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Früher war mehr Kartenspiel: "Bildungsgehalt des Schafkopfens ist immens"
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Wie lassen sich mathematische, strategische, soziale und emotionale Kompetenzen von Schülern steigern? Der Philologenverband in Bayern hat eine Idee, die kaum bayerischer sein könnte.

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mkummer 27.12.2018, 16:54
10. Soweit ich weiss

kommt der Begriff Schafkopf von „Schaff“ also ein Fass, auf dem das Spiel früher ermangels von Tischen gespielt wurde. Sicher zutrifft unser Schülersatz „Schafskopf sagt nur ein Schafskopf“ und meistens ein „Preusse“. Da Schafkopf fast immer um Geld und zT mit heftigen Einsätzen gespielt wird, kann man über den pädagogischen Ansatz sicher streiten. Aber egal - durch die Viererbesetzung und damit Teambildung beim Spiel macht es mindestens mir mehr Spass als Skat - wenn die richtige Runde zusammen ist, ist es eine „Pfunds-Gaudi“. Und zusammenfassend würde ich meinen, dass Kartenspiele viel mehr in allen möglichen Vereinen gepflegt werden sollten als in der Schule.

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bissig 27.12.2018, 17:02
11. Von der Geselligkeit mal abgesehen

hatte ich zu Skat- und Doppelkopf zeiten ein hervorragendes Gedächtnis. Wir waren im Studium nach einem Semester alle in der Lage, ganze Spiele im Kopf zu wiederholen, und wussten teilweise schon früh, wer welche Karten auf der Hand hatte (gute/schlechte Studenten, Mathematiker & Nicht-Mathematiker) - diese Fähigkeit ist mittlerweile mangels Gelegenheit verloren gegangen. Und angeeeignet haben wir uns diese Fähigkeiten nur durch Spielen in der Cafeteria, wenn mal wieder eine Vorlesung ausgefallen ist (oder wir keine Lust hatten)

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htapk 27.12.2018, 17:06
12. FürBayern gemacht

Schafkopf ist die abgespeckte Variante von Doppelkopf und wird hauptsächlich in Bayer gespielt.

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malanda 27.12.2018, 17:29
13. Neben der Hinwendung an die Smartphones ...

... spielt es wohl auch eine Rolle, dass die Schüler früher mehr mit dem Zug in die Schule fuhren. Dort waren Sitzplätze oft einander gegenüberliegend - Schultasche in die Mitte und Schafkopfkarten raus. Da lernte man das Schafkopfen sozusagen nebenbei.

Heute fahren die Schüler mit Bussen, die Sitzbänke sind ganz überwiegend in Fahrtrichtung montiert ... da kriegt man keine Schafkopfrunde mehr zusammen.

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efeu62 27.12.2018, 17:29
14. sauspiel

Schafkopf ist ein ganz wunderbares, niemals langweilig werdendes Spiel. Bei uns war/ist es das Familienspiel schlechthin. Trotzdem es auch im Freundeskreis gespielt wird, ist es nicht immer einfach eine Runde zusammen zu bekommen. Darum spiele ich häufiger online mit richtigen Menschen aus den verschiedensten Regionen in der ganzen Welt. Die Plattform meiner Wahl ist "Sauspiel.de". Nicht ganz so schön wie gemeinsam am Tisch, aber fast.

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schraubenzieher 27.12.2018, 17:45
15. Schafkopf vs. Schafskopf

Beide Schreibweisen sind richtig. Schafkopf bezeichnet das Kartenspiel, Schafskopf (nach Duden) Depp, Dummkopf, Narr, Närrin, Simpel, Tölpel. @5: honi soit qui mal y pense (altfranzösisch).

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bandelier 27.12.2018, 17:46
16. Meine kleinen Enkel spielen mit Hingabe

alle möglichen Spiele, besonders gern aber Karten. Der 8Jährige hat immer ein Kartenspiel in der Hosentasche. Das hat den wunderbaren Nebeneffekt, dass keine Zeit für Smartphone u.ä. übrig bleibt, heisst, dass es das noch nicht gibt und auch noch nicht nachgefragt wird. Die 9Jährige hat ein Handy, weil sie einen weiten Schulweg per Bus zum Gymnasium hat. Es wird nur zum Telefonieren in Notfällen genutzt und kommt mittags auf die Truhe in der Diele. Während der Weihnachtstage haben wir wegen des schlechten Wetters ausgiebig zum grossen Vergnügen aller gespielt.

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World goes crazy 27.12.2018, 17:57
17. Wir binokeln auch gerade wieder....

....fleißig zur Weihnachtszeit...als ich 8/9 war und meine Großmutter + Stiefopa während des Umzugs 2 Monate bei uns wohnten hab ich sowohl Binokel als auch Geigel gelernt und bin der Meinung, dass es Kopfrechnen und auch strategisches Denken sowie das Gedächtnis gut schulen kann...bei mir in der Oberstufe waren leider trotzdem nur 4 von ca. 110 Schülern, die das "spielbar" konnten...zwei davon (inklusive ausnahmsweise mir) konnten auch 1+1 zusammenzählen ohne Taschenrechner ;) ...meinen beiden Cousins hab ich es hoffentlich gestern ausreichend gelehrt :D Ich denke gerade solche "Mitdenk-Kartenspiele", Schach, Bachgammon u.Ä. sollten schulisch viel mehr gefördert werden, gerade auch im Hinblick auf Sozialkompetenz (eher beim "Kardln"), Logik und als Basis für geistige Fitness im Alter.

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Bala Clava 27.12.2018, 19:01
18. Schaf, Schaff oder Schafs hin oder her

die Debatte über "Schweinsbraten" vs. "Schweinebraten" würde die kulturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem hohen Norden und den Südstaaten (unser Texas heißt Bayern) weitaus mehr beflügeln.

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widower+2 27.12.2018, 20:07
19. Hihi

Zitat von Bala Clava
die Debatte über "Schweinsbraten" vs. "Schweinebraten" würde die kulturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem hohen Norden und den Südstaaten (unser Texas heißt Bayern) weitaus mehr beflügeln.
Richtig spannend würde die Diskussion wahrscheinlich dann, wenn man den Bayern erklären würde, dass ihr Schaf(s)kopf im Vergleich zum weiter nördlich gespielten Doppelkopf doch eher, nun ja, "unterkomplex "ist.

Richtig ist auf jeden Fall, dass für Kartenspiele wie Schafkopf, Doppelkopf, Skat und auch Poker ein gewisses mathematisches Verständnis unabdingbar ist und dieses - sofern vorhanden - auch gefördert wird.

Der Zug für diese Spiele scheint mir aber schon abgefahren zu sein (außer für Poker, das sogar hauptsächlich von jungen Leuten auch live gespielt wird). Schafkopf, Doppelkopf und Skat fristen bereits ein Nischendasein im "Real Life", das sich im Internet noch für eine gewisse Zeit fortsetzen wird. In 20 oder 30 Jahren werden diese Spiele aber wohl tot sein.

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