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Fremdsprachen: Englischunterricht ab der ersten Klasse lohnt sich nicht
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Erstklässler können noch nicht lesen und schreiben, sollen aber schon Englisch sprechen. Zumindest gibt es das Fach vielerorts ab der Einschulung. Nur bringt das nicht viel, zeigt eine Studie.

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der_weisse_wal 08.05.2017, 22:31
10.

Statt in Grundschulen Kindern Fremdsprachen und Computerprogrammieren beizubringen, sollte man sich lieber darauf konzentrieren, den Kindern die Grundkenntnisse - genau "Grund" - im Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen.
Kinder und Lehrer werden es danken.
Das gleiche gilt für höhere Schulen. Der Lehrplan gehört dringend ausgemistet. Zu viel wird gelehrt, was höchstens 1% der Schüler später braucht. Wenn die Wirtschaft gescheite Arbeiter und Angestellte haben will, dann soll sie diese auch entsprechend ausbilden. Wer Qualität will, muss investieren. Das erzählen sie uns als Kunden doch auch immer.

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alaba27 08.05.2017, 23:02
11. Warum

nicht einfach wieder Fremdsprache erst an den weiterführenden Schulen ? Hat hervorragend funktioniert - bevor die Grünen in die Parlamente und Kultusministerien einzogen.

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Piper 08.05.2017, 23:17
12. Meine Rede...

Der Englischunterricht in der Grundschule bedeutet 1 Stunde pro Woche (bestenfalls, falls der Unterricht nicht ausfällt) Unterricht durch eine nicht unbedingt fremdsprachenaffine Lehrkraft. Mir geht es hier nicht um Grundschullehrer(innen)bashing, ich habe Hochachtung vor dem, was diese bei gleichzeitig mangelnder Wertschätzung leisten. Aber sie sind nun einmal nicht in diesem Fach ausgebildet. Meine Kinder kommen mit der abenteuerlichsten Ausspache einzelner Vokabeln nach Hause, bestehen natürlich auf deren Richtigkeit. Auch in der 4. KLasse kann meine Tochter (Note in Englisch: 1) keinen einzigen einfachen, grammatikalisch korrekten Satz sprechen.
Gleichzeitig lernt sie mit ihrer besten Freundin deren Muttersprache fließend mit, am mangelnden Fremdsprachentalent sollte es prinzipiell nicht liegen, ich selber habe ein abgeschlossenes Fremdsprachenstudium und traue mir dieses Urteil zu.
Ich behaupte, dass man in einem halben Jahr in der 5. Klasse (bei regulär 4 Wochenstunden Englisch) das und mehr lernen kann, was in der gesamten Grundschulzeit häppchenweise über 4 Jahre verteilt vermittel wird/werden sollte. Dann aber im Zusammenhang und von einem explizit ausgebildeten Englischlehrer. Umgekehrt wird in der 5. Klasse nach vermeintlich 4 Jahren Vorbereitung in der Grundschule inzischen mehr vorausgesetzt, als die Kinder dort je vermittelt bekommen haben.

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libertarian2012 09.05.2017, 00:08
13.

Das Problem könnte eher sein, dass die Brauchbarkeit von nach Strickmuster X gelernten Kram in der Schule sowieso etwas fragwürdig ist.
Man lernt Fremdsprachen nicht wirklich im Schulunterricht. Einer der Gründe warum Deutsche im Schnitt schlecht Englisch können.
Die Lehrer können es in der Regel auch kaum. Und die Universitätsprofessoren in Bochum auch nicht. Selbst gesehen.

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Heinze 09.05.2017, 00:17
14. Wundert mich nicht

Wer will schon 7 Jahre lang Englisch lernen. Und was kann man da 7 Jahre lang lehren, ohne alles drei mal durchzukauen.
Wenn man schon in der 1. Klasse startet, dann muss man auch so konsequent sein, ab der 5. Klasse andere Fächer auf Englisch zu unterrichten. Sonst verliert man doch die Lust.

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position.beziehen 09.05.2017, 00:25
15. Mehrsprachigkeit

Das ist wirklich ein ulkiger Artikel. Es ist bekannt, dass es für Kinder ein sogenanntes "Sprachfenster" gibt, das von 3 - 7 Jahren offen ist, wenn Kinder Sprachen ohne Studium und ohne Mühe erlernen können.

Wobei zwei Stunden in der Woche wohl eher ein Witz sind. Daraus aber zu schließen, dass es nichts bringt, ist falsch. Meine beiden Söhne, 3 und 5 sprechen fließend drei Sprachen, die sie frei kombinieren können, ohne darüber nachdenken zu müssen. Es müsste also eine Art Intensivsprachlernen stattfinden, nicht eine Abschaffung.

Es hat viele, viele Vorteile, diese Sprach-Fähigkeiten möglichst umfassend zu fördern. Mehr Studien helfen da wenig.

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phobos144 09.05.2017, 00:49
16. Nicht erstaunlich - bei uns darf sowas ja auch nichts kosten

Bei uns läuft das so:
- jemand hat eine gute Idee, oder man schaut die sich bei einem der Pisagewinner ab.
- dann versucht man das gleiche zu machen - aber ohne Mehrkosten für das System. Das schafft man indem man in der Sprache unausgebildeten Grundschullehrern ein Englisch Buch in die Hand drückt.
- dann wundert man sich, dass es nicht funktionert.

In Finnland funkioniert das ganze, weil man Geld in die Hand nimmt und Lehrer einstellt die ganze Fächer in Englisch unterrichten können.
Aber für lau würde es dort auch nicht funktionieren.

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lathea 09.05.2017, 01:14
17. Um einen guten und nachhaltigen Effekt zu erzielen,

müsste der erste Fremdsprachenunterricht im Kindergarten beginnen (ab 3.Lebensjahr). Dann beherrschen die Kinder die Fremdsprache wie eine Muttersprache. In der ersten Klasse sind Kinder mit dem Schreiben-Lernen beschäftigt. Bis dahin müssen die Sprachstrukturen für die Fremdsprache im Gehirn bereits angelegt sein. Kinder, die die erste Fremdsprache erst in der 5.ten Klasse lernen, brauchen extrem lange, bis sie diese wie eine Muttersprache beherrschen. Ich spreche hier auch aus eigener Erfahrung (spreche mehrere Sprachen). Meine Nichte lernt im zweisprachigen Kindergarten die 1.te Fremdsprache und kann nach 1 Jahr bereits relativ gut in ihr sprechen. Zweisprachige Kindergärten sollte man EU-weit einführen, damit die EU auch sprachlich zusammenwachsen kann. Dann hätte es auch Sinn, in der 1-ten Klasse damit weiter zu machen. In 20 Jahren könnten dann in der EU die nachfolgendem Generationen ganz anders miteinander kommunizieren.

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phoenix68 09.05.2017, 03:00
18. Wie interessant

In meinem fast 70jaehrigen Leben, habe ich noch keinen, wirklich keinen Menschen erlebt, der erst Lesen und Schreiben und Grammatik gelernt hat, bevor er sprechen gelernt hat. Meine Beobachtung war immer, dass es - in allen Sprachen mit mamamamama, dadadadada, papapapa, angefangen hat und mit der Zeit zu richtigen Worten gefuehrt hat. Lesen, Schreiben, Grammatik kam dann einige Jahre spaeter.
Aber natuerlich, fast haette ich es vergessen, Deutschland ist ja ein Sonderfall. Das Schulsystem ist in Deutschland so aufgebaut, dass Kinder ihre Freude am Lernen verlieren, somit ein Jahr laenger brauchen zum Abitur. Da ist selbstverstaendlich alles anders.
Sollte jemand meinen, Fehler in meinem Kommentar finden zu muessen, gleich vorab, Deutsch ist meine Drittsprache und laengst nicht fluessig.

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sinasina 09.05.2017, 03:49
19. Heute lesen wir von diesem Forschungsergebnis - und morgen von einem mit gegensätzlichem Ergebnis

Heute lesen wir von diesem Forschungsergebnis - und morgen von einem mit gegensätzlichem Ergebnis.
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Wenn ich an den Schwachsinn denke, wie meine Kinder das »Schreiben« lernen sollten: Weil (damals) neue wissenschaftliche Erkenntnisse angeblich ergeben hatten, dass die Ganzheitsmethode der Weisheit letzter Schluss wäre, lernten die Kinder nicht zuerst Buchstaben, sondern ganze Wörter. Und plötzlich war Legasthenie in aller Munde. Aber selbstverständlich hat das eine nichts mit dem anderen zutun.
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Wenn Kinder in der 1. Klasse muttersprachliche Englischlehrer haben, die z.B. viel mit den Kindern singen, dann wird sich der Sprach-Rhythmus den Kindern unbewusst einprägen. Und die Kinder werden sich freier und weniger gehemmt in der fremden Sprache bewegen.

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