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Geplantes NRW-Hochschulgesetz: Die Freiheit nehm' ich dir
DPA

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will Hochschulen stärker kontrollieren, die Unis laufen Sturm gegen den Gesetzentwurf und geißeln ihn als "Frontalangriff" auf die Wissenschaftsfreiheit. Ministerpräsidentin Kraft gibt sich unbeirrt.

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wibo2 17.01.2014, 10:22
60. Der Bund der Steuerzahler kann das besser!

Zitat von
Geplantes NRW-Hochschulgesetz: Die Freiheit nehm' ich dir Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, vor Jahren selbst einmal Wissenschaftsministerin in Düsseldorf, verteidigt den Entwurf am Donnerstagmittag vehement. Das geplante Gesetz stelle sicher, dass die Landesregierung ihrer Aufgabe als "Sachwalter der Steuerzahler" gerecht werden könne. Die Menschen wollten wissen, was mit ihrem Geld geschehe.
Zitat von ludna
Die Unis können mit ihrer neuen Freiheit nichts anfangen und spielen sich als Feudalherren ohne Verantwortung auf, und richtig frei im Sinne auch von staatlichen US-Unis sind sie ohnehin nicht.
Die Verwaltungsbeamten wollen ihre Macht und ihren Machtbereich
immer weiter ausdehnen. Darum geht es systemrelevant nur, um
nichts anderes.

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schreiberling_ 17.01.2014, 10:32
61.

Zitat von gog-magog
In den USA gibt es keine freien Unis, sondern einzig und allein Auftragsforschung der Geldgeber. Da wollen wir doch mal bei der Wahrheit bleiben.
Aha. Ausser diesem Vorurteil haben Sei sicherlich auch ein paar Fakten zu bieten, oder?

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Methados 17.01.2014, 10:39
62.

Zitat von gog-magog
In den USA gibt es keine freien Unis, sondern einzig und allein Auftragsforschung der Geldgeber. Da wollen wir doch mal bei der Wahrheit bleiben.
das ist so nicht richtig. zb bei grundlagenforschung sieht die sache ganz anders aus. da stehen zwar meist private geldgeber dahinter, aber es darf frei geforscht werden.

wäre es nicht so, dann würden dort nicht so viele bahnbrechende erfolge erzielt werden KÖNNEN.

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FocusTurnier 17.01.2014, 10:40
63. @gog-magog Das mit dem WOLLEN ist so eine Sache...

Zitat von gog-magog
Selbstverständlich haben männliche Grundschulpädagogik-Studierende die gleichen Rechte, wie alle anderen. Wo ist Ihr Problem? Faktisch WOLLEN kaum Männer Grundschulpädagogik studieren, völlig egal wie Sie die fördern wollen.
Und faktisch WOLLEN keine Frauen in DAX-Vorstände.....
In meinem damaligen Maschinenbaustudiengang (nicht in NRW) saßen von 110 Studenten zwei Frauen....Das konnte man nicht länger hinnehmen:
"Frauen-Studiengänge: Männer müssen draußen bleiben
Für Germanistik entscheiden sich Frauen oft, für Maschinenbau oder Informatik nur selten - auch weil ein Studium allein unter Männern abschreckend wirkt. Spezielle Studiengänge nur für Frauen sollen das ändern."

Frauen-Studiengänge: Männer müssen draußen bleiben - SPIEGEL ONLINE
Hm. Was nun?
Verstehen Sie mich nicht falsch - ich bin gegen jede Art von Quote (ob nun Frauen- oder Männerquote, das Interesse bzw. die Qualifikation sollte das ausschlaggebende Merkmal sein).
Aber Nachteile ausschließlich auf das weibliche Geschlecht zu beziehen, das ist schon eine Kunst....

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schreiberling_ 17.01.2014, 10:43
64. Stuss

Zitat von gog-magog
Das ist Unsinn. Es gibt keine solchen "Rahmenordnungen" und schon gar nicht in den Geowissenschaften. Das Studium der Geowissenschaften wird von jeder anbietenden Fakultät seit über 100 Jahren völlig frei und eigenständig gestaltet. Folglich haben Sie auch nichts "recherchiert".
Das muss aber schon länger her sein, dass Sie in Hochschulgremien waren. Ohne Akkreditierung durch die Akkredierungsagenturen dürften die Hochschule dann genau 0 Abschlüsse anbieten. Somit ist Ihre Aussage schlicht Stuss.

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nemesis_01 17.01.2014, 10:46
65. Das ist reine

Profilierungssucht, nach ihrem desolaten Auftritt bei den Koalitionsverhandlungen. Ich denke Kraft war von Anfang an gegen eine GROKO und musste aus Parteiräson klein beigeben. Jetzt versucht sie mit blindem Aktionismus in NRW zu retten was nicht mehr zu retten ist. Auch ihr wird man das Desaster in Berlin an den Wahlzettel heften, da kann sie herumreformieren solange sie lustig ist.

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grafkoks2002 17.01.2014, 10:46
66. Welche Wissenschaftsfreiheit?

Zitat von sysop
Die nordrhein-westfälische Landesregierung will Hochschulen stärker kontrollieren, die Unis laufen Sturm gegen den Gesetzentwurf und geißeln ihn als "Frontalangriff" auf die Wissenschaftsfreiheit. Ministerpräsidentin Kraft gibt sich unbeirrt.
Was heißt eigentlich Freiheit der Lehre? Wer schon einnmal einen Projektantrag stellen musste, weiß doch am besten, wie weit es damit her ist. Schon jetzt entscheiden im besten Fall bei den Ministerien in Deutschland Juristen (die haben zumindest mal eine Uni von Innen gesehen), im schlechtesten Fall Beamte (ich verkneife mir jetzt Vorurteile). Die Anzahl von Entscheidern, die wirklich wissen, um was es bei Anträgen etwa aus den Naturwisschenschaften geht und die Perspektive, die sich aus Forschungen, die vielleicht sogar abstrus erscheinen mögen, ergeben können, kann man an einer Hand abzählen.

Ich habe mal einen Chinesen kennen gelernt, der in Deutschland studiert und eine sehr, sehr hohe Meinung von uns Deutschen hat. Und dennoch versteht er unsere Hochschullandschaft jetzt, da er selbst in Brot und Arbeit steht, nicht mehr wirklich, denn in China ist es so - er forscht im Bereich Erneuerbare Energien - dass er sich als Forscher überhaupt nicht um Geldangelegenheiten kümmern muss. Er sagt, was er braucht, und dann bekommt er es.

Klingt faszinierend einfach und für deutsche Hochschulpolitikohren wie Sciencefiction.

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cemi 17.01.2014, 11:10
67.

Zitat von schreiberling_
Das muss aber schon länger her sein, dass Sie in Hochschulgremien waren. Ohne Akkreditierung durch die Akkredierungsagenturen dürften die Hochschule dann genau 0 Abschlüsse anbieten. Somit ist Ihre Aussage schlicht Stuss.
Was man leider von fast allen Beiträgen in dieser Diskussion behaupten kann. Ich habe mir mal die Qual gegeben, alle Beiträge zu lesen, und bis auf "Zynik" hat offensichtlich kein Einziger begriffen, wer da so vehement gegen eine Änderung des sogenannten "Hochschulfreiheitsgesetzes" wettert. Es war ein Herr Pinkwart (FDP) der seine kurze Amtszeit genutzt hat, sämtliche Mitbestimmung an den Unis abzuschaffen. Die Macht ging komplett an komplett inkompetente Hochschulräte, die nach dem Vorbild der Aufsichtsräte natürlich zum größten Teil aus reichen, alten, universitätsfernen Männern bestzt sind, die sich drei bis viermal im ahr für ein fürestliches Gehalt treffen, um die Entscheidungen des Rektors abzunicken.
Natürlich besetzen genau diese Hochschulleitungen und die Hochschulratsvorsitzenden die Debatte in der Öffentlichkeit. Sie sind es, die von den Medien befragt werden, und sie haben zudem mit bertelsmannschen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) oder dem verlängerten Arm der Wirtschaft in die Hochschulen, dem Stifterberband hervorragende Multiplikatoren ihrer Meinung.
Und natürlich hat auch die Wirtschaft etwas dagege wenn sie ihre Kooperation mit den Hochschulen transparent machen soll, da es ja wirklich auch bequem ist, eine stattlich finanzierte verlängerte Werkbank an den Unis zu installieren.
Von den katastrophalen Arbeitsbedingungen des wissenschaftzlichen Mittelbaus ist da noch nichtmal die Rede gewesen.
Zusammenfassend ist es schlicht zu begrüßen, wenn die Novelle des Hochschulgesetzes wenigstens ein klein wenig demokratische Kontrolle und Mitbestimmung der Hochschulangehörigen zurückholt. Auch wenn es erst ein kleiner erster Schritt ist.

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analyse 17.01.2014, 11:14
68. Der Staat erzieht die Kinder,gängelt die Universitäten,

mischt sich überall ein,eine beunruhigende Entwicklung ! Und dann fördert er noch GENDER-mainstreaming an Universitäten ,obwohl das mit Wissenschaft nichts zu tun hat und in esoterische Zirkel gehört,aber nicht an eine deutsche Universität !

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knieselstein 17.01.2014, 11:21
69. Mag ja sein, daß

Zitat von gog-magog
Mein Herr und ich war Jahrzehntelang in Universitätsgremien und es ist nicht meine Überzeugung, sondern mein Wissen. Das ist Unsinn. Es gibt keine solchen "Rahmenordnungen" und schon gar nicht in den Geowissenschaften. Das Studium der Geowissenschaften wird von.....
Sie "jahrzehntelang in Universitätsgremien" waren, dem schreib- und Diskussionsstil nach zu urteilen, wohl als Vertreter der Hausmeister :-)

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