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Frauen an der Uni: Die Professorin, das unbekannte Wesen
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Heißt es Frau Professor oder Frau Professorin? Und warum kichern manche beim Wort Doktormutter? Weil Professorinnen in der Öffentlichkeit kaum vorkommen, in Zeitungen nicht, auch nicht in Büchern und im Kino. Mehr Zeit und Mühe tut Not - mit oder ohne Quote.

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Th.Tiger 07.02.2013, 15:55
20.

Zitat von vhe
..., dass sie dass sie dafür ihren Lebensstil so anpassen müssen, wie Männer es nunmal seit Jahrunderten tun?
Könnten Sie den jahrhundertealten Lebensstil etwas näher beschreiben? Wenn Sie den von Schiller beschriebenen ("Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben...") meinen, der bezog sich mehr auf die Scholle vor der Haustür.

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vhe 07.02.2013, 15:56
21. ...

Zitat von kfp
weil man einer Mutter natürlich nicht zutraut, 250% zu geben - was realistisch auch beim besten Willen nicht möglich ist
"Was machen Sie denn, wenn Ihr Kind mal krank ist?"
"Darum kümmert sich mein Mann."

Und sie hat die Stelle.

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leonardo01 07.02.2013, 15:59
22. Irrungen und Wirrungen im Sprachgebrauch

Zitat von elcaron
Es heißt Frau Professor, genauso wie es Frau Doktor heißt. Und es wird ja wohl keiner behaupten, dass man in Realität und Fernsehen z.B. keine promovierten Ärztinnen findet. Wenn Unsicherheit besteht, dann liegt das höchstens an den dümmlichen Sprachvermurksungen, die einige Leute durchzudrücken versuchen. Meine Lebensgefährtin musste intervenieren, damit ihr von einem deutschen Fachbereich Physik nicht per Urkunde der "Titel" einer Doktorin verliehen wird. Und ich beschwere mich auch nicht, das doch bitte der Koryphär eingeführt wird, um zu zeigen, dass auch Männer besondere Experten sein können.
Sie haben in vielerlei Hinsicht Recht:
„Doktor“ ist ein Akademischer Grad, es heißt daher auch Frau Doktor xyz und nicht Frau Doktorin xyz.
Der umgangssprachliche Gebrauch vom Doktor im Sinne einer Amts- oder Berufsbezeichnung lässt die Verwendung von Doktorin zu, obwohl diese Bezeichnung in akademischen Kreisen sehr unüblich und streng genommen ja auch nicht korrekt ist.

Im Gegensatz dazu ist „Professor“ kein akademischer Grad, sondern eine Amts- und Berufsbezeichnung. Daher ist die Verwendung des Begriffs „Professorin“ durchaus gängig (analog zu Lehrer /Lehrerin).

Bei Vorstellung einer Professorin würde man aber Frau Professor Doktor xyz sagen, da wird also die Amtsbezeichnung zum Titel hochstilisiert. Ganz falsch ist das letztere nicht, denn bevor man die Juniorprofessuren eingeführt hat, war in der Regel die Habilitation nötig zum Erwerb einer Professur, d.h. es ging der Professur eine weitere - oberhalb der Promotion angesiedelte - akademische Prüfung voraus.

Promovierende (so heißt das jetzt in Analogie zu Studierenden) sind Doktoranden oder Doktorandinnen. „Doktormutter“ in Analogie zu „Doktorvater“ wäre zwar möglich, ist aber unüblich. Auch der Begriff „Doktorvater“ stirbt allmählich aus. Doktorinnenmutter ist dagegen kompletter Unsinn.

Über die Begriffe wie Promovierende bzw. Studierende mag es unterschiedliche Ansichten geben, aber immerhin haben diese Begriffe es geschafft, an den Universitäten die unsäglichen Bezeichnungen StudentenInnen und die länglichen Anreden „Studentinnen und Studenten“ bzw. „Studenten und Studentinnen“ (Wen stellt man nach vorne?) zu verdrängen, die jahrelang politisch korrekt waren.

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vhe 07.02.2013, 16:07
23. War schon gut so...

Zitat von Th.Tiger
Könnten Sie den jahrhundertealten Lebensstil etwas näher beschreiben? Wenn Sie den von Schiller beschriebenen ("Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben...") meinen, der bezog sich mehr auf die Scholle vor der Haustür.
Genau. Und wenn jetzt die Frau auf die Scholle will, dann muß sie auch akzeptieren, dass dann der Mann die Socken stopft, das Spinnrad dreht und das Kind aufzieht. Und dass sie mit 40 ein kaputtes Kreuz bzw. heute mit 50 Burnout und den ersten Herzknacks hat.

Der Acker wird weder kleiner, noch leichter bestellbar, nur weil jetzt eine Frau hinter dem Ochsen die Peitsche schwingt.

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kfp 07.02.2013, 16:31
24. Gegen SPON-Zensur!

Zitat von vhe
In Frankreich sind das 10 Wochen.
Ok, dann müssen alle deutschen Professoren-Anwärterinnen nach Frankreich auswandern? Hier in D sind mindestens 14 Wochen gesetzlich vorgeschrieben.

Zitat von
Und um die sollte man als Professor herumplanen können. Auch Zeitmanagement gehört zum Anforderungsprofil bei so einer Position.
Nochmal: Als Professor ist es eh zu spät, wir reden hier über die befristeten niederen Mitarbeiter, die sich langsam durch das System quälen müssen, um vielleicht irgendwann Professor zu werden (und denen dabei oft nicht einmal die Freiräume zum eigenständigen Planen gelassen werden). Dazu laufen viele Projekte so kurz, dass (gesetzlich vorgeschriebene!) mindestens 3-4-monatige Ausfälle sie massiv aus dem Ruder laufen ließen. Durch wilde Verschiebungen durch den Geldgeber, wann endlich die Finanzierung definitiv bewilligt ist und ab welchem Startdatum (dann auch mal zurückdatiert, wobei man aber wegen fehlender Gelder die Mitarbeiter noch nicht einstellen und entsprechend auch nicht anfangen konnte), werden die Projekte auch nicht planbarer. Oft ist es auch üblich, Verträge im Halbjahresrhythmus o.ä. zu verlängern - wie soll man so für die 3-4 Monate Mutterschutz in einem Dreivierteljahr vorplanen?

Zitat von
Wenn die Professorin von ihren Forschungsgebiet auch nur halb so besessen wäre wie ein Professor, wäre spätestens 3 Wochen nach der Geburt das Kind samt Hausmann tagsüber mit im Institut und hätte ein Extra-Zimmer mit Wickeltisch.
Extra-Zimmer? Haben Sie mal eine dt. Uni von innen gesehen? Bei uns musste eine junge Postdoc-Mutter alle Nase lang ihren Büronachbarn Kaffeetrinken schicken, um Milch abzupumpen...

Zitat von
Wieso erwarten Frauen eigentlich immer, dass sie in einer gleichberechtigten Welt zwar dieselbe Kohle kriegen, aber nicht, dass sie dass sie dafür ihren Lebensstil so anpassen müssen, wie Männer es nunmal seit Jahrunderten tun?
Erstens kriegen sie nicht dieselbe Kohle (sowieso nicht, wenn sie kürzer arbeiten, aber meistens nicht mal für dieselbe Arbeitszeit). Zweitens haben Frauen eben im Gegensatz zu Männern i.d.R. niemanden mehr, an den sie ihre übrigen Verantwortungen weiterreichen können. (Väter sind es gewohnt, im Zweifelsfall Kinder und Haushalt an die Frau weiterzureichen, wenn sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren wollen/müssen. Dann hetzt die Frau sich mit Kindern und Haushalt ab, und der Mann ruft ihr zu: Schaff doch auch mal was, für mich ist das ja auch kein Problem... Aber sich dafür umgekehrt Kinder und Haushalt in ähnlichem Umfang aufhalsen zu lassen, das ginge ihm dann natürlich zu weit.)

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kfp 07.02.2013, 16:32
25. Gegen SPON-Zensur!

Zitat von vhe
"Was machen Sie denn, wenn Ihr Kind mal krank ist?" "Darum kümmert sich mein Mann." Und sie hat die Stelle.
Erstens machen das aber die wenigstens Männer, weil sie seit Menschengedenken diese Verantwortung an die Frau abzuschieben gewohnt sind und sich diese Privilegien auch nicht gerne nehmen lassen.

Zweitens, wenn sie wirklich mal einen der wenigen Männer findet, der das tatsächlich zu machen bereit ist, glaubt ihr das kein Personaler. (Eigene wiederholte Erfahrung.)

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spdf 07.02.2013, 16:38
26. re

Zitat von caecilia_metella
Das glaube ich auch manchmal. Männer wollen immer noch glänzen und stets in allem besser sein. Das Glänzen sei ihnen gegönnt. Wenn es Frauen nicht verboten ist. Immer noch ist es doch diese einzige frischfrisierte blonde Frau, die den ansonsten spannenden Film versaut. Die Idealfrau hat Jungfrau zu bleiben und dem Manne.....
Der Kinderwunsch geht in erster Linie von der Frau aus. Der Mann hat die Ehre der Frau ihr Kind zu bezahlen, während sie ihn belehrt dass er das zu wollen hat. Natürlich geht sie davon aus, dass er immer genug Geld hat, schließlich soll er ja seine Karriere zielstrebig voranbringen, während sie soviel Zeit für ihre Kinder bzw. ihre anderen Interessen investieren will. Wie er das macht ist sein Problem.

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vhe 07.02.2013, 16:57
27. ...

Zitat von kfp
Erstens machen das aber die wenigstens Männer
Sicher, weil nämlich ebendiese Männer keine dieser Überfliegerfrauen abbekommen.
Für einen Professor oder Doktor ist es völlig klar, dass es keinen Sinn macht, wenn die Frau, die daheimbleiben soll, ebenfalls einen akademischen Grad hat. Deshalb hat er auch eine Frau, mit der das Ganze funzt.
Für eine Professorin oder Doktorin (sorry) ist es dagegen mindestens ebenso klar, dass der Mann mindestens denselben akademischen Grad haben muß. Abi, Verkäufer und dann heiraten und daheimbleiben? Niveauloser Waschlappen! Aber das ein Mann, der für ein Fachgebiet genug brennt, um da seinen Doc zu machen, in diesem Fachgebiet dann auch arbeiten will, ist für die gebildete Frau von heute total unverständlich und nicht hinnehmbar.

Kurz - das Problem existiert, weil Frau weniger Kompromisse einzugehen bereit ist, als der Mann. Damit ist es ihr Problem.

Frau kann einen Hausmann haben, sie muss ihn nur akzeptieren. Und genau daran scheitert's.
Denn auf einmal sind es die Frauen, die auf ein archaisches Rollenmodell stehen, wo sie zu ihrem Mann aufschauen können oder zumindest nicht runtergucken müssen.

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juliuss 07.02.2013, 17:31
28. was ist eigentlich los?

Gab es eigentlich irgendwo Mäppchen mit Klebepunkten, die feministisches Aufmüpfeln belohnen? Haben arbeitende Frauen gerade keine Lust mehr, abends an der Hotelbar zu stehen, nett zu lächeln, das Dekollete vorzuzeigen und den Jungs den Abend zu verschönern? Frauen in der Wissenschaft haben vermutlich still und fleissig längst ein Stück vom Kuchen abbekommen, aber sie werden meist nicht wahrgenommen. Ach, all die armen disziplinierten Pfarrerstöchter, die die Welt für die anderen erforschen und regeln: schlechtsitzende Kleidung und schlimme Frisur.

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gruenbonz 07.02.2013, 17:31
29. was will uns die Autorin sagen?

Zitat von sysop
Heißt es Frau Professor oder Frau Professorin? Und warum kichern manche beim Wort Doktormutter? Weil Professorinnen in der Öffentlichkeit kaum vorkommen, in Zeitungen nicht, auch nicht in Büchern und im Kino. Mehr Zeit und Mühe tut Not - mit oder ohne Quote.
der Artikel ist substanzlos, voller Klischees und Gemeinplätze. War der Anlass dazu womöglich der Entzug des Doktortitels einer bekannten Honoraprofessorin?

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