Forum: Leben und Lernen
Ganz harte Schule: Warum Lernentwicklungsgespräche Mumpitz sind
Getty Images

Kinder, die Selbstverpflichtungen unterschreiben müssen - und Lehrerinnen, die kritisches Feedback einfach abbügeln: Der Elternsprechtag heißt jetzt Lernentwicklungsgespräch, ist aber genauso sinnlos wie zuvor.

Seite 2 von 13
r_mann 07.02.2019, 12:58
10. LEGs: sinnvolle Neuerung

Empfinde den Text ebenfalls als Nörgelei, ohne dass sich die Mühe gemacht wurde, mehrere Erfahrungen einzuholen. Wir - ebenfalls Hamburg - hatten die Gespräche inzwischen mit vier verschiedenen Lehrern und Lehrerinnen. Für die Kinder ist das eine sehr anspruchsvolle Situation, weil das Gespräch zwischen ihnen und der Lehrkraft geführt wird, während die Eltern nur am Rande eingebunden werden. Die Lehrer hatten das jeweils mit der Klasse vorbereitet. Die Differenzen zwischen Selbst- und Fremdbild sowie die Feedbacksituation sind sehr gute Lernerfahrungen für die Kinder.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
darthmax 07.02.2019, 12:58
11. Hamburger Lösung

ich war bei diversen Gesprächen dabei und fand sie auch mit der Selbstverpflichtung des Kindes sinnvoller als allgemeine Selbstverständlichkeiten auszutauschen.
Der Wunsch wäre natürlich diese Verpflichtung auch von Lehrerseite dann wieder individuell dies zu prüfen und nicht auf das nächste Halbjahr zu warten.
Schrecklich sind die Lehrerausfallzeiten, in denen wohlklingend dann Arbeitsaufträge vergeben werden, damit dies nicht als Unterrichtsausfall gilt, was es in Wirklichkeit natürlich ist. Das diese Arbeitsaufträge kontrolliert werden hat mein Sohn jedenfalls nicht erlebt und dementsprechend die Arbeit gemeinsam mit den meisten Klassenmitgliedern dann nicht gemacht.
Wenn man bedenkt, dass unsere Lehrer die bestverdienden Lehrer auf der Welt sind, dann stimmt da etwas nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nagelstein87 07.02.2019, 12:58
12. Ich fine es erstaunlich, wieviele Neuerungen unser Schulsystem...

...ständig zu brauchen scheint.

Wir hatten einmal ein gut funktionierendes Schulsystem in diesem Land, dass aber durch ideologische Grabenkämpfe der Parteien nach und nach regelrecht zerstört wurde.

Standig gab es etwas umzustricken, alles musste ständig geändert werden um es "besser" zu machen, und dabei bloss niemandem auf die Füße treten oder gar riskieren dass Kinder die schlechte Leistungen erbringen dafür auch einmal schlechte Noten erhalten dürfen oder nicht die höchste weiterbildende Schule besuchen können.

Das deutsche Schulsystem heutzutage ist ein Zerrbild, eine Karikatur erschaffen von Schildbürgern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sakudo 07.02.2019, 13:03
13. Kann ich nicht bestätigen: war gut und sinnvoll

Das Gespräch bei unserem Kind (in Bayern) war gut, persönlich, sinnvoll und ausführlich (30 min).

Das Zeugnis in Form eines sehr detaillierten Bogens zu verschiedenen Fähigkeiten finde ich auch sinnvoll: besser als nur eine Note pro Fach, und keine "Blumensätze" wie in einem Prosazeugnis. Zudem dürfte es für den Lehrer auch weniger Arbeit sein, als lange Texte (aus Textvorlagen....) zu basteln....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
razzfazzrace 07.02.2019, 13:12
14. Unterschrift bei Minderjährigen?

Ich habe auch 2 Kinder in der Schule und finde das Verfahren mit der Unterschrift der Kinder extrem fragwürdig.
Meist sind das Sachen wie Schulregeln, die sie gar nicht ablehnen dürfen.
Die Unterschrift wird als Zwang abgeleistet. Die Kinder gewöhnen sich somit daran Sachen zu unterschreiben, die sie gar nicht wollen bzw ihnen untergeschoben werden.
Und sie sollten ja gerade lernen nichts ohne Grund zu unterschreiben auch nicht unter Druck!
Ich habe daher meine Kinder angewiesen nichts zu unterschreiben!

Ein Gespräch mit den Lehrern , egal wie es genannt wird, halte ich für sinnvoll.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sfx2145e 07.02.2019, 13:21
15. Das steht und fällt mit der Lehrkraft

Unsere Tochter ist im letzten Sommer eingeschult worden (auch in Hamburg) und geht bisher gerne zur Schule, nur die Pausen mochte sie nicht (O-Ton). Letzte Woche fand das erste LEG für uns statt und ich fand, die Klassenlehrerin hat das sehr gut gemacht, unsere Tochter durfte/musste sich anhand der vorgegebenen Fragen und drei verschiedener Smileys selbst einschätzen und lag dabei zu fast 100% deckungsgleich bei der Einschätzung der Lehrerin, eher sogar etwas verhaltener, was mir auch wieder deutlich gemacht hat, daß die Kinder Ihre Leistungen schon recht gut einordnen können. Das vereinbarte Ziel wurde auf einen vorher gebastelten Pappballon geschrieben und soll während des zweiten Halbjahres je nach erreichen des Ziels die Wand des Klassenzimmers hoch rücken. Was ich allerdings zugeben muss ist, daß ich das Unterschreiben der Zielvereinbarung mit einer siebenjährigen etwas albern fand. Mich hat es meinen bisher einzigen Ausflug zum Arbeitsamt, pardon, Arbeitsagentur, erinnert, wo man als Kunde am Ende der Arbeitslosmeldung dann eine Vereinbarung unterschreiben darf (als ob man da 'ne Wahl hat)...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
biesi61 07.02.2019, 13:23
16. Wir haben da andere Erfahrungen,

selbst im viel gescholtenen Berliner Bildungssystem. Bei unseren beiden Kindern haben sich die Lehrer jeweils rund eine Stunde Zeit genommen und die Gespräche waren sehr offen und für alle drei Seiten (Kind, Eltern, Lehrer) wirklich produktiv.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pritt 07.02.2019, 13:23
17. Sorry, aber das passt nicht zusammen...

Eine hohe Erwartungshaltung sollte schon zu einer entsprechenden Leistungsfähigkeit passen. Das scheint hier nicht der Fall zu sein. Wenn ich mir von den Minderleistern in meinem Arbeitsumfeld auch noch erzählen lassen müsste, was ich noch besser machen könnte, dann wäre meine Motivation am Boden. Würde ihr Kind in der Stillarbeitszeit gut bis sehr gut arbeiten, wäre die Ansprache der Lehrerin im LEG sehr wahrscheinlich eine andere. Aktuell hat einzig das Lernverhalten des Kindes Priorität, die Lehrerin ist in ihrem Fall nicht mal sekundär.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Teilzeitalleinerzieherin 07.02.2019, 13:30
18. kommt immer auf den Lehrer an.

ich hatte schon LEGs, die ich bestenfalls unter Zeitverschwendung schlimmstenfalls unter Ärgernis einstufen würde. Und ich hatte schon LEGs, in denen ich Dinge erfahren habe, die ich trotz durchweg guter Kommunikation mit Kind Nr. 1 nicht wusste. So habe ich jetzt erfahren, dass Kind Nr. 1 sich durchsetzen und auch auf dem Schulhof behaupten kann - eine Sorge weniger. Die harten Fakten (= Noten) kennt man als Eltern und auch das Lernverhalten ist meist durchaus bekannt. Aber wie sich das Kind verhält, ob es Freunde in der Schule hat und ob es auch mal widerborstig ist - das sind die Dinge, die ich in LEGs erfahre. Also weniger LERN- als PERSÖNLICHKEITSentwicklungsgespräche.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nur_Meinung 07.02.2019, 13:36
19.

Zitat von razzfazzrace
Ich habe auch 2 Kinder in der Schule und finde das Verfahren mit der Unterschrift der Kinder extrem fragwürdig. Meist sind das Sachen wie Schulregeln, die sie gar nicht ablehnen dürfen. Die Unterschrift wird als Zwang abgeleistet. Die Kinder gewöhnen sich somit daran Sachen zu unterschreiben, die sie gar nicht wollen bzw ihnen untergeschoben werden. Und sie sollten ja gerade lernen nichts ohne Grund zu unterschreiben auch nicht unter Druck! Ich habe daher meine Kinder angewiesen nichts zu unterschreiben! Ein Gespräch mit den Lehrern , egal wie es genannt wird, halte ich für sinnvoll.
Abgesehen davon, dass man wohl unterschiedliche Meinung haben kann, wenn es um verbindliche Regeln als gemeinsame Grundlage fürs Zusammenleben gibt: Ist eine "erzwungene" Unterschrift viel schlimmer als eine "verbotene" Unterschrift? Oder haben die Kinder dann nicht den Druck, nichts unterschreiben zu dürfen und sind wieder nicht in der Lage, eigenständige Entscheidungen zu fällen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 13