Forum: Leben und Lernen
Frust im Technikstudium: "90 Minuten nichts als Steine"
Stefan Lesch

Jeder zweite Mathe-Student scheitert, bei Bauingenieuren ist es jeder dritte. Meist bedeutet ein Abbruch Frust, doch ein Umstieg kann gelingen: Dirk Oertker, 26, studierte Ingenieurwissenschaften. Heute ist er wieder glücklich.

Seite 1 von 26
lotoseater 29.07.2014, 09:04
1. Niveaulimbo

Zitat von Artikel
Laut Heublein werde versucht, die Mint-Abbrecherquoten an Unis zu senken, indem man den Studienaufbau mehr dem an Fachhochschulen anpasst.[/url]
Gute Idee! Der Bachelor ist das neue Diplom, der Master die neue Promotion. Eigentlich kann man sich das Studium auch gleich ganz sparen, ein zweisemestriger Grundlagenkurs nach dem Abi reicht, den Rest lernt man dann im Betrieb, als "Training on the job".
[/sarcasm]

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mans Heiser 29.07.2014, 09:07
2.

Kaum verwunderlich, man wird ja Richtung Mint geprügelt. "Mach doch was richtiges" ist sowas typisch deutsches. Wozu Spaß am Leben, wozu Erfüllung, hauptsach der Lohnzettel stimmt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arrifutz 29.07.2014, 09:24
3. Bei mir war es andersherum

Ich habe mit Geisteswissenschaften angefangen, 8 Semester verbummelt und bin dann im Fach Informatik gelandet. Das hat mir um einiges besser gefallen, obwohl ich von Mathe keine Ahnung hatte bin ich jetzt einer von den maximal 50% aus dem ersten Semester, der fertig geworden ist. Aber Regelstudienzeit ist auch bei uns eher selten, bzw. von den Studenten nicht angestrebt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tatsache 29.07.2014, 09:26
4. Studium light?

Dieser Student ist an Langeweile gescheitert,die meisten Studenten sind aber fachlich überfordert. Nach zehn Jahren Diplomarbeitenbetreuung als Industrie-Ingenieur in Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachhochschulen ist die traurige Wahrheit: Das Niveau ist im freien Fall! Bachelors, die einfache Grundlagen ihres Fachs nicht beherschen, Professoren die Abschlüsse verschenken, weil Ministerien auf Quote drängen (NRW jetzt schon), usw, usw.. Erfahrungswerte sind inzwischen: Bei Bachelors sind 60%, bei Master 40%, bei Diplom 20% der Absolventen unbrauchbar für den Arbeitsmarkt, und dass sind die Leute die den Abschluss geschaft haben. Würde man die Bewertungskriterien von 1990 anlegen, läge die die Abbrecherquote heute nicht bei 30 sondern eher bei 70%. Wird jeder Mint-Prof. auf Anfrage bestätigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chewbakka 29.07.2014, 09:30
5.

Spätestens wenn der Strom nicht mehr aus der Steckdose kommt, der Computer seinen Dienst verweigert, das Auto nicht mehr startet und die ersten Brücken zusammenbrechen werden die Menschen merken, daß Soziologen, Juristen, BWLer und Pädagogen ihnen zwar gut zureden aber leider nicht helfen können.
Oder wie es mein Physikprfessor mat etwas überspitzt sagte: 'Meine Damen (ja, das gibt es) und Herren, vergessen Sie eines nicht: es gibt die Physik - - - - - - - - - - - - - - - und dnn gibt es noch die Soft Sciences !'

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Daedalus 29.07.2014, 09:31
6. War zu erwarten

Ich sehe das primär als Produkt der Bildungspolitik an, weniger als Problem der Studenten.

Die Abiturientenquoten steigen seit Jahren, parallel ist aber nicht davon auszugehen, dass die Deutschen auf einmal intelligenter geworden sind.

Durch das Zentralabi wurden vielerorts einfach massiv die Anforderungen gesenkt, damit möglichst viele Schüler das Abi schaffen und sich Politiker auf die Schulter klopfen können.

Das damit dann haufenweise junge Leute produziert werden, die anfangen zu studieren und dann merken, dass sie den Anforderungen nicht gewachsen sind und frustriert aufhören, ist da nur die logische Folge.

Wir steuern ganz klar auf französische Verhältnisse hin: Dort kriegt jeder sein Abi (bzw. das frz. Äquivalent) nachgeworfen. Daher schickt jeder, der es sich leisten kann, seine Kinder auf Privatschulen. Und dann müssen viele vor dem Studium erstmal noch teure Aufbaukurse machen, damit sie überhaupt auf ein Niveau kommen, um einen Studienplatz zu ergattern.

Na Prost Mahlzeit...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wunderläufer 29.07.2014, 09:32
7. Zu eindimensional

Bei Abbrecherquoten von 50% und mehr kann es nicht sein, dass der Fehler einzig und allein bei den Studenten liegt, da muss man auch die Lehre hinterfragen. Mein Patenkind hat Elektrotechnik studiert: einer seiner Profs hatte es sich anscheinend quasi als Ziel gesetzt, möglichst viele Studenten zu vergraulen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
working_mom 29.07.2014, 09:34
8. bei 95% Durchfall-Quoten...

... haben es die Unis bzw. Lehrende in bestimmten Fächerkulturen immer noch nicht verstanden! Das hat nichts mit gesunder Härte zu tun oder unfähigen Studenten, die sich nicht richtig überlegt haben, was sie studieren sollen. Vielmehr spricht das für eine qualitativ schlechte Lehre und einem elitärem Verständnis von Ausbildung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
emailaccount 29.07.2014, 09:39
9. Nur Steine?

Ich bin selber Bauingenieur und grade erst mit dem Bachelor fertig. Klar gibt es Grundlagen, auch sehr viele über Steine... aber nach 2 Semester kommen dann die richtigen Vorlesungen an die Reihe. Baustoffkunde, Bauphysik etc. ist nicht jedermanns Sache, aber es gibt doch immer was, was einem nicht gefällt. Augen zu und durch. Gleich das Studium zu wechseln kann ich nicht verstehen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 26