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Ganz harte Schule: Wenn das Kind den Wettbewerb verweigert
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Gut, mittel, schlecht: In der Schule werden Kinder ständig bewertet und verglichen. Manche Mütter machen fleißig mit - und heizen die Konkurrenz gnadenlos an.

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kaaliesh 25.11.2019, 08:31
1. Ohne Olivia...

wäre diese Welt noch ein bisschen ärmer, als sie es ohnehin schon ist. Von meinen drei Kindern ist keines in der Schublade „leistungsstark“ gelandet, aber jedes hat ganz eigene Stärken und Fähigkeiten. Darüber traurig und enttäuscht zu sein, dass sie kein Superschüler ist, schadet ihr auf Dauer, denke ich. Sie wird mit soviel Fantasie vermutlich nie Bankmanager, aber ganz bestimmt ein toller Mensch mit Einfühlungsvermögen, wenn man ihr beibringt, dass das völlig ok ist.

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BassErstaunt 25.11.2019, 08:36
2. Mittelmaß!

Das große Panik-Wettrennen würde ich da auch nicht mitmachen wollen. Aber so ganz ohne Engagement klappt es vermutlich auch nicht. Ich kenne sie auch, die überbemühten Eltern. Nur scheint mir da nur ein geringer Zusammenhang zwischen der Leistung der Kinder und dem Druck zu bestehen. Ein begabtes Kind, das locker seinen Weg geht ist meist am Ende der Schule dann doch deutlich dem unbegabten Kind überlegen, egal wie sehr das von den Eltern gequält wurde. Als Eltern können wir bestenfalls motivieren, damit die Kinder ihre eigenen Leistungsfähigkeiten ausprobieren. So ganz ohne Anstrengung dürfte das auch nicht gehen. Die Illusion, man könne lange einfach mal so machen und irgendwann, wenn es mal wichtig wird (Oberstufe? Studium? Arbeitsplatz? Rente?) dann ja immer noch Schub geben, teile ich nicht. Unsere Kinder sind bislang ganz gut damit gefahren (hoffe ich), sich anzustrengen, aber die Dinge nicht zu verbissen zu sehen. Schauen, was man schaffen kann - aber auch lernen, dass "von nix auch nix kommt". Nicht nach anderen Schülern schielen (Konkurrenz), sondern experimentieren, was man selber mit als gesund empfundenen Aufwand schaffen kann (Freude an der Selbstwirksamkeit). Wie beim Sport - man muss kein Spitzen-Sportler werden, aber die eigene Fitness auf einem gesunden Niveau halten, damit man nicht schon bei den 20m von der Tanksäule bis zur Kasse zu schnaufen beginnt - das sollte gehen. Oder sich freuen, dass man die 10km schafft und in 1:10 statt wie früher in 1:30 läuft, egal ob das der Nachbar als geeignete Zeit für einen Halbmarathon ansieht.

Und das Bild mit dem Kamel finde ich klasse - aber das muss ja nicht ausschließen, dass man zumindest die Mindestaufgaben eigenständig abarbeitet. So lernt man dann nicht nur malen, sondern auch ein wenig Rechnen (kann man oft gut gebrauchen) und die deutsche Sprache, etwa den Unterschied zwischen scheinbar und anscheinend. Aber - solange die Lütte nur scheinbar frei von Konkurrenzdenken ist, kann ja noch was draus werden ;-).

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spon-facebook-1228080679 25.11.2019, 08:38
3. Schule ist kein Wettbewerb

Auch wenn viele meinen, die Schule sein ein Wettbewerb (das deutsche dreigliedrige System ist genau auf dieser Voraussetzung basiert): ist sie es nicht. Bewertungen - egal, ob im Sport oder ganz einfache Schulnoten - sind nicht dazu da, um sich mit anderen zu messen, sondern dazu, seinen eigenen Fortschritt zu messen. Um an den Schwachstellen zu arbeiten und sich der Stärken bewusst zu werden. Man muss nicht immer der Beste sein, man muss nur besser sein als man selbst vorher war. Das gilt übrigens auch für das erwachsene Leben.

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dagmar1308 25.11.2019, 08:43
4. Kalter Kaffee

Das war doch schon immer so. Jetzt wird es nur über die vielen zusätzlichen Medienkanäle verstärkt publiziert. Wahrscheinlich mit dem Hintersinn, via Haushaltstitel und Steuersatz anderen in die
Taschen zu greifen. War selbst fast drei Jahre ohne Schulabschluß Hilfsarbeiter und dann ging es trotzdem weiter, wenn man sich berappest hat und die zweite Chance für jeden endlich genutzt hat. Meist gibt es auch eine dritte. Ohne Leistung eines jeden ist aus der Produktionsgesellschaft nichts zu holen. Übrigens ist das der Hauptgrund, warum Wachstum unerlässlich ist.

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fördeanwohnerin 25.11.2019, 08:46
5. -

Machen Sie sich nichts draus. Ich hatte nach meinem ersten Schulhalbjahr auch die Einstufung "muss wohl die erste Klasse wiederholen". Trotzdem bekam ich in der 4. Klasse die Empfehlung fürs Gymnasium, ohne großen Stress durch meine Eltern oder sonstwen.
Falls Sie in einem Bundesland mit Gemeinschafts- oder Gesamtschulen leben, können Sie auch entspannt bleiben. Wenn Ihr Kind irgendwann was will, läuft es automatisch auf einen vernünftigen Abschluss hinaus. Und selbst wenn Sie in Bayern leben, so gibt es immer noch den sog. zweiten Bildungsweg, den Ihre Tochter einschlagen kann.
Aber gar kein Wettbewerb ist auch nicht sinnvoll, weil später außerhalb der Schule das dicke Ende kommt. Und Schule soll auch aufs Leben vorbereiten, oder nicht?
Diejenigen, die Leistung und Wettbewerb komplett ablehnen, haben leider keine Ahnung von Menschen im Allgemeinen. Irgendwie messen wir uns naturgegeben immer an anderen, selbst wenn wir es nicht wollen. Sogar die oben genannten Wettbewerbsverweigerer wetteifern mit anderen darin, wer am wenigsten wetteifert.;-)

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Phil2302 25.11.2019, 08:50
6. Es geht nicht um Konkurrenzdenken

Konkurrenzdenken ist nicht entscheidend, Ihrer Tochter fehlt - mit Verlaub - etwas anderes, nämlich Ehrgeiz. Und den sollten Sie früher oder später fördern. Man kann auch mit seinem Kind üben, ohne Druck auszuüben. Meine Frau hat in der Grundschule extrem schnell das Lesen lernen wollen, weil sie dann Harry Potter lesen konnte, woraus ihre Mutter zuvor immer vorgelesen hat. Und schon war der Ehrgeiz geweckt. Und das Konkurrenzdenken der Mütter ist relativ zu betrachten. Sie wollen für ihr Kind eine ulgute Bildung, weil das am Ende nun einmal mehr Geld und damit ein besseres/leichteres Leben bedeutet. Natürlich will man da nicht den Anschluss verlieren und vergleicht sich mit andern. Am Rande soll es übrigens auch Kinder geben (wie ich eines war), welches Konkurrenzdenken als großen Antrieb sieht. Meine 15 Punkte im Abitur habe ich nur geschrieben, weil ich mit jemand anderem eine Wette laufen hatte. Derjenige kam auch übrigens auch auf 15 Punkte. Bei den Klausuren zuvor war ich zu faul, groß zu lernen.

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ctreber 25.11.2019, 08:56
7. Bei mir ist die Schule 40 Jahre her

Wenn ich solche Artikel lese frage ich mich, ob ich damals einfach blind gewesen bin, oder ob das heute komplett entartet ist. Das ist ja schlimm!

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wolfabc 25.11.2019, 08:56
8.

Viel Lärm um nichts. Das Kind ist weder besonders kreativ und will sich auch nicht einem von der Mutter vermuteten Leistungsdruck entziehen, sondern es ist verspielt und einfach noch nicht schulreif. Es gehört noch in den Kindergarten. Mama möchte aber davon vermutlich nichts wissen.

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Olaf 25.11.2019, 08:57
9. Frustration?

Wichtig ist, wie das Kind sich dabei fühlt. Wenn es darunter leidet den Anschluss zu verlieren und auf diesen Frust mit Leistungsverweigerung reagiert, dann ist das nicht gut. Dann bleibt Schule und Lernen eine negativ besetzte Erfahrung.

Es scheint ja nicht an den mangelnden Fähigkeiten zu liegen, sondern irgend etwas beschäftigt das Kind.

Vielleicht mal mit einem Kinderpsychologen reden?

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