Forum: Leben und Lernen
Frust im Technikstudium: "90 Minuten nichts als Steine"
Stefan Lesch

Jeder zweite Mathe-Student scheitert, bei Bauingenieuren ist es jeder dritte. Meist bedeutet ein Abbruch Frust, doch ein Umstieg kann gelingen: Dirk Oertker, 26, studierte Ingenieurwissenschaften. Heute ist er wieder glücklich.

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klaxklix 29.07.2014, 09:40
10. Studierfähigkeit??

Vor zwanzig Jahren wurde schon über die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Erstsemester geklagt. Nach G8 hat sich das noch verschlechtert. Wenn in der 7., 8. und 9. Klasse die wichtigen Grundlagen der Höheren Mathematik gelegt werden und dort Zeitdruck herrscht ist eine hohe Abbrecherquote in MINT Fächern vorprogrammiert. Man muss doch nur Abiturienten nach der Trigonometrie oder nach linearen Gleichungen fragen. Für solche einfachen Grundlagen ist im Studium naturgemäß keine Zeit mehr.

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JonesKM 29.07.2014, 09:43
11.

Man kann es nicht richtig und nicht falsch machen. Den meisten fehlt es, schlicht und einfach, daran zu erkennen, was denn das Richtige für sie ist. Dann noch der Druck von den akademischen Eltern und schon steckt man tief in der Scheiße. Trifft nicht auf mich zu, trotzdem, Freie Kunst, war auch nicht die Erwartung meiner Eltern; arbeiter. Was solides. Einen Beruf lernen... Man muss es nicht den Leuten recht machen, sondern einem selbst.

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alexdsmith 29.07.2014, 09:48
12. Bauningeurwesen

ist einfach knallhart. 5 jahre durchpowern. Wenn ich dagegen meine Freunde und Bekannten sehe. BWL, zack fertig und besser verdienen sie auch. Ich würde es nie wieder machen. Dipl.-Ing. Bauwesen

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MarioDeMonti 29.07.2014, 09:50
13. Erfüllung

Zitat von Mans Heiser
Kaum verwunderlich, man wird ja Richtung Mint geprügelt. "Mach doch was richtiges" ist sowas typisch deutsches. Wozu Spaß am Leben, wozu Erfüllung, hauptsach der Lohnzettel stimmt.
Meinen Sie jetzt etwa, die ganzen BWLer, Künstler, Juristen, Philologen, Mediziner, ... leben alle von Luft und Liebe und legen auf Geld und Karriere überhaupt keinen Wert ;-)

Und auch wenn es Ihr Weltbild jetzt erschüttert, es gibt viele (sowohl Männer als auch Frauen) die Spaß am Forschen und Tüfteln haben und die Lösung schwieriger Problemen als Erfüllung sehen, aber die springen in der Regel nicht nach ein oder zwei Semestern ab.

Und wenn jemand merkt, dass einem ein Studium nicht liegt, ist es doch besser, man wechselt in den ersten Semestern, statt sich durch das Studium zu schleppen und kurz vor Schluss abzubrechen.

Das gilt übrigens für beide Richtungen.
Auch aus anderen Studiengängen wechseln durchaus Studenten in MINT-Pächer, z.B. wenn einem Medizinstudenten das Auswendiglernen in der Anatomievorlesung zu langweilig wird.

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alexdsmith 29.07.2014, 09:51
14. Bauningeurwesen

ist einfach knallhart. 5 jahre durchpowern. Wenn ich dagegen meine Freunde und Bekannten sehe. BWL, zack fertig und besser verdienen sie auch. Ich würde es nie wieder machen. Dipl.-Ing. Bauwesen

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cafe_kehse 29.07.2014, 09:55
15. So viel gute Posten gibt es nicht

Zitat von sysop
Jeder zweite Mathe-Student scheitert, bei Bauingenieuren ist es jeder dritte. Meist bedeutet ein Abbruch Frust, doch ein Umstieg kann gelingen: Dirk Oertker, 26, studierte Ingenieurwissenschaften. Heute ist er wieder glücklich.
Es gibt in Deutschland nur wenig gut bezahlte Posten, wobei bei Ingenieuren sie noch seltener sind.

Selbst in früheren Behörden, die heute als LHO-Betriebe umgewandelt wurden, haben Kaufleute und Betriebswirte das Sagen. Der Ingenieur, der früher Amtsleiter werden konnte, kann dort nur noch den Kuli machen.

Vor Ingenieurstudiengängen ist nicht nur aus finanziellen Gründen zu warnen, wenn die Abgänger nicht in der weiten Welt arbeiten und z. B. am Ganges Staudämme bauen wollen.

Das gute alte Uni-Diplom für Studiengänge an richtigen Universitäten hat man abgeschafft, so dass die Bachelors (= Gesellen) finanziell nicht mehr bekommen als der Handswerksgeselle z. B. als Bäcker. Das ist politisch gewünscht. Die DDR, wo alle gleich schlecht bezahlt wurden, lässt grüßen.

Man belügt sich mit den Bezeichnungen. Ein früherer Hausmeister heißt heute "Facility-Manager". Der Deutsche will eben europafreundlich sein und schaftt sich - um im Bauwesen zu bleiben - "Polier-Wissenschaft".

Nur gut, dass man als Dipl.-Ing. noch Besitzstandswahrung hat. Für junge Leute ist es nicht zu empfehlen.

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christiewarwel 29.07.2014, 09:56
16. 50% Durchfaller Quoten

Was ist daran das Problem?
Das war vor 20 Jahren in Fächern wie Mathe, Physik, Chemie und Biologie bis zum Vordiplom völlig normal und keinen hat es gestört. es gibt spätestens nach dem 2. Postdoc sowieso keine Stellen mehr in der Forschung für die Leute, was soll also das Geschrei?

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Stoffelche 29.07.2014, 09:59
17. Die Studenten werden gezielt vergrault

Die deutschen Unis sind derart unterfinanziert, dass sie gar nicht die Kapazität haben, alle Studienanfänger bis zum Abschluss adäquat zu betreuen. Deshalb werden die ersten Semester derart abschreckend gestaltet, dass nur die besten bzw. willensstärksten durchhalten.
Dies ist meines Erachtens ein Riesenmisstand. Anstatt sich über Mangel an Ingenieuren zu beklagen, sollte man sich mehr Mühe bei deren Ausbildung geben, und das kostet nunmal auch mehr Geld. Die Politik hat immer noch nicht begriffen, dass Investition in die Bildung am wichtigsten ist für die Zukunft unseres Landes - und gerade Absolventen in den MINT-Fächern braucht das Land - Abbrecher sind ein Riesenverlust, sowohl vokswirtschaftlich als auch individuell.
Ein Blick in die Niederlande würde lohnen (z.B. Uni Twente), dort ist das Studium sicher auch sehr anspruchsvoll, die Betreuung jedoch vorbildlich.

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otzer 29.07.2014, 10:00
18. Man kann irgendwann jedem ein Abitur in die Hand drücken...

aber nicht den IQ einer Gesellschaft kollektiv (signifikant) steigern. Ergo ist das Abitur immer weniger mit "Hochschulreife" gleichzusetzen.

Die Hochschulen haben zunehmend das Problem, dass immer mehr Studienanfänger nicht die nötigen Voraussetzungen (Begabung, Grundwissen, Disziplin, Durchhaltevermögen etc.) für ein Hochschulstudium mitbringen. Diese Aussage lässt sich ohne Weiteres durch Gespräche mit (älteren) Hochschuldozenten verifizieren.

Wie also sollten die Unis reagieren? Entweder steigt die Durchfallquote - oder es müssen die Ansprüche abgesenkt werden. Da man sich mit Ersterem als Hochschullehrer i.d.R. Schwierigkeiten einhandelt, wird oft (in Resignation) der zweite Weg beschritten. Politisch ist es ja auch gewollt, dass wir möglichst viele "Akademiker" haben.

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mcsunny 29.07.2014, 10:02
19. Hauptsache es macht Spaß!

Das wird Kindern heute schon in der Grundschule eingepaukt. Das ist dann aber auch schon das Einzige was ihnen eingepaukt wird!! 1x1 Lernen? Neee, das ist ja Drill, macht keinen Spaß. Später haben die ja sowieso einen Taschenrechner. So geht das allen Bereichen schon seit vielen vielen Jahren. Und jetzt wundert man sich, dass Studenten abbrechen, weil sie mal wirklich was Lernen müssen. Die armen die Kinderchen...

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