Forum: Leben und Lernen
Freizügig gekleidet zum Unterricht: Rektor wehrt sich gegen Kritik an "XXL-Straf-Shir
Roider / Osterhofener Zeitung

Eine bayerische Schule hält für Jugendliche, die zu viel nackte Haut im Unterricht zeigen, sackartige T-Shirts bereit - und kassiert dafür heftige Schelte. Zu Recht?

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Max Super-Powers 06.07.2018, 16:28
60.

"Wie sollen junge Menschen an Freiheit und Verantwortung herangeführt werden, wenn man die Kleidung reglementiert?"

Das Argument funktioniert auch umgekehrt: Wie sollen junge Menschen Verantwortung lernen, wenn sie in der Vorstufe zur Arbeitswelt - nichts anderes ist ja die Schule - erlaubt bekommen, wie auf einer Strandparty herumzulaufen? Später im Job gibts für die allermeisten mehr oder wenige restriktive BEschränkungen. Bloß wer da über die Stränge schlägt, bekommt kein XXL-T-Shirt, sondern ne normalgroße Abmahnung.

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Nania 06.07.2018, 16:28
61.

Zitat von schrecklassnach
...es würde mich ein bisschen stören, wenn mir mein Bankberater in Hotpants gegenübersitzen würde. Oder meine Lehrerin sich kleidet als wollte sie in den gerade angesagten Club statt zur Arbeit. Falls es Ihnen genauso geht, stellt sich die Frage - wie erkläre ich den Kindern, dass sie ihre Persönlichkeit zwar in der Schule entfalten dürfen, aber bitteschön nur bis zum Einstieg ins Berufsleben, danach wird dann nur noch "anständig" (was immer das sein mag) gekleidet ins Büro/die Bank/etc gegangen. Ob wir das jetzt mögen oder nicht, ein hormongeplagter, pubertierender Teenager wird von jemand attraktivem in sparsamer Kleidung sehr wahrscheinlich abgelenkt werden, und das hat nichts mit freiem Willen oder "kann sich nicht beherrschen" zu tun, sondern mit der Neurobiologie des Teenagerdaseins. Dass man sich in dem Alter ausprobiert und vielleicht auch die Reaktionen aufs kurze Kleidchen oder Muscleshirt genießt, das ist völlig normal, hat aber in der Schule nichts verloren. Ist es denn wirklich so unvernünftig, zu erwarten, dass ein ganz kleines bisschen Respekt gezeigt und lieber mit Leistung als mit körperlichen Attributen aufgefallen wird?
Wieso würde es Sie stören, säße der Bankberater Ihnen in HotPants gegenüber? Weil es HotPants sind, oder weil Sie es nicht gewohnt sind, dass in der Bank jemand HotPants trägt? Die Frage ist ernst gemeint.

Der Unterschied zwischen Schule und Berufsleben ist - in Bezug auf Kleidung - der folgende:
In der Pubertät sind Jugendliche für gewöhnlich rebellisch, wollen sich ausprobieren, Grenzen testen. Da ist es normal, dass der Kleidungsstil mal etwas "ausgefallener" ist und das ist auch nichts, worüber man sich langfristig Sorgen machen muss. Jugendliche bleiben nicht ewig so. Die meisten finden irgendwann ihren Stil und wissen dann auch recht genau, wann sie was tragen können und wann nicht.

Und wer dann wirklich darauf beharrt, Zeit seines Lebens HotPants tragen zu wollen, der wird wohl eher nicht Banker.

Dazu kommt noch eine Sache: Schule ist mehr als Büro. Schule ist für SchülerInnen der Ort, an dem sie mit die meisten Zeit verbringen und das ist Gesellschaft anderer Menschen, meist gleichaltrig, die unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben. Man kann sich hier noch deutlicher ausprobieren. Man kann dazugehören wollen, oder sich mit Kleidung abgrenzen, man kann ausprobieren, wie andere reagieren und sozialisiert sich selbst.
Ich bin kein Freund von Schuluniformen, weil Schuluniformen dafür sorgen, dass Individualität in der Schule erstickt wird. Ich verbinde Schuluniformen persönlich mit Uniformität und mit wenig Individualismus. Mit Leistungsfähigkeit und Leistungsdruck, nicht damit, sich selbst zu entdecken. Und das MÜSSEN Jugendliche in diesem Alter einfach tun. (Ich sehe durchaus auch die Argumente für Schuluniformen, bin aber nicht der Meinung, dass wir diese brauchen).

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Spiegelleserin57 06.07.2018, 16:32
62. Nur zur Erinnerung!

Zitat von Nania
Entschuldigung, aber was soll denn dieses Bild, was Sie hier generieren? Junge Frauen als Nahrung für den ausgehungerten Mann? Das ist weder ein gutes Frauen- noch ein gutes Männerbild! Wir sollten den Männern, Frauen, Jungen und Mädchen heute beibringen, dass niemand - und ich wiederhole NIEMAND - in irgendeiner Form so betrachtet werden sollten, wie das im zitierten Post (auch wenn der Urheber es vielleicht nicht so drastisch meint) geschieht; weder Mädchen noch Jungen. Und wer behauptet, dass das nicht ginge: Leute, vor 15 Jahren sind Mädchen schon knapp bekleidet herumgelaufen. Da war ich ungefähr in dem Alter, in dem die Mädchen auf dem Bild jetzt sind. Und kein Junge ist über ein Mädchen hergefallen und niemand hat behauptet, er würde abgelenkt werden. Das ist doch alles Prüderie, die man nicht angehen möchte.
Wir leben in einer ganz anderen Zeit! Ich erinnere da nur an die meetoo Bewegung! Ohne Grund ist sie nicht entstanden, wenn auch etwas extrem!
Sie denken immer an Jungen, vergessen dabei aber die Männer die all zu gern nach pubertierenden Mädchen schauen, (hoffe bleibt nur dabei) die auch sehr gerne als älter präsentieren als sie sind. Was diese jungen Damen damit bezwecken? Gell ich gefall Dir...kennen Sie diesen Spruch von solchen Damen nicht?

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Ein_denkender_Querulant 06.07.2018, 16:36
63. Opfer werden zu Tätern gemacht

Wer vergewaltigt Frauen und warum? Sind es Hot Pants, kurze Röcke und tiefe Ausschnitte, die Frauen vergewaltigen, oder sind es Menschen eines bestimmten Geschlechtes? Hier werden Opfer zu Tätern gemacht, und das ist unerträglich.

Die übergroßen T-Shirts sind eine Unverschämtheit und der erste Schritt auf dem Weg zurück zum klassichen Familienmodell, was unsere rechtsradikalen Parteien im Bundestag laut Parteiprogramm fordern. Bald wird Frauen wieder nahegelgt, im Dunkeln nicht das Haus zu verlassen, denn dann werden sie ebenso selber schuld daran sein, dass eine bestimmte Gruppe ihre Hormone nicht im Griff hat.

Wir leben 2018.....

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katjez 06.07.2018, 16:39
64.

Zitat von Spiegelleserin57
Nämlich die Erwachsenen! Wer sagt denn das junge Mädels nur ihre Klassenkameraden irritieren?
Wenn ein Lehrer bzw. Erwachsener nicht mehr klar denken kann, sobald ihm eine Schülerin (oder meinetwegen ein Schüler) in einem zu knappen Shirt gegenübersitzt, würde ich das Problem aber definitiv eher beim Erwachsenen verorten!

Ansonsten: Natürlich kann man die Kleidung an einer Schule reglementieren. Ob ein pragerartiges Shirt dazu der richtige Weg ist, sei mal dahingestellt.

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Spiegelleserin57 06.07.2018, 16:41
65. Personaler erkennen solche Leute schnell!

Zitat von Max Super-Powers
"Wie sollen junge Menschen an Freiheit und Verantwortung herangeführt werden, wenn man die Kleidung reglementiert?" Das Argument funktioniert auch umgekehrt: Wie sollen junge Menschen Verantwortung lernen, wenn sie in der Vorstufe zur Arbeitswelt - nichts anderes ist ja die Schule - erlaubt bekommen, wie auf einer Strandparty herumzulaufen? Später im Job gibts für die allermeisten mehr oder wenige restriktive BEschränkungen. Bloß wer da über die Stränge schlägt, bekommt kein XXL-T-Shirt, sondern ne normalgroße Abmahnung.
besonders in guten Jobs werden solche Bewerber erst gar nicht eingestellt. Die jungen Leute fragen sich dann oft nach dem warum.
Das Buch " Die Wahsinnskarriere" schildert ganz nett woran eine Einstellung schon scheitern kann, nett geschrieben und zeigt deutlich den Unterschied zwischen dem jugendlichen " ich bin wer " und dem was im Unternehmen gewünscht wird. Der junge Mann hat es verstanden und sein "Personaler" hat ihm verständisvoll den Weg in die Karriere gezeigt! Findet man aber selten!

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ondrana 06.07.2018, 16:47
66.

Zitat von Nania
Sie machen einen Denkfehler: Jemandem beizubringen, dass es angemessene und nicht angemessene Kleidung gibt, ist total in Ordnung. Aber ab einem gewissen Alter vorschreiben zu wollen, was jemand anzuziehen hat, ist nicht mehr okay. Wer meint, in Jogginghose zum Bewerbungsgespräch zu gehen, der ist selbst Schuld, wenn das nicht so den super Eindruck macht. Und wer meint, im Badeanzug durch die Stadt laufen zu müssen, der darf das auch. Wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der die Gesellschaft Menschen vorschreibt, wie sie sich zu kleiden haben. Man kann da höchstens Tipps geben. Und solange nicht wirklich eine Ordnungswidrigkeit vorliegt, sollte das auch für die Schule gelten.
Eigentlich wären diese Diskussionen im Elternhaus zu verorten. Generationen von Jugendlichen haben morgens am Frühstückstisch verhandeln müssen zwischen "So gehst du mir nicht aus dem Haus!" und "Aber das machen doch alle!"
In diesem Spannungsfeld hat sich etwas wie ein Gefühl dafür entwickelt, was an welcher Stelle angemessen ist. Das gilt sowohl für Mädchen als auch für Jungs. Am Ende dieser Phasen passte es dann irgendwie und die Jugendlichen hatten gelernt, dass man im eigenen Interesse nicht alles das tun sollte, was man theoretisch tun könnte.

Leider entfällt diese Instanz ja zunehmend. Eltern sind nicht willens oder in der Lage diese Diskussionen noch anzunehmen.
Wie bei unzähligen anderen Themen muss die Schule nun übernehmen.
Jetzt hat sich eine Schulgemeinschaft - nicht die Lehrer alleine, sondern alle zusammen - dazu durchgerungen, diese Aufgabe anzunehmen, dann ist es auch wieder nicht gut.

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Spiegelleserin57 06.07.2018, 16:57
67. das Problem mag zwar der Erwachsene haben...

Zitat von katjez
Wenn ein Lehrer bzw. Erwachsener nicht mehr klar denken kann, sobald ihm eine Schülerin (oder meinetwegen ein Schüler) in einem zu knappen Shirt gegenübersitzt, würde ich das Problem aber definitiv eher beim Erwachsenen verorten! Ansonsten: Natürlich kann man die Kleidung an einer Schule reglementieren. Ob ein pragerartiges Shirt dazu der richtige Weg ist, sei mal dahingestellt.
aber die folgen wohl die Pubertierenden die sich ja sehr gerne als Erwachsene ausgeben. Wer vermag schon den Unterschied zwischen 17 und 21 einschätzen wenn da Schminke deutlich alles vertuschen. Nicht ohne Grund fragen die Geschäfte beim Alkoholverkauf nach dem Ausweis.
Auch sollte nicht vergessen werden dass die Schule ein Ort zum Lernen ist, auch für das Leben.
Wir wurden z.B. in meiner Klasse ab dem 10 Klasse mit Sie nach vorheriger Ankündigung mit Sie angesprochen und die Hausaufgaben eingestellt.
Begründung: Sie wollen später studieren und erwachsen werden!
Für uns war das kein Problem.
2 Lehrer haben später 2 ehemalige Schülerinnen geheiratet und eine war vor dem Abi schwanger.

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dasfred 06.07.2018, 16:59
68. Zu Nr. 64 Kleidung und Hormone

Was glauben Sie, warum sich Bordsteinschwalben in gewisser Weise austaffieren? Weil Männer darauf reagieren und schon die Phantasie den Verstand in die Hose rutschen lässt. Da ist gepflegte Straßenkleidung eher schlecht fürs Geschäft. Kaum ein Mann würde seine Gemahlin in solch einem Outfit mit zum Betriebsfest nehmen. Warum sollten also Töchter in einer Art Kleidung zur Schule gehen, die aussieht wie "für zehn Euro um die Ecke". Wenn Sie an der Schule keine Vorgaben machen wollen, dann sind Sie sicher auch gegen ein Mindestalter für Tätowierung und Piercing. Da gibt es auch so manche Teenys, die ihre persönliche Freiheit endlich ausleben möchten ohne an morgen zu denken. Außerdem, Millionen Schüler und Schülerinnen gehen jeden Tag in Kleidung zur Schule, an der nichts auszusetzen ist, obwohl sie ein breites Spektrum nutzt und nicht uniformiert.

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spdf 06.07.2018, 17:08
69. re

Zitat von abro90
Es gibt nun mal Kleidung die in bestimmten Situation angemessen oder eben unangemessen ist. Kindern das klar zu machen beschneidet nicht ihre Freiheit, sondern zeigt Ihnen, dass diese auch mit Verantwortung einhergeht. Nicht alles was man tun darf, sollte man auch tun. Jemand der im Berufsleben ernst genommen werden möchte sollte sich nicht kleiden wie im Freibad. Und wer sich jetzt wieder einredet, dass sei deskriminierdend gegenüber Frauen möge sich bitte folgende Frage stellen: Was wirkt unangemessener bei einem Buisnessmeeting. Eine Frau mit Trägertop und Mini oder ein Mann mit Hawaiihemd und Shorts? Antwort: Beides ist lächerlich. Das müssen Kinder auch lernen.
Schule ist aber nicht Berufsleben. Beide Sachen haben nichts miteinander zu tun. Wenn es ums Lernen geht, sollen die Schüler und Schülerinnen das tragen was ihnen gefällt und womit sie sich wohl fühlen. Hier von Seiten der Schulleitung Kleidervorschriften zu machen, ist vollkommen daneben.
An der Uni müssen sie sich im Sommersemester übrigens auch so einiges anschauen.

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