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Gehaltsunterschiede der Geschlechter: Sind die Frauen selbst schuld?
Corbis

Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer - in wenigen europäischen Ländern ist das Einkommensgefälle größer als in Deutschland. Einige Ursachen sind schnell erklärt. Sind die Frauen am Ende selbst am Rückstand schuld?

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McMuffin 25.03.2015, 12:59
10.

Zitat von BettyB.
Ungleicher Lohn für gleiche Arbeit ist das Problem. Der Ausweg: Offenlegung von Gehaltsspreizung in den Unternehmen. Meines Wissens hat Siemens diese schon vor dreißig Jahren schön veröffentlich. Und heute wehren sich hauptsächlich die dagegen, die andauernd von "Leistung muss sich lohnen" schwätzen. Die Bezahlung auf Grund eigene Leistung können Mitarbeiter aber nur im - wenn auch allgemeinem - Vergleich beurteilen. Alle Vergleiche von ungleichen Tätigkeiten dienen nur dazu, die Diskriminierung von Frauen, aber auch Männern zu verschleiern.
Das Problem dabei ist aber, dass 90% bis 95% der Menschen der Meinung sind, dass ihre Leistung überdurchschnittlich gut.

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eremit123 25.03.2015, 13:03
11. Verdrehte Analyse

Hinsichtlich der besagten 22% wird bei der Bezahlung eben gerade nicht nach Geschlecht unterschieden sondern nach Berufsgruppen. Einer Ärztin oder einem Arzt wird mehr bezahlt als einem Lehrer oder einer Lehrerin, völlig unabhängig von deren Geschlecht.

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pfzt 25.03.2015, 13:07
12.

Zitat von regentrude
Der letzte Programmierer, der, von keiner Krankenschwester betreut und von keiner Altenpflegerin gewindelt, sein verdrecktes Leben aushaucht, wird seufzen: "Hätten wir sie vielleicht einfach besser bezahlen sollen?"
Ich kann ihnen da aus moralischer Sicht nur zustimmen aber das große Problem ist, das sich Gehälter größtenteils an dem orientieren was die entsprechende Kostenstelle an Umsatz/Gewinn einbringt, sprich es gibt recht präzise Zahlen dazu. Altenpflege oder reinigen kann diese Zahlen nicht aufweisen und es gibt viel mehr geeignete Leute die diese Arbeit ausführen könnten, also drückt das die Löhne.

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campdavid 25.03.2015, 13:08
13. Feste Gehälter

Das Problem ließe sich recht einfach lösen, indem Firmen bei Stellenausschreibungen einfach bereits die Gehälter angeben, Punkt. Dieses lästige "Bitte teilen Sie uns ihre Gehaltsvorstellungen mit" führt genau zu einer solchen Ungleichheit. Nicht nur zwischen Mann und Frau übrigens, sondern generell zwischen mehr und weniger selbstbewussten Bewerbern / Arbeitnehmern. Der Vorschlag von Frau Schwesig bzgl. transparenter Gehälter geht in die richtige Richtung, Quoten gehen eindeutig in die falsche.

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GinaBe 25.03.2015, 13:09
14. Gewohnheitsrecht

Für schuldig erklärt werden Frauen dafür, daß sie Frauen sind und daher in den traditionell unterbewerteten Berufen den Lohn entgegennehmen müssen, der in diesen traditionellen Berufen für sie vorgesehen ist.
Längst nicht allen gelingt die Berufswahl nach dem Kriterium, besser verdienen zu wollen, da viele Frauen halt eine Neigung zu sozialen Berufen verspüren und in ihnen zufrieden arbeiten.
Dieser Fährte jedoch könnte gut und gerne politisch entgegengewirkt werden, wenn das gewollt wäre.
Trotz rechtlicher Gleichstellung hat die Gesellschaft des 3. Jahrtausends religiös motivierte Traditionen nicht überwunden und pflegt sie beharrlich, um weiterhin didfferenzieren und Arbeit diskriminieren zu können, ganz so, wie es das Gewohnheitsrecht verspricht.

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nic 25.03.2015, 13:10
15.

"Frauen arbeiten häufiger in Berufen und Branchen, in denen die Löhne niedrig sind. So sind 85 Prozent aller Reinigungskräfte Frauen, außerdem arbeiten Frauen häufiger in Dienstleistungsberufen. Männer sind häufiger in besser bezahlten Industrieberufen zu finden. "

Wie wird den der unterschiedliche Verdienst berechnet: alles was Frauen zusammen verdienen und alles was Männer zusammen verdienen und der Unterschied ist dann der ungleiche Verdienst?

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Spiegelleserin57 25.03.2015, 13:12
16. des Übels Kern...

Zitat von ClausWunderlich
Ich meine "JA"! Sicher gibt es Ausnahmen so wie es auch Männer gibt den weniger verdienen als sie sollten. Ich meine das hat etwas mit der Emanzipation zu tuen. Denn diese ist noch lange nicht zu Ende. Ich erlebe aber auch das Frau sich da am ändern (entwickeln) ist. Was ich noch oft bei Frau vermisse ist das sie nicht "Kämpfen" sich also durchsetzen wie eben bei der höhe des Gehalts. Das hat auch nichts mit Frau oder Mann zu tuen das ist einfach so wenn man etwas aushandelt wie das Gehalt. Das muss ich als Mann auch bei Frauen tuen die Personalchef sind! Und es gibt auch viele Frauen der Chef sind und Frauen für weniger beschäftigen!
liegt wohl sicherlich auch darin dass Frauen als vermeintliche Mütter schon herangezogen werden und nicht als gleichberechtigte Menschen und die Söhnchen gleich als Menschen die eben auf den Beruf hin erzogen werden und nicht als Menschen die ihrer Partnerin später gleichberechtigt in jeder Lebenslage gegenüberstehen werden.
Die Erziehung geht vielfach auf die Mütter zurück und die legen letztendlich die Voraussetzungen bei beiden Geschlechtern fest, also wieder die Frau.
Kein Wunder dass es zu einer echten Gleichberechtigung wohl noch viele Jahre dauern wird!

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Urban Spit II. 25.03.2015, 13:15
17. Was ist denn daran so schwer zu verstehen?

Zitat von
Vor allem, wenn das erste Kind kommt, geht die Verdienstschere auseinander: Er macht Karriere, verdient mit den Jahren immer besser. Sie setzt aus, vielleicht sogar länger, steigt nur in Teilzeit wieder ein, wird vielleicht bei der nächsten Beförderungsrunde übergangen oder sucht sich nur noch einen Mini-Job. Der deutsche Staat begünstigt diese traditionellen Rollen auch noch: zum Beispiel durch das Ehegattensplitting im Steuerrecht, von dem Paare umso mehr profitieren, je stärker die Einkommen der Partner auseinanderliegen.
Da fördert der Staat mitnichten die Mehrbezahlung der Manner - er gleicht nur Ungerechtigkeiten aus, die bei Wegfall vom BVerfG sofort wieder einkassiert werden würden.

Außerdem geht es hier noch lange nicht um Frauen und Männer, sondern um unterschiedliche Verdienste innerhalb einer Familie!

Zitat von
Bispinck findet diese Perspektive problematisch. "Sie unterstellt, dass Frauen an ihrem schlechten Einkommen selbst schuld sind, zum Beispiel weil sie aus Dummheit die falschen, weil niedrig bezahlten Berufe wählen oder sich bei Gehaltsverhandlungen über den Tisch ziehen lassen", sagt er.
Nein, nicht Frauen sind daran selber schuld - jeder "hat Schuld" daran, wenn er sich für einen besser bezahlten Beruf entschiedet. Ich würde sicherlich etwas ganz anderes machen, wenn ich als Privatier durchs Leben gehen könnte. Viele Frauen nicht...

MfG
Urban II.

Lieber Spiegel-Zensor, bitte durchlassen - es gibt nichts (außer Eurer gegenteiligen Meinung), was eine Zensur rechtfertigen würde...

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ihrwisstnix 25.03.2015, 13:20
18. Tolle Idee ...

Zitat von campdavid
Das Problem ließe sich recht einfach lösen, indem Firmen bei Stellenausschreibungen einfach bereits die Gehälter angeben, Punkt. Dieses lästige "Bitte teilen Sie uns ihre Gehaltsvorstellungen mit" führt genau zu einer solchen Ungleichheit. Nicht nur zwischen Mann und Frau übrigens, sondern generell zwischen mehr und weniger selbstbewussten Bewerbern / Arbeitnehmern. Der Vorschlag von Frau Schwesig bzgl. transparenter Gehälter geht in die richtige Richtung, Quoten gehen eindeutig in die falsche.
... ich sage Ihnen als Arbeitgeber im Voraus was ich bezahlen will - aber dann auch nur wenn Sie meine Anforderungen A) im Vorstellungsgespräch erfüllen B) einen echten Lebenslauf vorlegen, der das nachweisen kann C) Sie die Arbeit auch in der Qualität und Quantität wie gefordert erfüllen. Dann können wir darüber nachdenken ... aber merken Sie schon, dass das nicht realistisch ist?

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horstovic 25.03.2015, 13:20
19. 7% vielleicht einfach schlechtes verhandeln??

In Lohngesprächen trauen sich viele Frauen, auch aus meinem Umfeld, einfach nicht auf den Tisch zu hauen und verkaufen sich unter Wert. Manche Blender hingegen, die weniger können, trauen sich einfach härter in den Verhandlungen zu sein und verdienen, trotz gleicher oder weniger Qualifikation, dann mehr.

Das kann aber auch unter Männern so sein und da fordert auch keiner, dass der schlechter Verhandelnde einen besseren Lohn bekommt.

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