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Gesellschaft in Brasilien: Zerrissenes Land
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Brasilien ist gespalten: in Arm und Reich, Schwarz und Weiß, Norden und Süden. Wie groß die Unterschiede sind, lässt sich auch an den Unis des Landes beobachten.

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brille000 01.08.2016, 13:36
1. Pervers!

In einem solchen Land diese GrossKotzSpiele abzuhalten ist schon regelrecht pervers. Dieser Staat kann schon lange nicht mehr seine Aufgaben gegenüber seiner Bevölkerung erfüllen, aber für diese unseligen Olympischen Spiele scheint genügend Geld da zu sein. Feiert und seid fröhlich, die anderen können ja kaputt gehen .... .

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itajuba 01.08.2016, 14:31
2.

Sowohl die WM als auch diese Olympische Spiele wurden von der Arbeiterpartei Lulas und Dilmas durchgesetzt. Die Unterscheidung reicher Süden stimmt nicht ganz, denn Rio Grande do Sul und das Bundesland Rio de Janeiro haben erhebliche Schwierigkeiten, bezahlen Beamte und staatliche Angestellte nur mit grosser Verspätung. - Übrigens bezeichnete sich bei der Volkszählung 2010 mehr als die Hälfte der Bevölkerung als schwarz oder dunkelhäutig (negros und pardos) und nur 45,9% als weiss. Ach ja, und wegen der grossen Korruption, den sehr hohen, auch indirekten Steuern (bei Lebensmittel, Medikamenten usw.), und der Inflation leidet besonders die Mittelschicht und die arme Bevölkerung.

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ein_deutscher 01.08.2016, 15:26
3. Raute und Herz

Brasilien ist ein politisch geteiltes Land und das ist gut so. Wobei unzählige Brasilianer auf die Strasse gingen um sich dieser ungeliebten Politikerin zu entledigen die auf dem Besten Weg war ein aufstrebendes Land zu ruinieren. Mittlerweie scheint Brasilien wieder in ruhigeres Fahrwasser gekommen zu sein. Das würde ich mir auch für Deutschland wünschen.

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elecherc 01.08.2016, 15:29
4. Eine Verfassungsreform ist dringend nötig

Leider ist es so, dass die Korruption in der brasilianischen Gesellschaft tief verwurzelt ist, egal ob die Linken (Lula, Dilma) oder die Rechten (Temer, Aecio Neves, Sarney usw. ) regieren. Diese Korruption kann nur von oben herab, aus dem Regierungssystem und aus der Justiz, beseitigt werden. Während in der Justiz langsam gewisse Fortschritte hinsichtlich der Korruptionsbekämpfung („Lava Jato“) erkennbar sind, ist das Regierungssystem tief im Korruptionssumpf gefangen. Gegen den allergrößten Teil der Senatoren und Abgeordneten in Ober- und Unterhaus laufen Ermittlungen im Rahmen der Petrobras- und Mensalão-Skandale. Eigentlich müsste die gesamte Regierungselite ausgetauscht werden. Das ist aber nicht praktikabel und an ihre Stelle würden nur irgendwelche Rattenfänger treten, wie wir es in Europa und sogar in den USA laufend sehen. Als Freund dieses Landes und seiner Menschen ist es für mich zum Verzweifeln. Stefan Zweig sagte vor 70 Jahren, dass Brasilien das „Land der Zukunft“ sei – und seit Jahrzehnten lautet die Entgegnung, dass es dies auch immer bleiben werde.
Konkret sehe ich die einzige Chance in einer Verfassungsreform mit der Einführung einer 5-Prozent-Kausel für die Parteien. Das Abgeordnetenhaus besteht zur Zeit aus 27 Parteien, die ihre einzige Aufgabe darin sehen, ihren Mandatsträgern Pfründe und Privilegien zu verschaffen. Woran es auch noch mangelt ist eine wirklich partei- und regierungsunabhängige Medienlandschaft, vor allem beim TV, so dass die Brasilianer auch mal anders als durch den – eher der konservativen Oberschicht zuneigenden – Globo-Konzern informiert werden könnten.

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Mr Bounz 01.08.2016, 17:00
5. immer das Gleiche

ich habe das vor Jahren in einem schönen TV bericht über junge Deutsche gesehen.
Ein junger Mann vertrag ganz vehement die Meinung das alles liberalisiert werde sollte, denn es kan doch jeder schaffen (wenn er sich nur anstrengt). Deshalb wähle er auch FDP!!
Das der junge neen seinem Studium ein Startup gegründet hat ist sicher vorbildlich, ABER wo kam den das STartkapital her?
Natürlich von PAPA, und schon ist es vorbei mit jeder kann wenn er sich nur bemüht!
Es muß heißen, jeder kan wen Papa das richtig sponsort!
Ob mit Geld ode dem richtigen Job (Vitamin B)!!
... in Brasilien scheinbar auch nicht anders.

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Promethium 01.08.2016, 17:26
6.

Und kein einziges Wort über die Drogengangs...

Das Problem ist in fast allen Metropolen des amerikanischen Kontinents das selbe. Drogengangs kontrollieren ganze Stadtviertel und insbesondere die Armenviertel.

Aus diesen Vierteln kommt praktisch niemand heraus, weil er dazu Geld bräuchte aber sobald dort jemand zu etwas Geld kommt, wird er von Süchtigen ausgeraubt oder bestohlen und die tragen das Geld dann postwendend zu den Dealern. Die einzigen die dort reich sind, sind die Drogengangster.

Dieser Mechanismus sorgt dafür das die Menschen in den Favelas am Existenzminimum leben und das auch so bleibt.

Das lässt sich nicht so einfach ändern, denn selbst wenn man dort Geld verteilen würde, würde es wieder bei den Drogengangs landen.

Die Polizei ist leider auch keine Lösung. Brasilien hat strenge Waffengesetze und viel mehr Polizisten pro Einwohner wie die USA und trotzdem eine über 5 mal so hohe Mordrate.

Die Mordrate in Brasilien steigt sogar noch weiter an.

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Stefan.Q. 01.08.2016, 18:21
7. Die Statistiken müssen erklärt werden, so schlecht ist Brasilien gar nicht

Das BIP ist deshalb so niedrig, weil es in US Dollar ist und sich der Wert der brasilianische Währung Real gegenüber dem US Dollar in der Spitze fast halbiert hat. Insofern ist der Rückgang des BIP für mich eher überraschend gering und deutet durchaus auf ein kräftiges Binnenwachstum in dem Zeitraum hin. Was mich nicht wundern würde , denn allein 2014 ist der Tourismus in Rio um 32% gewachsen. Über 85% davon möchten übrigens wieder kommen. So schlecht, wie im Ausland berichtet wird, ist Brasilien gar nicht. Zweitens ist die soziale Frage schwierig, das kommt im Artikel eigentlich auch gut raus. Ja, per se sind die Weißen reicher und die Schwarzen ärmer. Aber was ist die richtige Antwort ? Jetzt die Weißen zu benachteiligen, nur damit die Farbe der Reichen gemischter wird, kann es doch eigentlich nicht sein, oder ? Eine historisch gewachsene Ungleichheit kann nur über einen langen Zeitraum sozial ausgeglichen werden und das passiert auch heute in Brasilien, gerade unter Lula und Dilma , also in den letzten 12-13 Jahren wurden Schwarze gezielt gefördert. Auf die Idee kommt aber niemand, der nur die nackte Statistik hier im Artikel sieht. Interessanter wäre doch, wie war es vor 5, 10, 15, 20 Jahren und wie ist es heute ? Denke die Statistik würde für eine Verbesserung der Situation der Schwarzen sprechen. Insgesamt kommt mir Brasilien viel zu schlecht weg in den Medien. Da kann man schon sehr gut Leben, das Wachstum war in den letzten 12 Jahren insgesamt hoch, für viele Arme ist das Leben in der Zeit deutlich besser geworden und so perfekt ist es doch in Europa und den USA auch nicht.

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Emderfriese 01.08.2016, 18:45
8. Mehrheiten

Ob nun in Brasilien, Venezuela oder Chile oder sonstwo: Die Reichen wollen reich bleiben oder noch reicher werden, die Armen wenigstens ihre Armut überwinden oder sogar glücklich werden. Die Einen, die Reichen können ihre Ziele nur auf Kosten der Armen umsetzen, und die Armen müssen es von den Reichen nehmen. Jene Zeiten, da alle - oder besser: möglichst viele - vom wachsenden Wohlstand profitierten, sind vorbei, und es gab sie auch nur in Ländern, die wiederum als Nationen andere Nationen ausbeuteten.
Heute, zu Zeiten der Grenzen des Wachstums, wo dennoch der Reichtum wachsen soll, wachsen muss, wird wohl letztlich die schlichte Zahl der Kontrahenten den Ausschlag geben: Wer ist die Mehrheit? Die Reichen oder Armen...?

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ZigZag 01.08.2016, 20:23
9. Rassen?

Brasilianer unterscheiden sich nicht in Rassen - es gibt dort nicht "Schwarze" oder "Weiße". Keiner fühlt sich so, weder offiziell oder nicht. Wer das nicht erkennt, kennt das Land nicht und regt nur Rassismus an der dort sehr niedrig ist und KEIN Vergleich mit USA ist. Außerdem haben viele Brasilianer haben eine Hautfarbe die diese Unterscheidung gar nicht zulässt.

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