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Ganz harte Schule: "Auf welches Gümmi kommst du?"
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Gegen Ende der Grundschulzeit werden Kinder ständig gefragt: "Auf welches Gymnasium gehst du denn im Sommer?" Dass Erwachsene dauernd nachbohren, wirft allerdings eine ganz andere Frage auf.

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three-horses 11.05.2019, 15:25
20. Die Bescherung.

Zitat von Phil2302
Also wir kommen mit ca 75 Schülern in die EF und nehmen etwa 40 bis 45 Realschüler auf. Davon schafft allerdings gut ein Viertel die EF nicht, wobei ich auch nicht verstehe, warum man mit einer 4 in Mathe auf der Realschule wechseln darf. Von den 75 Schülern unsererseits sind übrigens auch genug dabei, welche das Abitur nicht schaffen.
Da haben Sie was vorzuweisen. Das nennt man Erfolg. In der Industry
sind 5% schon eine Menge. Nach Oben droht die Pleite. Und wenn man so die Nachrichten verfolgt, ist es auch soweit.

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ralf12012019 11.05.2019, 15:28
21. 95%

Es wäre gut, wenn schon 95% der Kinder in der 4. Klasse wüssten, dass sie auf die Realschule oder die Hauptschule (eupym. Mittelschule) gehen müssten. Es werden ganze Generationen durch Gymnasium und noch schlimmer, später durch die Universität gedrückt, um sich dann in einem "Low cost"-Beruf zu verdingen. In unserer Gesellschaft gibt es nunmal nur ein paar Spitzenforscher und Ingenieure, die eine wissenschaftliche Ausbildung für ihren Beruf benötigen. Bei dem Rest würde die Realschule völlig reichen. Viele kaputte Kinderseelen könnte man sich sparen.

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ralf12012019 11.05.2019, 15:45
22. Woran liegt's

Vor 20 oder 30 Jahren war es völlig normal, wenn alle auf die Realschule gingen. Ein paar "Leuchten" durften auf's Gym. Die wurden dann Pfarrer, Doktor, Ingenieur. Wie sieht es heute aus? Alle wollen auf Gym. Warum? Vor kurzem habe ich in der U-Bahn eine Lehrerin mit ihrer Klasse gesehen. Sie war blond und deutsch, ihre Klasse war Schwarzhaarig und dunkel. Da war kein einziges deutsches Kind darunter. Vermutlich eine Hauptschulklasse. Jetzt frag ich mich, welche Frau Schmidt und welche Frau Meier möchte, dass ihr Kind in die Haupschule geht? Die Politik hat Parallelgesellschaften geschaffen, die uns noch sehr weh tun werden.

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loncaros 11.05.2019, 15:48
23.

Wer seinen Kindern heute nahelegt, einen mittleren Schulabschluss und danach eine Berufsausbildung anzustreben, der möge dann aber auch bitte konsequent genug sein und diese Kinder so lange finanziell weiter zu unterstützen, dass diesen ein anständiges Leben mit eigenen Kindern möglich ist.

Denn auf dem Arbeitsmarkt schlägt solchen Menschen ausreichend Verachtung entgegen. Prekäre Beschäftigung, Leiharbeit, nur befristete Arbeitsverträge und natürlich eine Lohnobergrenze, über die ein Bachelor in einem MINT Fach schon am ersten Arbeitstag locker drüberspringt, ganz ohne Berufserfahrung.

Ein Studium ist in vielen Branchen heute Vorraussetzung, wenn man human behandelt werden möchte.

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loncaros 11.05.2019, 15:55
24.

Zitat von danny1805
Das gute ist das es hier in Deutschland immer noch möglich ist auch nach der üblichen Schulzeit sein Abitur oder Fachabi nachzuholen, dass mach ich momentan und kann dies nur weiter empfehlen,es ist nie zu spät für den 2.Bildungsweg. In diesem Sinne ein schönes Wochenende noch allerseits : )
Sind die Eltern, die diesen Weg als Allheilmittel vorschlagen, auch gewillt diese zusätzlichen 3 Jahre ihre Kinder finanziell voll zu unterstützen? Der zweite Schulweg ist nämlich kein bisschen leichter als der erste, und die romantischen Vorstellungen des selbstständigen Kindes, das nebenbei 20 Stunden irgendwo jobbed um sich sein Leben zufinanzieren, enden dann mit einem Durchfallen durch die Probezeit oder Abschlussprüfung.

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loncaros 11.05.2019, 16:01
25.

Zitat von ralf12012019
Vor 20 oder 30 Jahren war es völlig normal, wenn alle auf die Realschule gingen. Ein paar "Leuchten" durften auf's Gym. Die wurden dann Pfarrer, Doktor, Ingenieur. Wie sieht es heute aus? Alle wollen auf Gym. Warum? Vor kurzem habe ich in der U-Bahn eine Lehrerin mit ihrer Klasse gesehen. Sie war blond und deutsch, ihre Klasse war Schwarzhaarig und dunkel. Da war kein einziges deutsches Kind darunter. Vermutlich eine Hauptschulklasse. Jetzt frag ich mich, welche Frau Schmidt und welche Frau Meier möchte, dass ihr Kind in die Haupschule geht? Die Politik hat Parallelgesellschaften geschaffen, die uns noch sehr weh tun werden.
Also bitte, ich bin 37 und bei uns im Gymnasium zählte die 5. Klasse bis zum Buchstaben F hoch. In der 8. Klasse war man dann schon bis zum E zurückgefallen, und die Klassen waren 2-3 Schüler kleiner. Sprich von 180 waren noch ca 140 übrig.

Da war es genauso normal, Kinder aufs Gymnasium zu schicken, bei denen die Lehrer sagten, eine andere Schulform wäre besser. Ich war nämlich genau so eines.

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seikor 11.05.2019, 16:14
26. das Schlimmste sind die Eltern selbst

Die Eltern setzen ihre Kinder unter erhöhten Lerndruck, um die Fragen der anderen Eltern nach der weiterführenden Schule mit einem selbstsicheren "Gymnasium" beantworten zu können. Es ist grauenvoll. Da werden Grundschulkinder von Helikoptereltern in Nachhilfe gepresst und an Nachmittagen festgesetzt, nur um irgendwelche Notenschnitte zu schaffen.
Dabei wäre eine Diskussion, ob die Eltern den Schultyp entscheiden dürfen, doch eigentlich lächerlich - das Ergebnis wäre da ja vorbestimmt. Sinnvoll hingegen ist (wie z.B. in Bayern), dass Fachleute (Lehrer) anhand der Leistungen objektiv über den Fortgang entscheiden. (Probleme gibt es natürlich in jedem System, aber wo gibt es die nicht?) Das Schulsystem ist ja für alle nonkonformen Wege durchlässig genug. Die Gesellschaft muss wegkommen von dem "Schultyp=Intelligenzquotient"-Gelaber. Entscheiden die Eltern selbst, sitzen überforderte Kinder auch noch in der 5. und 6. Klasse im Gymnasium, bis sie frustriert vor lauter schlechten Noten in den Rachen einer nicht so anspruchsvollen Schule geschmissen werden... Unser Schulsystem ist so, wie es ist. So schlecht war das doch in den letzten Jahrzehnten jetzt wirklich nicht!? Machen wir es doch nicht kaputt durch zig Neuansätze, Vereinfachungen und Verbiegungen. Ich habe den Eindruck, die neuen Egoisten-Generationen wollen alles nach ihrem subjektiven Willen formen - ob es sinnvoll ist oder nicht. Mit Rahmenbedingungen kommt die junge Elterngeneration und noch weniger deren Smartphone-Kinder nicht mehr klar, also muss der Rahmen weg. Wieso eigentlich? Er stellt den einzigen Schutz dar.

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seikor 11.05.2019, 16:21
27. haben Sie nie Kinder gehabt?

Zitat von three-horses
Warum kann man nicht ab der 5te Klasse nach Fach studieren? Sich an dem gewünschten Beruf zu orientieren?
Manche Ideen sind wahrlich zu abstrus, um selbst drauf zu kommen... Ein 5.Klassler ist ungefähr 11 Jahre alt, das sind kleine lego- und puppenspielende Kinder. Die wollen Sie wirklich für ihr ganzes Leben auf einen Beruf/Fach festlegen? Das geht gar nicht! Viele Kinder entwickeln ihre geistige Reife und ihre Interessen erst in viel späterem Alter.

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seikor 11.05.2019, 16:29
28. und wie wollen Sie kompEtent differenzieren?

Zitat von fkfkalle3
Es ist völlig ausreichend , wenn man den "Spreu vom Weizen" nach den wichtigen ersten acht Jahren der Schulzeit tätigt.
@19: Sie sind offenbar ganz weit von der Schule weg... sonst wüssten Sie besser um die Anforderungen in der Unter- und Mittelstufe Bescheid. Es doch ist schon jetzt in der Grundschule schwierig, den unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten der Kinder Rechnung zu tragen. Eine erste Erlösung folgt nach der 4. Klasse: endlich müssen sich die schlauen Schüler nicht mehr mit Blödkram langweilen und die schwachen Schüler werden nicht mit dieser unsäglichen Denkarbeit konfrontiert. Sie wollen das auf nach die 8. Klasse verschieben? Wahnsinn! So was würde nur klappen, wenn in den 8 Jahren zuvor eine Binnendifferenzierung funktionieren würde, z.B. durch Kurse mit unterschiedlichen Leistungsniveaus - denn in einer Klasse bekommen Sie das keinesfalls gebacken. Das würde sich dann Gesamtschule nennen und die hat ja so ihre eigenen Problemchen... ich bin von einem dreigliedrigen Schulsystem überzeugt.

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ralf12012019 11.05.2019, 17:33
29. Klassische Schicksale

Eine Kollegin von mir hat heuer auch das Abitur gemacht. Eigentlich war ihr Sohn angemeldet, aber defakto hat sie es gemacht. Das arme Kind ist total fremdgesteuert und völlig hilflos. Die Mutter ist eine Furie, die ihren Apfel überwacht, wie die Amis die Islamisten. Wenn man ehrlich ist, der Junge ist völlig minderbemittelt (ich kenne seine Klausur-Leistungen im Gym), aber die Mutter hat entschieden, dass er hochbegabt ist etwas Besseres wird. Ich frage mich, was es der Gesellschaft bringt, wenn so ein armer Mensch dann studieren muss. Aber vermutlich wird seine Mutter im Hörsaal unter der Bank sitzen...

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