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Frau, verheiratet, nicht schwanger: "Hört auf zu fragen, wann ich Kinder bekomme"
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Wann ist es bei euch endlich so weit? Seit unsere Autorin, 27, geheiratet hat, muss sie ständig Fragen zu ihrer Kinderplanung beantworten - und lügt dann. Die Wahrheit soll niemand erfahren.

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apolloss 30.01.2017, 14:45
150. Traurig

Es ist sehr traurig, ungewollt kinderlos zu sein und vermutlich auch zu bleiben - und sich gleichzeitig permanent fragen lassen zu müssen, warum man keine Kinder hat! Ich kann dies sehr gut nachempfinden, da ich persönlich in einer gleichen Situation stecke. Und ich kann es sehr gut nachempfinden, dass die Autorin nicht mit Freunden oder der Familie "offen" darüber reden will. Denn was sie vermutlich dann zu hören bekommt, sind ähnliche unreflektierte Äußerungen, wie hier in den Kommentaren: "Einfach nicht dran denken, dann klappt es schon!", "Mal locker machn, dann geht das!", "Einfach in Behandlung gehen, machen doch viele!" oder der Klassiker; "Na wenn man so lange wartet, kann es ja nicht klappen!" .... Wer solche Kommentare von sich gibt, weiß so gut wie nichts über eine ungewollte Kinderlosigkeit! Die meisten Paare bleiben nicht aufgrund von Stress kinderlos, sondern aufgrund von medizinischen Problemen - sowohl bei Frau UND Mann (was häufig vergessen wird). Auch das Alter ist dabei nicht immer entscheidend. Und selbst eine Kinderwunschbehandlung ist keine Alternative sondern eine letzte Chance. Denn was viele nicht wissen ist, dass 80% der Paare auch nach aktiver Kinderwunschbehandlung OHNE Kind bleiben. In diesem Sinne: ich wünsche der Autorin viel Kraft und den Mitkommentatoren Aufgeschlossenheit und Respekt vor diesem Thema.

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twistie-at 30.01.2017, 14:45
151.

Zitat von p2063
Schade, ich hatte bis zum letzten Absatz gehofft, dass es hier endlich mal einen Pro-Childfree Artikel gibt.
ich habe keine Kinder und muss zugeb en, dass mich das "aber sie gehören zum Generationenvertrag" und "ohne sie ist alles nichts"... verstört. Als sei das Austragen der Leibesfrucht sozusagen eine Pflicht und jede Frau hat gefälligst dieser nachzukommen. Dabei ist eine Frau weder eine Gebärmaschine noch ist sie ein Vertragspartner, der sich per Unterschrift dazu verpflichtet hat, einen unbestimmten Generationenvertrag einzuhalten. Gleiches gilt für Ansichten wie "heiraten bedeutet Kinder bekommen" - ein Mensch ist ein Mensch und keine Zuchtmaschine bzw. kein Vermehrungsverpflichteter. Auch die Idee, man sei automatisch einsam ohne Kinder usw. kann ich nicht nachvollziehen, als sei Einsamkeit automatisch durch Kinder fort oder ohne Kinder da.
Es ist eine Entscheidung des Einzelnen ob er sich fortpflanzen will oder nicht, die Gesellschaft hat sich da herauszuhalten.

Ehe ist für mich z.B. ein Bekenntnis dazu, dass ich mit jemandem bis zum Ende meines Lebens zusammenbleiben möchte, in guten und schlechten Tagen (es gibt natürlich Ausnahmen, also Verhaltensweisen, bei denen ich sagen würde "das war es", er ebenso), dass ich für jemanden so stark empfinde, dass ich dies nicht nur durch ein Symbol wie den Ring darstelle, sondern dies auch rechtlich vereinbaren wollte und durch eine symbolische Handlung wie das Tragen des Brautkleides noch einmal verdeutlichen wollte. Ehe bedeutet für mich, füreinander da sein, Verständnis haben, sich lieben, Respekt vor dem anderen zu haben, den anderen zu unterstützen, aber auch offen zu kritisieren, ihm zur Seite zu stehen ohne blinde Loyalität usw. Aber es bedeutet nicht, ,dass ich damit automatisch auch "ja" zu Kindern sage.

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heinzgünther 30.01.2017, 14:58
152.

Zitat von majakovskij
„Frauen bekommen Kinder. Am besten ganz viele.“ – entschuldigen Sie, lesen Sie eher den IS als SPON?… ich glaube, darüber sind wir lange hinweg. Ich fühle mich, insbesondere als Mann, beleidigt, so einen Unsinn zu lesen. ABER: Sie HEIRATEN, das heißt, begründen eine EHE, was nichts zu tun hat mit Liebe, Zusammenleben, etc. sondern sie senden hier ein kulturelles Signal – ein Symbol – an die soziale Umgebung, gleichwohl Sie niemand dazu gezwungen hat, also vollkommen freiwillig, und beschweren sich dann über die Reaktionen, die dieses Symbol evoziert. Ehe bedeutet(e) „Wir werden JETZT gemeinsame Kinder bekommen“ (darum ist ja auch Kinderlosigkeit der traditionell einzig akzeptierte Scheidungsgrund) + „Wir werden JETZT unsere Vermögen zusammenführen“ + „Wir werden JETZT zusammen wohnen“. Liebe, Sex, etc. spielen hier keine eigentliche Rolle. Wenn Sie das Symbol „Ehe“ nun umdeuten möchten, bitte, aber Sie müssen akzeptieren, dass sich andere darauf nicht einlassen. Fazit: Entweder lassen Sie sich also auf das Symbolspiel ein, oder Sie bleiben draußen, aber sich von jeder Seite das nehmen, was gerade passt, ist unanständig.
Genau darum geht es doch! Es ist ne scheiss symbolik und sie geht offensichtlich vielen menschen auf den sack.
Es gibt keinen zusammenhang zwischen ehe und kindern. Man kann verheiratet sein oder kinder und auch kinder haben ohne verheiratet zu sein.
Und natürlich darf man sich beschweren. Ehe und kinder gleichzusetzen kommt aus der gleichen epoche wie ehe und zusammen zu ziehen!

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Negira 30.01.2017, 15:01
153.

Zitat von Polyprion
Das tut mir sehr leid, für alle, die keine Kinder bekommen. Man hört das so oft. Es ist zwar schon eine Binsenweisheit, aber die Autorin (sofern ansonsten gesund) befindet sich doch in einem selbst erschaffenen Teufelskreis: Würde sie einfach mal loslassen, sowohl vom beruflichen Stress, als auch vom Druck, ein Kind bekommen zu müssen, so bin ich mir sicher, dass es klappen wird.
Du hast natürlich recht, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das gar nicht so einfach ist.
Bei uns hat ein Tapetenwechsel geholfen, aber so wie der Test klingt, ist das gerade keine Option.

Von daher drücke ich ihr ganz einfach fest die Daumen.

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twistie-at 30.01.2017, 15:10
154.

Zitat von heinzgünther
Genau darum geht es doch! Es ist ne scheiss symbolik und sie geht offensichtlich vielen menschen auf den sack. Es gibt keinen zusammenhang zwischen ehe und kindern. Man kann verheiratet sein oder kinder und auch kinder haben ohne verheiratet zu sein. Und natürlich darf man sich beschweren. Ehe und kinder gleichzusetzen kommt aus der gleichen epoche wie ehe und zusammen zu ziehen!
eine Ehe bedeutete früher auch nicht automatisch Kinder, sie bedeutete oft genug Zusammenführung zweier Familien, Standeserhaltung usw. Die Kinder kamen dann notfalls durch andere falls man nicht in der Lage war damit es hochoffiziell Thronfolger und Co. gab bzw. die "Blutslinie" weitergeführt wurde. Die Ehe wurde insofern einfach nur als Legitimierung des Beischlafes mit Kinderfolge, egal wie, gesehen. Dadurch war es ja auch so ein Drama, wenn dann die Frau nicht schwanger wurde oder "nur Töchter" hatte usw. usf. weil das eben die Familienweiterführung erschwerte.

Die Ehe war insofern nur ein Symbol dafür, dass man jetzt zusammengehört, eine Familie ist und diese weitergeführt wird. So wie sich aber viels verändert hat, egal ob Frauenwahlrecht, Selbstbestimmung des Ehepartners (vielfach)... so hat sich auch die Ehebedeutung verändert, denn heutzutage geht es ja bei vielen eben nicht mehr darum, dass das Vermögen bitte in der Familie bleibt oder die Blutslinie weitergeführt wird, viele sehen ihre Ehe als einen Bund an, der etwas darüber aussagt, wie sie zueinander stehen, andere heiraten aus ganz anderen Gründen (Green Card, Täuschung der Öffentlichkeit in Bezug auf sexuelle Ausrichtung, Image...). Ob und wie dann Kinder eine Rolle spielen ist dabei ebenso persönliche Abmachung wie die Frage ob es Sex gibt oder nicht.

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Pride & Joy 30.01.2017, 15:25
155. übergriffig

Zitat von heinzgünther
Das stimmt so nicht ganz. Ich bin selbst kurz vor der 30, verheiratet, männlich und möchte keine Kinder. Ich höre seit gut zwei jahren ständig, dass ja bestimmt bald kinder kommen. Wenn ich sage ich will keine, gibt es zwei reaktionen. Die eine ist "das kommt noch" die andere "was sagt deine frau dazu". Man ist dann in einem Gespräch gefangen, dass sich entweder darum dreht wie unreif man sei, oder einer verwirrenden paartherapie als soloeinlage. Wenn meine frau dabei ist, wird das thema recht schnell an sie adressiert. Aber für uns beide unterscheidet es sich nicht viel. Für frauen sind die auswirkungen dieser erwartungshaltung vor allem beruflich erheblich schlimmer als für männer, aber vom bloßstellen und nerven tut sich das nicht so viel. Und auch wenn ich es selber nicht erlebt habe, als Mann zeugungsunfähig zu sein, ist kein spaß und mit sicherheit nicht angenehmer als als frau.
Sehr guter Beitrag, dankeschön!

Die Kommentare Außenstehender zu intimen Entscheidungen eines Paares stellen Übergriffigkeiten dar (Bevormundung), die man als solche auch zurückweisen darf und sollte.

Diese entspringen aus einer überkommenen Vostellung von Rollenklisches, wie sie vielleicht im 20 Jahrhundert noch üblich waren. Wenn diese aus dem engsten Familien-, oder Freundkreis erfolgt, ist dies besonders schmerzhaft. Das darf man dann auch ruhigen Gewissens anmerken.

Welchen Stellenwert Kinder in einer Beziehung ausmachen, ist individuell verschieden. Wenn man sich Kinder wünscht und man keine bekommen kann, kann dies schon zu erheblichen Belastungen führen, die durch das ewige Nachfragen verstärkt werden können.

Ich würde betonen, dass solche Themen nur dann diskutiert werden dürfen, wenn alle Diskutanten dies ausdrücklich wünschen.

Die Autorin hat den Fehler gemacht, sich ohne darauf hinzuweisen, welchen "wunden Punkt" dieses bei ihr trifft, darauf einzulassen und so in eine Verteidigungshaltung gebracht.

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mam71 30.01.2017, 15:36
156.

Zitat von cobaea
Früher kam in diesem Alter das 12, oder 14. Kind auf die Welt. Meine Urgrossmutter bekam ihr 1. Kind mit 19, das 14. mit 42. Hat sich da irgendjemand Gedanken darüber gemacht, "wie sich vielleicht die Kinder fühlen, wenn sie so alte Eltern haben"? Man hat sich nicht mal Gedanken darüber gemacht, wie sich die Mütter fühlten. Wieso soll eine Frau mit 40 oder 42 keine gute Mutter sein und wieso soll ein Kind darunter leiden, eine zufriedene 42jährige Mutter zu haben
Na ja, "früher" war so manches anders, da sind Vergleiche immer so eine Sache. Das medizinische Risiko muss jeder selbst bewerten, abgesehen davon finde ich 40 noch ok. Ab 50 hingegen - und das gilt natürlich noch viel mehr für die "späten Väter" - sollte man eines bedenken: Wer mit 55 ein Kind kriegt, hat mit 70 einen renitenten Teenager im Haus zu erziehen.
Wie gesagt - nur bedenken, ob man dass dann wirklich will...

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twistie-at 30.01.2017, 15:48
157.

Zitat von Pride & Joy
Die Autorin hat den Fehler gemacht, sich ohne darauf hinzuweisen, welchen "wunden Punkt" dieses bei ihr trifft, darauf einzulassen und so in eine Verteidigungshaltung gebracht.
eben - entweder sie will den traurigen Grund erläutern oder sie will damit in Ruhe gelassen werden, beides ist aber nur durch Ehrlichkeit möglich, also nicht durch ein "ich laber halt dann irgendetwas bzw. lüge irgendetwas, führe also die Diskussin bzw. antworte auf die Frage und wundere mich dann, wieso ich weiterhin gefragt werde".
Es gibt viele Fragen, die Männern oder Frauen immer wieder gestellt werden und die nervend sind, die Kinderfrage ist dabei nur eine. Wer zu lange studiert, hört sich dauernd an, ob er denn nicht endlich fertigwerden und Geld verdienen will, wer Künstler ist, hört sich an, ob er denn nicht etwas Vernünftiges arbeiten will, es wird gefragt, wann endlich geheiratet wird oder eine Beziehung eingegangen wird (Kind, willst du dir nicht mal einen Freund suchen/sag mal, warum hast du denn keine Freundin), wann es Kinder gibt, ob man nicht xy endlich aufgeben will weil man zu alt dafür ist (findest du nicht, grüne Haare sind in deinem Alter...), ob man nicht endlich abnehmen will, sich sportlich betätigen will, ob es in der Ehe denn klappt und und und. Da muss man Grenzen setzen und klar sagen "bis hierher und nicht weiter".

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zzipfel 30.01.2017, 15:56
158. Bei Ihnen selbst ist vlt. das Talent des Lesens nicht so ausgeprägt ...

Zitat von Polyprion
Das tut mir sehr leid, für alle, die keine Kinder bekommen. Man hört das so oft. Es ist zwar schon eine Binsenweisheit, aber die Autorin (sofern ansonsten gesund) befindet sich doch in einem selbst erschaffenen Teufelskreis: Würde sie einfach mal loslassen, sowohl vom beruflichen Stress, als auch vom Druck, ein Kind bekommen zu müssen, so bin ich mir sicher, dass es klappen wird.
es geht doch aus dem Text klar hervor, dass die Autorin keine Kinder bekommen kann. Was dabei ein "loslassen" helfen soll, ist Ihr Geheimnis allein. Gegenfrage: brauchen wir noch mehr dumme Mütter die kaum lesen können? Die Weltbevölkerung wächst ohnehin, seit Jahrzehnten, weil zu viele Kinder gezeugt werden.

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dlmb 30.01.2017, 15:56
159. Eigentlich nicht so schwierig

Es kommt nicht so ganz klar heraus, ob es nicht klappt oder sie nicht will.
Ich kann nur folgende Erfahrung beitragen:
1. Es gibt keine perfekte Zeit, Kinder zu bekommen. Irgendwas ist immer.
2. Lange zu warten macht einen nur älter. Sonst nichts.
3. Auch als Mann bekommt man dauernd solche Fragen gestellt. Ehrlich gesagt kann man sich sehr froh schätzen, wenn das das Einzige ist, was einem Sorgen macht.

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