, wer exzellent ist und wer nicht. Da sind ja noch nicht mal alle Fachgebiete aus den ca. 19000 Studiengängen vertreten. Sie erklären elf Unis zu Gewinnern und den "Rest" der ca. 200 Hochschulen in Deutschland zu Verlierern. Die gesamte Gesellschaft könnte davon profitieren, wenn die Bedeutung der Unis in ihrer Region mehr Beachtung fände. Mit ihnen wird die regionale Entwicklung vorangetrieben, sie sichern die grundgesetzlich geforderten vergleichbaren Lebensverhältnisse ab. Das Geld fehlt jedoch, wenn es den "Exzellenzunis" hinterhergeworfen wird. Die Amerikanisierung und Neoliberalisierung schreitet auch hier voran. Schade.
Es geht hier nicht um die Bedeutung (forschungsmäßig mittelmäßiger) Unis für ihre Region, sondern um die Förderung von Spitzenforschung - die aber immer noch lächerlich niedrig ist.

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alpenradler 20.07.2019, 11:09
11. Bildungspolitisches Versagen

Allein das Wort "Cluster" ist ein sprachliches Desaster par excellence. Welcher Elitepraktikant hat sich das eigentlich ausgedacht?
Und anstatt die Unis in sog. Elite und den Rest aufzuteilen, sollte endlich dafür gesorgt werden, dass mehr wissenschaftliches Personal eingestellt wird und dass sich Wissenschaftler nicht mehr von einem Zweijahresvertrag zum nächsten hangeln müssen. Das einzige was hier in Deutschland exzellent ist, ist das bildungspolitische Versagen.

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bökelmann 20.07.2019, 11:17
12.

Zitat von mark.muc
Ein kurzer Blick auf die Liste macht deutlich, daß es sich natürlich wieder um eine politische Entscheidung handelt. Zudem führt diese Form des Elitedenkens zur weiteren Spaltung des Landes. 39 Personen reichen zudem nichtmals aus sich einen umfassenden Überblick allein der mathematischen Forschung zu verschaffen.
Sie haben offenbar das Verfahren nicht verstanden. Machen Sie sich da erst mal kundig, anstatt ins Blaue zu schwadronieren.

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Profdoc1 20.07.2019, 11:20
13. Einordnung

Natürlich darf darüber gestritten werden, warum nun die eine oder andere Uni nicht aufgenommen wurde oder am Ende doch den Zuschlag bekam. Das ist jedoch m. E. nebensächlich, weil wir hier, zumindest, was das Finanzielle angeht, doch - Verzeihung - über Peanuts reden. Der 'Titel' ist wichtiger (in D) als die 'Kohle'.
Solange Deutschland nicht Willens ist, sein Wissenschaftssystem deutlich auszubauen, werden all' die Millionen wenig bewirken. Mein Lieblingsbeispiel : ETH, 1,8 Mrd CHF p.a. (sic!).

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hummelflug 20.07.2019, 11:24
14. Eigentlich ein Witz, wenn es nicht so traurig wäre

Natürlich gibt es in Deutschland keine 11 Universitäten, die international bei den wirklichen Eliteuniversitäten (ETH, Oxford, Cambrige, U. Tokyo, Havard, MIT, Princeton, Stanford, Caltech, usw.) mithalten können. In den internationalen Rankings, die zugegeben stark angelsächsisch dominiert sind, gibt es einige wenige deutsche Universitäten, die froh sind, dass sie es in einigen Fächern in die Top-50 schaffen. Viele der neuen 'Exzellenz-Universi-täten' schaffen es da nicht mal in die Top-500. Das mit 20 Millionen Euro im Jahr pro Hochschule ändern zu wollen, ist ein Witz. Die Cluster machten noch einen gewissen Sinn, weil hier gezielt sehr gute Forschungsvorhaben speziell gefördert werden, aber die Auswahl von 'Exzellenz-Universi-täten' hätte man sich sparen können. Das ist reine Augenwischerei.

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neutron76 20.07.2019, 11:34
15. Das Ergebnis ist ein Witz

Scheinbar wurde nur an Hand der PowerPoint-Folien bewertet oder das Verfahren solange angepasst, bis ein politisch korrektes Förderprogramm herauskam. Dann sollen sie es bitte nicht Elite nennen, sondern Umverteilungsprogramm.

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jowi.krause 20.07.2019, 11:36
16. Elite-Unis?

Mal wieder wird die Qualität von Hochschulen ( ja, das sind Universitäten) an ihrem wissenschaftlichen Potential, sprich ihrer Fähigkeit, attraktive Forschungspläne zu schreiben, gemessen.
Ist sicher ein Aspekt, der eine gute Hochschule ausmacht.
Aber konsequent wird immer der zweite vergessen: Schulen sind zum Lehren da. Zumindest auch, zumindest gleichwertig mit den wissenschaftlichen Konzepten.
Aber das ist in Deutschland kein Förderkriterium.
So wie die Professoren ausgewählt werden, nach ihrem Forschungspotenzial (sprich ihrer Fähigkeit, Drittmittel einzuwerben), so unterrichten sie auch: Egal wie. Am besten läßt man das die Assistentin oder den Doktoranden machen, dann wird man nicht so abgelenkt vom Forschen (bzw Schreiben von Förderanträgen).

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klimaterium 20.07.2019, 11:59
17. @bökelmann

"Sie haben offenbar das Verfahren nicht verstanden". Dann erklären Sie es doch mit kurzen einprägsamen Worten und beweisen Sie, dass Sie es richtig verstanden haben, anstatt Anderen wiederholt Unverständnis vorzuwerfen!

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horstenporst 20.07.2019, 12:17
18.

Zitat von hummelflug
Natürlich gibt es in Deutschland keine 11 Universitäten, die international bei den wirklichen Eliteuniversitäten (ETH, Oxford, Cambrige, U. Tokyo, Havard, MIT, Princeton, Stanford, Caltech, usw.) mithalten können. In den internationalen Rankings, die zugegeben stark angelsächsisch dominiert sind, gibt es einige wenige deutsche Universitäten, die froh sind, dass sie es in einigen Fächern in die Top-50 schaffen. Viele der neuen 'Exzellenz-Universi-täten' schaffen es da nicht mal in die Top-500. Das mit 20 Millionen Euro im Jahr pro Hochschule ändern zu wollen, ist ein Witz. Die Cluster machten noch einen gewissen Sinn, weil hier gezielt sehr gute Forschungsvorhaben speziell gefördert werden, aber die Auswahl von 'Exzellenz-Universi-täten' hätte man sich sparen können. Das ist reine Augenwischerei.
So ist es. Der Titel Exzellenz-Universität ist ein reiner Marketing-Gag. Das ganze ist nichts anderes als etwas zusätzliches Geld für einzelne Forschungsvorhaben in ausgewählten Fachgebieten. Sonst hätte es, wie einige Mitforisten bereits bemerkt haben, auch viel mehr als 39 internationale Experten gebraucht.

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im_ernst_56 20.07.2019, 12:18
19.

Zitat von hummelflug
Natürlich gibt es in Deutschland keine 11 Universitäten, die international bei den wirklichen Eliteuniversitäten (ETH, Oxford, Cambrige, U. Tokyo, Havard, MIT, Princeton, Stanford, Caltech, usw.) mithalten können. In den internationalen Rankings, die zugegeben stark angelsächsisch dominiert sind, gibt es einige wenige deutsche Universitäten, die froh sind, dass sie es in einigen Fächern in die Top-50 schaffen. Viele der neuen 'Exzellenz-Universi-täten' schaffen es da nicht mal in die Top-500. Das mit 20 Millionen Euro im Jahr pro Hochschule ändern zu wollen, ist ein Witz. Die Cluster machten noch einen gewissen Sinn, weil hier gezielt sehr gute Forschungsvorhaben speziell gefördert werden, aber die Auswahl von 'Exzellenz-Universi-täten' hätte man sich sparen können. Das ist reine Augenwischerei.
Haben Sie sich mal die Kriterien angesehen, die für das internationale Ranking angewendet werden? Da ist die akademische Exzellenz (Academic Reputation) nur eine von fünf oder sechs Kriterien. Die Maßstäbe, die bei der Auswahl der Exzellenz-Universitäten angewendet wurden, haben damit nichts zu tun. Sie sagen nichts über die Qualität der Lehre, die Studenten-Dozenten-Relation, die Ausstattung der Bibliotheken usw. an den Exzellenz-Universitäten aus.

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