Forum: Leben und Lernen
Ganz harte Schule: Mathe im Guantanamo-Wohnzimmer
Birte Müller

Neulich hatte ich einen Albtraum: Ich musste Matheaufgaben mit meiner bockigen Tochter machen. Auf immer. Und ewig.

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NewYork76 11.05.2016, 15:20
100. Aha...

Zitat von emporda
Eltern in den USA unterrichten 1,8 - 2,0 Mill. ihre Kinder per "home schooling", den Kindern fehlt elementares Wissen und die Sozialkompetenz sich in Gruppen zu behaupten. Laut "Home School Legal Defense Association" (HSLDA) reicht dazu die Bibel und wenige Stunden täglich, Erfahrung und Wissen sind nicht notwendig. Vermittelt wird "Lesen und Schreiben", "Texte und Sprache" und das Einmaleins als "Zahlen und Mathematik". Ein Home Schooling......
Und das hat mit dem Artikel jetzt was zu tun? Genau. Nichts!
Aber die dummen Amis mal wieder...

Uebrigens:
- 1,8 - 2 Mio. Kinder sind in den USA gar keine so hohe Quote
- Home Schooling gibt es auch in Deutschland
- Home Schooling muss sehr differenziert betrachtet werden; die USA sind nicht Deutschland;
Aber tut mir leid ich vergass: Alle Amis sind ja dumm.
Na dann...

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Newspeak 11.05.2016, 22:23
101. ...

Die Situation ist gut geschildert, auch als literarische Zuspitzung in einem Traum.

Ich denke, als Eltern kann man da nicht viel machen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß Mathematikhausaufgaben in der Mittelstufe bei mir oft in Weinen endeten und vorher viel schlechte Stimmung herrschte. Natürlich wollte meine Mutter auch, daß ich die Aufgaben mache, und sogar ich hätte gerne das Erfolgserlebnis gehabt, aber ich habe es damals nicht verstanden, nicht, was ich machen soll, und nicht, wozu ich es machen soll. Folglich war es mir irgendwann egal, ich habe den größten Unsinn hingeschrieben und es stehen lassen, dann konnte zumindest niemand sagen, ich hätte es nicht gemacht. Damals habe ich Mathe gehasst.

Heute finde ich Mathe großartig und bedauere diese Zeit. Ich weiß aber auch, oder denke es, zu wissen, woran es lag. Es geht wirklich darum, zu zeigen, wofür es gut ist. Ich habe im Nachhinein immer dann Mathematik interessiert gelernt, wenn ich verstanden hatte, wofür ich es brauchen will. Was die Idee dahinter ist. Leider wird das in der Schule kaum vermittelt. Mathe ist dort immer nur RECHNEN nach einem bestimmten überprüfbaren Kalkül. Mathe, in Wirklichkeit, ist aber DENKEN. Das kann man sogar mit dem Blick in den blauen Himmel tun. Aber denken ist eine unerwünschte Tugend in einem Land der marktkonformen Opportunisten. Ein Kalkül, das man ohne Nachzudenken beherrscht, weil einem eine Autorität das sagt, passt viel besser. Echte Mathematiker müssen die meiste Zeit gar nichts rechnen, da geht es darum, Dinge zu verstehen. Das was mir früher nicht gelang und extrem frustrierend war, das was heute den Unterschied in meiner Bewertung des Fachs macht.

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Alfons Emsig 12.05.2016, 11:24
102. Dyskalkulie?

Falls sich die Abneigung gegen Hausaufgaben nur auf das Fach Mathematik (dem Foto nach zu urteilen, 1. Klasse Grundschule) bezieht, vielleicht mal Dyskalkulie als mögliche Ursache in Betracht ziehen. Dagegen hat bei uns eine App geholfen: Kostenpflichtig, aber jeden Cent wert, weil sie unserem Kind die nötige Sicherheit und Selbstverständlichkeit im Umgang mit Zahlen vermittelt hat. Seitdem flutscht es nur so mit den Hausaufgaben. Und an alle Besserwisser: Ja, das Schulfach heißt Mathematik, auch wenn da in der Grundschule nur gerechnet wird.

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Spiegelwahr 12.05.2016, 11:29
103. Der ist Gut

Zitat von AlaskaSaedelaere
Mit anderen Worten: Erst müssen die Hausaufgaben nicht fertig sein, dann gibt es Abendessen. Vielleicht meinten......
Doppelte Verneinung und das in Mathe. Dank für diesen Hinweis.

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tenny09 13.05.2016, 08:46
104. Sie wird's schon kapieren

Hausaufgaben sind lästig. Trotzdem bin ich mir sicher, dass ihre Tochter die Grundzüge der Mathematik verstehen wird. Ob sie sich dafür mit frustigen Hausaufgaben quälen muss? Dann lieber mal ein Jahr wiederholen lassen. Man muss Mathe nicht immer gleich verstehen. Manchmal dauert es, bis es klick macht.

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tenny09 13.05.2016, 09:01
105. Wir Eltern sagen das nicht ...

Zitat von Miere
Man könnte sich im Matheunterricht auch mal vorstellen, man sei Investmentbanker und würde mit der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten und Gewinnmargen einen Haufen Geld verdienen. Vielleicht wäre es dann interessanter. Spanisch, Französisch oder Chinesisch lernen ist auch nicht einfach, wird aber nicht gleich als aussichts- und nutzlos abgestempelt.
... und trotzdem sperrt sich unsere 8jährige gegen Mathe. Dabei ist sie nicht mal schlecht. Es macht ihr schlicht nicht soviel Spaß wie Deutsch oder Sachunterricht. Geld ist ihr noch vollkommen egal, damit könnte man Kindern vielleicht später kommen.
Wir haben immer drauf geachtet, Mathe nicht negativ zu belegen. Haben gerne mit Gummibärchen gerechnet, und ich als Mutter lebe zählen und rechnen im Alltag vor.

Wir haben alle verinnerlicht: Mathe ist wichtig. Mathe muss sein.

Und ich behaupte: man kann sich heute alles prima aneignen, wenn man es braucht. Auch später noch. Für Mathe ist man nie zu alt und nicht alles muss in der Schulzeit unter Druck in die Kinder reingepaukt werden.
Mathe ist so einen Alptraum echt nicht wert.

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Dr. Irene Stubert 16.05.2016, 23:34
106. Für ein ehrliches Rechenwesen

Mit Entsetzen sehe ich hier, dass 40 Jahre nach meiner Grundschulzeit immer noch dieselbe physikalisch falsche, verwirrende Schreibweise im Matheunterricht verwendet wird. Nicht nur in der Grundschule, auch an der Uni sind die Durchfallquoten in Mathematik viel zu hoch. Im Internet findet man oft folgendes Zitat von Albert Einstein: "Mathematik ist die perfekte Methode, sich selbst an der Nase herum zu führen." Also: Der Albtraum mit den Mathehausaufgaben kann auch daher kommen, dass die Matheformeln oftmals nicht dem entsprechen, was das Kind sieht und erlebt. Leider sind nicht nur die Mathe Hausaufgaben ein Albtraum, sondern die gesamte Mathematik ist ein Albtraum, weil sie einen trügerischen Anschein von Richtigkeit vortäuscht. In Wirklichkeit ist die Mathematik nur eine willkürlich manipulierende Schattenphysik, die die Schattenwirtschaft fördert.

Beispiel:
3 Beutel Limonade im Schulranzen + 6 Beutel Limonade im Schulranzen = nicht immer 9 Beutel Limonade im Schulranzen, sondern oftmals verklebte, kaputte Schulbücher mit einem zerrissenen Beutelrest und ein kranker Kinderrücken.

Auch die Kinder, die ihre Mathe Hausaufgaben schnell und richtig hinschreiben, werden durch so ein eingleisiges Denken nicht unbedingt fit fürs Leben. Viele werden dann übermütig und leichtsinnig, weil sich in ihrer Vorstellung alles so leicht addieren lässt. Später kaufen sie dann viel zu viele Sachen, kriegen davon die üblichen Krankheiten, gieren nach allem, womit man foltern kann, machen Fehlkonstruktionen. Die Eurokrise eskaliert und die Meere sind voll mit Müll.

Meine Kritik an der Mathematik kommt nicht von schlechten Schulnoten, ganz im Gegenteil. Ich habe ein Abitur mit 1,1, ich war ein Mathe-Ass in der Schule. Die Gewaltorgien, die deshalb gegen mich losgebrochen sind, sind auch ein Albtraum, bis heute: viele Prügel, Hetze, massenhaftes Abschreiben, erzwungene Kinderarbeit zur Nachhilfe.

Die Darstellung der Mathematik als eigenständiges Fachgebiet täuscht etwas vor, was gar nicht stimmt. Ohne die Verwendung des einen oder anderen physikalischen Grundprinzips gäbe es die Rechenregeln der Mathematik überhaupt nicht, gemeint ist z.B. der Energieerhaltungssatz. Andere grundlegende, allgemeingültige physikalische Formeln werden in der Mathematik jedoch ignoriert. Zu einem ehrlichen Rechenwesen gehört z.B., dass man für jeden Prozess Energie- und Materialbilanzen rechnet, bei denen auch die entwertete Energie bzw. das verschlissene Material mit berücksichtigt werden, d.h. das Einbeziehen von Umweltverschmutzungen, von Gesundheitsschäden, von eingeschleppten Krankheitserregern, der Kriminalität.

Durch meine große Not bilanziere ich meine persönlichen Material- und Energieverbräuche und meinen Abfallanfall genau. Der Aufwand hat sich gelohnt, ich habe viele gesunde Techniken zum Tanken von Energie entwickelt. Viele ungesunde, umweltbelastende Dinge brauche ich nicht, z. B. : Alkohol, Zigaretten, Zucker, überhöhte Fleischmengen, Kaffee, Drogen, konventionelle Lebensmittel, Antibiotika, Psychopharmaka, Antiallergika, Auto, Vielreiserei, viele Konsumartikel, aggressive Mode, unproduktive Sportarten, Bargeld mit seltenen Ausnahmen, usw..

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INGXXL 16.05.2016, 10:19
107. #11

Natürlich sind die Grundrechenarten ein Teil der Mathematik. -. Semester 1. Vorlesung in Mathematik werden sie behandelt.

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