Forum: Leben und Lernen
Ganz harte Schule: Unbedingt anders
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Unsere Kinder sind voll auf Konsum gedrillt. Wenn sie nicht selbst darauf kommen, sorgen wir Erwachsenen dafür, denn wir beschenken sie gerne - und wollen auf keinen Fall, dass sie weniger gut dastehen als andere. Vor allem in der Schule.

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bunterepublik 23.08.2019, 12:26
20. Ranzen ist blödes Beispiel

Die Message der Autorin ist vollkommen richtig, nur, so finde ich, ist der Ranzen der falsche Aufhänger. Der Ranzen markiert jeweils einen Entwicklungsschritt. Grundschule, weiterführende Schule, ggf. Oberstufe und Studium. Auch ist die Menge der Materialien, die mein Kind in der weiterführenden Schule täglich mitzuschleifen hat, im Vergleich zur Grundschule extrem angeschwollen, d.h. ich finde, es gibt einen sachlichen Grund, dass der Grundschulranzen ausgemustert wurde.

Gleichwohl, der Konsumterror ist extrem, Smartphone, Spielekonsole, Fahrräder, PC, Klamotten, etc.pp.....da fällt es immer schwer, abzuwägen und eben dann nicht mitzumachen. Bedürfnisaufschub hat noch nie geschadet!

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schlonzbob 23.08.2019, 12:29
21. Konsumkritik ja - aber am Schulzranzen?

Bei aller berechtigten Kritik an dem Konsumverhalten von Eltern und Kindern wundere ich mich dass das Übel jetzt gerade am Schulranzen festgemacht wird. Wenn nach 4 Jahren intensiver Nutzung bei Wind und Wetter eine neue Tasche fällig wird halte ich das überhaupt nicht für verwerflich. Außerdem wachsen die Kinder in der Zeit ja ein ganzes Stück, da passt es dann schon oft ergonomisch nicht mehr optimal. Dass es dann auch ein neues Design gibt und das Kind damit "zu den Großen" gehört ist sicher ein angenehmer Nebeneffekt. Und wenn der alte Ranzen dann gespendet wird ist doch alles in Butter.
Und an alle diejenigen der "Früher-war-alles-besser-Fraktion": Ich habe nun auch schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und komme aus eher überschaubaren Verhältnissen, aber auch zu meiner Schulzeit hat kein einziges Kind die gleiche Tasche von der ersten Klasse bis zum Abitur verwendet - so ein Quatsch.

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PeterFriedrich 23.08.2019, 12:32
22. Wenn die Kinder nicht selbst zu denken anfangen ...

... dann kann man wenig machen. Und leider leben die meisten Eltern ja dieses Markenbewusstsein vor. Mein Auto! Mein Boot! Mein Pferd! Usw. Statussymbole wohin man sieht. Sogar der Dacia ist ja inzwischen anscheinend das Statussymbol für diejenigen, die keine Statussymbole brauchen. Witzig, aber auch vielsagend.

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nealcaffrey 23.08.2019, 12:36
23. Tolle Mutter...

Ihrem Kind tun Sie mit der ungewöhnlichen Frisur und dem Grundschulranzen jedenfalls keinen Gefallen. Ich will ehrlich sein: wenn Ihr Kind sich nicht der Mehrheit anpasst, dann wird es fertig gemacht werden. So war's jedenfalls bei uns an der Schule damals. Wer nicht dazu gehört hat, dem wurde böse mitgespielt. Zum Wohle Ihrer Tochter sollten Sie es mit dem Motto meiner Eltern halten: Kinderwille Kälberdreck, und wer ihn tut, der ist ein Depp. Spenden Sie den Schulranzen Ihrer Tochter und holen stattdessen einen "coolen" Rucksack. Gehen Sie mit Ihrer Tochter zum Friseur, und lassen Sie Ihr eine "hippe" Frisur schneiden. Das spricht vielleicht gegen Ihre Überzeugungen, aber Ihrem Kind würde das helfen. Individualismus ist erst ab nem gewissen Alter empfehlenswert. Kinder sind grausam, und Sie wollen bestimmt nicht, dass Ihre Tochter das am eigenen Leib erfahren muss.

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andneu 23.08.2019, 12:43
24. Gut dastehen?

" (...) - und wollen auf keinen Fall, dass sie weniger gut dastehen als andere. "

Wenn Eltern das wirklich denken, dann sollten sie sich mal mit ihrem Selbstwertgefühl beschäftigen, damit steht es nämlich nicht zum besten. Auf keinen Fall sollten sie dieses Problem stellvertretend über ihre Kinder ausleben.

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supergrobi123 23.08.2019, 12:55
25. Witzig...

Dass Feuerwehrmänner und Glubsch-Einhörner schon nach 2 Jahren peinlich werden, wird in einem Nebensatz gewissermaßen als Selbstverständlichkeit erwähnt.
Wollen die pubertierenden Kinder 2 Jahre später keinen Kinder-Ranzen mehr, kriegt man als Mutter aber Schnappatmung.

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3-plus-1 23.08.2019, 12:57
26.

Zitat von Zita
Ich kenne das Ranzen-Rucksack-Phänomen, aber ich sehe es vor allem als Schritt in der Entwicklung. Die Schultüte zeigt, dass man stolzer Erstklässler ist, der Rucksack, dass man die Grundschule hinter sich gelassen und stolzer Schüler einer weiterführenden Schule ist.
Das kann ich nachvollziehen, zumindest war es bei uns Anfang der 1980er so. In die Grundschule kam man mit Scout-Ranzen und die sahen eben alle völlig geich aus (dunkelgrün mit orangenem Brotfach und gelben Trageriemen). Leicht verschlissen sahen die nach der 4. Klasse aus und wer damit dann noch zur Orientierungsstufe ging, wirkte wie jemand, der auch noch sein Kuscheltier mit zur Schule nahm. Also wollte man aus der Uniformität raus: Jetzt kauften sich die Schüler, je nach Geschmack und Zurordnung, eine Ledertasche (Ökos und Sprachtalente), einen Rucksack (Sportler und Normalos) oder einen Schulaktenkoffer (Technik- und Computernerds).

Das sieht natürlich heute etwas anders aus, weil der es schon zur Grundschule völlig unterschiedliche Taschen von auch mehr Herstellern gibt. So eine Uniform ist der Grundschulranzen daher nicht mehr und je nach Kind und Auffälligkeit des Ranzen geht das dann auch länger. Allerdings sollte man als Eltern schon dem Größenwachstum der Kinder Tribut zollen und dann doch eine neue Tasche kaufen, wenn das Kind einen Schuss in der Länge gemacht hat und die Riemen des Grundschulranzen sichtbar zu kurz werden.

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3-plus-1 23.08.2019, 13:00
27.

Zitat von lobro
Was bin ich froh, dass meine Schulzeit in die 1960er Jahre fiel. Auf Wünsche mit dem Argument "alle in meiner Klasse haben das doch" kam von meinen Eltern nur die Antwort: "...und wenn alle in deiner Klasse vom 5. Stock aus dem Fenster springen, springst du dann auch?". Damit war das Thema erledigt.
Na da bin ich aber froh Sie nicht als Elter gehabt zu haben wo ich in der Grundschule dann den anderen nur hätte beim Jojo-Spielen zuschauen können, weil solche Jojos zwar Anfang der 1980er jeder hatte aber ich dann aus Prinzip wohl nicht.

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supergrobi123 23.08.2019, 13:02
28. Mode.

Mode existiert. Statussymbole existieren. Beurteilung nach Äußerlichkeiten existiert.
Damit ist alles gesagt, gilt auch für Heranwachsende. Oder sogar ganz besonders für Heranwachsende.
Wer behauptet, Heranwachsende würden sich nicht gegenseitig nach Äußerlichkeiten bewerten, hat wohl nie eine Schule von innen gesehen.
Und dieselben Mütter, die sich über Rucksackmoden jenseits der 100 Euro echauffieren, sollten mal einen Blick in ihren Kleiderschrank werfen.

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g_bec 23.08.2019, 13:07
29. halten

Zitat von Saure Gurke
Ja, Lederranzen waren schwer, aber sie hielten ...
auch nicht länger. Es sei denn, die häusliche Nähmaschine konnte auch mit Leder umgehen.

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