Forum: Leben und Lernen
Geständnisse aus dem Hörsaal: "Lehramtsstudenten werden für doof gehalten"
Konstantin Zander

Lehramtsstudenten besuchen zwar dieselben Seminare, doch Dozenten geben ihnen leichtere Aufgaben - und Kommilitonen blicken auf sie herab. Larissa Sarand, 28, erzählt, wie man sich als angehende Pädagogin an der Uni fühlt.

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laubi257 20.05.2016, 14:22
1. Den Doof-Beweis liefert sie gleich mit....

Es gibt ein Minimum- und ein Maximumprinzip. Aber kein Minimax-Prinzip. Erstes Semester VWL. Scheint also was dran zu sein, dass ein Lehramtsstudium das Verlegenheitsstudium für all diejenigen ist, die kein anderes Studium erfolgreich abschließen würden.

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joey2312 20.05.2016, 14:22
2. Verallgemeinerungen

Ich habe das hier jetzt schon ein paar mal gelesen und frage mich, ob das wirklich an allen Unis außer an meiner ehemaligen so gehandhabt wird. Bei mir waren es exakt die gleichen Seminare (nur halt insgesamt weniger, Statistik und Methodik wurden aus nachvollziehbaren Gründen gestrichen), die gleichen Referats- und Hausarbeitsthemen mit gleichem Umfang und die gleichen Klausuren mit gleichen Punkten. Naja mit einer Ausnahme, in der Einführungs-VL Sozialpsychologie mussten die Lehrämtler nur bestehen und haben keine Note bekommen. Bin ich der einzige mit solchen Erfahrungen?

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Matthias B 20.05.2016, 14:26
3. Nicht gleich übertreiben

Gut, ich hab mein Lehramtsstudium noch im alten System (ohne Bachelor mit Lehramtsoption oder wie sich das jetzt nennt) gemacht, aber einige Dinge waren zumindest bei uns an der Uni komplett anders und ich finde es albern vom Erfahrungsbericht einer Studentin an einer Uni gleich so weit zu extrapolieren.

Wir haben damals für beide Lehramtsfächer im Grundstudium nahezu die gleichen Vorlesungen besucht und die gleichen Klausuren geschrieben. Da gab es keine großen Unterschiede. Klar, gerade im Hauptstudium hat es sich dann differenziert, da man ja im Prinzip ja auch zwei Fächer studiert und die gesamte Pädagogik/Psychologie Vorlesungen besucht haben sollte. Allein aus der Logik heraus, erreicht man dann selten den Level, den einige Master-Studenten in Ihrem Fach erreichen, auf der anderen Seite kenne ich auch genug "echte" Studenten "meiner" Fächer, die ungefähr mal keine Ahnung von nichts haben.

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nachtkrapp 20.05.2016, 14:28
4. Bei uns an der Uni..

...studierte Lehramt, wer durch das Vordiplom gefallen war.

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yiogio 20.05.2016, 14:29
5.

Dass die Klausuren für Lehramtsstudenten anders sind, ist wohl nicht in jeder Uni so!
Klar in der Uni wird eine Menge überflüssiges Zeug gelehrt, wenn man als Lehrer zurück in die Schule geht. Aber so lernt man auch Ausdauer und mit Frust umzugehen. Das ist für den späteren Beruf als Lehrer schon sinnvoll.
Wenn ich mich an einige Lehramtsstudenten erinnere, dann ist Kritik über ihre Einstellung und Lebensfähigkeit schon berechtigt.

Was die Anderen über Lehramtsstudenten denken... Naja ist es denn so wichtig? Vor allem, wenn man weiß, was eine große Mehrheit über Jura- und BWL-Studenten denkt, was sich durch ihr Benehmen auch dauernd bestätigt. Im Vergleich schneiden die Lehramtsstudenten ziemlich gut ab!

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prefec2 20.05.2016, 14:34
6. Doof ist der falsche Begriff

Das deutsche Lehramtsstudium ist auf multiple Weise dysfunktional. Erstens es fehlt an den richtigen Zielen und Inhalten wie z.B. Diagnostik und Psychologie um mit den Problemen der Kinder besser umgehen zu können. Zweitens sind Prüfungen zu einfach und die Inhalte unpassend und zu leicht. In der Regel ist es so. Wenn jemand ein Fach X nicht auf Master schafft, kann er immer noch das Fach im Lehramt schaffen. Das führt dazu, dass Studierende mit weniger Ambitionen Lehramt studieren. Drittens werden Lehrer für das Gymnasium besser gestellt als für andere Schultypen. Dabei sollten die höchsten Gehälter in der Grundschule gezahlt werden. Dort kann am meisten Schaden angerichtet werden dort müssen die besten hin. Am Gymnasium kann jede Pfeife unterrichten (und oft ist es auch so).

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alex_scheller 20.05.2016, 14:34
7.

Der Artikel überrascht mich etwas. Ich habe in Ulm Mathematik und Biologie studiert und bei uns gab es keine gesonderte Behandlung. Was ich auch gut finde. Diese "Bevorzugung" führt nämlich gerade dazu, dass Lehrämtler nicht ernst genommen werden.
Wir hatten lediglich eine gesonderte Vorlesung, ansonsten wirklich alles gleich zu den Diplomern.

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herdatec 20.05.2016, 14:42
8. Kenne ich in Hannover anders

Wer an der Uni Hannover Mathe-Physik auf Lehramt studieren will, muss sogar mehr machen als rein Mathe oder rein Physik. Mathematiker haben nur Mathe Vorlesungen und Physiker haben die gleichen Mathe Vorlesungen, müssen aber nur halb so viele Punkte bei den Übungen sammeln und auch die Prüfung ist halb so umfangreich. Lehramt Studenten müssen den Vollen Mathe satz erledigen. CPs sind identisch

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robert.stegler 20.05.2016, 14:43
9. pädagogischen Fähigkeiten >> Fachwissen

Die Mathe-Professorin hat ja irgendwie recht, ein Mathe Lehrer muss den relevanten Stoff können und im Idealfall auch etwas weitergehenes Wissen erlangen (aber z.B. keine Tensoranalysis können was ja auch nicht nötig ist).
Stattdessen sollte während des Studiums viel mehr Wert auf die pädagogischen Fähigkeiten gelegt werden. Ein Lehrer mit nur Fachwissen ist nicht zu gebrauchen (kann ich aus meiner eigenen Schulzeit bezeugen) und gerade Mathe Lehrer sind davon häufig betroffen. Auch eine gewisse psychologische Grundausbildung ist wichtig um mit den Kindern und Jugendlichen umgehen zu können.

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