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Ganz harte Schule: "Auf welches Gümmi kommst du?"
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Gegen Ende der Grundschulzeit werden Kinder ständig gefragt: "Auf welches Gymnasium gehst du denn im Sommer?" Dass Erwachsene dauernd nachbohren, wirft allerdings eine ganz andere Frage auf.

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aggro_aggro 11.05.2019, 13:01
1. sehr richtig

Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber am Ende braucht jedes Kind etwas anderes in der Schule. Gesamtschulen sind für manche Kinder schrecklich, weil sie gebremst werden und manche Hobbies als Streberkram verunglimpft werden. Abitur ist aber auch nicht das Einzige was zählt. Schon die Einteilung in Klassen ist zu unscharf. Es braucht ein viel freieres System, aber mit fest vereinbarten Mindesstandards für eine Versetzung, nicht nur "weil Juli ist".

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wally76 11.05.2019, 13:01
2. Bildung ist durch nichts zu ersetzen ...

... außer durch noch mehr Bildung. Insbesondere in Deutschland betrifft dies auch stark die formale Bildung (höchster Bildungsabschluss). Klar gibt es Ausnahmen und Ausnahmetalente, die es auch so schaffen, aber ein ordentliches Abitur ist erstmal kein Fehler.

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Saure Gurke 11.05.2019, 13:22
3. Politisch korrekt, aber nicht unbedingt richtig

Chancengleichheit wird ja nun nicht hergestellt, indem alle in eine Klasse gestopft werden und einige individuelle Förderung bekommen. Chanchengleichheit besteht darin, dass ich über Umwege auch zum Ziel komme oder dass ich auf einem besonderen Weg die bestmögliche Förderung bekomme.
Der direkte Weg zum Abi ist vielleicht der kürzeste, aber nicht der allein seeligmachende. Und wer arrogant sagt: "Dann werde eben Bäcker, wenn du so weitermachst.", der hat wohl noch keine richtiges Bäckerbrötchen gegessen. Das Abi macht einen ja nun wirklich nicht zu einem Menschen 1. Klasse.
Bei meinem Lebensmittelsupermarkt erlebe ich eine junge Frau, vielleicht etwas klein gewachsen, das Gesicht ist etwas anders, aber alle Gesichter im Laden unterscheiden sich. Wenn ich will, kann ich etikettieren: Inklusionsfall. Wozu eigentlich, sie arbeit in ihrem Bereich selbständig wie alle anderen, arbeitet auch im Bereich Publikumsverkehr.

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dennis3110 11.05.2019, 13:32
4. Schulwechsel

Wir mussten uns letztes Jahr für eine weiterführende Schule unserer Tochter entscheiden. Die Empfehlung lag bei der Realschule. Wir haben Sie nach Kontakt mit allen in frage kommenden Schulen auf der letzten verbliebenen Hauptschule angemeldet. Diese hat eine höhere Wechselquote als die Realschule, was die Schüler angeht, die anschließend auf dem Gymnasium weiter machen. Unsere Tochter ist in allen Fächern ein bis zwei Noten aufgestiegen. Durch mein Engagement in der Elternschaft habe ich erfahren, dass es jedes Jahr nach der 6. Klasse richtig voll wird. Man gründet ein bis zwei neue 7. Klassen, um dort die Kinder zu unterrichten, die auch unbedingt aufs "Gümmi" oder Realschule mussten, und nun gescheitert und frustriert die Schule wechseln müssen. In vielen Fällen überfordern die Eltern ihre eigenen Kinder. Kindeswohl entsprechend?

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hileute 11.05.2019, 13:37
5. Durch die Abschaffung der hauptschule

sind real und Gesamtschulen zur neuen Hauptschule und Gymnasien zur realschule und Gymnasium geworden. Das Problem daran ist das eben jedes Kind was nicht völlig bildungsfern ist nunmal auf Gymnasium muss, da es sonst den Bach runtergeht. Traurig aber leider wahr, so wirkt das auf mich zumindest

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wusel8 11.05.2019, 13:37
6. Handwerk

Mir scheint, da sind ein paar Wurmlöcher in diesem Artikel versteckt:
Da steht: "Wir schoben also die Hausaufgaben beiseite ...".
Welche Hausaufgaben denn? Ich denke, sie waren gerade bei der unangenehm fragenden Ärztin?
Und weiter: "Wieder brach Olivia in Tränen aus ..."
Wieso wieder? Es war nirgendwo die Rede davon, das Olivia geweint hat.
Liebe Redakteure: Wenn Ihr schon glaubt, dadurch besonders glaubwürdig und themenkompetent wirken zu sollen, indem Ihr in der "Ich"-Form angeblich aus Eurem Alltag berichtet, dann tut es bitte ohne handwerkliche Fehler. Besser wäre aber, Ihr bleibt ehrlich. Auch das hat nämlich etwas mit der Glaubwürdigkeit der Presse und ihrem Ruf zu tun.

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kaltschale 11.05.2019, 13:42
7. Gümmi?

Ich dachte, dass wäre Kondom auf türkisch. :-)

Oder war ein Gymi gemeint?

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hirsnemehism 11.05.2019, 13:52
8. Bildung...

...ist für jeden etwas Anderes. Leider wird Schul- und später weitere (Uni-)bildung inzwischen ausschließlich wirtschaftsbezogen gesehen und vermittelt. Was nicht produktiv (aus)genutzt werden kann, ist bildungspolitisch inzwischen ja höchstens noch zweitklassig. Was also nicht auf ein "hochwertiges" Berufsleben vorbereitet, fällt demnach schon mal bei vielen Menschen durch. Wie auch die Autorin, sehe ich sehr kritisch, dass die Grundschulzeit schon nach der vierten Klasse endet. Da sind die Schüler noch so sehr Kind, dass in meinen Augen die "Eingleisung" in die jeweilige Oberstufe zu früh erfolgt. Als seinerzeitiger Schüler in Berlin (West) endete meine Grundschulzeit erst nach der sechsten Klasse. ...und selbst das ist noch sehr früh, da damit sehr früh im Leben wesentliche Weichen gestellt werden. In meinen Augen wäre es am sinnvollsten, die Klassenverbände ab Einschulung bis zur 10. Klasse zusammen zu lassen. Schon allein, um wenigsten einen Hauch von Chancengleichheit zu erhalten. Das momentane System wird den zukünftigen Herausforderungen vermutlich nicht mehr gerecht werden können, die eher eine Verringerung von "Wirtschaftsleistung" erfordern, da nur dadurch noch der weltweite ökologische Kollaps wenigsten verzögert werden kann. Wissen nur um des Wissens wegen ist heutzutage ja leider eher verpönt. Jedenfalls, solange es sich nicht vermarkten (ausbeuten) lässt. Und genau das bildet das aktuelle Schulsystem auch ab.

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dasfred 11.05.2019, 13:56
9. Es geht auch erstmal ohne Gymmi

Ich bin vor nun 50 Jahren von der Grundschule zur Realschule gewechselt. Da waren die Anforderungen so, dass ich auch ohne große Anstrengungen, mit sehr viel Freizeit, die Schule schaffen konnte. Alle Nachbarskinder kamen natürlich auf das Gymnasium. Zuerst. Bis dann die Hälfte nach und nach zur Realschule wechseln musste. In der Zehnten Klasse habe ich mich dann entschieden, doch Abitur zu machen. Mit meinen Pubertätsproblemen war ich durch, einige Gymnasiasten kannte ich aus dem Tanzsportclub und mein Notenschnitt reichte völlig, um direkt in die elfte Klasse zu wechseln. Es gab in keinem Fach nennenswerte Defizite, die ich hätte aufholen müssen. Warum soll man es Kindern unnötig schwer machen? Jungs und Mädels, die nach der Grundschule noch auf gleicher Höhe sind, kommen nun mal zu unterschiedlichen Zeiten in die Pubertät und haben in der Zeit alles im Kopf, nur nicht Klassenbeste zu werden. Da muss man die Kinder doch nicht unnütz frustrieren. Gemeinsam Grundlagen lernen und zusätzlich individuelle Interessen fördern, bringt auf Dauer mehr. Wie viele Realschüler haben mit 20 Jahren schon einen ersten Berufsabschluss, wärend viele Abiturienten erstmal eine "Findungsphase" durchmachen müssen? Achtet auf das Wohlergehen eurer Kinder heute und plant nicht eine Zukunft, die dann kläglich scheitern muss.

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