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"Fridays for Future": Lehrerverband wirft Merkel Heuchelei vor
AFP

Zehntausende Schüler streiken für das Klima - und ernten Lob von etlichen Politikern. Der Lehrerverband findet das heuchlerisch und kritisiert sowohl die Bundeskanzlerin als auch die Landespolitik.

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konterspieler 18.03.2019, 22:47
90. Die Klage über angebliche "Heuchelei" richtet sich nach den gegensätzlichen Interessen.

Wann immer die, die keine Macht haben, demonstrieren gegen die, welche die Macht haben, wird alles schlecht geredet, was die Machtlosen machen. In den sechziger Jahren nahm niemand Notiz von den Protesten der Studenten gegen ein untaugliches Hochschulsystem, bis die Studenten anfingen die "Gewalt gegen Sachen" für legitim zu erklären und die Schaufensterscheiben auf dem Kudamm mit Steinen einwarfen. Plötzlich waren die Schlagzeilen der Presse voller Empörung über Studenten, die besser studieren sollten statt zu demonstrieren.
In den siebziger Jshren

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Kindergeburtstag 18.03.2019, 22:52
91. !

Hmm liebe Leugner,

einfach mal Figure 9 anschauen und verstehen.. so lange einer der führenden Sonnenforscher eine Möglichkeit sieht, dass etwa 1.5W/m2 des Erwärmungstrends von der Sonne kommen kann, ist die CO2-Hypothese nichts mehr oer weniger als das.. eine Hypothese. Vielleicht fällt also der anthropogene Klimawandel aus.


https://www.thegwpf.org/content/uploads/2019/03/SvensmarkSolar2019.pdf?utm_source=CCNet+Newsletter &utm_campaign=547add8078-EMAIL_CAMPAIGN_2019_03_11_10_34_COPY_01&utm_medium =email&utm_term=0_fe4b2f45ef-547add8078-20143849

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Paddel2 18.03.2019, 22:52
92. verblendet im Elfenbeinturm

Warum muss Unterricht ausfallen? Unterricht fällt aus, wenn die Lehrerin oder der Lehrer fehlt und nicht wenn die Schüler fehlen. Diese Annahmen entspringen dem Elfenbeinturm der Kultusministerien und Lehrerverbände, die nicht wissen, wie die Welt um sie herum tickt. Als Hochschuldozent kann ich sagen, dass meine Vorlesungen auch dann stattfinden, wenn kein Student kommt. Die behandelten Inhalte sind prüfungsrelevant. Warum Lehrer nicht exakt genauso handeln, ist mir ein Rätsel. Nicht das einzige, übrigens.

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labuday 18.03.2019, 22:53
93. stellt wer fest ? Was ist denn Ihr Lebenswerk ?

Zitat von Sysyphos unkaputtbar
geht doch nicht, zum Nachdenken braucht es doch Hirn und Verstand. und die drei werden auch nicht Kopfschmerzen bekommen, ganz einfach weil die Birne hohl ist. Die könnte man alle ineinander stellen.
Wodurch zeichnet sich Ihre Geistesgrösse so aus, daß Sie ein solches Urteil sprechen können ? IQ über 130 ?
Scheint mir nicht so.

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andreasbln 19.03.2019, 23:00
94. kann man ja mal machen, aber dauerhaft ?

Ja, es würde wohl kaum berichtet, wobei wenn wirklich tausende Jugendliche am Samstag oder Nachmittags Innenstädte lahm legen würden, würde sicherlich darüber berichtet werden.
Durch diesen "Schulstreik" gerät das ganze doch zum Happening. Ich hätte als Schüler auch mehr Spaß an Demos gezeigt, wenn das in der Schulzeit gewesen wäre. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Müssten die Schüler ihre Freitzeit opfern, wäre die Beteiligung sicherlich deutlich geringer. Und der Vorwurf der Heuchelei an die zustimmenden Politiker ist mal so richtig auf den Punkt. Ansonsten bekommen dann trotzdem die Lehrer die Hucke voll, wenn die Schule keine Leistung produziert. Dann stehen genau die Eltern, die ihre Schüler ganz PC-mäßig demonstieren lassen auf der Matte und klagen über die ungerecht schlechten Noten des Nachwuchses. In der Tat alles gehypt und genauso wie diese Equal-Pay Diskussion und dieses dusselige Transparenzgesetz. Genau so eine juristische Totgeburt wie Mietpreisbremse oder AGG. Wirkungslose Gesetze hinter denen sich eine ohnmächtige Politik versteckt. Wir haben kein Equal-Pay, weil Frauen keine echte Wahlfreiheit haben. Weil die Rahmenbedingungen für Kind und Karriere von der Kita angefangen bis zu Teilzeitmodellen..... genauso mit dem Klimawandel... Gesetze die in der Praxis nichts taugen bzw. nichts verändern. Aber medial sind die Demos richtig geil.

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rosenbluete 19.03.2019, 23:11
95. Engagieren im Grundsatz gut - aber nicht zu Schulzeiten

Die Auffassung, dass Demos in der Freizeit weniger Beachtung finden, glaube ich nicht: Im Gegenteil sie wären authentischer, ehrlicher.

Keiner steht über dem Gesetz. Auch der Vergleich mit Arbeitsstreiks, die ja eben nicht gesetzwidrig sind, mutet doch an, welche Haltung gegenüber dem Gesetz vorherrscht, wenn jemand das vergleicht. Das wurde hier in den Foren schon mehrfach geäußert.

Müssen wir uns nicht alle an Regeln halten? Oder entscheiden wir selbst, ob die Regel für uns gerade passt? Man stelle sich den genervten Rennfahrer auf der Autobahnstrecke bei der Geschwindigkeitsbegrenzung 130 vor, der lieber mal eben auf die Tube drückt und sich denkt, bei meiner Fahrsicherheit ist die Begrenzung überflüssig. Für jeden ist halt etwas anderes unnütz, aber letztlich ist das ganze Leben ein Kompromiss auf Regeln basierend, die der Mehrheit gut tun.

Und noch etwas fällt mir in der ganzen Diskussion um die Jugendlichen und Klimaschutz auf: Warum ist das eigentlich so mit dem Wunsch verbunden, die Politik möge sich rühren? Deswegen geht man ja auf die Straße, dass die etwas tun mögen.

Noch mehr Einfluss hätte ja, was jeder einzelne zu tun bereit ist, beispielsweise zu verzichten. Ich habe neulich gelesen, dass gerade in Deutschland der höchste Zulauf an Kreuzfahrt-Touristen zu verzeichnen sei, also die größten Dreckschleudern finden immer mehr Beliebtheit.

Da frage ich mich, wie viele der Befürworter der auch in meinen Augen sinnvollen Demonstrationen wohl auch unter diesen Touristen sein mögen. Und was ist mit dem persönlichen Konsum? Fragen sich die Schüler vor dem Einkauf vor jeder Klamotte: Brauch ich das wirklich? Wenn jeder mit diesem Anspruch lebt, und das tue ich überwiegend, dann gehen zwar ganze Industrien kaputt. Die Frage ist doch, wie viel Wohlstand wir abgeben wollen. Ausbeutung in Asien der Textilarbeitskräfte wird hier bei uns als preiswerten Wohlstand verkauft. Vielleicht könnten diese Leute andere sinnvollere Jobs verrichten, nur wenn die Wohlstandsgesellschaft ein anderes Konsumverhalten an den Tag legt.

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egonv 19.03.2019, 23:12
96.

Es muss mal klar gestellt werden: Zumindest da wo ich unterrichte wurden die Lehrer seitens des Landesministers für Bildung explizit angewiesen ein Fehlen wegen der Klimademos nicht zu entschuldigen. Hier liegt natürlich ein Delegieren nach unten vor, aber wie sollen die Politiker das auch selbst kontrollieren. Ich habe für meinen Teil entschieden, dass freitags jetzt grundsätzlich ärztliche Bescheinigungen für alle meine Schüler bei Fehlen fällig sind. Unentschuldigt Fehlzeiten kann ich als Note 6 in die Bewertung aufnehmen und im Zeugnis vermerken. Aber wir müssen auch ehrlich sein: Beides kann dem Schüler aber eigentlich egal sein, wenn er sonst mittelmäßig bis gut ist.
Daraus folgt, dass alle Schüler, die keine Vollpfeifen sind trotzdem auf die Demo gehen können. Für einen Verweis oder ähnliches müssten sie schon jeden Freitag im Schuljahr alle Stunden fehlen, selbst dann wäre das schwierig.
Werden jedoch Klassenarbeiten geschrieben können diese mit Note 6 bei Nichterscheinen gewertet werden. Auf diesem Wege könnte es dann doch eng werden. Ich verstehe den Hinweis des Ministers, der ja mein höchster Vorgesetzter ist so, dass man dazu angehalten ist für die Proteste eben keine Prüfungen von den Freitagen wegzulegen und damit eine indirekte Unterstützung zu liefern. Auf der anderen Seite wäre es auch politische Einflussnahme meinerseits, wenn ich Arbeiten extra auf Freitags terminieren würde. Zum Glück lege ich alle Klassenarbeiten zu Halbjahresbeginn fest.

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Filsbachlerche 19.03.2019, 23:16
97. Es ist eine schamlose Gemeinheit,

eine Autistin, die ihr Selbstbewußtsein durch Bekehrung ihrer Familie verstärkt hat (vermutlich haben sich ihre Eltern nur aus Liebe zu ihrem Kind darauf eingelassen) und zudem in der Hochpubertät steckt (zu beidem kann man ja w*pedia konsultieren) zum Zwecke der Kapitalerhöhung zu kommerzialisieren.
Es ist ebenso schamlos, Dritt- und Viertklässler (immerhin in Begleitung der gutmenschendeln Lehrpersonen) für Demonstrationen zu verführen. Eines Lehrers unwürdig!
Schamlos ist es ebenfalls, wenn führende Politiker solche Verführung von Kindern auch noch gutheißen und vom PR-geleiteten Hype profitieren wollen.
Verantwortlich wäre es, wenn Lehrer und Eltern sich genauer informieren und mit ihren Schülern bzw. Kindern ruhig und sachlich darüber reden und Hintergründe aufzeigen (nicht nur konfrontativ debattieren ) würden. Dafür können Lehrer - sicherlich gerechtfertigt in einer besonderen Situation – auch mal den Lehrplan beiseite räumen und mit viel Empathie (ohne Indoktrination) solche Hypes altersgemäß analysieren.
Für die meisten der Demonstranten ist das Skandieren vorgegebener und eingeübter Floskeln mit anschließender Genußfeier in einem Junkfoodkonzern wichtiger: Eine tolle Gelegenheit zum Schuleschwänzen mit dem Wohlwollen der staatlichen und politischen Führung.,,
Und eine Schulung für faschistoide Anwandlungen in der Zukunft!

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smsderfflinger 19.03.2019, 23:20
98.

Zitat von Actionscript
...würde kaum über die Proteste berichtet werden. Es sollte doch einmal auch klar gestellt werden, dass das politische Engagement der Schüler, auch wenn es einen Tag nicht in der Schule stattfindet, wesentlich mehr zum Bewusstsein der Jugendlichen als mündige Bürger beiträgt als ein paar Stunden Unterricht, der leicht aufgeholt werden kann. Hier zeigt sich mal wieder das kleingeistige und kleinbürgerliche Denken einiger.
Das ist schlicht und einfach lächerlich. Über die Schülerdemos wäre in den Medien genauso berichtet worden, wenn sie am Samstag oder Sonntag stattgefunden hätten und stattfinden würden.
Hier geht es um nichts anderes als nüchternes Kalkül der Veranstalter: An schulfreien Tagen dürfte die Teilnehmerzahl und damit die Ernsthaftigkeit des Protestes auf dem Prüfstand stehen. Genau deshalb wird es jetzt keine Terminänderung geben, besteht doch die Gefahr, dass die Teilnehmerzahlen sich signifikant nach unten bewegen.
Und ja, ich stimme zu, Merkel ist in zumindest in diesem Fall eine Opportunistin par excellance...
D

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Zündkerze 19.03.2019, 23:23
99. so so

"...am vergangenen Freitag streikten Schüler in mehr als 100 Ländern …". Ich dachte zum Streiken gehört die Verweigerung einer Leistung die sonst zu diesem Zeitpunkt von der Person erbracht wird und deswegen als Druckmittel zum Einsatz kommt.. Welche Leistung erbringen den Schüler das sie sich eines Streiks bedienen können der einen Druck auf Wirtschaft und Politik ausübt. Fällt mir gerade nichts ein. Ich bin alles andere als ein Lindner und FDP Fan, doch leider muss ich ihm zustimmen. Das Problem ist nicht so eindimensional wie das dargestellt wird. Respekt vor den Schülern die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen, aber ich frage mich warum nicht in gleicher Weise gegen Atomkraft demonstriert wurde oder wird. Weil diese Zeitbombe unter der Erde, umgeben von Grundwasser liegt was nicht schmelzen kann ? Das zeigt doch wie plakativ sich manche Themen eignen (besonders in der Social Media Welt) aber die eigentlichen Probleme nicht berührt. Ich warte ja auf die erste Sendung mit der Maus in der Armin anhand der Freitagsdemos erklärt was der Unterschied zwischen einer Demonstration und einem Streik ist.

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