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Ganz harte Schule: Jungs haben es schwer? Mädchen erst recht!
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Unfaire Arbeitsteilung: Mädchen schuften in der Schule häufig für ihre verplanten Klassenkameraden mit - das Gefühl bekommt man jedenfalls als Mutter eines Sohnes. Oder wenn man selbst eine fleißige Tochter hat.

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lautlos 30.05.2017, 16:24
10. Zahlen

Was will uns die Autorin sagen? Jedes Kind hat seine Sicht der Dinge, ärgert sich über andere Dinge. Und? Welchen Erkenntniswert hat es, dass Mädchen nicht ständig in der Schule auf Wolke 7 schweben und auch ihre Probleme haben? Sie schneiden besser ab, in der Schule, an der Uni. Weil sie es verdient haben.Ohne Frage. Trotzdem muss man der Frage nachgehen, warum die Jungs schlechter abschneiden. Gerade in Zeiten in denen immer schriller von einem die Frauen unterdrückenden Patriarchat gesprochen wird. Und ich frage noch einmal, was soll der Artikel???

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großwolke 30.05.2017, 16:27
11. Krux "Team"arbeit

Meine persönliche Erfahrung sieht so aus, dass das Problem die schulische Teamarbeit an sich ist. Es ist in der Regel kein Problem, Aufgaben wie z.B. Referate so zu stellen, dass am Ende jeder für eine Einzelleistung benotet werden kann. Umso nerviger ist es, gerade für intelligente, leistungsstarke Schüler, wenn sie sich mit Koordination und Absprachen aufhalten müssen. Die sind, gerade in der anstrengenden Phase zwischen 7. und 10. Klasse, für pubertierende Kinder das eigentliche Problem. Und das völlig ohne tieferen Nutzen. Später, im Arbeitsleben, ergibt sich Teamarbeit meist völlig logisch und von alleine, durch verteilte Kompetenzen, Hierarchie, Ressourcenmanagement. In der Schule sollte im Idealfall jedes Kind den gleichen Satz an Basisfähigkeiten vermittelt bekommen, eine Aufteilung der Arbeit in Teams ist daher immer künstlich und geschieht anhand von Quantitätsgrenzen. Sowas törnt ab, und wenn Lehrer dann noch über die Benotung Anreize setzen, durch die Faulenzer bestätigt werden, kommt eben solcher Unsinn raus. Als hätten die Schüler untereinander Möglichkeiten, teamschädliches Verhalten negativ zu sanktionieren. Klare pädagogische Fehlleistung.

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Shelly 30.05.2017, 16:31
12. Und zu meiner Zeit

musste jeder sein Referat allein halten und war so für seine Note ganz allein verantwortlich.
Aber auch im Arbeitsleben geht es weiter, auch hier gibt es in Teams Drückeberger, die sollte man aber los werden, wie auch immer, denn hier hat der Spaß ein Ende.
Und zum Thema der weinerlichen Eltern, deren arme Jungs von vorwiegend Lehrerinnen benachteiligt wird.
Genau das Thema zeigt die Benachteiligung von Frauen allgemein auf. Es sollten vom Kindergarten, über Grundschule und darüber hinaus genauso viele männliche Erzieher bzw. Grundschullehrer geben wie weibliche.
Warum ist das aber in der Realität anders?
Trotz 5jähriger Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin ist dieser Beruf dermaßen schlecht bezahlt, dass ihn kein Mann ausüben kann, der auch nur irgendwie daran denkt, mal eine Familie zu gründen und das geht in der Grudnschule weiter.
Als Zubrot zum Familieneinkommen, kann man das als Frau machen bzw. besser gesagt, den Frauen diesen geringen Verdienst zumuten. Sind ja "nur" Frauen.
Geld für Bildung heißt u.a. auch, bezahlt die Erzieher vernünftig und sobald ihr das macht, wirds auch männliche Erzieher geben.
Zumindest einige.

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isar56 30.05.2017, 16:32
13.

Zitat von studibaas
Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere kommt das hin,- Und wenn ich mich an meine Fortbildungen erinnere haben die Mädchen, mittlerweile Frauen, mit einem Augenaufschlag die Männer, die sich dann voll ins Thema reingehängt haben stets zu einer kostenlosen Nachhilfe motivieren können. Nach meiner Erfahrung haben Jungs früher etwas dass sie interessiert, und da hängen sie sich rein, gerne auch später beruflich, während Mädchen, später dann Frauen, dass eben nicht machen. Außer im Erziehungswesen brauchen wir in der Berufswelt aber Spezialisten. (Für Selbstständigkeit fehlt vielen wohl der Mut, da müsste man sich auch breit engagieren).
"Außer im Erziehungswesen brauchen wir ..... Spezialisten."
???
Soll heißen Erziehungswissenschaften kann Jeder? Warum wird diese Fachrichtung/Fakultät dann nicht abgeschafft?
Haben Sie ein Bild davon, was für ein Handwerkszeug z.B. ein Sozialarbeiter in einem Jugendamt braucht, um diesen Job Jahrzehnte lang durchzustehen? Von den Nerven ganz zu schweigen?
Ein Schulsozialarbeiter? Heimerzieher?
Im Artikel ist zudem ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht darum geht, dass Mädchen IMMER die Besseren und Fleißigeren sind.
Meine Tochter hat ihren Freund im Gymnasium kennen gelernt. Ohne sie hätte er das Abitur nicht geschafft - sagt er selbst.
Und ich konnte im Gymnasium einst blinzeln wie ich wollte. Es schaute keine einzige Nachhilfestunde heraus.

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shooop 30.05.2017, 16:37
14. Frauen werden in unserer Gesellschaft abgewertet - kleine Mädchen registrieren das SEHR genau und kämpfen mit Leistung dagegen an

Die Leistungsbereitschaft der kleinen Mädchen kommt m.E. daher, dass diese von frühester Kindheit an gegen die Abwertungen, die unsere Gesellschaft Frauen angedeihen lässt, ankämpfen müssen, um ihr Selbstwertgefühl halberwege stabil zu halten. Nach dem Motto: "Denen werde ich zeigen, dass was ich kann" oder "ich bin nicht so, wie die denken". Kinder haben feine soziale und emotionale Antennen und bekommen die Geschlechter-Abwertungen sehr genau mit (besser, als wir Erwachsene das teilweise tun) und beziehen sie direkt auf sich selbst. Die Sportunterricht-Szene kenne ich ebenfalls aus meiner Schulzeit: Mein Sportlehrer hat einen Jungen, der als schwächlich galt, in die Mädchenmannschaft gesteckt, um ihn zu demütigen. Das damit auch die Abwertung der gesamten Mädchenmannschaft einhergeht, hat der gar nicht mitbekommen und es hätte ihn auch nicht interessiert. Jungen wachsen in einer Welt auf, in die Männer "die Herren" sind, die ganz selbstverständlich ihren Platz einnehmen. Mädchen müssen sich ihren Platz erkämpfen. Die uralten und nicht besonders schlauen Muster der Geschlechterrollen sind nach wie vor aktiv und ein gleichberechtigtes Nebeneinander zwischen den Geschlechtern gerade in der Arbeitswelt ist längst nicht Normalität. Leider ist die gegenläufige Tendenz aus dieser Misere, dass Jungen - will man die Mädchen fördern - benachteiligt werden. Das Textbeispiel, in dem das Mädchen dem Jungen zu einer besseren Note verhilft und sich selbst dabei verschlechtert, ist echt übel. Das Mädchen wird hier regelrecht missbraucht, um dem Jungen zu einem besseren Standing zu verhelfen. Alles in allem bringt den Mädchen diese Leistungsfähigkeit aber wenig, weil eben nicht nur "Leistung" zählt, sondern mindestens auch der Wille und die Fähigkeit, sich an den richtigen Stellen auch mal durchzusetzen und vor allem auch die Sicherheit, einen Platz auf dieser Welt zu haben. Gerade in den späteren Berufsjahren hängt der berufliche Erfolg und überhaupt der Erfolg im Leben viel mehr von den sozialen und mentalen Fähigkeiten eines Menschen ab - und diese Kompetenzen erwerben Mädchen nicht, wenn sie immer nur durch Leistung zeigen wollen, was sie können. Dieser Umstand dürfte auch an der gläsernen Decke beteilgt sein.

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phthalo 30.05.2017, 16:38
15. Referate und Noten

Ich (und viele andere Lehrer) vergebe(n) Noten für Referate wie folgt:
Es wird eine Gesamtnote für das Referat verteilt. z.B. eine 2.
Halten 3 Leute das Referat, dann gibt es insgesamt 2 * 3 = 6 Punkte.
Diese 6 Punkte dürfen die Referenten nun unter sich aufteilen. Hat ein Junge nicht mitgearbeitet, wird er von den anderen abgestraft und bekommt eine 4 während die anderen jeweils eine 1 bekommen.
Klappt im Allgemeinen sehr gut.

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arac 30.05.2017, 16:39
16. Nun ja

Subjektiv scheinen die Probleme groß zu sein. Objektiv sind sie es nicht.

-> Fall 1:
Die Lehrkraft versteht ihre Aufgabe mehrfach falsch. Erstens ist es nicht nur ihre Aufgabe, den problematischen Schüler Torben zu fördern, sondern auch die unproblematische Lea. Zweitens kann es nicht sein, dass sie die Aufgabe, Torben zu fördern, dauerhaft an eine Schülerin delegiert. Drittens ist diese Aufgabe als Jahresprojekt für eine Siebtklässlerin zu groß. Viertens kann sie nur auf Basis von Freiwilligkeit erfolgen. Fünftens sind Lehrkräfte keine Alleinherrscher - auch ihre Entscheidungen stehen zur Diskussion.
Wenn die Lehrkraft nicht zu einer konstruktiven Diskussion bereit ist, gibt es den Schulleiter oder den Unterstufenkoordinator, der eingeschaltet werden kann. Außerdem können die Eltern Lea klar machen, dass es ihr gutes Recht ist, sich zu verweigern, wenn sie angewiesen wird sich neben Torben zu setzen. Spätestens wenn Lea konsequent aufsteht und den Platz verlässt, wenn die Lehrkraft sie anweist, sich neben Torben zu setzen, wird sie sich um eine konstruktive Lösung bemühen müssen.

-> Fall 2:
Wieso bekommt die Lehrkraft diesen Vorgang nicht mit? Auch wenn die Gruppenarbeit eigenaktiv erfolgen soll, ist es ihre Aufgabe, die Gruppenarbeit ein Auge zu haben und bei Schwierigkeiten zu intervenieren. Oder waren die Probleme zu latent? Wenn ja, wieso haben die Mädchen die Lehrkraft nicht angesprochen? Im Zweifelsfall wäre es für sie ein einfaches gewesen, die Gruppe 1-2 Stunden vor dem Referat aufzuteilen - in eine Mädchen- und eine Jungengruppe, die dann konkurrierend vortragen. Das macht man einmal und danach tritt das Problem zumindest bei diesen Jungs nicht mehr auf, weil das Ergebnis zu blamabel gewesen ist.

-> Fall 3:
Die Lehrkraft hat eine Differenzierung nach Leistung vorgenommen. Was ist daran problematisch? Es gibt Situationen, in denen das Arbeiten in leistungshomogenen Gruppen sinnvoll ist. Wenn dann die Leistung geschlechtsspezifisch unterschiedlich ausfällt, ist das eben so.

-> Fall 4:
Dies ist ganz ähnlich wie das zweite Beispiel. Es hängt alles davon ab, ob die Lehrkraft im Vorfeld transparent gemacht hat, was die Ziele bei der Gruppenarbeit sind und was zu tun ist, wenn bemerkt wird, dass sie verfehlt werden. Wenn es auch darum ging, als Team zusammen zu arbeiten und dies als soziales Ziel neben einem kognitiven Leistungsziel transparent ausgewiesen wurde, sowie wenn die Lehrkraft angezeigt hat, dass die Schülerinnen / Schüler bei Schwierigkeiten mit ihr sprechen sollen und dies nicht geschehen ist, dann hat die Lehrkraft alles richtig gemacht. Und wenn nicht, dann nicht.

Alles in allem sind die vier Beispiele völlig normale Standardsituationen, mit denen Lehrkräfte pädagogisch umgehen können sollten. Dass dies im Einzelfall schief gehen kann - z. B. weil man auf eine Lehrkraft stößt, die desinteressiert ist -, ist auch klar. Solche Einzelfälle bedeuten aber nicht, dass hier Lehrkräfte regelmäßig scheitern und es dadurch Mädchen unglaublich schwer hätten. Vielmehr ist es so, dass in der subjektiven Wahrnehmung solche distinkten Ereignisse stärker haften bleiben und so leicht überinterpretiert werden.

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tmattm 30.05.2017, 16:40
17. Mütter erstellen eine Geschichtensammlung

von denen Malen, wo Mädchen durch Jungs Nachteile hatten, und dann veröffentlichen sie das als Normalität auf SPON - und die Redaktion veröffentlicht das dann auch noch unkommentiert!

Jungs werden nicht benachteiligt sondern sind einfach fauler? Die Schule tut vieles was in erster Linie Mädchen motiviert: Besonders in den sprachlichen Fächern viel mir selbst auf, dass die Inhalte (Literatur, Film usw) meistens eher emotional geprägt waren und dafür wenig Handlung hatten (oh, wie habe ich "Effi Briest" gehasst).

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Amadís 30.05.2017, 16:46
18.

"9. Klasse, Geschichte: Der Lehrer teilt Gruppen für Referate ein: drei Mädchen und Tim. Aber Tim macht nicht mit."
Da hätte ich wahrscheinlich auch quergestellt. Gruppenarbeit mit drei Mädels! Der arme Junge.
"Irritierte Blicke: Jungseltern. Darunter auch ich. "Welches Kunstprojekt?" "

Es ist ein KUNSTprojekt! In der 8. Klasse! Kunst war glaub ich noch nie das Lieblingsfach der männlichen Schülerschaft. Die Jungs werden das getan haben was nötig ist, warum die Eltern damit behelligen? Und in der 8. Klasse ist Kunst wirklich kein Fach, in dem man sich Stress machen müsste.
Halt nein. Kunst ist ein Fach um das man sich NIE Stress machen muss. Denn dort gerät man auch nicht ins Hintertreffen, wenn man dem Stoff aus dem Vorjahr nicht beherrscht.

Meine anekdotische Evidenz der Klassen 5 bis 10 ist übrigens wie folgt: Die Mädels machen sich zwar mehr Stress, dennoch waren diejenigen, die aufgrund schlechter Noten den Klassenverband verließen, bzw. aus höheren Jahrgängen dazustießen, weiblich.

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beppi 30.05.2017, 16:48
19. Thema leider völlig verfehlt, denn

Zitat von studibaas
Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere kommt das hin,- Und wenn ich mich an meine Fortbildungen erinnere haben die Mädchen, mittlerweile Frauen, mit einem Augenaufschlag die Männer, die sich dann voll ins Thema reingehängt ......
in diesem Artikel ist von ganz gegenteiligen Erfahrungen die Rede. Ihre Anmerkungen zu 'Augenaufschlägen' und dem mehr als abfälligen Hinweis auf 'Spezialisten im Erziehungsbereich' sind überdeutlich. Außerdem strotzt Ihr Beitrag nur so von Rechtschreibfehlern. (Fortbildungen ...??)

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