Forum: Leben und Lernen
Frankreich: Regierung wirbt für mehr Deutsch-Klassen

Frankreichs Bildungsministerium trommelt für den Deutschunterricht: Erst mit der Sprache könnten die Schüler "den enormen Reichtum" Deutschlands entdecken. Die Zeiten, in denen eine Teenie-Band einen wahren Deutsch-Boom auslöste, sind vorbei. Nun sollen Werbebroschüren die Schüler überzeugen.

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waffenstillstand 20.01.2010, 19:36
1. Deutschland sollte dem Beispiel folgen.

Zitat von sysop
Frankreichs Bildungsministerium trommelt für den Deutschunterricht: Erst mit der Sprache könnten die Schüler "den enormen Reichtum" Deutschlands entdecken. Die Zeiten, in denen eine Teenie-Band einen wahren Deutsch-Boom auslöste, sind vorbei. Nun sollen Werbebroschüren die Schüler überzeugen.
Wie wär's denn, wenn Deutschland ebenso für die französische Sprache werben würde? Immerhin ist Frankreich unser wichtigster Handelspartner (also nicht, wie man annehmen könnte, die USA oder Großbritannien).

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Rainer Helmbrecht 20.01.2010, 20:39
2. Titel verweigert!

Zitat von waffenstillstand
Wie wär's denn, wenn Deutschland ebenso für die französische Sprache werben würde? Immerhin ist Frankreich unser wichtigster Handelspartner (also nicht, wie man annehmen könnte, die USA oder Großbritannien).
Na ja, unsere Nachbarn haben vor Jahren Deutsch gefördert, um eine Barriere gegen Nordafrikaner an der Uni zu haben. Wer ein anspruchsvolleres Studium absolvieren wollte, musste Deutsch lernen. Eine Sprache zu der Nordafrikaner nicht so viel Zugang und Verwendung hatten.

Darum können, wenn auch nicht mit Begeisterung, Ärzte, Ingenieure deutsch. Es empfiehlt sich darum, sehr vorsichtig in der Auswahl von Beleidigungen zu sein, man versteht deutsch;o).

Ich weiss nicht ob man dieses Verfahren auch in Deutschland einführen sollte.

MfG. Rainer

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waffenstillstand 20.01.2010, 21:24
3. Vive le français!

Zitat von Rainer Helmbrecht
Na ja, unsere Nachbarn haben vor Jahren Deutsch gefördert, um eine Barriere gegen Nordafrikaner an der Uni zu haben. Wer ein anspruchsvolleres Studium absolvieren wollte, musste Deutsch lernen. Eine Sprache zu der Nordafrikaner nicht so viel Zugang und Verwendung hatten. Darum können, wenn auch nicht mit Begeisterung, Ärzte, Ingenieure deutsch. Es empfiehlt sich darum, sehr vorsichtig in der Auswahl von Beleidigungen zu sein, man versteht deutsch;o). Ich weiss nicht ob man dieses Verfahren auch in Deutschland einführen sollte. MfG. Rainer
Ich wäre auf jeden Fall dagegen, dass man Französisch als Zugangshürde einführt. Aber wenn ich lese, wie man in Frankreich die deutsche Sprache zu schätzen weiß, fände ich es auch toll, wenn man deutscherseits Gleiches mit Gleichem vergelten würde. Außerdem: Französisch ist schon eine der tollsten Sprachen der Welt. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit ihr zu beschäftigen.
Vive le français!

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flo2005 20.01.2010, 22:11
4. Irrtum

Zitat von Rainer Helmbrecht
Na ja, unsere Nachbarn haben vor Jahren Deutsch gefördert, um eine Barriere gegen Nordafrikaner an der Uni zu haben. Wer ein anspruchsvolleres Studium absolvieren wollte, musste Deutsch lernen. Eine Sprache zu der Nordafrikaner nicht so viel Zugang und Verwendung....
Ich verstehe nicht warum ein Maghrebiner weniger Zugang zu Deutsch haben soll. Tunesien und auch Algerien hatten lange und enge Kontake zur DDR und man trifft vor Ort ueberraschend viele deutschsprachige Menschen. Aber, und vielleicht meinten sie das, es handelt sich dabei um gebildelte und wissbegierige Menschen - uebrigens aus allen Schichten.
Die Maer vom Rassismus durch die deutsche Sprache ist in der Tat im linkem Spektrum sehr verbreitet. Dennoch ist sie falsch. Deutsch ist in Frankreich lediglich das, was Latein in Deutschland ist.

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Rainer Helmbrecht 21.01.2010, 08:17
5. Titel verweigert!

Zitat von waffenstillstand
....: Französisch ist schon eine der tollsten Sprachen der Welt. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit ihr zu beschäftigen. Vive le français!
Es lohnt sich für viele Sprachen, sie zu erlernen. Aber in meinem Bekanntenkreis wird (von den Eltern ) ein großes Geschrei angestimmt, die die armen Kinder bedauern, weil man Sprachen in unserer Zeit gar nicht mehr braucht, von englisch vielleicht mal abgesehen. Lernen ist eine unzumutbare Belästigung, es nimmt die Zeit für andere Aktivitäten, Daddeln, Saufe, Chillen, da bleibt einfach keine Zeit mehr übrig;o).

MfG. Rainer

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Rainer Helmbrecht 21.01.2010, 08:31
6. Titel verweigert!

Zitat von iglytc
Selten so einen Unsinn in einem Forum gelesen.Die Einwandererkinder können und kannten nicht einmal richtig die französische Sprache, zusätzliche Barrieren brauchte es da keine. Deutsch wird ganz normal als zweite oder dritte Fremdsprache am Lycée angeboten. Beleidigungen werden nicht unterrichtet. Ich empfehle deshalb, bei Beleidigungen auf die französische Sprache zurück zugreifen.
Es ist immer wieder schön, wenn Meinungen von anderen Foristen als Unsinn abgetan werden, weil die im Besitz der Wahrheit sind.

Die meisten Immigranten aus Nordafrika sprechen französisch, die sie als Amtssprache aus ihrer Heimat mitbringen.

Der Deutschunterricht hängt unwahrscheinlich von den Fähigkeiten der jeweiligen Lehrer ab. Da ich seit über 40 Jahren viele fr Austauschschüler hatte, kann ich da durchaus mitreden.

Was mir dabei auffiel war, dass die dt Gasteltern erst das Herz dieser Schüler erobern mussten. Weil diese Schüler nicht als Belohnung einen Deutschland Aufenthalt bekamen, sondern, der war bei den meisten von dem Spruch begleitet: Wenn Deine Noten nicht besser werden, wirst Du Deine Ferien in D verbringen und die werden Dir die Hammelbeine schon lang ziehen. Diese Hemmschwelle wurde zumeist von den Gasteltern überwunden, weil den Kindern die Deutschen als streng und hartherzig geschildert wurden.

Allerdings, gab es auf dem Bahnhof Abschiedstränen auf beiden Seiten;o).

MfG. Rainer

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waffenstillstand 21.01.2010, 09:46
7. Zustimmung

Zitat von Rainer Helmbrecht
Es lohnt sich für viele Sprachen, sie zu erlernen. Aber in meinem Bekanntenkreis wird (von den Eltern ) ein großes Geschrei angestimmt, die die armen Kinder bedauern, weil man Sprachen in unserer Zeit gar nicht mehr braucht, von englisch vielleicht mal abgesehen. Lernen ist eine unzumutbare Belästigung, es nimmt die Zeit für andere Aktivitäten, Daddeln, Saufe, Chillen, da bleibt einfach keine Zeit mehr übrig;o). MfG. Rainer
Sowohl in Punkt 1 als auch in Punkt 2 stimme ich Ihnen zu. Zu Punkt 1: Auch ich sehe, dass sehr viel Zeit verschwendet wird, die man viel sinnvoller nutzen könnte.
Zu Punkt 2: Englisch ist definitiv wichtig bis sehr wichtig, aber wie bereits gesagt, sind Frankreich und Deutschland für sich gegenseitig die größten Handelspartner.
Vor einigen Jahren gab es diese interessante und absolut unterstützenswerte Initiative, über die auch der Spiegel berichtet hat, aber eher ablehnend. Ich erinnere mich auch an die Leserbriefe, die zu dem Artikel erschienen sind, auch diese waren gänzlich gegen die Einführung des Franzöischen als Schulpflichtfach; in einer Region, die aufs Engste mit Frankreich verbunden ist. Schade eigentlich.

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Rainer Helmbrecht 21.01.2010, 10:41
8. Titel verweigert!

Zitat von flo2005
Ich verstehe nicht warum ein Maghrebiner weniger Zugang zu Deutsch haben soll. Tunesien und auch Algerien hatten lange und enge Kontake zur DDR und man trifft vor Ort ueberraschend viele deutschsprachige Menschen. Aber, und vielleicht meinten sie das, es handelt sich dabei um gebildelte und wissbegierige Menschen - uebrigens aus allen Schichten. Die Maer vom Rassismus durch die deutsche Sprache ist in der Tat im linkem Spektrum sehr verbreitet. Dennoch ist sie falsch. Deutsch ist in Frankreich lediglich das, was Latein in Deutschland ist.
Hallo Flo,

Menschen die ihre Heimat aufgeben um in einem fremden Land etwas aufzubauen, entstammen selten einer höheren Bildungsschicht. Dieses Problem gilt nicht nur für Türken in D sondern auch für Nordafrikaner in F.

Der Zugang zu Unis wurde (damals) über unterschiedliche Abiturwege ermöglicht. Der sogenannte wissenschaftliche Zweig ermöglichte Quasi alles zu studieren, und der wurden mit Deutsch verbunden. Denn die Plätze für diese höherwertigen Studienplätze sind/waren begrenzt und weil man nicht Ausländer von der Uni ausschließen konnte, wurden Hürden eingebaut. Und Leistungsnachweise sind nicht ungerecht, aber trotzdem wirksam.

MfG. Rainer

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iRusse 21.01.2010, 11:29
9. Skepsis und Verschwörungsparanoja sind des Michels größte Freude

es scheint so, als ob der moderne und selbstinformierte Deutsche auf jede Nachricht die passende Hintergrundinfo parat hält und mit seinem selbsgereimten Halbwissen eine Verschwörug aufdeckt.
Die Wahrheit ist meißtens viel grundlegender. Es ist erwiesenermaßen sinnvoll mehr als nur eine Fremdsprache zu lernen, insbesondere wenn man den akademischen Werdegang einschlagen möchte. In Deutschland werden diesbezogen hauptsächlich 5 Sprachen angeboten: Französisch, Spanisch, Dänisch, Russisch und Latein. Gymnasiasten und teilweise Realschüler haben eigentlich immer eine Auswahl von mindestens 2 Sprachen, die auf ihrer Schule zur Verfügung gestellt werden. Und Französisch ist nun mal eine der Gängigen, aus welchen Gründen auch immer. Warum sollte es in Frankreich nicht anders sein? Es wird um die deutsche Sprache in franz. Schulen geworben, um das Interesse der Franzosen an ihrem Nachbarstaat Deutschland zu wecken, ich sehe da überhaupt keinen Bezug irgendwelcher Verschwörungen oder Machenschaften um ein höheres und gut gehütetes Ziel zu erreichen. Vor einigen jahren erst wurde die russische Sprache in D überhaupt zur Auswahl gestellt, sieht da vielleicht auch jemand eine Verschwörung der Kommunisten in Deutschland?! :D

Ich finde es insgesammt gut, dass den Jugendlichen, sowohl in D als auch Frankreich und anderen EU-Ländern, eine größere Auswahl zur persönlichen Entfalltung zur verfügung gestellt wird. Wenn du Französisch als zweite Fremdsprache nicht magst, lerne eine Andere....eine Fremdsprache ist eine Fremdsprache, und wird an fast allen Unis anerkannt.

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