Forum: Leben und Lernen
Gap Year: Statt Dienstpflicht ein Probejahr
DPA

Wer mit der Schule fertig ist, weiß oft noch nicht so recht, wie er am besten ins Leben starten soll - und legt ein Gap Year ein. Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat einen anderen Vorschlag.

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kaiosid 06.04.2019, 13:23
1. strukturiert und sozial abgesichert...

Ich finde unstrukturiert und außerhalb des Gewohnten gibt neue Eindrücke.
Also raus aus dem Umfeld und gucken, wie die Welt wirklich aussieht; das hilft ungemein, auch wenn das vielleicht nicht der Vollkaskomentalität und dem Diensteifer entspricht.

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m82arcel 06.04.2019, 13:27
2.

Klingt eigentlich ja ganz gut, wenn es tatsächlich finanzierbar ist. Nur den letzten Punkt mit der Anrechnung sehe ich ein bisschen kritisch. Ich finde, dass Probejahr sollte die Weiterbeschäftigung im gleichen Betrieb grundsätzlich ausschließen. Andernfalls würden Unternehmen es schlicht als erstes, staatlich finanziertes Lehrjahr nutzen und niemanden einstellen, der das Jahr nicht bei ihnen verbracht hat. Damit wäre es dann doch wieder eine wichtige Entscheidung für die Karriere, wo man das Jahr verbringt und der Gedanke des Ausprobierens ginge verloren.
Gleiches gilt für ein Studium, wenn man sich anschließend fragen lassen muss, warum man denn nicht gleich "das richtige" studiert hat und sich so ein Jahr hätte sparen können.

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jjr-62 06.04.2019, 13:28
3. Klingt super - nein danke

Als mittlerweile alter Sack, der auf die heutige Jugend herabschaut, finde ich die Idee gut. Als heutiger junger Schulabgänger und wenn ich mich in meine Jugend zurück denke: gehts noch?

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Nordstadtbewohner 06.04.2019, 13:33
4. Meine Kinder sind nicht eure Verfügungsmasse

"sollte die Gesellschaft Angebote machen, wie diese Lebensphase gestaltet werden kann. Die Ideen von Kramp- Karrenbauer und Schulz setzen hier an."

Das sehe ich als Vater von drei Kindern aber völlig anders. Die "Gesellschaft" ist letztlich eine diffuse Masse und aus dieser Masse heraus maßen sich Politiker an, über die Zukunft junger Menschen zu entscheiden. Was (meine) Kinder nach dem Abitur machen, ist allein deren Entscheidung und die der dazugehörigen Eltern. Es muss in Deutschland nicht alles per Gesetz vorgegeben werden. Schon heute können junge Menschen frei entscheiden, wohin sie im so genannten Gap Year gehen, leben und arbeiten wollen. Die im Artikel gemachten Vorschläge laufen alle darauf hinaus, dass die Generation 55+ mal wieder entscheidet, wie andere Menschen zu leben haben. Es wird Zeit, dass in Deutschland endlich wieder mehr Liberalismus einzieht, statt alles bis ins letzte Detail staatlich zu regeln.

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Grünspahn 06.04.2019, 13:41
5.

Warum sind heute mehr Jugendliche als früher damit überfordert, was sie nach der Schule machen wollen? Die Möglichkeiten sind heute nicht vielfältiger als vor 20 oder 30 Jahren. Zwar haben sich Berufsbilder gewandelt, aber das ist schon spätestens seit Beginn der Industrialisierung so, aber die groben Richtungen sind gleich geblieben. Sind heute Jugendliche unselbständiger als früher? Ich finde es gibt genug Angebote zur Lebensorientierung wie zB Berufsmessen, Studienorientierungstage usw.

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ruediger 06.04.2019, 13:51
6.

Es gibt viele andere Formen (zB im Ausland aber auch im Beruf oder selbstständig) nach der Schulzeit ins Erwachsenenleben zu kommen. Eine staatliche Pflichtveranstaltung macht hier überhaupt keinen Sinn. Auch führt eine Pflicht (wie in der Schule) ja gerade nicht zur autonomen Entscheidungsfindung sondern nur zum absitzen dieser (siehe Wehrpflicht oder Zivildienst) und einem Verschwenden der Jugend..

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Malto Cortese 06.04.2019, 14:36
7.

Die Mehrzahl dieser jungen Menschen wird sich wohl eher in den Bereichen "orientieren" dürfen, in denen diese Gesellschaft ihren Hunger an Niedriglohnsklaven nicht befriedigen kann. Ausnahmen: Hautevolée und Parteijugend.

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viwaldi 06.04.2019, 14:37
8. Grober Unfug, reloaded

Nur eins hat der Autor richtig beschrieben: die zunehmende Infantilisierung junger Menschen. Aber anstatt diesen bedauerlichen Umstand im Kern anzugreifen, soll er auch noch bestärkt und prolongiert werden. Statt eine Erziehung zu Entscheidungsfreude und Selbstständigkeit schon in der Schule substantiell zu verbessern, wird noch ein Schnullijahr drangehängt- nachdem gerade von G8 auf G9 verlängert wurde. Und wer soll sich eigentlich sinnvoll in Ämtern und Betrieben um diese Menschen kümmern, das nicht nur ein Partyjahr draus wird? Bitte diese gruseligen Vorschläge schnell wieder einpacken und junge Menschen zu freiem Handeln und Entscheiden anleiten. Es ist doch unglaublich, auf der einen Seite das Wahlalter absenken zu wollen, aber auf der anderen Seite die Kindergartenzeit bis zum 22 Lebensjahr ausdehnen zu wollen. Trauen wir jungen Menschen einfach mehr zu, bestärken wir sie, Entscheidungen selbstständig für ihr Keben zutreffen.

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nutzer98125676 06.04.2019, 14:49
9.

Nun ja... die Vorbereitung auf das echte Leben draußen lässt immer noch zu wünschen übrig. Da wird auch ein Probejahr wenig Abhilfe leisten.
Es müssten viel mehr verpflichtende Veranstaltung in den letzten 1-2 Schuljahren gemacht werden, um den Schülern einen echten Einblick auf in das spätere Berufsleben geben zu können. Zu meiner Schulzeit hätte ich es hilfreich gefunden, einfach mal 2-3 Wochen irgendwohin zum Probearbeiten geschickt zu werden. Ja... die Formulierung „geschickt werden“ verwende ich hier bewusst, denn aus eigenem Antrieb wäre das schwierig gewesen.
So hätte ich mich weniger hilflos, und nicht-abgeholt gefühlt, und hätte auch möglicherweise weniger Zeit in ein „unnützes“ Studium investiert ;)
Aber da unser Schulsystem a) sowas praxisorientiertes nicht vorsieht und b) die Schüler ja schnell fertig werden sollen, wird das nie passieren.

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