Forum: Leben und Lernen
Geständnisse aus dem Hörsaal: "Lehramtsstudenten werden für doof gehalten"
Konstantin Zander

Lehramtsstudenten besuchen zwar dieselben Seminare, doch Dozenten geben ihnen leichtere Aufgaben - und Kommilitonen blicken auf sie herab. Larissa Sarand, 28, erzählt, wie man sich als angehende Pädagogin an der Uni fühlt.

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westerwäller 20.05.2016, 17:53
100. Einem angeblichen Physiker, der Prüfungen abnimmt ...

Zitat von pauleschnueter
Ich habe eine überragende Prüfung, der ich beisitzen "durfte", einer Lehramtskanidatin in leuchtender Erinnerung. Schwerpunkt: Optik. Besagte Kandidatin konnte nicht mal auf Schulniveau die Besetzungsinvasion in den Worten des einfachsten noch sinnvollen Lasermodels erklären konnte! In einer OPTIK Prüfung!!
... sollte es aber super-peinlich sein, von einer Besetzungsinvasion anstelle einer Besetzungsinversion ...

Warum heißt es wohl auch Besetzungsumkehr ?

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jogola 20.05.2016, 17:54
101. Genau !

Zitat von robert.stegler
Die Mathe-Professorin hat ja irgendwie recht, ein Mathe Lehrer muss den relevanten Stoff können und im Idealfall auch etwas weitergehenes Wissen erlangen (aber z.B. keine Tensoranalysis können was ja auch nicht nötig ist). Stattdessen sollte während des Studiums viel mehr Wert auf die pädagogischen Fähigkeiten gelegt werden. Ein Lehrer mit nur Fachwissen ist nicht zu gebrauchen (kann ich aus meiner eigenen Schulzeit bezeugen) und gerade Mathe Lehrer sind davon häufig betroffen. Auch eine gewisse psychologische Grundausbildung ist wichtig um mit den Kindern und Jugendlichen umgehen zu können.
Unser "silbernes" Abi-jubiläum liegt nun schon einige Jahre zurück. Der letzte Lehrer, der sich noch aufraffen konnte, war der ehemalige Mathelehrer, der sich vehement über das Niveau der neuen Kollegen beschwerte.

Das war der, der uns im Freibad oft (meist auf einer Hand) schon entgegen kam, bei dem man die Hausaufgaben wechselweise von der Parallelklasse und die Klassenarbeiten von den 2-Jahre älteren Geschwistern bekam.

Die Zahl "i" hat er versucht uns nach den Abiarbeiten nahe zu bringen; meine Tochter wurde mit der in der 10ten Klasse konfrontiert - ich hatte sie allerdings auf die Verarschung, man könne keine Wurzel aus einer negativen Zahl ziehen, schon vorbreitet. Und Ihr Lehrer war kein Lehrer sondern ein Seiteneinsteiger von der Uni - ein Glücksfall!

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spogdance 20.05.2016, 17:56
102.

Zitat von Firewing6
Jaja, die Lehramtsstudenten. Als Dozent für Geschichte kann ich nur bestätigen, dass diese Gruppe nach dem Min-Max Prinzip studiert. Der Anspruch ist extrem niedrig zu halten. Es genügen allgemeine Kenntnisse zu den wichtigsten Ereignissen. Details müssen den Schülern nicht vermittelt werden. Ein vollwertiges Studium besteht aus Bachelor und Master. Das dauert schon seine 6-7 Jahre. Der Lehramtsstudent geht mit dem Kenntnisstand eines Bachelor von der Uni, bekommt dafür ein volles Studium angerechnet, das sie/ihn sogar zur Promotion berechtigt! Die so genannte "Erziehungswissenschaft" ist ein Witz und ihre Inhalte zum Davonlaufen. Was die Lehramtsstudenten lernen müssen (und später in der Schule anwenden müssen), ist kaum zu begreifen. Eine solche Ansammlung von Schwachsinn kann nur Mitleid mit denjenigen erzeugen, die diesen Unsinn mitmachen müssen.
Naja, letztlich sehr verallgemeinernd. Ich kenne einige Lehrämtler/Kollegen, die Geschichte studiert haben, weil ihnen offensichtlich kein besseres Fach eingefallen ist. Die meckern dann vielleicht auch über Umfang/Inhalt. Ich kenne aber andere Lehrämtler (Gym, Geschichte), die hervorragende Fachwissenschaftler abgegeben hätten, die dementsprechend auch promoviert haben oder denen eine Promotion angetragen wurde. Ich konnte während meines Studiums auch keine gravierenden Unterschiede in Umfang/Inhalt zu den regulär Studierenden feststellen. Der Bachelor war (damals) identisch aufgebaut und auch im Master gab es noch umfangreiche fachwissenschaftliche Inhalte. Ich habe meine Masterarbeit zum Beispiel im Fach Geschichte (und nicht deren Didaktik) verfasst.

Ich persönlich habe mit großem Interesse ein Fach studiert, das mich schon immer fasziniert hat und das ich nun an der Schule weitervermitteln darf. Dementsprechend sehe ich mich in meiner akademischen Identität als Historiker. Bei den erziehungswissenschaftlichen Inhalten stimme ich Ihnen voll und ganz zu!

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jogola 20.05.2016, 17:56
103. Das ist allerdings

Zitat von a85
unfähige Studenten, die teilweise keine zwei Sätze ohne Fehler oder ohne zu hyperventilieren rausbringen können
eine im erst zweiten Durchgang naturwissenschaftliche Qualifikation

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dickebank 20.05.2016, 18:00
104. Interessant

Zitat von desertcruiser
ist das Image der Lehramtsstudenten, koennen diese doch zum Studienende schon mal ihr Wohnmobil fuer die fast vier Monate Urlaub im Jahr bestellen und sich auf ihre Halbtagsarbeit bei vollem Gehalt freuen.
Wenn so viele angeblich intelligente und zielstrebige Menschen doch die immensen Vorteile des Lehrerdaseins kennen, wieso gibt es dann Mangelfächer?

Zu wissen, das etwas nur Vorteile unbekannten Ausmaßes bietet, und dann sich dennoch für etwas Anderes zu entscheiden, soll jetzt als Indiz für hohe Intelligenz herhaltem? Das ist aber eine komische Beweisführung, die sich mir nicht so auf Anhieb erschließen will.

In Ihrer rechnung haben Sie neben den 12 Wochen Ferien noch die Wochenenden und feiertage vergessen. Die Entgelte für Lehrkräfte müssen so hoch sein, da die urlaube in den Haupturlaubszeiten so unverschämt teuer sind und bei der intensiven Nutzng des Wohnmobiles, dieses sehr schnell an den rand seiner laufzeit kommt. Spätestens alle fünf Jahre ein neues, größeres und luxuriöseres Wohnmobil kostet eben. Und dafür muss der steuerzahler eben herhalten.

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dickebank 20.05.2016, 18:08
105. fachfremd

Zitat von Strangelove
Es ist traurig zu sehen, dass die Lehrerausbildung (schon immer) so schlecht war. Speziell wenn man als Gymnasiallehrer unterrichtet erwarte ich, dass man mehr weiß als gerade ein mal das nötigste. Nur so erwirbt man die Fähigkeit Stoff zu vermitteln der vom Nievau unter dem liegt was man selber weiß. Die wenigsten können das gut vermitteln was sie gerade noch können. Insbesondere, dass man wissenschaftliches Arbeiten selber kennt ist notwendig, denn darauf sollen Schüler die Abitur machen auch vorbereitet werden. Die Unis wundern sich immer wieder warum die Studienanfänger fast nichts können und die Studienanfänger sind überfordert, da sie keine Ahnung hatten was sie erwartet bzw. was von ihnen erwartet wird (insbesondere Eigeninitiative!). Daher fände ich es besser, und es ist an einigen Universitäten auch möglich, dass die Lehrer mehr als nur ein Minimalstudium machen. Ich hatte Lehrer in den Naturwissenschaften, die bei Schulstoff in den Naturwissenschaften schon ausstiegen bzw. ganz offensichtlich das worüber sie reden nicht kannten. Und das Schlimmste war die Arroganz solcher Lehrer die so taten als wüssten sie doch so gut Bescheid. Kaum studierte ich selber war mir völlig klar, dass die genau genommen nichts wussten. Die Unterstellung sie seien nicht so gut bzw. sie würden sich selber als unfähig einschätzen und daher nur auf Lehramt studieren trifft leider sehr häufig zu. Aber es gibt zum Glück Ausnahmen. Engagierte interessierte und intelligente Lehrer die ihren Beruf leidenschaftlich ausüben. Leider eher seltene Lichtbilcke in der Schule.
Wie hoch ist denn Ihrer Meinung nach der Prozentsatz an Lehrern, die fachfremden Unterricht auf Weisung der Schulleitung geben müssen?

Was sagt Ihnen der Begriff "Klassenlehrerprinzip"; dieses hat an Grund-, Hauptschulen in allen Jahrgangsstufen und an Gesamtschulen im 5. und 6. Jahrgang Vorrang vor dem Fachlehrerprinzip.

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DreiZen 20.05.2016, 18:10
106.

Also als Wirtschaftingenieur gabs das auch bei jedem 2.ten Wahlfach.
Jetzt frage ich mich halt was die gute Frau eigentlich zu meckern hat.
Jeder Studiengang hat Überschneidungen mit anderen Fächern in denen man dann weniger leisten muss aber auch weniger Kompetenz zugesprochen bekommt.
Wäre auch schlimm wenn mich Jemand in Physik oder Jura als vollwertig Studierten ansieht. Für diese Ehrung gibt es das jeweilige Studium...

Aber gute Frau das Interesse ist schon wichtig!
Ich wünsche ihnen als spätere Deutschlehrerin auf jeden Fall viel Glück dabei eine Klasse zu unterrichten die vielleicht lieber Musik oder Sport lernt und deshalb das von Ihnen falsch bezeichnete Prinzip anwendet um im Deutschunterricht zu glänzen.

Der unverschämten Tradition Lehramtsstudenten für dümmer oder fauler zu halten haben sie es mit diesem Artikel aber richtig gezeigt, das traut sich jetzt sicher kein Kommilitone mehr /Ironie aus.

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Dino822 20.05.2016, 18:13
107.

Zitat von siebenh
dass wir eine faire und transparente Notengebung in Deutschland als sehr wichtig befinden. Ihren Beitrag über die Dummheit der ehemaligen Studenten/innen mit diesem Beispiel (weil ich keine Lust hatte...)zu beenden bedarf eigentlich keiner weiteren Worte. Außer einem...Eigentor.
Also zumindest die Transparenz ist doch komplett gegeben.
Jeder, der das Zeugnis eines Studenten liest, weiß genau was eine 4,0 bedeutet, nämlich genau das, was "pauleschnueter" geschildert hat.

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Realist111 20.05.2016, 18:21
108. Dies ...

Zitat von knut2016
Sowohl mein Partner als auch mein Bruder sind Lehrer und hej, sie haben ALLES RICHTIG gemacht: Sie verdienen sehr gut. Sie haben 13 Wochen Ferien im Jahr. Sie können Beruf und Familie ideal vereinbaren. Sie haben einen sicheren Job. Sie haben (meistens) am Nachmittag noch viel Zeit für sich und können ihr Leben genießen. Das muss man mal ganz klar sagen. Welcher Mitstudent, der sich wenn das überhaupt alles so stimmt, für superschlau hält, wird jemals so ein nettes Leben führen können. Irgendwelche Anzugfuzzis mit einem Job von 9.00 - 20.00 Uhr tun mir da einfach nur leid. Also liebe Lehramtsstudenten, aus meiner Lebenserfahrung kann ich nur sagen: ihr werdet diejenigen sein, die am Ende über viele lachen werden die auf Arbeitsamt oder fulltime job studiert haben!! Könnte ich meine Berufswahl nochmal neu gestalten, käme für mich nichts anderes infrage. Auch Berufsschullehrer ist vor allem sehr interessant. Einige Lehrer können sogar Beamte werden. Perfekt. Wer sich über das Thema lustig macht, hat vom Leben nichts begriffen.
... nur als Ergänzung:

http://www.ifd-allensbach.de/uploads/tx_reportsndocs/PD_2013_05.pdf

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newliberal 20.05.2016, 18:22
109. Das wäre mir als LehramtsstudentIN

eher egal. Man muss den ganzen Quark der einem in VWL auf hochdramatisch-mathematische Weise theoretisch beigebracht wird nicht wirklich verstehen, weil es eben trotz aller Formeln eben nur Quark ist und bleibt. Das Versagen und vor allem das prognostische Versagen dieser Disziplin konnte man bei der letzten Finanzkrise bestaunen - und es ist seitdem auch nicht besser geworden. Gerne lasse ich mich eines besseren belehren - ich hätte dann aber gerne den wissenschaftl. Hinweis wo der der Dow so im Dezember 16 stehen wird, Abweichungen von 100 Pkt. sind O.K. Über korrekte, weil wissenschaftl. fundierte Prognosen wäre ich hier überaus dankbar.

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