Forum: Leben und Lernen
Französische Elitehochschule Ena: Unter sich, unten durch
Vincent Kessler / REUTERS

Frankreichs Präsident Macron erwägt, die Ecole Nationale d'Administration zu schließen. Die Hochschule bringt seit Jahrzehnten Staatsbeamte hervor - und schürt als Eliteschmiede den Unmut der Gelbwesten.

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raton_laveur 25.04.2019, 19:02
1. Das Kind mit dem Bade ausschütten

So kommt es mir vor, die ENA abzuschaffen. Es graust mich der Gedanke, dass eine Hochschule aufgrund der Forderungen gewalttätiger Demonstranten geschlossen wird, anstatt den Zugang zu ihr vernünftig zu regeln.

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jetbundle 25.04.2019, 19:19
2. Genau anders herum

Wenn ich mich nicht irre war die Grundidee der ENA genau anders herum, nämlich dass Jedermann sich in einem fairen Wettbewerb bewerben konnte und Eignung, nicht Verbindungen der Schlüssel für die höchsten Staatsämter ist. Das hätte man im Artikel zumindest erwähnen können. Und wenn man schon behauptet dass dor vorwiegend Kinder reicher Familien hin kommen, dann hätte man es auch mit entsprechenden Statistiken belegen sollen.

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Andre V 25.04.2019, 19:22
3. reine Mathematik plus Dekuktion

Also pro Jahrgang 80 Schüler (oder besser Studenten). Diese dann maximal 5 Jahre lang (meine Schätzung). Also insgesamt 400 Studenten. Und das soll ausreichen, um Frankreichs Staatsapparat (noch größer als der Deutschlands) mit Nachwuchs zu versorgen? Schon allein zahlenmäßig unwahrscheinlich (und dann gehen manche Absolventen noch wie Macron lieber zu amerikanischen Großbanken). Das funktioniert doch nur, wenn man wirklich ausschließlich an die alleroberste Führungsetage im Staat (Politik+Verwaltung) denkt... der kleine Passbeamte (m/w/d) in Plassely-a-cote-de-fin-du-monde wird da wohl eher nicht ausgebildet werden.

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hru 25.04.2019, 19:31
4. Eliten...

... sind ja ein Thema überall. Sie mögen einen Sinn haben, wo es darum geht Wissen und Fähigkeiten auf fachlich höchstem Niveau zu vermitteln. Ob das durch Auswahltests allerdings gelingt ist eine andere Frage. Gar keinen Sinn machen sie da, wo es um Rollen in der Gesellschaft geht und ein Verständnis für die Gesellschaft und die anderen Mitmenschen. Das macht schon für die meisten Ingenieure einen größeren Teil Ihrer Tätigkeit aus als ihre Fachkenntnisse - für Beamte und Politiker muss es an oberster Stelle stehen.

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damianschnelle 25.04.2019, 19:40
5. Solche

Eliteschulen und -hochschulen gibt es ja nun nicht nur in FR. Das große Problem ist der Zugang und dass die Absolventen in der Regel auch im späteren Leben Seilschaften weiter pflegen. Wie gesagt, weltweit.

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quatermain4000 25.04.2019, 19:40
6. Ena

Es stimmt, die Verwaltungshochschule wurde gleich nach dem Krieg gegruendet als Mittel gegen den 'Geist von Vichy' und um den Zugang zu Staatsaemtern zu demokratisieren. Zumindest letzteres hat nicht geklappt, genausowenig wie in den anderen "Eliteschulen". Und was Ersteres angeht, so bleibt auch hier fraglich ob die ENA einen bleibenden Effekt hatte.

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titzck 25.04.2019, 20:19
7. Macron wird so scheitern

Die Ena ist eine Institution in Frankreich und es ist doch törricht, dem Ruf der Strasse auf Schließung zu folgen. Spitzenleistungen sind doch nicht per de zu verdammen. Wie hier schon richtig gesagt wurde, kommt es auf einen gerechten Zugang an. So beeindruckt zeigte sich Lothar Späth von der ENA, dass er die Führubgsakademie des Landes Badeb-Württemberg gründete, die bis heute Bestand hat. Der Führungsnachwuchs

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Newspeak 25.04.2019, 20:29
8. ....

Es ist wie immer. An sich, den Idealen nach, eine gute Idee, das mit der Elitenauswahl durch Kompetenz. Nur soll man mir den Staat nennen, wo das nicht korrumpiert wird. Bei Söhnen und Töchtern aus reichem Haus ist doch fast immer eine Form von Korruption im Spiel. Niemand, der nicht über die entsprechenden Beziehungen verfügt, hat dieses Netzwerk an Mentoren. Man steigt schon auf ganz anderen Karrierestufen ein. Man absolviert Karriereschritte schneller. Man arbeitet auf diffusen Posten, als "Berater", bei denen das Anforderungsprofil bewusst allgemein gehalten wird. Niemand kontrolliert die Arbeit wirklich, es ist immer nur der Posten, der zählt, und von dem aus man weiterkommt. Dabei muss nicht einmal Geld fließen. So offen ist man nicht korrupt. Aber es bleibt Vetternwirtschaft. Wie war das mit der Beförderung von Herrn Sellner z.B.? Wenn bestimmte Leute es wollen, ist sowas problemlos möglich. Und selbst wenn es mal Aufruhr gibt, der ist nach zwei Wochen vergessen, den Posten behält man.

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kzr 25.04.2019, 21:00
9. ENA Aufnahme Pruefungen

sind sehr hart. Diese Schule hat Vetternwirtschaft nichts zu tun und hat tatsächlich den Zugang zu Staatsämtern demokratisiert. Der Name wird verschwinden, die Selektion nicht, die Methode werden sich ändern und vor allem der Weg danach. Aber Herr Macron hat es heute noch mal bestätigt. Es wird eine "Meritokratie" bleiben. Es kann nicht anders sein. Leistung ist was zählt für Ihn. Das werden die GW aber auch nicht mögen. Wo cares?

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