Forum: Leben und Lernen
Forderung von Hamburger Eltern: Gute Grundschüler sollen die zweite Klasse überspring
DPA

Von der ersten direkt in die dritte Klasse - in Hamburg sollen Kinder ein Jahr überspringen dürfen, wenn sie schon lesen und schreiben können. Das fordert die Hamburger Elternkammer. Dem Schulsenator gefällt die Idee.

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allessuper 21.08.2018, 17:10
1. Stichwort lautet: In Einzelfällen. Und das ist das einzig Richtige.

Dieses System darf sich den Einzelfall erlauben. Wichtiger wäre, dass das Schulsystem insgesamt bundesweit vereinheitlicht wird.

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adh30 21.08.2018, 17:22
2. Komisch...

... geht in Baden-Württemberg auch. Dort kann man in den ersten beiden Jahren zu jedem Halbjahr anfangen und wechseln. Zumindest eine Grundschule in Reutlingen bietet das an.

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fuchsi 21.08.2018, 17:57
3. Gibt es schon

Hamburg entdeckt, was anderswo in Deutschland längst existiert? Das ist doch bemerkenswert. Zumal es diese Regelung seit Jahrzehnten gibt. Ich selbst wurde 1966 im April eingeschult, dann Kurzschuljahr und die 3. Klasse übersprungen, so dass ich im Sommer 1968 in der 5. Klasse Gymnasium war - solange gibt es dieses Modell mindestens schon, und ich war kein Einzelfall. Es ist keine Entschuldigung für Herrn Rabe oder Herrn Holter, wenn sie das nicht wissen, weil dies alles vermutlich vor ihrer Zeit liegt. Sie könnten sich informieren. Wie kann man Regelungen, die es bereits seit über 50 Jahren gibt, als Neuigkeit verkaufen?

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stefanmargraf 21.08.2018, 18:20
4. Klassen überspringen gibt es schon lange, keine Neuheit

In der Praxis machen die Lehrer und Schulleiter selten mit, warum auch immer. Für viele Kinder könnte man gleich zwei Grundschuljahre streichen. Wenn Ersties schon lesen und schreiben können, was sollen die da? Grundschule ist eigentlich weniger Schule, sondern Kinderaufbewahrung mit singen und malen. Viel besser wäre es, wenn alle Kinder ab einem bestimmten Notenschnitt in den Kernfächern 6-8 Tage Extraurlaub bekämen, und zwar an frei wählbaren Tagen. Das wäre wenigstens motivierend.

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ChulaV 21.08.2018, 18:30
5. Schon lange erfolgreich...

Wie man hier nachlesen kann, gab es bereits in den 90er Jahren einen langjährigen Feldversuch dazu in Hessen für die Bund-Länder-Kommission. Er war so erfolgreich, dass der frisch an die Macht gekommene MP Koch die Einführung (als Option) wieder kippen wollte - Pech für ihn, dass Frau Schavan es in BW gerade eingeführt hatte. Somit wird es auch heute weiterhin in Hessen praktiziert - u.a. seit 25 Jahren an der Schule meiner verstorbenen Frau.

Wer daran zweifelt, sollte sich die Kinder anschauen, wie sie nach einem halben Jahr "den Kleinen" die Regeln und Rituale erklären - stolz auf das eigene bereits Erlernte.
https://www.pedocs.de/volltexte/2014/9108/pdf/Karg_Hefte_1_2011_Becker_Westerholt_Uebergang_KiTa _Grundschule.pdf

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BahnCard50 21.08.2018, 18:53
6. 2. Klasse ist mehr als Lesen

In einem Schuljahr wird mehr als ein bestimmter Stoff (in diesem Fall Lesen & Schreiben) vermittelt. Ja sogar wenn ein Schüler bereits mehr oder weniger den ganzen Lehrplan-Stoff der Jahres beherrscht, so wird - gerade in der Grundschule - soviel Lebenskunde, "weiches" Wissen, soziale Kompetenzen, usw. vermittelt, deren Fehlen das Beherrschen von Lehrplatinhalten erst einmal ausgleichen muss.
Natürlich gibt es außergewöhnlich Hochbegabte, ich habe da sogar einen Fall in der Verwandtschaft, bei denen Springen angebracht ist. Bei einer solchen Person ist die Intelligenz so überragend, dass ihr und ihren Mitschüler instinktiv klar ist, dass sie am falschen Platz ist. Das betrifft aber weniger als 0.05% eines Jahrgangs, entspr. IQ oberhalb von 150. Allen anderen tut es ganz gut, in der Zeit, die sie weniger mit dem Lernen des Stoffs verbringen, ohne Stress soziale Kompetenzen zu erwerben und einfach Kind zu sein. Wer begabt ist, macht auch Karriere, wenn er ein Jahr älter ist.

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eulenspiegel2k17 21.08.2018, 18:53
7. Fordern die Eltern der ...

... vielen Hochbegabten. Hehe. Schlimm nur, dass aus den Hoppern die spätere Ellenbogenklasse erwächst. Sinnvoller und sozialer wäre es, wenn sich Lernstärkere auch um Lernschwächere kümmern würden.

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bafibo 21.08.2018, 19:17
8. Ging mir ähnlich

Zitat von fuchsi
Hamburg entdeckt, was anderswo in Deutschland längst existiert? Das ist doch bemerkenswert. Zumal es diese Regelung seit Jahrzehnten gibt. Ich selbst wurde 1966 im April eingeschult, dann Kurzschuljahr und die 3. Klasse übersprungen, so dass ich im Sommer 1968 in der 5. Klasse Gymnasium war - solange gibt es dieses Modell mindestens schon, und ich war kein Einzelfall. Es ist keine Entschuldigung für Herrn Rabe oder Herrn Holter, wenn sie das nicht wissen, weil dies alles vermutlich vor ihrer Zeit liegt. Sie könnten sich informieren. Wie kann man Regelungen, die es bereits seit über 50 Jahren gibt, als Neuigkeit verkaufen?
Wurde Ostern 1965 eingeschult und habe dann ebenfalls die Kurzschuljahre mitgemacht, allerdings keine Klasse übersprungen, so daß auch ich im Herbst 1968 in der 5. Klasse Gymnasium war. Wenigstens ging es dann flotter voran, denn in der Grundschule habe ich mich überwiegend gelangweilt - obwohl ich in Einzelfällen als Hilfslehrer herangezogen wurde: Der Lehrerin war es offensichtlich zu lästig, die Diktate eines Sitzenbleibers zu korrigieren, der - so wie ich seine Texte in Erinnerung habe - Legastheniker gewesen sein muß. Nur kannte das Phänomen damals noch niemand und besagte Lehrerin beschuldigte ihn, er sei stinkfaul. Ich hatte eher den Eindruck, er sei ratlos und verzweifelt.

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bafibo 21.08.2018, 19:26
9. Ganz so einfach ist es nicht

Zitat von stefanmargraf
In der Praxis machen die Lehrer und Schulleiter selten mit, warum auch immer. Für viele Kinder könnte man gleich zwei Grundschuljahre streichen. Wenn Ersties schon lesen und schreiben können, was sollen die da? Grundschule ist eigentlich weniger Schule, sondern Kinderaufbewahrung mit singen und malen. Viel besser wäre es, wenn alle Kinder ab einem bestimmten Notenschnitt in den Kernfächern 6-8 Tage Extraurlaub bekämen, und zwar an frei wählbaren Tagen. Das wäre wenigstens motivierend.
Schließlich besteht Grundschulunterricht in den ersten beiden Klassen nicht nur aus Lesen und Schreiben, sondern auch aus Rechnen, Singen, Malen (wie erwähnt) und Sport. Wir hatten sogar Blockflötenunterricht. Mindestens den Rechenlehrgang kann man nicht so einfach überspringen, allerdings wurden uns allzuviele Wiederholungen desselben Stumpfsinns als Hausaufgaben auferlegt. Auch Aufsatzschreiben lernt man nicht von jetzt auf gleich, da mußte meine Mutter kräftig nachhelfen.

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