Forum: Leben und Lernen
Fehlende Schulpsychologen: Mangelverwaltung schulischer Probleme
DPA

Ein Schulpsychologe für knapp 7000 Schüler - das ist der mickrige Schnitt in Deutschland. Eine ausreichende Unterstützung von Kindern, Eltern und Lehrkräfte ist da kaum möglich. Und in einigen Bundesländern ist es noch schlimmer.

Seite 5 von 5
Hans-Dampf 17.07.2019, 13:18
40.

Zitat von Der_schmale_Grat
Frage: Wieso bekommt man an vielen Fakultäten dann den rer. nat. bei einer Promotion zugesprochen? Viele psychologischen Institute gehören naturwissenschaftlichen Fakultäten an. Es kommt manchmal auch auf die Einzeldisziplin in dem jeweiligen Fachgebiet an (z.B. Verhaltensneurowissenschaft). Sie können auch hier mal reinschauen. https://www.lw.uni-leipzig.de/fakultaet/institute/psychologie.html
Die Wissenschaft hat sich selbst dazu bekannt, die Psychologie als Sozial- und Verhaltenswissenschaft anzuerkennen (s. Fachsystematik der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, insbesondere die Fächer 110-01 bis 110-04). Und wer, außer der Wissenschaft selbst, soll es besser einordnen können?
Mein Zahnarzt hat auch einen Dr. rer. nat. und nicht Dr. med. dent. und zwar von einer medizinischen Fakultät verliehen bekommen. Es kommt dabei nicht nur auf die Disziplin, sondern auf die Forschungsinhalte an, in der man eine Promotion anstrebt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans-Dampf 17.07.2019, 13:19
41.

Zitat von Der_schmale_Grat
Frage: Wieso bekommt man an vielen Fakultäten dann den rer. nat. bei einer Promotion zugesprochen? Viele psychologischen Institute gehören naturwissenschaftlichen Fakultäten an. Es kommt manchmal auch auf die Einzeldisziplin in dem jeweiligen Fachgebiet an (z.B. Verhaltensneurowissenschaft). Sie können auch hier mal reinschauen. https://www.lw.uni-leipzig.de/fakultaet/institute/psychologie.html
Die Wissenschaft hat sich selbst dazu bekannt, die Psychologie als Sozial- und Verhaltenswissenschaft anzuerkennen (s. Fachsystematik der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, insbesondere die Fächer 110-01 bis 110-04). Und wer, außer der Wissenschaft selbst, soll es besser einordnen können?
Mein Zahnarzt hat auch einen Dr. rer. nat. und nicht Dr. med. dent. und zwar von einer medizinischen Fakultät verliehen bekommen. Es kommt dabei nicht nur auf die Disziplin, sondern auf die Forschungsinhalte an, in der man eine Promotion anstrebt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StefanXX 17.07.2019, 16:58
42. Mimimimimi ...

Dieses ewige Gejammere .. zu meiner Zeit gabs noch nicht mal einen Schulpsychologen auf 7.000 Kindern und es hat trotzdem funktioniert. Überall nur noch Sozialpädagoge da, Psychologe hier. Bei der Polizei bekommen sie jetzt sogar auch schon Sozialpädagogen, ich frage mich wann hier der erste Firmenpsychologe in meiner Firma eingestellt wird. Was für ein Unfug. Wenn jemand Hilfe benötigt oder krank ist, soll er zum Arzt gehen und gut ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MissDoLittle 17.07.2019, 17:36
43. Ahnungslos durch den Tag

Menschen, die nicht wahrhaben wollen, dass wir viel mehr Schulpsychologen an unseren Schulen brauchen, haben meistens weder Ahnung von Psychologie noch von Schulen. Und darin sehe ich das größte Problem: Ahnungslosigkeit. Sie begegnet einem, so scheint es mir, in unseren Kultusbehörden auf allen Ebenen. Man könnte geradezu meinen, sie sei Einstellungskriterium. Statt ihre riesigen schulischen Verwaltungsapparate mehr oder weniger regelmäßig unter Vergeudung von Unsummen zu reformieren (Stichwort: Verwaltungsstrukturreformen), sollten die Länder ihre Schulverwaltungsbehörden radikal verschlanken und die eingesparten Gelder in Personal investieren, das vor Ort mit den Kindern arbeitet, also etwa in Lehrer, Psychologen und Sozialarbeiter. Im gleichen Zuge sollten sie dann das in Behörden weit verbreitete Peter-System abbauen und bei Einstellungen und Beförderungen nach Kompetenz statt Breite der Schleimspur entscheiden. Darüber hinaus sollte in der Lehrerausbildung inhaltlich viel mehr Gewicht auf die Vermittlung zeitgemäßer Kenntnisse aus Pädagogik und Psychologie gelegt werden. Unzählige motivierte Lehrer klagen, dass ausgerechnet diese Bereiche in der Ausbildung viel zu kurz kommen. Als erzieherische Mittel kennen sie nichts außer vorsintflutartig anmutenden Strafmaßnahmen. Schulpsychologen fehlen also nicht nur an den Schulen, sondern bereits in der Lehrerausbildung. Und wenn man sich die Strukturen der Verwaltungen und Schulen mal genauer anschaut, muss man eigentlich auch fordern, dass Psychologen auch diese auf einen zeitgemäßen Stand bringen: Weg von steilen zentralen Hierarchien, in denen jeder Unsinn von oben nach unten befohlen wird, hin zu weitgehend eigenverantwortlich arbeitenden Schulen und Schulteams, die sich optimal an lokale Bedingungen anpassen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Der_schmale_Grat 17.07.2019, 18:58
44. @Hans-Dampf

Richtig, die DFG macht das so, dasss dies aber womöglich gar nicht inhaltlichen Kriterien geschuldet sein könnte, wäre auch eine Überlegung wert. Zudem wuste ich nicht, dass die DFG "die Wissenschaft" repräsentiert, wieder etwas dazu gelernt (und gleich wieder vergessen;-) Es gibt zahlreiche Disziplinen in der Psychologie, die große Schnittmengen mit Lebens- bzw. Naturwissenschaften haben, sodass am Ende wahrscheinlich keiner mehr sagen kann, wo ein ganzes Fach verortet ist. Wir werden uns wohl heute nicht mehr einig. Ach ja, es ging um Schulpsychologen: Die sind ttatsächlich bitter nötig, aber eingebettet in neue Konzepte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans-Dampf 17.07.2019, 20:22
45. @Der_schmale_Grat

Die DFG e.V. besteht aus Mitgliedern aus der Wissenschaft. Ob es Ihnen passt oder nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cpt. Miller 18.07.2019, 14:37
46.

Zitat von StefanXX
Dieses ewige Gejammere .. zu meiner Zeit gabs noch nicht mal einen Schulpsychologen auf 7.000 Kindern und es hat trotzdem funktioniert. Überall nur noch Sozialpädagoge da, Psychologe hier. Bei der Polizei bekommen sie jetzt sogar auch schon Sozialpädagogen, ich frage mich wann hier der erste Firmenpsychologe in meiner Firma eingestellt wird. Was für ein Unfug. Wenn jemand Hilfe benötigt oder krank ist, soll er zum Arzt gehen und gut ist.
Ja, zu Ihren Zeiten sind die Menschen noch still und heimlich zugrunde gegangen und sind dann in letzter Konsequenz in der Psychatrie gelandet. Aber davon haben Sie mir Ihrer überschäumenden Empathie bestimmt nichts mitbekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MissDoLittle 18.07.2019, 20:12
47. Früher war alles besser!?

Was wirklich besser war: Man hat noch gerne und oft auf der Grundlage von Fakten argumentiert und diskutiert - selbst als Politiker. Und nicht jeder Heini wollte und konnte zu jedem Thema seinen unfundierten "postfaktischen" Senf beisteuern. GEGEN Schulpsychologen spricht vielen Foristen zufolge, dass früher alles besser war. Und dass sie selbst super Typen sind, die in ihrer Schulzeit keine Hilfe brauchten. Super Argumente :-) Aber welche Fakten sprechen FÜR die Notwendigkeit von Schulpsychologen? Tatsache ist, dass wir in Deutschland eine stabile, hohe Prävalenz psychischer Störungen von mindestens 10% bei Kindern und Jugendlichen haben. Ausgehend von ca. 11 Millionen Schülerinnen und Schülern sind also in absoluten Zahlen ausgedrückt mindestens 1,1 Millionen der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen behandlungsbedürftig psychisch erkrankt. Zu diesen Erkrankungen zählen Ängste, Depressionen, Störungen des Sozialverhaltens, hyperkinetische Störungen und vieles mehr. Die wenigsten dieser Kinder aber sind in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung. Typische Folgen: Schlechtere Schulabschlüsse, Klassenwiederholungen, Schulabbrüche, Schulwechsel, höheres Risiko für schwerwiegendere psychische Erkrankungen, höheres Suizidrisiko usw. Logischerweise brauchen wir daher Schulpsychologen, die unsere Lehrkräfte im Erkennen und im Umgang mit psychischen Störungen unterstützen und schulische Belastungsfaktoren frühzeitig feststellen und notwendige Maßnahmen zur Hilfe einleiten. Denn schließlich sollte es Aufgabe unserer Schulen sein, ein psychisch gesundes Aufwachsen und Lernen zu unterstützen. Und ebenso ein psychisch gesundes Lehren: Die hohen Erkrankungs- und Burn-Out-Raten von Lehrern könnten durch geeignete Maßnahmen schulpsychologischer Prävention und Intervention erheblich gesenkt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schnubbeldu 19.07.2019, 09:38
48. Hauptsache mal gejammert, ...

Zitat von StefanXX
Dieses ewige Gejammere .. zu meiner Zeit gabs noch nicht mal einen Schulpsychologen auf 7.000 Kindern und es hat trotzdem funktioniert. Überall nur noch Sozialpädagoge da, Psychologe hier. Bei der Polizei bekommen sie jetzt sogar auch schon Sozialpädagogen, ich frage mich wann hier der erste Firmenpsychologe in meiner Firma eingestellt wird. Was für ein Unfug. Wenn jemand Hilfe benötigt oder krank ist, soll er zum Arzt gehen und gut ist.
... und Äpfel mit Birnen vertauschen. Na Sie scheinen wohl den Unterschied zw. Sozialpädagogen und Psychologen genaustens zu kennen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Ganz nebenbei, ein Psychologe genießt auch das Privileg Medikamente auf Rezept zu verschreiben, während der Sozialpädagoge dies nicht darf bzw. anordnen kann. Und ja, Firmenpsychologen sind u.a. auch für das "soziale" Umfeld innerhalb eines Betriebes zuständig. Insbesondere sind sie als erste Anlaufstelle für Menschen mit Abhängigkeitskonflikten anzutreffen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
manicmecanic 19.07.2019, 11:19
49. faule Ausrede für den Staat

Da kann ich nur noch gequält ächzen wenn ich das nun als Entschuldigung für das Versagen des Staats sehen soll.Es braucht z.Bsp. keinen Psychologen in Sachen neudeutsch genannten Mobbings.Das könnte die jeweilige Schule sehr schnell abstellen,aber es wird nie getan weil IMMER statt der Opfer die Täter geschützt werden.Ich spreche aus eigener Erfahrung und mußte erschreckt feststellen daß es heutzutage noch viel schlimmer geworden ist als es meinen Sohn erwischt hat.Der Staat verstößt nicht nur gegen seine Fürsorge und Aufsichtspflicht sondern macht sich mit seinem Verhalten auch noch zum Mittäter.Aber mich zwingt er per Gesetz dazu mein Kind in seine Obhut zu geben!Nur noch krank was im deutschen Schulsystem abgeht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 5