Forum: Leben und Lernen
Ganz harte Schule: Wie gehe ich mit schlechten Noten meiner Kinder um?
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Was sagt man als Mutter, wenn das Zeugnis des Sohnes einen Notendurchschnitt aufweist, der eine Versetzung unmöglich macht? Andrea Müller muss zuerst mal blöde Sprüche ihres Vaters abschütteln - und eigene, schlechte Erinnerungen.

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unglaublich_ungläubig 08.07.2019, 08:38
10. Leider nicht ungewöhnlich

Ohne den Einzelfall beurteilen zu wollen... Leider scheint es so zu sein, dass man mit "Beteiligung" in Form von unnötigen Fragen (wenn man aufgepasst hätte) und vielen Wortmeldungen mit halbgaren bis falschen Antworten besser beurteilt wird als wenn man still zuhört und die Antwort weiß, wenn man trotzdem gefragt wird. Ist im echten Leben oft auch so, aber nie auf Dauer. Die Labermaschinen sind es nicht, die nachher was reißen.

Diese "Epochalnoten" sind ungerecht und kontraproduktiv. Sie sollten nur als Korrektiv verwendet werden, wenn es im objektiven Bereich (Klausuren) schief gegangen ist. Gute Schüler resignieren, wenn sie die Erfahrung machen, dass das, worin sie nicht gut sind (Labern), wichtiger ist als objektives Können, und werden dann nach und nach schlechter.

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schokohase123 08.07.2019, 08:45
11. Träumerei

Das frühere schulische Verhalten der Autorin zieht sich auch heute noch wie ein roter Faden durch den gesamten Text, wie durch ihr Leben mit ihrem Sohn.

Sie weiß, in wen er verliebt ist, und was ihn in seiner Freizeit interessiert. Aber wenn es um schulische Dinge geht, scheint sie nach eigener Aussage komplett außen vor zu stehen, es sei denn es ist Zeugnisvergabe. Und genau da liegt der Kardinalsfehler:

Der Text vermittelt den Eindruck, als wiederhole sie die gleichen Fehler, die sie an ihrem Vater bemängelt hat, lediglich ohne blöde Sprüche. Papi hat sich wohl die meiste Zeit überhaupt nicht um ihr schulisches Fortkommen gekümmert, und exakt das wiederholt sie wenn sie mit der unbeantworteten Frage nach Klassenarbeiten gleich aufgibt.

Unterstützung bei mangelnden schulischen Leistungen ist jedoch weitaus mehr als nur das sporadische Nachfragen, oder ein paar tröstende Worte wenn das Zeugnis mal wieder schlecht ausgefallen ist.

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Saure Gurke 08.07.2019, 08:57
12.

Tja, das Zeugnis fällt ja nun nicht vom heiteren Himmel. 15 Jahre, das ist allerdings nicht gerade eine leichte Lebensphase, aber davor? War da Zeit, Caspar zu helfen? Glaubt Caspar, alles alleine hinkriegen zu müssen? Muss jemand, der sich schwer tut, wirklich sofort auf das Gymnasium? Jemand, der in dem Alter nicht vor der Klasse sprechen mag, muss der Präsentationen halten?
Da läuft gesellschaftlich was falsch, wenn es geradezu ein Stigma ist, nicht auf ein Gymnasium zu gehen.

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travelfox42 08.07.2019, 09:01
13. Und nun?

Sehe ich auch so, aber wenn der eigene Sohn in den naturwissenschaftlichen Fächern ein Überflieger ist (Mathe, Physik, Chemie, Bio - alles 1 und 2), aber in Latein, Englisch und Deutsch konstant auf 5 steht und die Lehrer sagen, ja, er ist richtig auf dem Gymnasium, er sollte nur besser Vokabeln lernen und in Deutsch auch mal etwas ausführlicher schreiben - und wenn das alles nichts hilft, da fragt man sich doch schon mal, wie das dann weitergehen soll.

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Lorah 08.07.2019, 09:21
14. Nr. 10 - oder andersrum ...

... sehr gute Schülerin meldet sich überhaupt nicht im Unterricht und bekommt trotzdem eine 1, weil: man weiß ja, sie kann's. Aufwand: null). Versetzungsgefährdete Schülerin hingegen strengt sich mündlich echt an und schafft es trotzdem nicht zur 4. Schublade zu und gut. Trotz eines Vielfachen an Wortmeldungen, mit ihrem Niveau entsprechenden Inhalt, nicht einfach nur "beteiligt". Das ist dann der berühmte pädagogische Freiraum, der es im Übrigen auch ermöglicht, dass in der Zeugnisnote von der während des Schuljahrs erreichten rechnerischen Note abgewichen wir, nach oben und nach unten. Ist völlig legitim, kommt bei Schülern aber nicht gut an. Und ist beileibe kein Einzelfall. Kurz und gut: in den Schulen kommt es immer noch zu sehr auf Sympathie und Antipathie der Lehrer gegenüber den einzelnen Schülern an. Hier braucht es unbedingt mehr Objektivität. Schließlich gilt bei uns Chancengleichheit. Und die setzt Motivation auf Seiten der Schüler voraus, die leider immer noch oft genug durch Sprüche, wie sie auch die Autorin von ihrem Sportlehrer zu hören bekommen hat, zerstört wird. Gerade in dem sensiblen Zeitraum der Pubertät pädagogisch eigentlich nicht nachvollziehbar.

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danielc. 08.07.2019, 09:22
15.

Mit Schmunzeln musste ich an meine eigene Zeit als Schüler denken.
Jedoch möchte ich anmerken:
Was soll das Müllabfuhr-Bashen? Zum einen möchte ich Städte und Kommunen mal sehen, wenn niemand den Dreck weg räumt, zum anderen wird auch dieser Bereich immer anspruchsvoller. Ob das heute noch so geht, wie bei mir zwischen Schule und Studium ein paar Monate Tonnen leeren, da bin ich mir nicht sicher. Es war eine gute Zeit mit netten Kollegen. Auch damals mussten wir bereits stichprobenartig kontrollieren, ob alles richtig ist. Der Anteil dürfte inzwischen grösser sein. Ich würde Berufe eher nach ihrer Wichtigkeit für die Gesellschaft Einsätzen, dann kämen die Müllabfuhr und Klempner wohl besser weg, als manch Akademiker.

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g_bec 08.07.2019, 09:25
16. Öhm,

Zitat von pit-m
warum lässt man nicht endlich die Schule erst um 9 beginnen und schafft dieses Notensystem für Pubertierende einfach mal ab. Was bei der pubertären Hirnumgestaltung so abgeht ist doch mit diesem ganzen antiquierten Sytem nicht überein zu bringen. Und das mit der Müllabfuhr kenn ich auch....
Öhm, Hunderttausende Pubertierende kommen offensichtlich mit dem derzeitigen Schulsystem klar. Irgendwie kann man Ihre Aussage nicht nachvollziehen.

Zum Artikel: Typisch. Das Zeugnis wird zuhause vorgelegt und die Eltern fallen aus allen Wolken. Seltsam, oder? Scheinbar gibt es Schulen, da scheinen so Dinge wie "Zensuren", "Klausuren", "Verhalten der Schüler", "Leistungsbild" etc. strengster Geheimhaltung zu unterliegen und Elterngespräche verboten.
Tipp an die Mutter: Mal ein bisschen mehr um die Kinder kümmern? Ok, ist beim 15-jährigen vielleicht zu spät, aber beim Lütten kann man vielleicht noch etwas retten?
I.d.R. ist nicht die Schule das Problem.

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felisconcolor 08.07.2019, 09:29
17. Wenn

den Eltern oder einem Elternteil erst zur Zeugnisausgabe auffällt das das ganze Schuljahr was verquer gelaufen ist muss man wohl tief und fest geschlafen haben. Aber das ist leider keine Entwicklung der Neuzeit. Es gab schon früher Eltern die haben sich einen Sch... um ihre Kinder gekümmert und nach der Zeugnisausgabe waren natürlich die Lehrer schuld. Jaaaa es gibt auch massenhaft unfähige Lehrer (selbst zu meiner Zeit) aber man kann als Elternteil seinen Kindern immer unter die Arme greifen das es keinen desaströsen Absturz gibt. Vor allen Dingen sollte man seinen Kindern klar machen das eine 3 eine durchaus gute Zensur ist und eine 4 immer noch ausreichend. Wenn man ein wenig die Ohren in den Klassenraum hält ist sowas immer zu erreichen. Das muss man nur seinem Kind vermitteln und nicht den Eindruck das eine 2 der Untergang des Abendlandes ist. Und nein man muss nicht das kleine und große Latinum haben wenn es einen eigentlich mehr zur Mechanik zieht als zur Medizin

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catcargerry 08.07.2019, 09:32
18. Was will uns die Dichterin damit lärnen?

Die Frage, wie es zu der beschriebenen Situation kommen konnte, ist im Forum schon angeregt worden. Dass der Artikel als Besinnungsaufsatz mit offenem Ende, also mit der abschließenden Feststellung "Der Arme hat es so schwer" ausschleicht, ist ein ziemlich mageres Ergebnis und erinnert an die sinnfreien Oben-Links-Artikel unserer Lokalpresse - hier nur länger. Es sei dahingestellt, ob unsere Lösung die bessere war, ich habe da Zweifel. In kämpferischer Meidung leistungsorientierter Schulen hat meine Ex den Kindern lieber selber Stress gemacht. Beide sind dann doch zu ordentlichen Schulen gewechselt, einer auf so ein ideologisch abgelehntes Gymnasium. Beide haben ihr ordentliches Abitur gemacht, aber es war ein harter Ritt, der auf einer Regelschule mit der so oder so vorhandenen elterlichen Begleitung insgesamt glatter gelaufen wäre. Aber am Ball bleiben sollte man als Eltern(teil) schon, dann können solche Überraschungen eher nicht passieren und man kann rechtzeitig die nötigen Konsequenzen ziehen - das sollte man aber auch.

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rosenblum64 08.07.2019, 09:37
19. Nix

Was soll man sagen. Jetzt ist es zu spät. Und leider leben wir in einem Land, das sein Schulsystem nach den letzten überlebenden Feuerzangenbowle-Fans ausrichtet. Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem, her mit der Gesamtschule - und die endlich richtig machen. Ausreichend Lehrer, gerne zwei pro Kurs, keine Klassenverbände, gemeinsames Lernen, individuelle Förderung der besten - und der weniger guten Schüler, weg mit den Noten.

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