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Fehlende Weltoffenheit: Bund will angehende Lehrer öfter ins Ausland schicken
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Lehramtsstudenten gehen seltener für Praktika oder zum Studieren in ein anderes Land als andere Studenten. Der Bund will das ändern und legt ein millionenschweres Förderprogramm auf. Laut Kritikern kommt das viel zu spät.

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citizen01 10.02.2019, 12:03
40. Wohin sollen denn die Lehrer, Türkei, Eritrea, Mali, ...?

Ein paar Wochen England, Frankreich helfen mit Sicherheit nicht. Es wäre auch wirkungsvoller, wenn sich die Schüler auf die hiesigen Verhältnisse einstellen könnten.

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Weltfinanzexperte 10.02.2019, 12:09
41. Tolle Sache!

Das ist mindestens genau so wichtig, wie alle Tafeln gegen Smartboards zu ersetzen und alle Bücher gegen Tablets. Die Beraterfirmen werden sicher schon eifrig geeignete "Weltoffenheits"-Verfahren -Prozesse entwickeln, um das Geld möglichst zielgerichtet an den Kunden bzw. in die eigene Tasche zu bringen.

Man könnte natürlich auch einfach mal anfangen, z.B. den Klassenteiler zu verringern und nicht 30 oder mehr Kinder in eine Klasse zu pferchen oder z.B. Lehrer nicht mehr über die Ferien zu entlassen und bis einen Tag vor Unterrichtsbeginn im Unklaren über ihre Zukunft zu lassen. Man könnte z.B. auch einfach die Schulen, die jetzt "gemeinsam lernen" sollen mit genügend und geeignetem Personal ausstatten...
Aber nein - das wäre sicher alles zu einfach... Lieber wieder ein medienwirksames Zukunftsprogramm...

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austenjane1776 10.02.2019, 12:18
42. Frische Lehrer ins Ausland? Nachbarstadtteil reicht doch.

Je nach dem "Ausland" nützt das nix. Wer nicht gerade an ein bürgerliches Gamnysium kommt, sollte als angehende Lehrkraft mal die "Brennpunkte" beschnuppern -. und dann ggf den Job wechseln. Unterstützung: kaum, Eltern in die Pflicht nehmen? Wieso denn? und viele andere Berufe, die intelligenten jungen Leuten mehr Sinn und Erfolg vermitteln können. Leider.

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eskimo47 10.02.2019, 14:34
43. Wie wäre es denn damit...

...überhaupt mal einen Anreiz dafür zu schaffen, dass Lehrer ins Ausland gehen? Ich rede nicht vom Geld, sondern der Anrechnung solcher Zeiten für schnellere Einstellung o.ä. In Bayern kriegt man dafür Abzüge (man hat nicht so schnell studiert wie die daheim gebliebenen) bei der die Anstellung bestimmenden Prüfungs-Gesamtnote. Und überhaupt sind ausserhalb der EU erbrachte Leistungen ( betrifft Englisch in den USA oder Australien) hier "nicht kompatibel" (Originalton Kultusministerium München), und man solle das "doch lieber in Bayern studieren" (ebenfalls Originalton). Sowas Kleingeistiges ist die Realität.

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gracie 10.02.2019, 15:23
44. Na endlich !

Es ist wirklich an der Zeit und es sind nicht nur die deutschen Lehrer, das Gleich kann man über die Schweizer und die Franzosen ohne weiteres sagen. Da ist nämlich Weltoffenheit noch eine Untertreibung.

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dodgerone 10.02.2019, 17:10
45.

Zitat von eskimo47
...überhaupt mal einen Anreiz dafür zu schaffen, dass Lehrer ins Ausland gehen? Ich rede nicht vom Geld, sondern der Anrechnung solcher Zeiten für schnellere Einstellung o.ä. In Bayern kriegt man dafür Abzüge (man hat nicht so schnell studiert wie die daheim gebliebenen) bei der die Anstellung bestimmenden Prüfungs-Gesamtnote. Und überhaupt sind ausserhalb der EU erbrachte Leistungen ( betrifft Englisch in den USA oder Australien) hier "nicht kompatibel" (Originalton Kultusministerium München), und man solle das "doch lieber in Bayern studieren" (ebenfalls Originalton). Sowas Kleingeistiges ist die Realität.
Es geht noch besser. Meine Frau hat ihren ukrainischen Studienabschluss in BaWü anerkennen lassen. Jetzt kann sie zwar vollwertig arbeiten. Aber ihr ausländischer Abschluss ist trotz Anerkennung und deutscher Staatsbürgerschaft nicht dafür geeignet das sie verbeamtet wird. Leider verdient sie damit in BaWü dauerhaft deutlich weniger als normale Lehrer.

Wer meint hier moderne Ansichten bei Lehrern einfordern zu können, vergisst das sie in einem antiquierten System arbeiten müssen, das kein Interesse an modernen Ansichten hat.

Wer intensivere Einblicke (als z.B. als Eltern) in unser Bildungssystem bekommt, der kann sich nur gruseln. Aber evtl. zeigt man den Lehrern dann das es auch andere Länder gibt mit besseren Bildungssystemen und besseren Bedingungen für Lehrern.

Und liebe Mitforisten: von Lehrern zu erwarten sich an Brennpunktschulen um 30 Schüler zu kümmern und alle ihre Probleme zu lösen ist nicht nur naiv, sondern dumm. Hier gehören viel mehr Lehrer und Sozialarbeiter her inkl. ordentlicher Rahmenbedingungen. Da mangelt es aber gewaltig!

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isa_alev 10.02.2019, 23:31
46. Lehrer ins Ausland und Politiker in die Schulen ...

Weltoffene Lehrer, gerne. Realitätsnahe Politiker noch lieber. Frau Karliczek und Kollegen sollten während der Auslandspraktika der Lehrer ein paar Schulpraktika machen. Das könnte ihr Weltbild nachhaltig prägen.

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im_ernst_56 11.02.2019, 00:14
47.

Bei den Juristen gab es die Möglichkeit, im Rahmen des Referendariats eine sog. Auslandsstation von 3 1/2 Monaten zu machen, meistens in einer Anwaltskanzlei. Das wurde aus Kostengründen und wegen der Verkürzung des Referendariats eingestellt. Ich hatte noch die Möglichkeit und möchte die Zeit nicht missen. Wenn man das bei Lehrern einführt, sollte man das auch bei den Juristen wieder machen.

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postit2012 11.02.2019, 01:21
48. Hoppla, Maria,

Zitat von maria3333
Auslandsaufenthalte finde ich toll und ich (jetzt Englisch-Lehrerin) habe auch selbst ein Jahr Erasmus in England gemacht. Uns Fremdsprachen-Lehrämtlern hat man da wirklich keinerlei Steine in den Weg gelegt. Bei uns an der Uni Heidelberg musste man sich für einen Erasmus-Platz im UK nicht mal bewerben, sondern nur in eine Liste eintragen und hat auf jeden Fall einen bekommen - vielleicht nicht an der Wunsch-Uni, aber einen Platz zu kriegen, war kein Problem. Gekostet hat das auch nix extra, nur die Flüge und die ggf. höhere Miete im Ausland. Und als wir zurück waren, haben die Uni-Mitarbeiter das Beste gegeben, um uns möglichst viele Kurse anzurechnen. Alternativ kann man sich auch sehr einfach als Assistant Teacher im UK bewerben, was dann das verpflichtende Schulpraxissemester ersetzt. Die meisten meiner Kommilitonen haben eine der beiden Möglichkeiten genutzt. Ich weiß nicht, wieso es offenbar ein paar Fremdsprachen-Lehrämtler gibt, die das nicht genutzt haben. Das konnte ich nie verstehen. Wobei man auch sagen muss, dass von denen, die keinen Auslandsaufenthalt während des Studiums gemacht haben, einige diesen auch schon vor der Uni gemacht haben (Au-pair, Work & Travel, etc.). Ich würde aber tatsächlich bei angehenden Fremdsprachenlehrern am Ende des Studiums einen Nachweis über mindestens 6 Monate im Ausland verlangen. ...
vielen Dank für diesen Bericht aus der Praxis!

Nur eine Frage: Weiß man das im Bundesministerium, wo man anscheinend grad das Rad neu erfindet?

Schlußbemerkung: Der eigenen Brut habe ich während ihrer Schulzeit ein halbes Jahr Schule in den USA spendiert und sie dankt mir das bis heute. Eigeninitiative ist der Schlüssel zu vielem.

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trex#1 11.02.2019, 10:52
49. Lehrertourismus statt Unterrichtsversorgung

Ich bin sprachlos. Hier vor Ort fehlen Lehrer, auf keinen einzigen kann verzichtet werden, und diese weltfremden Spinner wollen diese dringend benötigten Lehrer auf Weltreise schicken.
Es gibt keine Untersuchung und auch keine logische Begründung, warum ein Mathelehrer, der ein halbes Jahr in den USA unter der Sonne Kaliforniens gelebt hat, besseren Matheunterricht machen soll.
Zudem geben 3 Monate unterrichtsfreie Zeit jedem Gelegenheit, intensiv Auslandserfahrungen zu sammeln.
Es wird auch dringend jeder Cent benötigt, um neue Lehrer einzustellen. Stattdessen will man Geld zum Fenster rauswerfen, um sie vom Unterricht fernzuhalten.
Was soll man dazu noch sagen. Einfach die tägliche Schulmisere anschauen, dann weiß man, was für "Fachleute" da rumwerkeln.

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