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Ganz harte Schule: Jungs haben es schwer? Mädchen erst recht!
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Unfaire Arbeitsteilung: Mädchen schuften in der Schule häufig für ihre verplanten Klassenkameraden mit - das Gefühl bekommt man jedenfalls als Mutter eines Sohnes. Oder wenn man selbst eine fleißige Tochter hat.

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antandre 31.05.2017, 00:46
90.

Dass man, wenn man mit anderen zusammenarbeiten muss, auf Faulpelze, die sich mitschleifen lassen, stößt, ist anscheinend sehr vielen schon passiert. Aber meine Erfahrung ist, dass das komplett geschlechtsunabhängig ist. Was allerdings schlimm ist, ist für mich, wenn ein Mann in einer Gruppe ist und es um Mathe oder Physik geht, dann automatisch gedacht wird, ER hätte die Arbeit gemacht. In meinem Studium hatte ich so einen Mitstudenten, dessen Namen ich aus Mitleid mit auf meine Lösungen geschrieben hatte und der Übungsleiter ignorierte mich stets und sprach ständig davon, wie der Mann diese Aufgabe gelöst hätte. Als ich dann allein meine Lösungsblätter abgab, hat der immer noch nicht in seine Birne gekriegt, dass auch Frauen theoretische Physik mögen und Aufgaben dazu lösen können. Also das Lehrpersonal trägt für mich eine große Verantwortung und wird dem oft nicht gerecht.
Die übelste Person, die sich mal durchschleifen lassen wollte, keinen Finger krumm machte, log, sie hätte die Aufgaben schon erledigt und am Ende musste ich es doch allein machen, war aber ne Frau, die sich auch noch ständig sonstwie kompetent gab, wenn einer vom Lehrpersonal zugegen war.

Ich finde es unmöglich, dass eine Schülerin dazu gezwungen wird, neben jemanden zu sitzen, bei dem sie als Therapeutin und Coach wirken soll. Ich frage mich auch, wie sich die Leistungen des Jungen verbessern sollen dadurch, dass das Mädchen neben ihm sitzt. Es kann doch eigentlich nur sein, dass sie ihn abschreiben lässt, denn wenn er verhaltensauffällig ist, wird er sich auch nicht mehr für den Stoff interessieren als vorher, nur dass er mit dem Mädel an seiner Seite es einfacher hat, auf ne gute Zensur zu kommen.
Man sollte die guten Schüler fördern, sie mit gleichstarken zusammenarbeiten lassen. Klar sollen sie auch soziale Kompetenzen lernen, aber ich seh das absolut nicht, wenn jemand gezwungen wird, neben einem anderen zu sitzen, durch den man offensichtlich gestört wird. Das sendet meiner Ansicht nach diesem auch das Signal, dass er trotz seines unsozialen Verhaltens mitgezogen wird und dass es FÜR IHN schon eine Lösung gibt, auch wenn er sich unmöglich verhält. Die Anreize zum sozialen Verhalten laufen doch da ganz falsch.

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fördeanwohner 31.05.2017, 05:38
91. -

Zitat von crazy_swayze
... Bei Jungs sieht dies eben anders aus. Da ist schon der Unterrichtsaufbau benachteiligend, weil eben still sitzen und lesen nicht wirklich die Lernmethode von Jungen begünstigt, die eher lautet: Lernen durch Handeln.
Auch hier stellt sich die Frage, was sich denn in den letzten Jahrzehnten so verändert hat, dass Jungen Sitzen und Lesen plötzlich nicht mehr aushalten, während sie es vor 50 noch konnten.
Damals wurde noch viel weniger "gehandelt".

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toc-ra 31.05.2017, 07:26
92. Laut Inklusion, Gender und Integration

Es sollen zwar alle da abgeholt werden wo sie stehen, aber hinterher alle zusammen das Gleiche gelernt haben. Das Bett man dann wohl "Gleichberechtigung".

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fatherted98 31.05.2017, 08:03
93. Kann....

...ich nicht bestätigen. In der heutigen Schule (schon in der Grundschule) kämpft jeder nur für sich selbst...nie oder selten für andere. Diese Gender Vergleiche entsprechen eher dem Zeitgeist.

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Semonides 31.05.2017, 08:33
94.

Zitat von mrsa
Die geniale Abkürzung "SuS" für die allseits beliebte Formel "Schülerinnen und Schüler" ...
Aus den sprachlich korrekten "Schülern" erst sperrig "Schülerinnen und Schüler" zu gendern, um sie zur Vermeidung genderkorrekter Unausprechlichkeit dann zum indefinitien Objekt "SuS" einzudampfen, desavouiert jeden Deutschlehrer (ja, explizit: auch jede Deutschlehrerin!)

Ich habe mir angewöhnt "Lehrer" auf dem gleichen Wege über "Lehrerinnen oder Lehrer" zu "LoL" abzukürzen.Passt.

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martsen 31.05.2017, 08:45
95.

Zitat von tmattm
von denen Malen, wo Mädchen durch Jungs Nachteile hatten, und dann veröffentlichen sie das als Normalität auf SPON - und die Redaktion veröffentlicht das dann auch noch unkommentiert! Jungs werden nicht benachteiligt sondern sind einfach fauler? Die Schule tut vieles was in erster Linie Mädchen motiviert: Besonders in den sprachlichen Fächern viel mir selbst auf, dass die Inhalte (Literatur, Film usw) meistens eher emotional geprägt waren und dafür wenig Handlung hatten (oh, wie habe ich "Effi Briest" gehasst).
Als ich 2004 mein Abitur machte, sagte einmal unsere Deutsch-Tutorin (Leistungskurs) zu uns 3 Jungen/junge Männer, dass wir doch unsere Klausuren mehr ausschmücken sollten. Es reiche eben nicht, eine These zu schreiben, dann Argumente und Gegenargumente kurz und knapp nieder zuschreiben. Nein, wir sollten diese, wie die Mädchen/jungen Frauen (ca. 10-12) es taten, mehr ausschmücken und blumigere Worte finden. Also nur Schmuck am Nachthemd, aus meiner Sicht.

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touri 31.05.2017, 08:49
96.

Zitat von Shelly
musste jeder sein Referat allein halten und war so für seine Note ganz allein verantwortlich.
Genau das. Ehrlich gesagt kenne ich selbst aus Studententagen keine gemeinsamen Referate, da gabs dann höchstens ab und an mal Gruppenarbeiten und so alt bin ich nun auch noch nicht.

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Leser161 31.05.2017, 09:28
97. Ja was denn nun?

Wenn schlechte Schüler von Guten profitieren (Sitzplatzproblematik) dann ist das doch schön, heisst es immer, oder gilt das nur wenn beide das gleiche Geschlecht haben?

Aber gut.

Wenn die schlechten Fussballspieler miteinander spielen, dann haben sie doch mehr Spass, als wenn sie gegen die Guten spielen müssten. Oder darf man Mädchen nur nicht als schlecht bezeichnen? Bei einer anderen Sportart müssten vielleicht die Jungs in die schlechte Gruppe (Turnen z.B. eine anspruchsvolle Sportart in der Jungs eher schlecht sind)

Gruppenarbeit. Es gibt immer schlechte Gruppenmitglieder. Ich hatte auch schon Gruppenarbeiten, da waren die Mädchen unmotiviert. Das ist ein Grundproblem von sogenannter Teamarbeit. Ist das jetzt auch nur wieder problematisch wenn verschiedene Geschlechter betroffen sind?

Ich sehe hier ein Wahrnehmungsproblem.

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Krachmacherstraße 31.05.2017, 09:46
98. Stimmt - Spitze!

Wir haben auch 3 Kinder, 22, 18 und 13. Die Kleine ist in der 7. Klasse. Genau das erleben wir auch. Sozialverhalten und Arbeitsverhalten 1, dann sitzt man neben den Störenfrieden, muss organisieren, dass jeder seine Lateinvokabeln lernt, macht Referate für die anderen mit.
Ausweg? Liebe Lehrer lasst den Geschlechterkampf nicht immer außer Acht. Macht auch mal bei Teamarbeit nur Mädchenteams und Jungsteams. Is that a start?

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florafauna 31.05.2017, 10:03
99.

Zitat von Leser 007
... dass es eben doch einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt und nicht alles von der Erziehung abhängt. Die Ursache dafür, dass Jungs in der Schule tendenziell schlechter und/oder fauler sind liegt darin, dass das den Kindern offerierte Angebot seitens der Schule in den meisten Fällen nicht angemessen ist. Die Lernanforderungen stimmen in der Regel für die meisten Mädchen, aber für die wenigsten Jungs, die ja mehr oder weniger im gleichen Alter sind. Es ist doch eine Binsenweisheit, dass sich Jungen viel langsamer entwickeln, als Mädchen. Das weiß jeder, der Elternteil von beidem ist und/oder sich mit Kindern beschäftigt. Insofern handelt die Lehrerin gemäß ihrem Erziehungsauftrag und der bei uns so etablierten Genderpolitik genau richtig, wenn sie das leistungsstarke und fleißige Mädchen neben den leistungsschwächeren und ggf. faulen Jungen setzt. Läge das Bildungs- und Erziehungsziel darin, die Vertreter beider Geschlechter möglichst optimal zu fördern, gäbe es Jungenschulen und Mädchenschulen.
Das stimmt so nicht. In Australien gab es dazu Untersuchungen. Heraus kam dabei (grob ausgedrückt): Jungen profitieren von den Mädchen, Mädchen aber umgekehrt nicht von den Jungen.

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