Forum: Leben und Lernen
Geständnisse aus dem Hörsaal: "Lehramtsstudenten werden für doof gehalten"
Konstantin Zander

Lehramtsstudenten besuchen zwar dieselben Seminare, doch Dozenten geben ihnen leichtere Aufgaben - und Kommilitonen blicken auf sie herab. Larissa Sarand, 28, erzählt, wie man sich als angehende Pädagogin an der Uni fühlt.

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Mertrager 20.05.2016, 15:46
50. Anders gelehrt

Zitat von nico.schmitz
Dann sollten Sie mal richtig Mathematik studieren, nicht die Pillepalle-Mathematik für VWL, dann wüssten Sie nach dem ersten Semester, dass es ein Minimax-Prinzip gibt! :-)
Mag sein, wird aber in VWL und BWl anders gelehrt. Dort heisst es ausdrücklich, dasz es das NICHT gibt, weil das nicht möglich sei.

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Msc 20.05.2016, 15:48
51.

Also an meiner alma mater wurde es in Chemie so gehandhabt, dass wenn Lehramtsstudenten die gesamte Vorlesung, verzeihung, das gesamte "Modul" mitgemacht haben, sie auch die gleiche Klausur geschrieben haben. In manchen Modulen mussten sie nur die halbe Vorlesung besuchen (z.B. von Oktober bis Dezember) und bekamen dann natürlich auch eine andere Klausur. In Praktika kam dann allerdings der ganze Schrecken hervor. Wenn man schon nur die Hälfte lernen muss, dann sollte man diese Hälfte aber auch bitte gut beherrschen! Wenn ein angehender Lehrer in seiner allerletzten Prüfung IMMER noch nicht weiß, wie eine Additionsreaktion funktioniert, wie kann man dann als Prüfender ein Auge zudrücken und diese Lehrer auf die Schüler loslassen? Eigentlich müsste da gnadenlos ausgesiebt werden, wird aber natürlich nicht, denn für jeden erfolgreichen Abschluss gibt es ja Prämien... Wer den Stoff selbst nicht beherrscht, kann ihn auch niemandem beibringen!

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schwarzlichtgestalt 20.05.2016, 15:52
52.

Die Einschätzung, dass Lehramtsstudenten im Durchschnitt "doof" (Zitat!) sind, ist doch nicht ganz von der Hand zu weisen (nur zur Infos: ich war selbst Lehramtsstudent). Und die Einstellung "ich tue nur das Nötigste, weil ich all das 'praxisferne' Zeug später eh nicht brauche" ist nur der schlagende Beweis dafür. Diversen "modernen" Pädagogik-Philosophien zum Trotz: Womit ein Lehrer die Schüler meiner Erfahrung nach am meisten überzeugen kann, ist Fachkompetenz und Begeisterung für sein Fachgebiet! Denn wofür geht man denn in die Schule? Genau, um etwas zu LERNEN! Und dazu ist es eben nötig, dass die Lehrkraft auch selbst etwas weiß. Diese schlichte Tatsache wird häufig vergessen.
Wer nur Lehramt studiert, weil er irgendwie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten will, dem aber sein Fachgebiet mehr oder weniger egal ist, braucht sich nicht zu wundern, wenn er von Fachkollegen nicht ganz ernst genommen wird.

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wincel 20.05.2016, 15:56
53.

Bei uns an der Uni haben sich die Professoren höchstens mal aufgeregt, dass Leute, die Lehramt studieren, die besten des Jahrgangs sein sollten, leider aber absolut nicht sind. Und die, die Lehramt studiert haben, waren in allgemeinen auch nicht besonders und teilweise von Vollfach nach Problemen ins Lehramt gewechselt.
Mir ist nicht klar, warum sich die Autorin aufregt, sie hat ein Pensum zu bewältigen, dass nicht dem eines Fachakademikers entspricht. Ist doch völlig zutreffend und ok? Um so beschämender, dass sie offenbar nicht für sich studiert sondern dann einfach schlapp macht und faul ist. Wenn Sie die nötige (!) und wünschenswerte Selbstmotivation für den Job mitbringen würde... man kann immer extra was machen, auch Praktika, um sich auf den Job vorzubereiten. Tut sie nicht, sie jammert rum, weil sie Aussenmotivation und Lob will obwohl sie für ein anderes Fach, dass sie nicht studiert. Sorry aber so funktioniert das nicht als Erwachsener.

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cem_iker 20.05.2016, 16:03
54. Minimax

Ein (sicherlich nicht kleiner) Teil der Lehramtsstudenten hat seinen Studiengang gewählt, nicht weil ihn das Fach oder die Pädagogik interessiert, sondern weil er als Beamter das Minimax-Prinzip gefahrlos im Berufsleben anwenden kann.

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GrinderFX 20.05.2016, 16:05
55.

Ich war damals auf einer sehr angesehenen Privatschule, auf der nur ca. 15% den Abschluss auch wirklich geschafft haben. Dort waren nahezu nur Lehrer, die neben ihrer Berufstätigkeit dort unterrichtet haben.
Die meisten hatten eine eigene Firma und oder waren woanders angestellt. Nur ganz wenige Lehrer waren nicht aus der freien Wirtschaft und hatten auf Lehramt studiert.
Aber gerade die Lehrer aus der freien Wirtschaft waren so unglaublich viel besser und daraus hat auch echt niemand ein Geheimnis gemacht und das mussten die wenigen Pädagogen ein knallhart eingestehen.
Deswegen fände ich es ok, wenn das Verhältnis 50:50 und nur die hälfte der Lehrer, zumindest ab der 7. Klasse aus der freien Wirtschaft wären.

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epigone 20.05.2016, 16:08
56. Nach dem Lehrer-bashing nun Lehramtsstudenten-bashing?

Sinnvoll ist das nicht! Natürlich genügen die Inhalte der Lehramtstudiengänge nicht wissenschaftlichen Ansprüchen, was der Hochschulbetrieb dadurch dokumentiert, dass man als Absolvent "Lehramt" nicht promotionsberechtigt ist. Dafür muss man eben einen wiss. Studiengang besuchen.

Aber das ist die falsche Frontstellung: Lehrer sollen nicht auf Wissenschaft und Forschung vorbereitet werden, sondern auf Pädagogik, Lehre und soziale Kompetenz. Und da liegt das eigentliche Problem der Ausbildung: Lehrer laufen fachwissenschaftlich oft irgendwie halt mit und pädagogisch werden sie in Seminaren von Leuten angeleitet, die ihrerseits an die Uni gegangen sind, weil sie weder Bock noch Talent für ihr eigentliches Arbeitsfeld haben.

Gut und richtig wäre, Lehramtsstudenten so früh als möglich an die Schulen zu holen, viele Zwischenschritte/Prüfungen zu etablieren, die in die verschiedenen Richtungen der Pädagogik führten (von der Ausländer- über die Erwachsenenpädagogik bis hin zu Grundschule und Berufsbildung) und so die persönlichen Katastrophen von Junglehrern vermeiden helfen, die erst in der Schule feststellen, dass sie den Belastungen nicht gewachsen sind.

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radler2 20.05.2016, 16:09
57.

Zitat von ycktorben
Das Optimumsprinzip minimiert und maximiert aber nicht gleichzeitig, sondern verlangt nur ein optimales Verhältnis beider Seiten. Es sind zwar beide Seiten variabel, aber das heißt nicht, das gleichzeitig eines minimal und das andere maximal sein kann. Es bleibt dabei, es gibt kein Minimax-Prinzip und auch Google gibt Ihnen nicht recht.
Aber Bing weiß es, gleich der erste Treffer ist bei Wikipedia:
"Minimax-Regel
Die Minimax-Regel (oder Maximin-Regel, vereinzelt auch Pessimismus-Regel oder Wald-Regel,[1] nach Abraham Wald) ist eine Entscheidungsregel. Mit ihr wird das sicher zu erzielende Resultat optimiert, das heißt, die Entscheidung orientiert sich am ungünstigsten aller möglichen Fälle (Das MINImum wird MAXimiert). Diese Regel spiegelt eine pessimistische Grundhaltung bzw. das Entscheidungsverhalten eines risikoscheuen Entscheidungsträgers wider. Das Gegenteil ist die Maximax-Regel."
Und falls Sie sich am Wort "Regel" stören: die nächste Zeile lautet: "Struktur des Minimax-Prinzips"
(hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Minimax-Regel)

Ob man sich aber als Minimax-Anhänger outen sollte nach der Beschreibung...

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radler2 20.05.2016, 16:11
58.

Zitat von Mertrager
Mag sein, wird aber in VWL und BWl anders gelehrt. Dort heisst es ausdrücklich, dasz es das NICHT gibt, weil das nicht möglich sei.
Naja, es gibt ja nicht nur gegen Lehramtsstudenten Vorurteile.
Dem Lehrer würde ich immerhin noch zugestehen, dass die Arbeit mit den Schülern durchaus anstrengend ist.

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Untertan 2.0 20.05.2016, 16:15
59. Einspruch

Zitat von laubi257
Es gibt ein Minimum- und ein Maximumprinzip. Aber kein Minimax-Prinzip.
"minmaxing" ist ein in der Umgangsprache vor allem im Intrenet durchaus verbreitetes Wort.

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