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Faktencheck: Bekommen Schüler wirklich immer bessere Noten?
DPA

Ein Abi mit 1,0 war nie so leicht wie heute zu erreichen, sagt der Präsident des Lehrerverbandes - und fordert ein Ende der "Inflation" guter Schulnoten. Aber gibt es tatsächlich eine Einser-Flut? Der Faktencheck.

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karljosef 05.03.2018, 06:49
1. Vor 50 Jahren gab es für spezielle Härtefälle noch eine Sonderschule

Haupt- und Realschule waren der Normalfall.
Das Gymnasium war die Ausnahme.

Aus der Sonderschule ist die Hauptschule geworden?
Heute ist die Hochschulreife normal?

Das Ergebnis muss sich doch an den Hochschulen zeigen, oder?
Die Voraussetzungen, einen Wissenschaftler auszubilden, müssen doch schlechter als vor 50 Jahren sein.

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echoanswer 05.03.2018, 06:56
2. Warum auch nicht

wenn die Wirtschaft nur Noch sehr gute Abschlüsse, unabhängig von den Fähigkeiten, verlangt. Allen voran die stumpfsinnigen Berufe bei Banken und Versicherungen, für die das Einmaleins reichen würde.

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observerlbg 05.03.2018, 07:07
3. wie in der Politik üblich

Elitäres, nicht nachprüfbares Geschwafel. Wir können davon ausgehen, dass profesionelle "früher war alles besser"-Quatscher, die sich in ein besseres, die aktuelle Jugend in ein schlechteres Licht stellen wollen, die Technik der "alternativen" Fakten besser beherrschen als die Stümper aus dem weißen Haus. Wenn schon Dummtüch verbreitet wird, dann so, dass es faktisch nicht leicht widerlegbar ist. Ist aber kein neuen Phänomen, darin waren bürgerliche Defätisten schon immer gut. Meine Beobachtung ist jedenfalls, dass ich mein Abitur in den 19achtzigern geradezu geschenkt bekam im Vergleich zu heute. Ich habe den Eindruck, dass die Vorteile der Informationsflut aus dem Internet mit strengerer Unterrichtsführung und härteren Klausuren ausgeglichen werden soll. Von einer 1,0-Flut jedenfalls sind wir noch extrem entfernt.

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dondon 05.03.2018, 07:07
4. Inhalte

Ok, das Thema kann man diskutieren. Viel wichtiger wäre jedoch sich mehr um die Inhalte zu kümmern, die im Lehrplan festgehalten sind. Es müsste, in der Grundschule beginnend, ganz klar festgeschrieben sein, was zu welchem Zeitpunkt gelehrt wird. In den Ausbildungsberufen klappt das meines Erachtens doch auch sehr gut. In den Schulen fehlt so etwas meist (bundeslandbedingt).

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felice2000 05.03.2018, 07:10
5. Längere Reihe?

Sehr interessant! Würde mir wünschen, dieselben Zahlen auch für 1996 und, in den alten Bundesländern, auch 1986 und 1976 zu lesen.

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Vournet 05.03.2018, 07:10
6.

In meinem Abijahrgang (vor 2005) gab es überhaupt keine 1,0. Hätten alle eine um 0,29 Notenpunkte bessere Note gehabt, hätte es mehrere gegeben. So klein ist diese Veränderung also nicht.

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Rick73 05.03.2018, 07:14
7. 2006?

Warum nicht die letzten 30-40 Jahre einbeziehen? Die Wissensvermittlung auf Realschul-Niveau entsprach beinahe dem der heutigen Oberstufen. Und wenn schon Vergleichen dann bitte auch die Flut der 1 und 2 an deutschen Universitäten untersuchen. Laut Wirtschaftsverbänden haben die Absolventen riesige Wissenslücken wenn sie starten. Wie geht das alles zusammen!?

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iasi 05.03.2018, 07:14
8. Zahlenspielerein

Durchschnitt? Die Zahl der Abiturienten nahm auch erheblich zu. Wer früher kein Abi gemacht hatte, macht es heute. Man kann auch annehmen, dass nun auch schwächere Schüler das Abitur machen, was eigentlich den Durchschnitt senken müsste.
1.0 Noten? Interessanter wäre wohl die Zahl der Schüler, die im Bereich 1-2 landen, und nicht der prozentuale Anteil. Ist diese Zahl erheblich gestiegen, wäre dies ein deutliches Zeichen dafür, dass der Schwierigkeitsgrad im Abitur abgenommen hat.

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mbu66 05.03.2018, 07:17
9.

Herr Meidinger hat grundsätzlich Recht, er zieht nur die falschen Schlüsse. Nicht die Abiturprüfung muss schwerer werden, sondern der Weg dorthin. Am den Gymnasien tummeln sich zu viele Schüler (und leider auch Lehrer...), die dort eigentlich nichts zu suchen haben und wegen denen das Lehrniveau in der Breite immer weiter sinkt. Dadurch steigt natürlich auch die Anzahl der Einser-Abiturienten.
Die Forderung nach Durchlässigkeit im Bildungssystem wird völlig missverstanden. Statt nach Leistung und Potential geht es nur darum, möglichst viele Absolventen mit formaler Hochschulreife zu "produzieren", die leider nichts mit der tatsächlichen Studierfähigkeit zu tun hat.

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