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"Game of Thrones" statt Uni: "Wer eine Klausur schiebt, schiebt auch die nächste"
DPA

Ein wichtiges Wort während des Studiums von Tabea Mußgnug war: Prokrastination. Hier erzählt sie, warum ihr Freund der Godfather des Aufschiebens ist - und wer wirklich Schuld daran hat, dass Studenten ihre Hausarbeiten nicht schreiben.

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cor 10.08.2015, 12:09
10. Sie schliessen von sich auf andere.

Zitat von peterbuske
Aber die unglaubliche Zeitverschwendung der jungen Leute vor dem Bildschirm ist schier unfassbar.
Ich finde es immer hochamüsant, wenn jemand mit dem Finger auf andere zeigt und dann sagt "Was eine Zeitverschwendung". An Ignoranz und Arroganz ist so was schwer zu überbieten.

Sie haben doch nicht die leiseste Ahnung, ob es vielleicht für die Person wichtig ist.

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kaffee-junkie 10.08.2015, 12:13
11. Wirklich wahnsinnige Zeitverschwendung

Ich habe mich zu meiner Studenten-Zeit auch mal gerne ablenken lassen. Meistens aber eher lange Nächte gehabt.
Es kam auch vor, dass mich mal eine Serie gefesselt hat und ich alle Folgen hintereinander weg gucken wollte.

Aber diese riesen Anzahl von Serien als "Turnus" zu gucken ... da kommt es einem ja vor als ob Sie den ganzen Tag vor dem TV hängen! Draußen ist das wahre Leben! Wenn Sie sich dann allerdings noch mit Freunden treffen und das machen, was man als Sozialleben bezeichnet, kann ich verstehen, warum Klausuren liegen bleiben.

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coyote38 10.08.2015, 12:20
12. Dito ...

Zitat von GeMe
Ich habe an der Bundeswehr Uni studiert. Dort studiert man nicht in Semestern, sondern in Trimestern. Jedes Quartal ist ein Trimester. Im Sommerquartal waren keine Vorlesungen, da musste man seinen Jahresurlaub nehmen und schrieb in den verbleibenden 6 oder 7 Wochen Hausarbeiten. Sobald man vom Prof. das Thema übernommen hatte, lief die Zeit. 4 Wochen später musste die Arbeit beim Prüfungsamt vorliegen. Die übrigen 3 Quartale waren vom ersten bis zum letzten Tag mit Vorlesungen, Seminaren und Übungen gefüllt. Jeweils in den letzten ein oder zwei Wochen des Quartals wurden alle Klausuren geschrieben, so dass man quasi jeden Tag eine zu schreiben hatte. Wenn der Lernstoff zu viel wurde, blieb einem nichts anderes übrig als eine Klausur auf den Nachschreibetermin zu schieben. Wer diese Möglichkeit nutzte, war automatisch im 1. Versuch durchgefallen. Man überlegte sich also genau ob man schiebt oder besser nicht.
Hier ebenso. Was Sie allerdings noch vergessen haben zu erwähnen, ist die Tatsache, dass Sie bei Zeitverzug im Studium von mehr als einem Trimester zwangsexmatrikuliert und aus der Bundeswehr rausgeschmissen worden wären. Erkenntnis des Ganzen: Man kann PROBLEMLOS in dreieinviertel Jahren einen Diplomstudiengang (das gab's damals bei mir noch)erfolgreich absolvieren, für den man an einer "freien" Universität locker fünfeinhalb Jahre benötigt. Dafür muss man dann allerdings tatsächlich AKTIV STUDIEREN.

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histo4535 10.08.2015, 12:22
13. Hausarbeiten auch nach ein einhal Jahren abgeben?

Es muss sich hierbei um Studenten mit sehr alten Prüfungsordnungen handeln, denn nach heutigen Prüfungsordnungen kann ich eindeutig keine Hausarbeit drei Semester später abgeben. Zumindest in dem Punkt ist die Relevanz am auslaufen. Was die Prokastination betrifft, ja die gibt es.

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daphna 10.08.2015, 12:26
14. Und andere Leute...

Zitat von peterbuske
"Ansonsten wiederhole ich in einem regelmäßigen Turnus "Friends", "Sex and the City", "Gilmore Girls", "How I Met Your Mother" und "Big Bang Theory" und offenbare mich darin als absoluter Mainstream. " Dazu "Game of thrones", Facebook und 9gag. Fällt eigentlich niemandem auf, wie viel Zeit der allerbesten Gesundheit und größten Leistungsfähigkeit hier verschwendet wird? Wenn ein pflegebedürftiger 90jähriger sich den Tag mit Musikantenstadl, Rosamunde Pilcher und Co ausfüllt, dann mag man dafür Verständnis haben. Aber die unglaubliche Zeitverschwendung der jungen Leute vor dem Bildschirm ist schier unfassbar. Und zum 30. Geburtstag kann man dann Bilanz ziehen: die letzten 15 Jahre habe ich 75% meiner Freizeit dafür verwendet Fernsehserien zu schauen, die heute keinen mehr interessieren und im Internet Witzbilder zu sehen, die ich alle wieder vergessen habe. Toll!
...verschwenden ihre Zeit sinnlos damit, im Internet anderen Leute vorzuwerfen, wie sinnlos sie ihre Zeit verschwenden. Oh the irony.

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colinchapman 10.08.2015, 12:29
15. teils teils

Es hat nichts mit Aufschieberitis zu tun, wenn man nicht alle Unversitätsprüfungen gemäß Studienplan schreibt. In meinem Studium war der Prüfungszeitraum drei bis vier Wochen lang, wenn in einem Prüfungszeitraum mal laut Studienplan drei Klausuren angestanden hätten, habe ich mir die zwei heraus gesucht, die terminlich am weitesten voneinander entfernt lagen, und die mittlere auf nächstes Semester geschoben. Auf zwei Klausuren konnte man sich halbwegs gescheit vorbereiten, auf drei zugleich nicht. so habe ich für das Vordiplom fünf statt sechs Semester benötigt. geschadet hat es mir nicht. Meinen Noten tat es eher gut.

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Allgemeinbetrachter 10.08.2015, 12:38
16. manchmal ganz gut

Ich musste zu meiner Studienzeit binnen 2 Wochen 12-15 Prüfungen absolvieren. Wenn ich da was schieben konnte habe ich geschoben und somit mehr Zeit gehabt um mich darauf vor zu bereiten. Das nennt man nicht rausschieben sondern Zeitmanagement (Es wird prioisiert!). Wenn natürlich wegen Freizeitaktivitäten geschoben wird ist das was anderes, dann ist es einfach Faulheit.

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Mastermason 10.08.2015, 12:42
17.

Zitat von ambergris
Ich habe mein erstes Studium, ein altes Magisterstudium, in den Sand gesetzt zum großen Teil eben aufgrund der Prokrastination. Das Schreiben der Hausarbeiten war nicht wirklich etwas für mich, vor allem weil ich mich nur selten hinsetzen konnte und einfach etwas Anspruchsloses, aus drei, vier Artikeln zusammen gesetztes Wiederkäuen bestimmer Artikel schreiben konnte. Ich wollte mit jeder Arbeit der Menschheit etwas geben, was natürlich grandios an dem geforderten Format scheiterte. Ein zweites Studium, diesmal Bachelor/Master fast ohne Hausarbeiten, aber dafür mit Prüfungen zu festgesetzten Zeitpunkten und dem Punktesystem hat dann gepasst. Prokrastination ist da eigentlich unmöglich, da man Schritt für Schritt weitergedrückt wird. Leute, die Schwierigkeiten mit Prokrastination haben, sollten wohl von Hausarbeiten Abstand nehmen. Da ist zu viel Freiheit dabei, und die Arbeitslast, wenn man es gut machen will, ist zu hoch, um schnell noch irgendwie zu bestehen, wie man es vielleicht bei einer Prüfung machen kann. Hauptsache Ausreichend, sozusagen.
Auch ich habe nach der alten Prüfungsordnung einen Magister gemacht. Die Hausarbeiten/Referate waren bei uns alles andere als "etwas Anspruchsloses, aus drei, vier Artikeln zusammen gesetztes Wiederkäuen bestimmer Artikel", sondern teils 30seitige Texte, für die man sich auch mal drei, vier Wochen den A*** in der Bibliothek platt saß. Natürlich hat man damit der Menschheit nichts "gegeben", weil die Menschheit mit Ausnahme des Prof. bzw. der lieben Kommilitonen nichts davon mitbekam. Aber sie waren harte Arbeit, die man zeitgerecht einreichen konnte, wenn man sich an ein paar Regeln hielt. Die Wichtigste: Die Deadline einhalten, als ob das Leben (sic!) davon abhängt. Alles andere sind faule Ausreden.

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erwin dunn 10.08.2015, 12:48
18. @8

Prinzipiell kann man Ihnen recht geben. Es wird viel Lebenszeit quasi vergeudet, sei es durch Gaming, exzessives Feiern, Drogenkonsum etc. etc.. Die große Frage ist nur, warum Menschen dies betreiben. Es handelt sich hierbei schlicht um einfach um eine mentale Flucht. Warum wird geflüchtet, vor was wird geflüchtet? Meiner Überzeugung nach wird viel zu viel in zu kurzer Zeit verlangt. Dies betrifft nicht nur ein Studium, das finden Sie überall:Grundschule, weiterführende Schule, im Arbeitsleben (egal ob hoch oder niedrig qualifizierte Arbeit), in der Lehre und nochmals etc. etc.. Wir betreiben schon seit längerem eine Überforderung in jedem Lebensbereich, wir sollen funktionieren wie Roboter. Das Problem bei den meisten ist jedenfalls nicht, dass sie ihr Leben für irgendwas vergeuden und deshalb im Leben nicht weiter kommen oder Schwierigkeiten haben. Es ist umgekehrt, wir stehen vor hohen psychischen und physischen Schwierigkeiten, welche heute leider als Norm angesehen werden, und deswegen flüchten sich die Menschen in genau diese sinnlosen Tätigkeiten. Einfach, um sich abzulenken. Das ist das eigentliche Problem.

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numey 10.08.2015, 12:51
19.

"dann ist es einfach Faulheit."

Nein, eben nicht!

Es ist eine Antriebsstörung!
Es schadet den Menschen, die davon betroffen sind, wenn ihr Problem immer und immer wieder als "einfache Faulheit" abgehakt wird. Diese "Erklärung" befreit von der Notwendigkeit, zu überprüfen, ob mehr dahinter steckt. Die Betroffenen selbst glauben, sie sind ja nur zu faul, und sie machen alles nur noch schlimmer damit, wenn sie versuchen, sich zu ZWINGEN, nicht mehr faul zu sein.

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