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Faktencheck zum Uni-Abschluss: Der Bachelor ist nichts wert - oder?
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Den meisten Studenten reicht ein Bachelor nicht, sie rechnen sich mit einem Master bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus. Aber stimmt das auch? Der Fakten-Check.

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Meerkönig 30.12.2015, 14:36
30. Altersarmut aufhalten kann nur die Devise sein.

Zitat von th.ho
Was heute Bachelor genannt wird war früher ein Vordiplom oder ähnliches. Dieses hat einen die theoretischen Grundlagen gegeben und befähigt ein Haupstudium überhaupt erst zu verstehen. Eine echte Berufsqualifikation hat es einem beim besten Willen nicht gegeben. Und das hat sich auch nicht dadurch geändert, indem man es jetzt anders nennt. Das merken immer mehr Arbeitgeber. Das einzige, was sich geändert hat ist, dass man jetzt nicht mehr ungelernter Studienabbrecher ist, wenn man mit Bachelor aufhort. Na toll !!!
Alles Quatsch, die meisten Vorstandsvorsitzenden in der Deutschen Maschinenbau- Anlagen und Automobil-Industrie waren s.g. Fachschul-Ingenieure, später kamen immer mehr Diplom Ingenieure hinzu. D.h. der Fachschulingenieur wurde Diplom Ingenieur und meist ehrenhalber Doktor Ing.
Bachelor und Master hin oder her. Wer mit 27 Jahre keinen entsprechend Job in Dauerstellung mit mindestens 6500,- Euro brutto gefunden hat, bekommt praktisch keine nennenswerten Renten-Punkte mehr zusammen. Das ist doch das Einzigste was wirklich zählt.

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mickr 30.12.2015, 14:36
31. Wer kann

soll ein Vollstudium wählen.

Der Bachelor bringt weniger Wissen und Befähigung als das klassische Vordiplom. Der Master ist im Vergleich zum Vollstudium ein Schmalspurstudium, bei dem wirkliches wissenschaftliches Arbeiten auf der Strecke bleibt.

Überspitzt formuliert: Die, die für den Bachelor/Master so getrommelt haben sind die, die für ihre Firmen Studiumsabsolventen haben wollen, die mindestens 5 Jahre Beruferfahrung haben und die statt Gehalt zu wollen noch Geld zahlen, damit sie arbeiten dürfen.

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dani7830 30.12.2015, 14:37
32. Der Bachelor

Ist nur was für die Visitenkarte.

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f_eu 30.12.2015, 14:38
33.

Fakt ist aber, dass heute die Maßstäbe verschoben sind.
Was 2015 für ein gutes Abi langte reichte 1960 nur für einen mittelguten Realschulabschluss.
Deshalb ist die Abiturhäufigkeit erst einmal kein Fehler.

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brmoke 30.12.2015, 14:38
34. Leidvolle Erfahrung

Meine Tochter hat ein Bachelorstudium in Tourismuswirtschaft gemacht inklusive eines einjährigen Auslandsaufenthalts und zwei fließend beherrschten Fremdsprachen. Nach einem Jahr Jobsuche und ca. 85 Bewerbungen hat sie sich dann entschlossen, doch noch den Master zu machen. Das Studium macht ihr mit den gestiegenen Anforderungen jetzt besonders großen Spaß, aber frustrierend ist das schon.

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rainer_daeschler 30.12.2015, 14:41
35. Zugang zum höheren Dienst

Artikel: "Dafür solle der Zugang zum höheren Dienst des Bundes künftig immerhin auch für Bachelorabsolventen mit Promotion oder mehrjähriger beruflicher Erfahrung möglich sein."

Dem steht ja nichts entgegen.

"Bachelorabsolventen mit Promotion" heißt ja nicht, dass jemand sich den Masterstudiengang sparen kann, bevor er sich ca. 3 Jahre mit der Doktorarbeit befassen kann. Ein seltener Fall (außer in England und Schottland), es würde in diesem Fall das Verfassen einer Master-Arbeit erlassen, aber nicht die Erbringung der Studienleistung.

"Mehrjähriger beruflicher Erfahrung", die Besoldung nach A13 (z.B. Leitender Hauptkommissar, Oberamtsanwalt) ist für den gehobenen Dienst durchaus möglich.

Man kann nicht erwarten, dass BA und MA mit unterschiedlichen Studienzeiten bei der Einstellung als gleichwertig betrachtet werden. Ein privatwirtschaftliches Unternehmen hat allerdings (im Gegensatz zum ÖD) die Freiheit das zu tun, wenn es die Erfahrung gemacht hat, dass es mit den jüngeren Absolventen mehr anfangen kann, da sie das Wesentliche erst als Trainee im eigenen Haus lernen werden. Es ist auch abhängig vom Studium und dem gewählten Berufsbild.

Während in Deutschland es für Bacherlor-Juristen wenig Angebote gibt, ist manchem Unternehmen ein Bachelor-BWLer gerade gerecht. Insbesondere wenn es international ausgerichtet ist und die Niederlassungen in USA und Japan in den Führungsebenen auch nur aus BA-Abgänger zusammengesetzt sind.

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f_eu 30.12.2015, 14:43
36.

Zitat von alexanderschleissinger
Die klassischen FH Studiengänge bzw die daraus resultierenden Stellen im öD benötigen keinen Master...
Das gilt für den gehobenen Dienst (Inspektor, usw.). Laut Beschluss der K-Min-Konferenz 2000 sollte besonders befähigten Bachelorabsolventen und Ausländern (der werden ja immer bevorzugt in D) der Zugang zum höheren Dienst (Reg.Rat, usw.) ermöglicht werden.

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meiner_meinung_nach 30.12.2015, 14:58
37. Richtig.

Zitat von gumbofroehn
... auf das sehr differenzierte Bild zwischen den Fachgebieten hinzuweisen: Während im Ingenieurwesen, der Informatik und den zugehörigen Schnittstellenfächern (Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik) der Berufseinstieg mit dem Bachelorabschluss in der Regel gut gelingt, sieht es in anderen Fachbereichen (die dann auch insgesamt keine so gute Employability aufweisen) dann deutlich schlechter aus. Bachelor ist eben nicht gleich Bachelor.
Ich hatte im Bereich Informatik keine Probleme, mit Bachelorabschluss eine Arbeitsstelle zu finden. Dennoch gibt es in diesen Bereichen natürlich eine Kluft in der Bezahlung zwischen Master/ Diplom und Bachelor.

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Trouby 30.12.2015, 14:58
38. Sehr merkwürdige Analyse ...

Wieso sollte der Bachelor-Abschluss heute gleichwertig mit einem (ehemals vergebenen) Diplom sein? Beim Vergleich des heutigen Bachelor-Studiums mit meinem damaligen Diplom-Studiengang hat sich inhaltlich nur wenig geändert, tendenziell eher zum schlechteren, da äußerst verschult und durch viele Dozenten nur gelangweilt zwangsvorgetragen. Die Masse an Klausuren gleicht eher einer ständigen Abfrage auswendig gelernter Inhalte anstatt einer Überprüfung des tiefen Verständnisses des Stoffes. Eine Bachelor-Arbeit ist inhaltlich nicht mehr als früher eine Seminararbeit, kein Vergleich zu einer Diplomarbeit.

Der Bachelor ist nicht mehr und nicht weniger als früher das Vordiplom, mit dem Unterschied, dass es nun ein vollwertiger Abschluss ist. Das ist generell eine gute Idee, aber es ist eben - verglichen mit dem Diplom - kein wirklich vollwertiger akademischer Abschluss. Durch den Bachelor gibt es nun zwar zahlenmäßig hierzulande mehr Akademiker - was politisch gewünscht war - ansonsten hat sich aber selbstverständlich die Qualität der akademischen Abschlüsse im Durchschnitt deutlich reduziert.

Ich wundere mich, dass man sich darüber wundern kann ...

Ansonsten bin ich der Meinung, dass die Angleichung der Uni-Abschlüsse zwar den Zweck erfüllt hat, deutsche Abschlüsse im Ausland nominell vergleichbarer zu machen, die Einführung aber dennoch vollkommener Unsinn war. Anders als die weitaus meisten anderen Länder haben wir hierzulande das gute duale Ausbildungssystem, um das uns die meisten Länder beneiden. Ein Bachelor konkurriert zwangsweise mit einem guten Absolventen einer normalen Ausbildung, beide Abschlüsse sind prinzipiell als gleichwertig anzusehen.

Hinzu kommt unser Fachhochschulsystem, dessen damaliges FH-Diplom einem heutigen Uni-Bachelor sehr nahe kam. Durch die heute so zahlreichen privaten FHs, die gegen Geld einen "akademischen" Abschluss liefern, wurde aber auch der FH-Abschluss entwertet.

Alles in allem ist das heutige System nur noch Mischmasch und ein völliges Durcheinander, das die Schulabsolventen eher verunsichert als unterstützt.

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lluke 30.12.2015, 15:05
39. In der IT...

Habe ich dir Erfahrung gemacht, dass Personen mit Bachelor absolut keine Ahnung haben und unproduktiv sind. Würde jeder Zeit jemanden mit Ausbildung bevorzugen.

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