Forum: Leben und Lernen
Geständnisse aus dem Hörsaal: "Lehramtsstudenten werden für doof gehalten"
Konstantin Zander

Lehramtsstudenten besuchen zwar dieselben Seminare, doch Dozenten geben ihnen leichtere Aufgaben - und Kommilitonen blicken auf sie herab. Larissa Sarand, 28, erzählt, wie man sich als angehende Pädagogin an der Uni fühlt.

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plutinowski 20.05.2016, 17:18
90.

Zitat von mr.andersson
Lernt man im ersten Semester nicht mehr, dass jede Aussage nur unter den gegeben Annahmen stimmt? Zu meiner Zeit wurde noch gelehrt, darauf zu achten. Und die Vorraussetzungen sind, dass es hier um VWL geht und dort existiert kein Minimax-Prinzip. Wenn jemand von den normalen Zahlen spricht und sagt die Rechnung 2-3 ist nicht lösbar ist das korrekt und der Hinweis, dass das Ergebnis bekanntlich -1 ist schlicht falsch. Denn es existiert kein -1 in den natürlichen Zahlen.
Das Minimax-Prinzip ist eine Entscheidungsregel und kann daher theoretisch überall dort zur Anwendung kommen, wo es um Entscheidungen geht. Entscheidungstheorie spielt auch in der VWL eine Rolle.

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desertcruiser 20.05.2016, 17:19
91. Keine Ueberraschung

ist das Image der Lehramtsstudenten, koennen diese doch zum Studienende schon mal ihr Wohnmobil fuer die fast vier Monate Urlaub im Jahr bestellen und sich auf ihre Halbtagsarbeit bei vollem Gehalt freuen.

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siebenh 20.05.2016, 17:21
92. Ihnen ist hoffentlich klar

Zitat von pauleschnueter
Ich habe während meiner Diplomarbeit das physikalische Grundpraktikum an der TU Berlin betreut. Doch. Lehramtsstudenten sind i.A. VIEL Leistungsschwächer als reguläre Physikstudenten. Das kann an der Doppelbelastung zweier paralleler Grundstudieninhalte liegen. Auch darauf wird natürlich in den Anforderungen Rücksicht genommen. Meist sind sie aber wirklich einfach schlechter, weniger schlau und viel zu sozial um erfolgreich zu sein. Jedenfalls so meine Erfahrung. Ich habe eine überragende Prüfung, der ich beisitzen "durfte", einer Lehramtskanidatin in leuchtender Erinnerung. Schwerpunkt: Optik. Besagte Kandidatin konnte nicht mal auf Schulniveau die Besetzungsinvasion in den Worten des einfachsten noch sinnvollen Lasermodels erklären konnte! In einer OPTIK Prüfung!! Sie hat dafür noch eine 4 bekommen, einfach damit wir sie nicht wiedersehen mussten. Grauenhaft! Und das geht da wie ein roter Faden durch die Masse durch.
dass wir eine faire und transparente Notengebung in Deutschland als sehr wichtig befinden. Ihren Beitrag über die Dummheit der ehemaligen Studenten/innen mit diesem Beispiel (weil ich keine Lust hatte...)zu beenden bedarf eigentlich keiner weiteren Worte. Außer einem...Eigentor.

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droptableall 20.05.2016, 17:24
93.

Lehrer sollten vor allem Profis im Lehren sein, Experten in angewandter Didaktik und Pädagogik. Sie sollten aich den zu vermittelnden Stoff schnell aneignen können, aber müssen dafür nicht die hohen Wissenschaften drauf haben. Um pupertierenden Teenagern erfolgreich die Binomischen Formeln zu vermitteln benötigt man ganz andere Fähigkeiten als man in einem Mathematikstudium lernen kann.

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FrankDr 20.05.2016, 17:24
94. Klischee

an unserer Uni haben die Lehrer exakt die gleichen Klausuren in VWL und BWL geschrieben mit gleicher Anforderung.
Und man musste sich des Öfteren anhören, dass die Vertiefung Pädagogik auch in diesen !!! Klausuren vom Schnitt die stärkste Gruppe war.
Aber muss man halt mal eingestehen auch wenn es nicht ins Klischee passt.

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Strangelove 20.05.2016, 17:34
95. Schlechte Ausbildung der Lehrer -> schlechte Ausbildung der Schüler

Es ist traurig zu sehen, dass die Lehrerausbildung (schon immer) so schlecht war. Speziell wenn man als Gymnasiallehrer unterrichtet erwarte ich, dass man mehr weiß als gerade ein mal das nötigste. Nur so erwirbt man die Fähigkeit Stoff zu vermitteln der vom Nievau unter dem liegt was man selber weiß. Die wenigsten können das gut vermitteln was sie gerade noch können.
Insbesondere, dass man wissenschaftliches Arbeiten selber kennt ist notwendig, denn darauf sollen Schüler die Abitur machen auch vorbereitet werden. Die Unis wundern sich immer wieder warum die Studienanfänger fast nichts können und die Studienanfänger sind überfordert, da sie keine Ahnung hatten was sie erwartet bzw. was von ihnen erwartet wird (insbesondere Eigeninitiative!).
Daher fände ich es besser, und es ist an einigen Universitäten auch möglich, dass die Lehrer mehr als nur ein Minimalstudium machen. Ich hatte Lehrer in den Naturwissenschaften, die bei Schulstoff in den Naturwissenschaften schon ausstiegen bzw. ganz offensichtlich das worüber sie reden nicht kannten. Und das Schlimmste war die Arroganz solcher Lehrer die so taten als wüssten sie doch so gut Bescheid. Kaum studierte ich selber war mir völlig klar, dass die genau genommen nichts wussten.
Die Unterstellung sie seien nicht so gut bzw. sie würden sich selber als unfähig einschätzen und daher nur auf Lehramt studieren trifft leider sehr häufig zu.
Aber es gibt zum Glück Ausnahmen. Engagierte interessierte und intelligente Lehrer die ihren Beruf leidenschaftlich ausüben. Leider eher seltene Lichtbilcke in der Schule.

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isifoto 20.05.2016, 17:37
96. Passt doch

versteh die ganze Aufregung nicht: die eigentliche fachlich / verhaltenstechnische Kastration findet doch eh erst im refendariat statt, um optimal an den gängigen schulbetrieb angepasst zu werden.
ob die jetzt an der Uni z. b Analysis IV hören müssen oder nicht ist doch irrelevant !

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Stäffelesrutscher 20.05.2016, 17:44
97.

»Nach wenigen Semestern an der Uni verwandelte ich mich. Aus einer hochmotivierten Erstsemesterstudentin wurde eine lustlose und, zugegeben, faule Studentin, die nur wegen der Anwesenheitslisten morgens überhaupt noch aus dem Bett stieg.

Bald wurde es zu einem Hobby, auszutesten, mit wie wenig Arbeitseinsatz ich gute oder zumindest akzeptable Leistungen attestiert bekommen konnte. Studieren nach dem Minimum-Maximum-Prinzip - maximaler Ertrag bei minimalem Einsatz - wurde zur spannendsten Forschung, der ich in meiner gesamten Studienzeit nachgegangen bin.«

Wenn das die Kommission liest, die über eine Einstellung befinden soll ...

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muttisbester 20.05.2016, 17:46
98. ich habe die Gegenteilige Erfahrung gemacht

komisch, bei mir war es genau anders herum:
die Anforderungen für Lehramtsstudenten waren höher als für "normale" Studenten - liegt vielleicht am Bundesland?
Genau genommen haben Lehramtsstudenten nämlich 2 Hauptfächer plus Erziehungswissenschaften studiert.
Die Klausuren waren und sind selbstverständlich identisch!
Und natürlich kann ein "Lehramt was auch immer Fachstudium" nicht weiter von der Schulwirklichkeit eintfernt sein als es ist.
Egal ob Geschichte, Geografie, Mathe, Physik...
Die Sprachen dürften noch den größten Praxisbezug haben.
Aber ein Semester Quantenphysik, oder theoretische Informatik? Daran hat doch die Lehramtsausbildung immer gelitten: null Paxisbezug, aber am Ende des Studiums ein Fachidiot.

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knut2016 20.05.2016, 17:48
99. Die Doofen lachen zuletzt

Sowohl mein Partner als auch mein Bruder sind Lehrer und hej, sie haben ALLES RICHTIG gemacht:
Sie verdienen sehr gut.
Sie haben 13 Wochen Ferien im Jahr.
Sie können Beruf und Familie ideal vereinbaren.
Sie haben einen sicheren Job.
Sie haben (meistens) am Nachmittag noch viel Zeit für sich und können ihr Leben genießen.

Das muss man mal ganz klar sagen. Welcher Mitstudent, der sich wenn das überhaupt alles so stimmt, für superschlau hält, wird jemals so ein nettes Leben führen können. Irgendwelche Anzugfuzzis mit einem Job von 9.00 - 20.00 Uhr tun mir da einfach nur leid.
Also liebe Lehramtsstudenten, aus meiner Lebenserfahrung kann ich nur sagen: ihr werdet diejenigen sein, die am Ende über viele lachen werden die auf Arbeitsamt oder fulltime job studiert haben!!
Könnte ich meine Berufswahl nochmal neu gestalten, käme für mich nichts anderes infrage. Auch Berufsschullehrer ist vor allem sehr interessant. Einige Lehrer können sogar Beamte werden. Perfekt. Wer sich über das Thema lustig macht, hat vom Leben nichts begriffen.

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