Forum: Leben und Lernen
"Fridays For Future": Übersteht die Bewegung das Sommerloch?
Mick Tsikas/ AAP/ DPA

Gerade lief es so gut für "Fridays for Future": Zu Hunderttausenden gingen Schüler und Studenten für den Klimaschutz auf die Straße. Aber nun sind Ferien. Ist das der Anfang vom Ende der Bewegung?

Seite 4 von 11
muzepuckel 30.06.2019, 20:50
30.

Ein Beweis für die Ernsthaftigkeit für FFF wäre erbracht, wenn die Schüler IN DEN FERIEN demonstrieren würden, ansonsten läuft FFF für mich schlicht unter keinen Bock auf Schule. Politische Streiks sind doch außerdem den Werktätigen in der BRD verboten, warum lässt man das den Schülern trotz Schulpflicht durchgehen? Weil es erwünscht ist. Irgendeinen Grund für neue CO2 Steuern muß es ja geben. Abgesehen davon kann der Mensch das Klima nicht "zerstören". Selbst wenn man davon ausgeht, daß er nennenswerten Einfluss darauf an, zerstört das Klima dann eher uns als umgekehrt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andre_36 30.06.2019, 20:50
31.

Zitat von pepe-b
Dann denken Sie bitte mal genau nach. Um welche Zukunftschancen wurde die Jugend denn angeblich betrogen? Der Jugend heute geht es so gut wie noch keiner Generation vor ihr, gerade in den westlichen Nationen, aber auch sonst. Und das ausschließlich deswegen, weil die Generationen davor sich den Hintern aufgerissen haben, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, mit mehr Sicherheit, mehr Chancen, mehr Wohlstand. Trotz aller Spannungen war die Welt noch nie so friedlich wie jetzt, gab es noch nie so wenig Hunger, noch nie konnte sich die Jugend so sehr mit sich selbst und ihren Träumen und Wünschen beschäftigen. Was Sie hier propagieren ist eine sehr einseitige und respektlose Betrachtung. Diese Jugend hat alle Chancen dieser Welt neue und ökologischere Techniken zu erfinden.
Das ist ja nicht falsch, was Sie da aufführen, solange Sie von einigen Regionen in Deutschland ausgehen. Aber was nutzt der Jugend der gegenwärtige materielle Wohlstand, wenn ihnen das Wichtigste abhanden gekommen ist; das Vertrauen in die Zukunft. Und wie lange wird der Frieden halten, wenn die Ressourcen knapp werden? Natürlich ist es unsinnig und kleinkariert, die ältere Generation dafür verantwortlich zu machen. Die Verschwendung der Energieträger und maßlose Zerstörung der natürlichen Umwelt ist ein unabwendbarer Baustein des Systems in dem wir alle gefangen sind. Alte und Junge.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
landei23 30.06.2019, 20:58
32. Könnte abflachen...

... nur sollte das bitte auf keinen Fall passieren. Wir Erwachsenen, satt und gestrig, brauchen die Schüler, um uns kräftigst in den Hintern zu Greten.

Hoffentlich erklimmt die Bewegung das nächste Level. Ggfs muss die Bewegung kräftigere Maßnahmen ergreifen. Innenstädte blockieren, Flughäfen, Kraftwerke.

Der Protest muss mehr Schmerzen verursachen, sonst verpufft er, aber dabei freundlich bleiben. Schwierige Sache, das. Ich wünsche den Schülern Glück. Nicht nachlassen!!!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pepe-b 30.06.2019, 21:14
33. @ andre_36

Was dieser ganze Wohlstand nutzt? Das ist recht einfach zu beantworten. Dieser Wohlstand ERMÖGLICHT es ihnen erst sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Wenn man keinen Hunger hat, wenn man nicht kämpfen oder fliehen muss, materiell alle Bedürfnisse erfüllt sind, wenn die Zukunft wirtschaftlich ganz gut aussieht, dann wendet man sich solchen Themen zu. Deshalb wäre es eine wichtige Erkenntnis, nicht an diesem Ast zu sägen, auf dem auch diese Jugendlichen sitzen. Ich garantiere Ihnen: wenn erstmal die Grundlage für diesen Wohlstand kaputt demonstriert ist und die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellt, dann kommt ganz schnell die Erkenntnis, dass nichts von dem, was sie heute haben, von allein kommt und die Prioritäten verschieben sich blitzschnell.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 30.06.2019, 21:18
34.

Absurderweise wird das Demonstrieren im Winter durch den Klimawandel leichter. Aber das ändert nichts daran, daß Kids, die sich vorrangig um die Freitagsmärsche kümmern, einen von nur 5 Schultagen in der Woche komplett verpassen und auch in der restlichen Zeit weniger mit Schule beschäftigt sind. Auf Dauer ist das ein Problem, zumal sie so schon zahlenmäßig schwach dran sind. Es tut mir leid, aber ich finde, sie sollten das auf das Wochenende verlegen. Und wer mir jetzt mit der tollen Reaktion aus dem Video kommt, von wegen, am Wochenende ist es kein Streik - Sorry, aber unter der Woche ist es auch kein Streik. Denn ein Streik impliziert, daß man dem Arbeitgeber (also einem Dritten) die Arbeitsleistung verweigert. Hier verweigert man sich die Arbeitsleistung nur selbst. Es ist ein Protest und er verdient Anerkennung, aber protestieren kann man auch am Sonnabend. Ich weiß, ich bin jetzt das alte Ekel, aber ich bin dafür, daß die Gesetze weiterhin gelten und Schüler am Unterricht teilzunehmen haben, zumindest solange sie keine 18 sind. Denn das ist eben gerade der Punkt daran, daß man Erziehungsberechtigte hat - man kann über solche Dinge zwar eine Meinung haben, aber man ist eben noch nicht qualifiziert, selbst zu entscheiden. Ja klar ist das mies, aber es hat natürlich seine Gründe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andre_36 30.06.2019, 21:37
35.

Zitat von quark2@mailinator.com
Absurderweise wird das Demonstrieren im Winter durch den Klimawandel leichter. Aber das ändert nichts daran, daß Kids, die sich vorrangig um die Freitagsmärsche kümmern, einen von nur 5 Schultagen in der Woche komplett verpassen und auch in der restlichen Zeit weniger mit Schule beschäftigt sind. Auf Dauer ist das ein Problem, zumal sie so schon zahlenmäßig schwach dran sind. Es tut mir leid, aber ich finde, sie sollten das auf das Wochenende verlegen. Und wer mir jetzt mit der tollen Reaktion aus dem Video kommt, von wegen, am Wochenende ist es kein Streik - Sorry, aber unter der Woche ist es auch kein Streik. Denn ein Streik impliziert, daß man dem Arbeitgeber (also einem Dritten) die Arbeitsleistung verweigert. Hier verweigert man sich die Arbeitsleistung nur selbst. Es ist ein Protest und er verdient Anerkennung, aber protestieren kann man auch am Sonnabend. Ich weiß, ich bin jetzt das alte Ekel, aber ich bin dafür, daß die Gesetze weiterhin gelten und Schüler am Unterricht teilzunehmen haben, zumindest solange sie keine 18 sind. Denn das ist eben gerade der Punkt daran, daß man Erziehungsberechtigte hat - man kann über solche Dinge zwar eine Meinung haben, aber man ist eben noch nicht qualifiziert, selbst zu entscheiden. Ja klar ist das mies, aber es hat natürlich seine Gründe.
Ich will Ihnen Ihre Meinung nicht absprechen, aber eines möchte ich klarstellen: In Deutschland gibt es keine gesetzliche Schulpflicht, bis 18 Jahre. Es liegt in der Entscheidung der Schulbehörde, ob man unter Umständen bei massiven Fehlstunden den formalen Schluabschluss verweigert. Bei fortgesetzten Schulstreiks wird sicher diese Karte gezogen werden uns vermutlich werden die Schulstreiks dann deutlich zurück gehen. Praktisch gesehen gibt es größere Probleme als dass einige Schüler ab und zu den Freitagsunterricht versäumen. Der Ausfall durch fehlende Lehrkräfte ist, zumindest in Berlin, weit massiver.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Havel Pavel 30.06.2019, 21:53
36. Was gestern war ist Geschichte, jetzt handeln!

Zitat von cave68
was macht denn die ältere Generation so komplett anders als die Jugend selbst,dass man ihr vorwirft das Klima zu zerstören... gerade die jetzige Jugend hat den höchsten CO2-Ausstoss den irgendwelche Jugendlichen jemals hatten.
Bei der Frage des Klimaschutzes ist es natürlich unsinnig zwischen jung und alt zu unterscheiden. In aller Regel denke ich eher mal das eine ältere Person meist umweltbewusster lebt und weniger CO2 verursacht als dies bei den meisten jüngeren Menschen der Fall ist. So fahren die Älteren fast immer erheblich weniger mit dem Auto, verbrauchen deulich weniger Kleidung und Altagsgegenstände als jüngere Generationen. Schon allein das ganze Getune vor den Schulen zu beobachten ist grauenvoll, da werden die Kids mit Riesen SUV möglichst bis vor das Eingangsportal gekarrt, nur damit sie ja nicht weit laufen müssen und evtl. ihre Energie dafür verbrauchen. Wir sind früher mit Bus, Metro und zu Fuss unterwegs gewesen und nicht wenige haben dafür eine Stunde oder mehr benötigt. Soweit ich mich erinnere hat dies keinen geschadet, so gut wie alle waren rank und schlank und sportlich dazu! Ältere Menschen generell für den Klimawandel und für den Anstieg der CO2 Konzentration verantwortlich zu machen mag zwar zutreffen, denn hätte es sie allessamt nicht gegeben oder hätten allesamt so gelebt wie die Ureinwohner in Brasiliens Regenwälder, hätten wir die Probleme in derzeitiger Form wohl nicht. Zudem sollte jedem klar sein, dass solche Vorwürfe sinnlos und unnütz sind, denn die Zeit kann man nun halt nicht mehr zurückkehren. Jetzt gilt es kluge durchdachte Entscheidungen zu treffen, die vor allem auch darauf abzielen weltweit die Weichen für mehr Klimaschutz zu stellen, denn Deutschland alleine wird hier woh kaum etwas nennenswertes ausrichten können.Insofern ist es zu begrüssen, dass die FfF Demos weltweit stattfinden, hier gilt es miteinander Netzwerke zu bilden und alle Politiker zum Handeln zu bewegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pepe-b 30.06.2019, 22:13
37. @ andre_36

What? Natürlich gibt es eine gesetzliche Schulpflicht. Sie mag sich nicht auf das Alter 18 beziehen, in der Regel aber mindestens 9, teilweise sogar 10-12 Schuljahre. Dazu gehört auch die Teilnahmepflicht. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht_(Deutschland)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zeichenkette 30.06.2019, 22:39
38. Protestforscher macht Rechnung ohne den Wirt

Nach meinen (nur anekdotischen) Erfahrungen haben sich da etliche Schüler mächtig politisiert. Mag sein, dass das in den Ferien jetzt abflauen wird (ist ja auch schwer zu streiken, wenn man frei hat), aber es hat da gewaltige Diskussionen in den Familien z.B. über Flugreisen gegeben und dass die Schüler das nach den Ferien alles vergessen haben werden, wage ich doch arg zu bezweifeln. Das ist nicht das Ende, das ist eher erst der Anfang. Und ja, diese Schüler und Schülerinnen sind die, die das alles ausbaden müssen in den kommenden Jahrzehnten. Von wie vielen Leuten habe ich schon gehört "alles Mist, aber zum Glück werde ich das nicht mehr erleben müssen"? Diese Jugendlichen werden das erleben müssen. Und das wird Jahr für Jahr deutlicher werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schartin Mulz 30.06.2019, 23:01
39. Es ist grotesk

Zitat von D. Brock
... falsch an der Behauptung wäre, dass die junge Generation um ihre Zukunftschancen betrogen wurde/wird. Beim Satz "jetzt mal auf die Schnelle ..." müssen Sie freilich das JETZT besonders betonen, denn wer 40 Jahre lang schläft und vollständig über seine Verhältnisse lebt, kann wenigstens EINMAL in seinem Leben Verantwortung für die nachkommenden Generationen übernehmen (und demnach JETZT "auf die Schnelle" handeln), bevor er dann das Zeitliche segnet! Sie irren mit der Annahme außerhalb der "jugendlichen Zielgruppe" niemanden. Gehen Sie doch mal zu einer Fridays for future-Veranstaltung und informieren Sie sich einmal, lassen Sie die Argumente auf sich wirken!
daraus ein Generationenthema zu machen.
Vielleicht sollte man sich einmal kurz erinnern, wie unsere Umwelt aussah, als wir, die so viel beschimpfte Generation, in dem Alter der heutigen Protestierer waren.
War es nicht unsere Generation, die gegen die Umweltzerstörung aufgestanden ist? Und jetzt muss man sich beschimpfen lassen, weil man angeblich die Zukunft der Kinder zerstört?
Es ist grotesk, aus dem Thema einen Generationenkonflikt zu machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 11