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"Game of Thrones" statt Uni: "Wer eine Klausur schiebt, schiebt auch die nächste"
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Ein wichtiges Wort während des Studiums von Tabea Mußgnug war: Prokrastination. Hier erzählt sie, warum ihr Freund der Godfather des Aufschiebens ist - und wer wirklich Schuld daran hat, dass Studenten ihre Hausarbeiten nicht schreiben.

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bolshi 10.08.2015, 12:51
20. Scheine splitting

Im Grundstudium lief's generell so, dass ich die 1. Hälfte Scheine im Prüfungszeitraum machte, die 2. Hälfte im 1. Nachprüfungszeitraum, Wiederholungen im 2. Nachprüfungszeitraum. Don't forget: Du bist der Regisseur deiner Veranstaltung.

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harryholdenwagen 10.08.2015, 13:11
21.

Wie bin ich hier her gekommen? Ich muss doch die Hausarbeit fertig schreiben. Jetzt kommentiere ich hier auch noch. Das kostet noch mehr Zeit und die Buchstaben, die ich hier schreibe, hätte ich auch für meine Hausarbeit nutzen können.

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levelup 10.08.2015, 13:12
22. Sowas

ist bei dieser Serien-Auswahl unentschuldbar! Wären es "Fargo", "Homeland", "24" oder wenigstens "Akte X", wäre's sicherlich eine ganz andere Baustelle. Aber so...

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schwadlappen 10.08.2015, 13:43
23. Also ich finde es faszinierend...

... wie bei selbst einem so einfachen Thema pseudowissenschaftliche Erklärungen diskutiert werden, obwohl es nur eine Sache der Disziplin ist. Als könnten die armen Studenten nichts dafür. Das Problem ist aus meiner Sicht ein anderes: Die Studenten werden heute irgendwie dazu erzogen, dass jeder meint, dass er erwas ganz Besonderes ist und man lieber über die Unsinnigkeit von Hausarbeiten philosophiert anstatt sich auf den Hintern zu setzen und es zu machen. Ein Bestandteil des Beruflebens ist auch, dass man Aufträge - erscheinen diese noch so unsinnig - zeitnah ausgeführt werden, ich bin bei Berufsanfängern, insb. Studenten vorsichtig, bevor ich die einstelle, da die gern meinem, dass die in Ihrer ersten Woche schon meinen das ganze Unternehmen besser zu kennen als jeder andere. Meistens sind es einfach nur Ausreden, weil man feste Strukturen verlernt hat und die Aufgaben einen doch überfordern. Warum? Klar, wer Hausarbeiten auf den letzten Drücker mittels Google erledigt, liefert zwar ein durchschnittliches Ergebnis, hat sich mit der Materie aber nicht beschäftigt, geschweige denn verstanden. Der Fall und die Ernüchterung kommt dann im Arbeitsleben, nämlich dass man durch schlaues Reden nicht vor der Arbeit drücken kann. Und Stress ist hier sicherlich kein Grund, sondern eher der Interessenskonflikt mit der am Vortag stattfindenden Studentenparty.

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jakam 10.08.2015, 13:51
24.

Schauen sie sich mal das Lernpensum versus vorhandene Lernzeit an - und dann dürfen sie, die sie im letzten Jahrtausend im gemütlichen Zuckeltempo studieren durften, ihre Klappe wieder schliessen.

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vitalik 10.08.2015, 13:54
25.

Zitat von coyote38
Hier ebenso. Was Sie allerdings noch vergessen haben zu erwähnen, ist die Tatsache, dass Sie bei Zeitverzug im Studium von mehr als einem Trimester zwangsexmatrikuliert und aus der Bundeswehr rausgeschmissen worden wären. Erkenntnis des Ganzen: Man kann PROBLEMLOS in dreieinviertel Jahren einen Diplomstudiengang (das gab's damals bei mir noch)erfolgreich absolvieren, für den man an einer "freien" Universität locker fünfeinhalb Jahre benötigt. Dafür muss man dann allerdings tatsächlich AKTIV STUDIEREN.
Wenn Sie den Sinn eines Studiums darin sehen, möglichst schnell ein Abschluss zu bekommen, dann haben Sie sicherlich recht. Andererseits gibt es auch Menschen, die sich für ihr Studium interessieren und soviel wie möglich Wissen aufsaugen wollen. Bei mir war es zB ein Projekt bei dem wir an einer Getränke-Mix-Station programmiert haben. Ein Freund von mir hat während seines Studiums an einem experimentelem Antrieb gearbeitet, ich glaube er hat sogar sein Studium 1 Jahr länger gemacht, nur damit er am Projekt weiter arbeiten konnte. Ein Urlaubssemester gehört für viele Studenten auch dazu.

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Celegorm 10.08.2015, 13:59
26.

Zitat von schwadlappen
Das Problem ist aus meiner Sicht ein anderes: Die Studenten werden heute irgendwie dazu erzogen, dass jeder meint, dass er erwas ganz Besonderes ist und man lieber über die Unsinnigkeit von Hausarbeiten philosophiert anstatt sich auf den Hintern zu setzen und es zu machen.
Ach wie schön, die unvermeidliche Gegenwartskritik. Haben Sie denn irgendeinen Hauch eines Beleges für Ihre These? Denn ich behaupte mal einfach ganz frech: Das ist keineswegs ein neuartiges Phänomen, sondern existierte in ähnlichem Ausmass schon immer.

Das Problem wird höchstens anders wahrgenommen, erstens weil das System früher wesentlich toleranter gegenüber Langzeitstudenten, individuellen Studienwegen und als intellektuelle Freiheit verkleidete Bummelei war. Heute hingegen fährt man ziemlich schnell gegen eine Wand wenn man nicht in der nötigen Frequenz liefert. Zweitens strömen immer mehr an die Hochschulen, weshalb in absoluten Zahlen auch mehr betroffen sind und deshalb die Thematik mehr Aufmerksamkeit erhält.

Zumindest wirken diese zwei Faktoren wesentlich plausibler als das irgendwie an einem vermeintlichen Erziehungstrend festmachen zu wollen. Nicht zuletzt da die heutigen Studenten wesentlich "braver", zielgerichteter und konformer wirken als ihre Vorgänger vor 30 oder 40 Jahren. Zu behaupten, die ganzen BWL-Karrieristen und Co. könnten sich schlechter einem strikten Leistungssystem unterordnen als irgendwelche 68er wirkt geradezu belustigend..

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Mastermason 10.08.2015, 14:24
27. quatsch!

Zitat von numey
"dann ist es einfach Faulheit." Nein, eben nicht! Es ist eine Antriebsstörung! Es schadet den Menschen, die davon betroffen sind, wenn ihr Problem immer und immer wieder als "einfache Faulheit" abgehakt wird. Diese "Erklärung" befreit von der Notwendigkeit, zu überprüfen, ob mehr dahinter steckt. Die Betroffenen selbst glauben, sie sind ja nur zu faul, und sie machen alles nur noch schlimmer damit, wenn sie versuchen, sich zu ZWINGEN, nicht mehr faul zu sein.
Klar, der Trend der Zeit: Verantwortung abschieben und den eigentlichen Grund pathologisieren. Dann ist der arme Student nicht schuld, sondern die verdammte Antriebsstörung. Da gibt es sicherlich ein Mittelchen gegen... Danke für die Unterstützung, Ihre Pharmaunternehmen.

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Vaen 10.08.2015, 15:04
28. @Mastermason

Nein, der Trend der Zeit ist, dass man bestimmte Verhaltensweisen wissenschaftlich besser erklären kann. Hier geht es nicht darum, wer Schuld hat, sondern wie man das Problem in den Griff bekommen kann. Und da hilft eine Ergründung der und Ansetzen bei den Ursachen wesentlich besser, als Ihr überhebliches Fleißbürger-Gepoltere.

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mcvitus 10.08.2015, 15:23
29. Mehr Disziplin und weniger Faulheit

würden garantiert helfen. Aber bequemer ist es allemal, Andere oder Anderes für die eigene Bequemlichkeit und Lustlosigkeit verantwortlich zu machen. Wer unfähig ist, seinen eigenen Studiengang halbwegs ordentlich zu organisieren, für den heißt es am Ende : herzlich willkommen in der Realität, darf ich Sie ein bisschen herumführen?

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