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Familie: Warum Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen
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Manche Menschen wollen ihre Eltern nie wieder sehen, meist aus guten Gründen. Therapeutin Sandra Konrad erklärt, wie es dazu kommt - und warum die Sehnsucht nach einer heilen Familie häufig trotzdem nicht aufhört.

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dannyinabox 23.12.2018, 20:42
120.

Ich habe schon jahrelang kein Kontakt mehr mit meinen Eltern die sich als ich 5 jahre alt war trennten. Ab 13 kam ich in heim und habe mir geschworen dass ich es denen heimzahlen werde. Beide haben wieder kinder gekriegt. Ich hoffe für die eltern dass sie es besser gemacht haben. Bei der Mutter weiss ich dass sie es da mit dem übermuttern übertrieben hat. Beides ist nicht mehr mein problem. Ich weiss das ich eines tages die die Nachricht vom ableben bekommen werde. Manchmal denke ich ob es nicht gut wäre sich wieder mit ihnen zu versöhnen aber ich kann das nicht.
An Weihnachten heisst dass, das ich alleine bin wenn ich nicht gerade eine Freundin habe die mich zu ihren Eltern einlädt. Daneben habe ich angefangen für eine Organisation zu fahren die nicht mehr fahrtüchtige Personen nach hause fährt. Gewiss, wwnn ich manchmal eine Familie sehe wo alle zusammen kommen, denke ich auch ein bisschen darüber nach aber ich sage dann immer dass ich das vielleicht im nächsten leben hätte. Ganz ehrlich, macht mir nix aus. Weihnachten ist für mich nichts besonderes und die Erde dreht sich weiter.

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Einhorn 23.12.2018, 20:49
121.

Zitat von michiansorge
Die fehlende Akzeptanz von Freunden und Bekannten. Ich gehe mit verschiedenen Aspekten meiner Familiengeschichte sehr offen um. Denn schliesslich habe ich nicht ich sie zu verantworten, sondern sie wurde mir aufgeladen. Natürlich gilt das nicht für alle Aspekte. Auch ebenso zahlreichen und guten Gründen. Aber statt auf Akzeptanz zu stossen, sind an meinem konsequenten Entscheid Freundschaften zerbrochen. Denn für manch Aussenstehenden war dieser trotz aller Offensichtlichkeit nicht nachvollziehbar.
Sind Sie sicher, dass die Freundschaft daran zerbricht, dass Sie den Kontakt zur Familie abgebrochen haben? Oder zerbricht sie daran, dass Sie noch mitten in der Verarbeitung Ihres Schicksals sind? Das kann andere Menschen durchaus überfordern.

Wenn ich sage "kein Kontakt zum Vater" ist das in unserer Gesellschaft ja nichts besonders. Und selbst wenn ich erkläre dass ich den Kontakt selbst abgebrochen habe, wird das akzeptiert - nachdem ich jedes Mal erklärt habe, dass ich mir das gut überlegt habe und auch nicht irgendwann bereuen werde. Wahrscheinlich, weil es mich kaum mehr belastet. Das wiederum liegt daran, dass kein Missbrauch oder ähnliches der Grund dafür waren und es kein Schicksal zu verarbeiten gibt.

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Pacy25 23.12.2018, 21:00
122. Hier sind die Eltern Täter

und damit schon überführt!
Bei zwei Vorfällen in der Bekannschaft war das Verhältnis der Kinder bombig. (Habe ich durch Jahre in nächster Nähe beobachtet)
Als dann der Partner dazukam, welcher selbst auf eine miserable Kindheit zurückblicken konnte, wandelte sich der Blick um 180Grad: Sprich, um keine Probleme mit dem Partner zu bekommen, den ich jeden Tag sehe, wurden die Eltern ausgegrenzt.
Schützen kann man sich nur durch einen totalen Rückzug und gleichzeitig die höchstmöglichen juristischen Möglichkeiten wie Verhinderung des Erbes usw...

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madameping 23.12.2018, 21:08
123. @ eineve Heute, 19:07 104. ich habe bewusst

Sie sind nicht die Einzige, deren Lebensgeschichte, Aspekte davon, was jeder für sich selbst bestimmt, schreiben zu wollen, mich zutiefst bewegt.
Ja, Eltern werden kann jeder. Jedenfalls in den meisten Fällen. An einer anderen Stelle schrieb ich schon mal, dass die meisten Eltern überhaupt nicht nachdenken; sie zeugen ein Kind, weil die Nachbarin gerade eins geboren hat oder weil sie ein kleines Wesen suchen, durch das sie sich erwachsen fühlen. Es gibt unzählige Motive, die letztlich die Unüberlegtheit schildern. In den meisten Fällen mag dann das Eltern-Kind-Verhältnis funktionieren, in leider sehr vielen Fällen aber auch nicht. Auch ich habe mein Päckchen zu tragen (seit meiner Kindheit bis heute zerstrittene Eltern, die sich aber nicht trennen wollen, schreckliche Szenen einer tobenden Mutter und eines hilflosen Vaters, Wutausbrüche von beiden mir gegenüber, als ich aus der Schule nach Hause kam, hatten sie meinen kleinen Hund einfach verkauft, andererseits die hilflose und tölpelhafte Suche nach Liebe, die bei mir schon als Kind längst erloschen und eher einer rationalen Bereitschaft gewichen war, sich gelegentlich zu sehen, jedoch totale Illoyalität mir gegenüber, sobald mich jemand anderer mal angriff und noch so unendlich vieles mehr) - aber ich kenne auch jede Menge in meinem Bekanntenkreis, die schlichtweg den Kontakt zu den Eltern abgebrochen oder sehr stark eingeschränkt haben (so wie ich).
Mit Sicherheit ist das einer der vielen Gründe, weshalb die Verantwortungsvollen unter uns schlichtweg sagen: Ich will keine Kinder. Nicht, weil ich Kinder nicht mag, sondern, weil da etwas in mir schlummert, das ich nicht wiederholt sehen möchte. In keiner Weise möchte ich mich daran erinnert fühlen. Nicht, weil meine Kindheit an sich insgesamt schlecht gewesen wäre, sondern, weil meine Eltern sehen oder gesehen hätten, wie ich in ihre Rolle geschlüpft wäre...
Hier höre ich schon die bösen Kommentare, wie man denn so egoistisch sein kann...
Und da wünschte ich mir Ihre Kraft.

Eines haben betreffende Eltern jedoch gemeinsam: Das absolute Unvermögen, den Entschluss ihrer Kinder zu kapieren, ihn intellektuell nachzuvollziehen. Stattdessen wird geheult und es werden andere Familienmitglieder konsultiert - anstatt einmal den Verstand anzuschalten.

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docl 23.12.2018, 21:08
124. Leben ohne Eltern (23.12.2018)

Ja, es tut ein Leben lang weh. Ein Leser beschrieb es sehr gut - manchmal hilft eben nur im übertragenen Sinne die „Amputation“. Der Phantomschmerz bleibt, eine Lücke, der Wunsch doch noch von „verstanden, respektiert und geliebt zu werden“. Nur irgendwann kommt die Erkenntnis, dass da von der anderen Seite nichts kommt. Dann ist es einfach besser, genau das für sich zu akzeptieren - und innerlich den Schlussstrich zu ziehen.

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madameping 23.12.2018, 21:12
125.

Zitat von rolandjulius
Wer fragt schon den Váter oder die Mutter? Der Schmerz lässt nie nach. Warum wird man nicht angehört? Das wäre doch ein guter Schritt.
Sie gehen offensichtlich davon aus, dass die Kinder einfach den Eltern den Rücken drehen. Grundlos.
Vielleicht haben die Kinder der Mutter oder dem Vater immer wieder versucht, Brücken zu bauen, versucht, zu verstehen, ihnen zugehört, versucht, ihnen die eigene Sichtweise zu erläutern.
Und dennoch hat es nichts gebracht. Woher wissen Sie, dass das in vielen Fällen nicht so ist?

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eineve 23.12.2018, 21:13
126.

Zitat von Pacy25
und damit schon überführt! Bei zwei Vorfällen in der Bekannschaft war das Verhältnis der Kinder bombig. (Habe ich durch Jahre in nächster Nähe beobachtet) Als dann der Partner dazukam, welcher selbst auf eine miserable Kindheit zurückblicken konnte, wandelte sich der Blick um 180Grad: Sprich, um keine Probleme mit dem Partner zu bekommen, den ich jeden Tag sehe, wurden die Eltern ausgegrenzt. Schützen kann man sich nur durch einen totalen Rückzug und gleichzeitig die höchstmöglichen juristischen Möglichkeiten wie Verhinderung des Erbes usw...
oder die eltern haben einfach verständnis für den partner mit der miserablen kindheit und sind gute schwiegereltern die diesen partner als partner des eigenen kindes aktzeptieren. langer prozess aber machbar, mit diesem schwieger-kind mit der miserablen kindheit schwieger-eltern-vertrauen aufzubauen.

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andrzej123 23.12.2018, 21:35
127. Das Täter Opfer Narrativ ist destruktiv

Wer Psychologen der Art von Sandra Konrad aufsucht, den wird wahrscheinlich kurzfristig ev. im vom Psychologen eingeschmeichelten neuen Selbstbild als "Opfer" warm ums Herz werden, was ihm das Narrativ zu bestätigen scheint.
Die infantilisierende Wirkung dieser Art von Behandlung hat jedoch langfristig schlimme Folgen, außer für die Psychologen selbst, die sich über immer weiter wachsende Umsätze freuen dürfen.
Es gibt auch psychotherapeutische Richtungen, die das Täter Opfer Narrativ ablehnen, an der Eigenverantwortung des Klienten ansetzen und so aufbauen statt zu zerstören.

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Albtaloldtimer 23.12.2018, 22:07
128. Eltern verlieren nihre Kinder durch Gewalt,...

an den IS oder heiraten eine Frau, die den Sohn vor die Wahl stellt...völliger Kontaktabbruch mit seiner gesamten Familie - Eltern, Schwester, Großmutter ua. - Letzter Tropfen war wohl ein 'erzwungener Besuch' zum Geburtstag unseres 5-jährigen Enkels. Wir hätten uns zu sehr in die Erziehung eingemischt - bei genau terminierten zwei Stunden Besuch pro Monat bei steter Anwesenheit eines Elternteils aber eigentlich gar nicht möglich. Die gerichtliche Familienberatung machte uns keine Hoffnung, da wir gerade mit dieser wenigen Zeit keinen wichtigen Kontakt zu unserem Enkel nachweisen konnten. Für Väter schwierig, Kontakt zugesprochen zu bekommen, aber für Großeltern unmöglich.
Unser Sohn, als Schwimmsportler bis auf Landesebene erfolgreich, Abi 1,0 - mit 40 Jahren als ProfDr. Leiter einer Hochschule in Süddeutschland, dank vorzeitiger Erbweitergabe Hauseigentümer...
Am Anfang war es ja noch belustigend, wie oft er nach dem Kennenlernen seiner jetzigen Frau deren Namen permanent lobend erwähnte und ich ihr dann mal das Kompliment machte, daß sie was habe, was die anderen Frauen nicht haben...

Nun ja, jetzt weiß ich es. Von ihrem ersten (bösen) Mann hat sie sich nach einem Jahr getrennt, die ebenfalls böse Schwester ist mit 18 zuhause ausgezogen und auf ihre Schwägerin (unsere Tochter) können ihre Kinder auch gerne verzichten...

Zu einem therapeutischen Gespräch kam seine Ehefrau nicht hinzu, da unser Sohn sie vor 'uns schützen' wollte...Insgesamt sechs Gesprächsversuche meinerseits verliefen im Sand, er brauche Zeit und Ruhe...gut...in der Zeit hat er und seine Frau alle unsere Emails gelesen, nicht wissend, daß er als Administrator automatisch ohne Kennwort Zugriff hatte. Eigentlich hatten wir einen Grund, mit ihm zu brechen, aber insbesondere meine Ehefrau als Mutter würde alles verzeihen...

Glücklicherweise haben wir dank unserer Tochter nun auch liebe Enkelkinder. Wir könnten uns sicherlich nicht in gleichem Maße um alle Enkel unserer Tochter und dazu von unserem Sohn kümmern, haben dafür aber die Zeit, uns nun auch ehrenamtlich sozial zu engagieren. Aber es tut wie beim lesen dieses Artikels und den Kommentierungen schon weh, wenn man wieder daran erinnert wird, daß man derart kaltgestellt wurde und der Sohn sich wohl erst wieder meldet, wenn ein Erbfall eintritt

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fynn.lars.wortmann 23.12.2018, 22:22
129. Nostalgie

Da ich nicht der einzige zu scheinen sei, der den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen hat, aber es bisher nur meistens 40 Jährige waren, die schon Kinder haben, erläuter ich meine Geschichte mal.
Es begann mit dem Trennen meiner Eltern (ich 4) und meine Mutter fand einen neuen (Soldat) und Umzüge waren deshalb vorprogrammiert.
Insgesamt 6 Umzüge standen statt in diesen 11 Jahren und der letzte sollte sogar nach Belgien.
Vater hat kein Unterhalt gezahlt.
Wurde vom Soldaten als Dumm betitelt.
Kinder wurden nie in Pläne mit eingeschlossen, selbst wenn es auch die betreffen würde (Umzüge bspw.). Mein letzten Schultag hatte ich auch ohne meines Wissens, denn meine Klasse (Klassenlehrerin) hatte am Ende der letzten Stunde, ein Plakat mit Glückwünschen für den Umzug nach Belgien für mich rausgeholt und alle haben sich bei mir verabschiedet.
Meine Mutter wartete damals auch schon direkt mit dem Auto am Schulausgang , um mich gleich mit nach Belgien zu nehmen.
Danach landete alles beim Familiengericht, weil ich eigenmächtig mein Vater drum gebeten habe das Jugendamt einzuschalten.
Das Gericht entschied sich zu gunsten für mich und ich zog zu meinen Vater.
Mutter terrorisierte mich jede Stunde, wie es mir denn ginge etc., aber hat sich vorher nie ein Dreck drum gekehrt und meine Oma kam mich bei meinem Vater besuchen unter dem Vorwand, dass sie eine Weihnachtskarte mit Geld an mich geschickt hätte, was nicht so war.
Sie war da weil ich angeblich ohne Haare, Zähne und nur mit Jogginghose unterwegs wäre.
Da meine Mutter nicht aufhörte, trotz mehrmaligen bitten mir mal ne auszeit zu geben, hab ich den Kontakt abgebrochen.
Mein Vater (Selbstständig) fand ne Freundin und nistete sich bei ihr ein und ich lebte mit 16, 2 Jahre alleine in einer 120qm Wohnung.
Mein Vater hat Rechnungen wie Strom, Internet und letztendlich auch keine Miete beglichen.
Genauso wenig kam er regelmäßig vorbei, um nach den Rechten zu schauen.
Oft hatte er auch gar kein Geld, denn er konnte mir kein Essen kaufen, aber ihn betraf es ja nicht, da er ja von seiner Freundin durchgefüttert wurde.
Dann war ich fertig mit der Schule und hab CNC Dreher gelernt.
Zwangsräumung fand statt und ich suchte mir eine eigene Wohnung und bekam auch eine, da ich ein Einkommen von 1100€ schon hatte in der Ausbildung.
Vater verlor Freundin und wollte sich bei mir einnisten, ich lies nicht und er fragte immer nach Geld.
Ich brach den Kontakt mit ihm genauso ab.
Das ist nur eine Kurzfassung, da fehlt sogar noch einiges.
Ich bin jetzt 19, fast fertig mit der Ausbildung habe sogar noch ein Minijob nebenbei, habe ein Einkommen von ca 1700€ im Monat Netto, eine Wohnung, ein Auto, eine Freunden und dessen Familie hat mich aufgenommen wie ein Familienmitglied.
Ich vermisse meine Eltern nicht oder meine Familie. Ich habe zwar jetzt gar keinen mehr, bis auf meine Freundin, aber ich finde es lebt sich so um einiges einfacher.
Ich mach Urlaub (war diese Woche in London), gehe oft ins Restaurant mit meiner Freundin und lebe mein Leben, wie ich es vorher nie konnte und bin darauf Stolz.

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