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Exzellenz-Universitäten: Triumph der Wissenschaft
Robert Michael/dpa

Bei der Exzellenzstrategie entschied häufig nicht die Wissenschaft, sondern die Politik über Gewinner und Verlierer. Diesmal hat der Wettbewerb zum ersten Mal so funktioniert, wie er eigentlich gedacht war.

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Profdoc1 21.07.2019, 15:10
30. Grundsätzlich

Gebe ich einigen Foristen recht. Eliteunis gibt es in Deutschland nicht. Dazu fehlt schlichtweg die finanzielle Ausstattung, auch und insbesondere an einzelnen Lehrstühlen, resp. Fachbereichen, Fakultäten, Departments, etc. Nebenbei gibt es in D auch keine Kultur der elitär finanzierten Hochschule, wie u.a. In den USA. Cleverer wäre es Forschungscluster, bestehend aus entsprechenden universitären und außeruniversitären Einrichtungen, in Größenordnungen auskömmlich zu finanzieren. Dazu gehört auch, dass Dauerstellen für Forscher (w,m,d) geschaffen werden, damit diese Intensivforschung betreiben können. Nicht jeder Forscher wird eine Professur erhalten. Darüberhinaus muss die massive Antragschreiberei ein Ende haben.

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dr.huh 21.07.2019, 19:37
31.

Wussten die 39 Experten, von welcher Uni die jeweiligen Anträge stammten, oder mussten sie „blind“bewerten.
Ich würde mal vermuten, sie kannten die Antragsteller, und damit wärs schon mal kein Triumph der Wissenschaft.

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all-about-mindset 21.07.2019, 21:28
32. TU und LMU

beides Excellence Unis? Wow!
———
Vor kurzem wurde aus USA berichtet mit wieviel beträchtlich HundertTausenden v Dollars sich ein Plaetzchen an den Elite-Unis erkauft werden kann, nicht erst seit gestern. Um einen Abschluss zu bekommen von genau „der Elite-Uni, wo die Vorfahren schon waren...“ egal wie geeignet/ungeeignettt.
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Sie werden zu Alumni, welche aus Dankbarkeit spenden ohne Ende und somit zu einem gesicherten Fundament beitragen. Nota bene: gilt nicht fuer alle und nicht immer und und und

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interessierter Laie 21.07.2019, 22:22
33. Komisch...

ich verstehe den Artikel nicht. Gewonnen haben: Die LMU München, die TU München, die Berliner, Konstanz, Heidelberg, die RWTH, Tübingen, das KIT. Wenn ich mich nicht sehr irre, waren die meisten dieser Hochschulen schon beim ersten Mal erfolgreich. Wo ist also die Veränderung?

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markus333 22.07.2019, 01:38
34. Bürokratiemonster zum Schaden der Wissenschaft

Vorab: Ich habe nichts gegen Exzellenz!
Was da aber als Exzellenzinitiative verkauft wird, ist eine reine Hütchenspielerei. Die erhofften Effekte - reines Wunschdenken. Ein paar Punkte möchte ich ansprechen:
1. Für eine echte Exzellenzförderung ist das viel (!) zu wenig Geld.
2. Auch wenn das anders vermittelt wird, das Geld ist nicht zusätzlich vorhanden, sondern wird unauffällig aus anderen Fördertöpfen abgezogen. Oder umgekehrt: Es gibt genügend andere Förderschienen, um exzellente Wissenschaft zu unterstützen.
3. Diese wenigen Gutachter sind wirklich nicht in der Lage, die Exzellenz der Anträge zu beurteilen. Ja, es gibt viele, die glauben, sie könnten anhand von Sekundärkriterien auch außerhalb ihres engsten Fachbereichs eine gute Auswahl treffen. Meine rückblickende Erfahrung sagt: Nein, sie können es nicht.
4. Sehr wichtig: Es gibt keinerlei Hinweise, dass dieses Verfahren auch nur ein Nullsummenspiel ist. Vermutlich schadet es der Wissenschaft unter dem Strich. Wenn man berücksichtigt, wieviel Aufwand in die Vorbereitung (auch der nicht erfolgreichen) Anträge, die Koordination, die Begutachtung, die Begehungen, die PR, etc. gesteckt wird, und zieht man noch den Schaden ab, der durch die umgeschichteten Fördermittel und die umgewidmete Arbeitszeit von sehr guten Wissenschaftlern angerichtet wird, so ist es eher unwahrscheinlich, dass man da auch nur eine schwarze Null schreibt. Das wäre eine schöne Studie, das zu untersuchen.
5. Meine persönliche Erfahrung ist, dass die meisten Exzellenz-Cluster-Projekte keinen Deut besser sind, als andere. Eher sogar etwas unter dem Durchschnitt. Echte Exzellenz ist mir in diesem Kontext noch nirgends begegnet. Das könnte man retrospektiv sicherlich herausfinden - aber das möchte niemand so genau wissen.
6. Es wurde schon mehrfach erwähnt, dass es so etwas wie eine Exzellenzuniversität genau genommen nicht geben kann, so lange man die finanziellen Randbedingungen nicht extrem ungleich gestaltet. Es gibt exzellente Wissenschaftler oder Teams. Die können aber an fast jeder beliebigen Uni angesiedelt sein.
Wer gewinnt nun an den Exzellenzinitiativen?
Es ist vorwiegend die bürokratische "Elite", die ihre Pfründe sichert und sogar ausbaut. Statt Wissenschaftler werden in großem Stil Wissenschaftsmanager, PR-Spezialisten, Koordinatoren, auf Dauerstellen eingestellt, von der Ministerialbürokratie ganz zu schweigen.
Die Wissenschaftler werden für dumm verkauft. Man gibt ihnen mit viel Gedöns ein bißchen Geld zurück, was man ihnen aus der anderen Tasche weggenommen hat. Ein übles Spiel.

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mafreschi 22.07.2019, 10:23
35. Es sind viel mehr als 39 Experten!

Die 39 Expertinnen und Experten haben sich aufgeteilt und je etwa drei oder vier von ihnen waren bei einer Vor-Ort-Begutachtung einer Uni dabei. Gleichzeitig waren dort vor Ort mehr als ein Dutzend internationale "Fachgutachter", die sich mit den Schwerpunktthemen befasst haben, die jede Uni für sich in ihrem Antrag beschrieben hat. Sprich, jede/r Experte/in hat zwei bis vier Unis gesehen und berichtete in den Sitzungen den anderen im "Expertengremium" über den Vor-Ort-Besuch, den die Fachgutachter bewertet haben. Darüber gibt es ein genaues Protokoll. Gemauschel gibt es nicht, auch kein Eingemische von irgendwem, denn die Experten wissen, was vor Ort war und was im Protokoll drinsteht bzw. - stand. Dieses Protokoll wurde dann letzte Woche vorgestellt und mit Ergebnisprotokollen anderer Vor-Ort-Besuche verglichen. Dabei sind wohl dieses Mal klare Unterschiede hervorgetreten, sodass 10 Unis und ein Verbund aus drei Unis (Berlin) nun reüssiert haben.

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