Forum: Leben und Lernen
Gap Year: Statt Dienstpflicht ein Probejahr
DPA

Wer mit der Schule fertig ist, weiß oft noch nicht so recht, wie er am besten ins Leben starten soll - und legt ein Gap Year ein. Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat einen anderen Vorschlag.

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kostverwerter 08.04.2019, 05:52
30. Wohlstandsverwahrlosung

Meine Erfahrung mit abgehenden Haupt- und Realschülern: Sie gehen zu Hauf auf weiterführende Schulen oder suchen sich einen Ausbildungsplatz.
Das "GapYear" ist ein Symptom vieler Abiturienten, oftmals aus gut gestellten Elternhäusern. Spricht darüber niemand? Das Abitur hat man früher auch geschafft und dann studiert. Faul rumzuhängen ist ein Phänomen der heutigen Zeit und man sollte dieses auf keinen Fall unterstützen, sondern es mal mit Erziehung versuchen.

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cleo345 08.04.2019, 08:57
31. Reisen ist keine verlorene Zeit

Ich selber bin zwischen Abi und Studium ins Ausland gegangen und habe Work und Travel gemacht. Ich wusste genau was ich studieren will, aber zu keiner anderen Zeit ist es so einfach ein paar Monate oder ein Jahr Auszeit zu nehmen und in ein anderes Land zu gehen.
1. Lebt man noch bei den Eltern und muss sich also keine Gedanken machen was man mit seinen Sachen macht
2. Gelten Work und Travel Visum nur bis zu einem bestimmten Alter (ich glaube 35).
3. Für ein Studium hat man oft genaue Termine wann man sich anmelden muss, wann man da sein muss und vieles kann man übers Internet machen. Ich bin 2 Tage vor Studiumsbeginn wiedergekommen und hatte alles geklärt. Wenn man das ganze beispielsweise zwischen Studium und Job machen will hat man ein Problem, weil man dann nicht für Bewerbungsgespräche etc. zur Verfügung steht.

Aus meinem Jahrgang waren etwa 30 von 120 Leuten ein Jahr im Ausland. Der Großteil weil er reisen wollte, eine Sprachen noch aufbessern wollte oder eine andere Kultur kennen lernen wollte.
90% von denen wusste ganz genau was sie nachher studieren wollten und haben das auch gemacht.

Natürlich hat man auch Jugendliche die keine Ahnung haben und erst mal jobben oder ein Jahr nichts machen. Aber meiner Erfahrung nach ist das die Minderheit. Der Großteil der jobbt und nichts macht sind er Leute die den NC für ihr Wunschfach nicht bekommen haben und Wartesemester brauchen.

Die Idee das Angebot auszuweiten für Jugendliche ist ja schön und gut. Aber eine Pflicht ist absolut sinnlos. Zumal Work und Travel, Au Pair etc. nicht aufgezählt wird, das sollte aber unbedingt auch dazu gehören, anders hat man wenig Chancen nach Neuseeland oder Australien zu kommen.

Eine Jugendrente für das erste Jahr nach dem Schulabschluss dagegen fände ich gut. Warum? Barfögämter brauchen ewig um den ersten Bescheid zu bewilligen auch bei rechtzeitiger Antragsstellung kriegt man oft erst im Januar (also ein halbes Jahr nach Schulabschluss) das erste Geld. Wenn man Barfög das erste Jahr dadurch ersetzten würde und damit eine Lückenlose Finanzierung sicherstellen würde, wäre das sehr zu begrüßen.

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sammilch 08.04.2019, 10:17
32.

Zitat von kostverwerter
Faul rumzuhängen ist ein Phänomen der heutigen Zeit und man sollte dieses auf keinen Fall unterstützen, sondern es mal mit Erziehung versuchen.
Von welchem früher sprechen wir?

In meinem früher gabs eine Arbeitspflicht und in dem Früher meiner westdeutschen Arbeitskollegen wurde bei Orientierungslosigkeit nach der Schule einfach irgendwas möglichst lange studiert, mit dem man sich heute noch rühmt, nur um nicht arbeiten zu müssen.

Was genau ist denn daran heute anders? Schon früher konnte man 5 grade sein lassen.

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Interzoni 08.04.2019, 12:08
33. Für Gap Years ohne Ende!

"...schon so mancher hat dabei den Rhythmus verloren und nicht wieder in ein geregeltes Alltagsleben zurückgefunden..." Das geht natürlich gar nicht, ganz schlimm das! Im Ernst: Was vielen jungen Menschen mit ungebrochenen Lebensläufen fehlt, sind gerade diese Auszeiten. Die öffnen Horizonte und tragen dazu bei, nicht zu angepassten stromlinienförmigen Langweilern zu werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Auszeiten auch gut für Ältere sind. Aber faul sein und einfach mal Löcher in die Luft gucken ist natürlich Gift für neoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftsverhältnisse.

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m ing 09.04.2019, 13:54
34. Machen statt Motzen

Bei uns in Südwestfalen haben wir eine Jugendkonferenz organisiert und junge Menschen gefragt, was sie eigentlich für Ideen für die Region haben. Antwort: Sie haben sich u.a. ein Gap Year-Programm ausgedacht, um sinnvoll und strukturiert Praxiserfahrung in verschiedenen Unternehmen zu sammeln (3x3 Monate Praktikum und 3 Monate zur freien Gestaltung, z.B. für Ehrenamt, Reise oder Herzensprojekt). Also haben wir genau das mit ihnen und heimischen Unternehmen auf die Beine gestellt: www.gapyear-Suedwestfalen.com; gerade läuft die Bewerbungsphase für den zweiten Jahrgang. Zwischenfazit: Läuft! Kommt gut an, auf Seite der Unternehmen wie auch auf Seite der jungen Leute.

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livura 14.04.2019, 01:11
35. Wieso?

Den klassischen Weg den unsere Eltern hatten gibt es doch heutzutage gar nicht mehr. Wer ist bitte in der heutigen Zeit bis zur Rente in ein und dem selben Bereich tätig? Vor 30 Jahren war das vll. mal Realität aber das ist doch mittlerweile einfach nicht mehr so.

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sammilch 14.04.2019, 09:28
36.

Zitat von livura
Den klassischen Weg den unsere Eltern hatten gibt es doch heutzutage gar nicht mehr. Wer ist bitte in der heutigen Zeit bis zur Rente in ein und dem selben Bereich tätig? Vor 30 Jahren war das vll. mal Realität aber das ist doch mittlerweile einfach nicht mehr so.
Stimmt, ich empfinde das auch als Zugewinn.

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berufsabi 14.04.2019, 14:33
37. berufliche Orientierung

Es ist heute schwierig geworden, den Übergang von der Jugendzeit in das Erwachsenenleben zu gestalten. Anstatt hier über Lebenszweifel junger Abiturienten zu sinnieren, sollte es eine gleichberechtigte Hilfe der Gesellschaft für ALLE Schulabsolventen geben. Schließlich stecken sie auch infolge Gesellschafts- und Wertewandel in der hier beschriebenen Lebenskrise.

Dafür braucht es aber kein Sonderprogramm oder gar eine finanzielle Förderung.
Wissen wir nicht: Azubis lernen mit beiden Beinen im Arbeitsleben zu stehen, verdienen ab dem ersten Tag Geld, lernen die Arbeitswelt und den betrieblichen Umgang mit Vorgesetzten, Ausbildern und Kollegen kennen. Sie lernen mit hohem Praxisbezug und tragen schnell zum wirtschaftlichen Erfolge des Betriebes und der Kundenzufriedenheit bei. Nicht selten werden Arbeitsverträge und Hinweise auf Karrierewege im Betrieb angeboten.

Für viele beginnt heute der Mensch erst mit dem Abitur. Auf diese gesellschaftliche Veränderung muss reagiert werden.

Die gymnasiale Oberstufe sollte erst in Kombination mit einer Berufsausbildung und einem entsprechenden Realschulabschluss erreichbar sein.

Nach einer Berufsausbildung können die jungen Leute den Übergang von der Jugendzeit in das Erwachsenenleben viel besser bewältigen. Sie können dann leichter entscheiden, ob sie ihre berufliche Karriere direkt in der Arbeitswelt fortsetzen, oder mit einem Berufsabschluss in der Tasche doch zunächst das Abitur anstreben. Danach werden sie ohne ein Jahr Lebenszweifel zu haben ihren Weg fortsetzen.

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Miere 14.04.2019, 17:22
38. Angebote sind gut.

Pflicht nicht. Das wirklich Hilfreiche dürfte sein, wenn man sich nicht alles ganz alleine zusammensuchen muss, sondern Angebote vorgelegt bekommt, auf die man selbst nie gekommen wäre. Feuerwehr, THW? Kann man das machen, wenn man nicht schon seit Jahren in der Jugendfeuerwehr war? Einfach mal irgendeine Lehrstelle oder einen Job annehmen, auch wenn man ans andere Ende des Landes ziehen muss und die Azubivergütung nichtmal für ein WG-Zimmer reicht? Sowas möglich machen, das ist okay.

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