Forum: Leben und Lernen
Frust im Technikstudium: "90 Minuten nichts als Steine"
Stefan Lesch

Jeder zweite Mathe-Student scheitert, bei Bauingenieuren ist es jeder dritte. Meist bedeutet ein Abbruch Frust, doch ein Umstieg kann gelingen: Dirk Oertker, 26, studierte Ingenieurwissenschaften. Heute ist er wieder glücklich.

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lecon 02.08.2014, 11:59
250. Genau das

Zitat von mensch-maennlich
Es ist der alte simple vergleich zwischen einer Deutscharbeit und einer Mathearbeit. Wenn man streng wertet, gibt es bei einer Mathearbeit nur richtig oder falsch. Bei Deutsch kann man von einem Lehrer eine 2 und vom anderen eine 4 bekommen...oder eine 1+....wo ist es wohl einfacher sich im Zweifelsfall "durchzuschummeln"?
zeigt Ihre Ahnungslosigkeit und Hörensagen-Wissen auf. Geisteswissenschaft hat mit den Besinnungsaufsätzen in der Schule nichts zu tun. Hier brüstet man sich oft damit, dass Schul-Mathe quasi gar nicht auf die Uni vorbereitet und im akademischen Umfeld alles viel schwieriger ist. Ebenso verhält es sich auch mit Deutsch vs. Germanistik. Aber die Diskussion führt zu nichts, da Sie es ohnehin als erwiesen ansehen, das beste Pferd im Stall zu sein. Das will ich Ihnen auch nicht nehmen, aber Ihre Betriebsblindheit und Überhebliche Art gründen vor allem auf Immunität gegenüber Argumenten. Da Sie sich ja offenbar für einen "harten" Wissenschaftler halten, würde ich mich an Ihrer Stelle fragen, ob ich auch bei dem "Experiment" GW vs. MINT tatsächlich objektiv vorgehe.

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caliper 02.08.2014, 14:07
251.

Zitat von mensch-maennlich
Wenn ich auch mal ganz hart sein will...und hier mal quasi gegen die MINT Fächer...gehören die gar nicht an die Uni. Zumindest 98% der Studenten nicht. Die wollen nämlich nicht in die Forschung, ja oft nichtmal aus tiefem Interesse etwas über das Fachgebiet wissen, sondern nur eine Berufsausbildung. Und die gehört an die Fachhochschule.
Ich kenne genügend Ingenieure, die in der Forschung und Vorentwicklung tätig sind. Als Berechnungsingenieur hatte und habe ich auch viel mit solchen Ingenieuren zusammengearbeitet. Die meisten aus Forschungs- oder Berechnungsabteilungen benötigen sogar wesentlich mehr als sie an ihrer Uni gelernt haben. Warum sollte man sich an der Uni darauf beschränken Ingenieure nur für spezielle Bereiche oder gar Low-Level-Bereiche auszubilden?

Zitat von mensch-maennlich
Da ist sie auch viel besser aufgehoben. Ich hab noch in den Ohren, wie mir ein Schulfreund mit 1,0 Abitur und starken Studienleistungen in einem Ingenieurfach auf Nachfrage sagt, beruflich habe er diese ganzen Mathematikkenntnisse aus dem Studium nie gebraucht. Da hat ihm der ziemlich gute Leistungskurz Mathematik aus der Schule immer gereicht.
Ich hätte viele Aufgaben in meinen bisherigen Stationen nicht mit den Abi-Kenntnissen lösen können.

Ein Abiturient kann auch nur sehr standardisierte und Aufgaben lösen. Schauen Sie sich die Abitutaufgaben an. Man kann sich gut auf diese Art der Aufgabenstellungen einstellen. Mit viel Fleiß kann ein mittelprächtig veranlagtes Kind eine gute Note schreiben, ohne dass das Kind danach in der Lage wäre eine Rechenaufgabe aus der Landschaftsgärtnerei zu lösen.

Nach einigen Monaten kann es nicht einmal mehr AUfgaben aus dem normalen Leben lösen.

Zitat von mensch-maennlich
Da frage ich, wozu man das überhaupt alles an der Uni pauken muß als späterer Ingenieur in der Wirtschaft und nicht Forschung. Meiner heutigen Ansciht nach dient das fast alles nur zum aussieben. Um einen Elite Gedanken zu bewahren und gleichzeitig mit den Massen, die nach den 68er Reformen an die Unis kamen umzugehen, ohne tatsächlich mehr Menschen handfest bilden zu müssen (was dann erst nach dem aussieben im Hauptstudium geschah bzw. vielleicht/hoffentlich heute im Master Studium).
Ich sehe das nicht so. Keine Firma kann es sich erlauben Leute zu beschäftigen, die am Rande ihres Horizonts arbeiten und die manchmal nicht einzuschätzen wissen, wann sie ihren Horizont verlassen. Ich bin auch froh, dass Krankenschwestern, Lehrer und Apotheker mehr können als das was sie in ihren Routinetätigkeiten können müssen.

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Berg 02.08.2014, 19:59
252.

Zitat von dickebank
So sucht aber heute kein Mensch mehr seinen Studiengang aus. An welcher Hochschule kann ich mit meinem Abi-Durchschnitt welchen Studiengang in einem meiner drei Wunschorte belegen und wie sind die zukünftigen Gehaltsaussichten ohne jahrelange Praktika unbezahlt absolvieren zu müssen. Interessa am Studiengang ist doch wohl kein ausschließliches Kriterium, nicht umsonst heißt es ja in jedem Ratgeber, dass junge Leute flexibel sein müssen.
Das ist doch eine ganz schwache Gegenargumentation. Ich weiß nicht, welche Studenten Sie kennen gelernt haben - in meinem Studiengang wollten alle neue Fördertechnik, Containersysteme, Hafenkrane, Drehbühnen, Tagebaugeräte usw. projektieren, konstruieren, berechnen. Dass bei besten Leistungen auch bestes Geld folgt, war/ist logisch. Und wer nicht viel Leistung zustande bringt, hat persönlich ein Problem zu lösen.

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