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Ganz harte Schule: "Auf welches Gümmi kommst du?"
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Gegen Ende der Grundschulzeit werden Kinder ständig gefragt: "Auf welches Gymnasium gehst du denn im Sommer?" Dass Erwachsene dauernd nachbohren, wirft allerdings eine ganz andere Frage auf.

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1948-2008 14.05.2019, 15:34
70. Abitur für alle!

Das ist die neudeutsche Devise. Anno 1900 haben 1% aller Schüler das Abitur abgelegt, anno 1975 waren es dann 22% und heute, im Jahr 2019, sind es 56%. Dabei sind die Menschen in der ganzen Zeit keinen Deut schlauer geworden, im Gegenteil, der durchschnittliche IQ ist gesunken! Und dementsprechend ist das neue Abitur für alle auch nur durch die systematische Absenkung der Standards möglich geworden.

Es wäre klüger, zum alten Modell der Schulbildung zurückzukehren: Sonderschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium bieten fein abgestuft für jeden Schüler die passende Bildung an. Aufs Gymnasium sollten es nur die hellsten Leuchten schaffen, und das können nicht mehr als zehn Prozent sein.

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otto_lustig 14.05.2019, 20:24
71. Früher waren Eltern vernünftiger

Bin schon ein älteres Semester. Ich hatte eine Empfehlung für die "Oberschule". Wegen einer schweren Lungenentzündung war ich in Freudenstadt zur Kur. Da sah ich, dass Kinder aus der Oberschule erst am späten Nachmittag aus der "Oberschule" kamen. Ich wollte nun nicht mehr zur "Oberschule". Meine Eltern haben meine Entscheidung akzeptiert und ich ging auf die "Realschule" und fiel vom Regen in die Traufe, denn der Grund für den Nachmittagsunterricht war, dass viele Schulen im Krieg zerbombt wurden. In vielen Schulgebäuden gab es zwei Schulen, die sich mit Vormittags- und Nachmittagsunterricht abwechselten .
Ich habe es trotzdem zum Prokuristen und Niederlassungsleiter eines amerikanischen Unternehmens geschafft.
Eltern sollten selbst mehr Verantwortung übernehmen, was die Bildung ihrer Kinder betrifft und die nicht auf die Schulen abwälzen.
Mein Enkel wird jedenfalls so erzogen. Dafür sorgen auch meine Schwiegertochter und mein Sohn.

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otto_lustig 14.05.2019, 20:43
72. Anno 1900 haben 1 % der Schüler das Abitur abgelegt?

Zitat von 1948-2008
Das ist die neudeutsche Devise. Anno 1900 haben 1% aller Schüler das Abitur abgelegt, anno 1975 waren es dann 22% und heute, im Jahr 2019, sind es 56%.
Das liegt wohl daran, dass nur die angebliche "Elite" zum Abitur zugelassen wurde. Der "ungebildete Rest" hatte keine Chance, selbst wenn mancher intelligenter war als die angebliche "Elite", die überwiegend aus vermögenden Familien stammte.

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lathea 15.05.2019, 09:23
73. @1948-2008 Nr.70. Abitur für alle!

Anno dazumal musste man auf dem Gymnasium Schulgeld bezahlen. Nach dem 1-ten Weltkrieg wurde teilweise begabten Kindern aus kinderreichen Familien das Schulgeld erlassen. Das Abitur hat auch etwas mit Allgemeinbildung der Bevölkerung zu tun und diese hat zum Glück gut zugenommen. Eine gute Allgemeinbildung und politusche Bildung der Bevölkerung ist Voraussetzung für eine stabile Demokratie. Deshalb finde ich Abitur oder Realschulabschluss für alle gar nicht so schlecht.

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schreckgespenst 15.05.2019, 10:53
74. blubb

Zitat von DerAndereZauberer
...und die ganze Welt, auch die Staaten die in PISA und Co. ganz oben liegen, kommen ohne den "zu doof zum Gymmi" Stempel auf der Stirn von 10 Jahren alten Kindern aus...
Naja, mittlerweile werden die PISA-Rankings von Ländern dominiert, in denen die Leistungen der Kinder in den ersten Klassen über das gesamte Leben entscheiden. Im Vergleich zu Hong Kong, Singapur Japan, Taiwan etc. sind die deutsche Grundschule und die weiterführenden Schulen ein Erholungsheim.
Gerade die PISA-Studie zeigt doch, dass es den einen Weg nicht gibt. Einerseits liegt das inklusive Finnland vor Deutschland. Andererseits auch die asiatischen Länder mit einem hochkompetitiven und fordernden Schulsystem.

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MioMioMimi 15.05.2019, 14:21
75.

Ich hatte in der Grundschule eine Empfehlung fürs Gymnasium und habe mich selbst in dem jungen Alter für die Realschule entschieden. Meine Eltern waren zunächst skeptisch aber haben meine Entscheidung akzeptiert. Mit dem Realschulabschluss erhielt ich erneut eine Empfehlung fürs Gymnasium. Diese Schulform mit ihrem enormen Druck hat mich nie angesprochen. Ich wollte stattdessen eine Ausbildung machen. Danach habe ich mein Abitur nachgeholt und Elektrotechnik studiert.
Ich bin froh, dass ich diesen Weg gegeganen bin. Auf dem Gymnasium wäre ich glaube ich nicht glücklich geworden. Die Berufsausbildung und Erfahrung in der Arbeitswelt haben mir bei der Jobsuche nach dem Studium alles andere als geschadet.

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plaudertasche123 15.05.2019, 15:21
76. @kunibertus

Zitat von kunibertus
Kinder und Enkel, von denen einer gerade jetzt sein Abitur macht. In einem anderen Beitrag habe ich bereits geschrieben, dass bei ihm die in Bayern als schwer eingeschätzten Matheaufgaben nur ein müdes Lächeln hervorgerufen haben. Solche einfachen Aufgaben haben sie in seiner Schule schon im Vorjahr gelöst. Und wenn der Aufwand, den die Schüler im Gymnasium betreiben müssen zu hoch sein sollte, muss erst mal die Frage gestellt werden, ob sie für ein Gymnasium überhaupt über die geistigen Voraussetzungen verfügen. Auch für die menschliche Intelligenz gilt die Gauß'sche Normalverteilung. Mein Enkel hat sich jedenfalls nicht über Stress beklagt. Er hat neben seinen schulischen Aufgaben noch genügend Zeit, anderen Beschäftigungen nachzugehen, z. B. Handball zu spielen (Bezirksklasse). Zur Ergänzung: Er geht allerdings seit der 5. Klasse auch auf ein mathematisch-naturwissenschaftliches ausgerichtetes Gymnasium. Dort ist zur Vorbereitung eine Aufnahmeprüfung erfolgt, in der so ziemlich die Hälfte der Bewerber aussortiert worden ist.
Ich habe von der rein stundenmäßigen Belastung in der Oberstufe geschrieben, und dem übervollen Stundenplan entkommt auch Ihr Überflieger-Enkel in Bayern nicht. 36 Stunden und so. Und ich nehme an, dass der ambitionierte junge Mann dennoch auf Klausuren lernt, Hausaufgaben erledigt, Referate und Seminararbeiten etc. macht? Und das sicherlich wie alle anderen Schüler auch in der dann noch vorhandenen Freizeit. Aufwände also, die jeder Schüler bis zum Sbi hat. DAS habe ich geschrieben, mehr nicht. Und dass ich es aus diesem Grund für ausgemachten Blödsinn halte, von einem hinterhergeworfenen Abitur zu schwadronieren. Dabei bleibe ich denn auch.

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rockwater 16.05.2019, 04:42
77. Nein

Zitat von 1948-2008
Das ist die neudeutsche Devise. Anno 1900 haben 1% aller Schüler das Abitur abgelegt, anno 1975 waren es dann 22% und heute, im Jahr 2019, sind es 56%. Dabei sind die Menschen in der ganzen Zeit keinen Deut schlauer geworden, im Gegenteil, der durchschnittliche IQ ist gesunken! Und dementsprechend ist das neue Abitur für alle auch nur durch die systematische Absenkung der Standards möglich geworden. Es wäre klüger, zum alten Modell der Schulbildung zurückzukehren: Sonderschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium bieten fein abgestuft für jeden Schüler die passende Bildung an. Aufs Gymnasium sollten es nur die hellsten Leuchten schaffen, und das können nicht mehr als zehn Prozent sein.
Am fairsten und humansten ist das Highschoolmodell. Gemeinsam, mit viel Klassen- und Freundschaftenbindung, bis zur 10. Danach ist jeder für sich selbst verantwortlich.

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themasterofdesaster 17.05.2019, 12:25
78. Rote Soße...

Wenn Politische Korrektheit in dem Zusammenhang mit Kindererziehung auftaucht, bekomme ich Brechreiz. Eigentlich immer wenn politische Korrektheit irgendwo auftaucht. . ;)

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