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Giffeys Doktortitel: Plagiatsjäger kritisiert nachsichtige Entscheidung der FU Berlin
Klaus-Dietmar Gabbert/ DPA

Familienministerin Franziska Giffey kommt in ihrer Plagiatsaffäre mit einer Rüge davon. Plagiatsjäger Gerhard Dannemann sagt dem SPIEGEL: Dem milden Urteil fehle die rechtliche Grundlage.

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MisterD 01.11.2019, 16:24
1. Die Entscheidung der FU Berlin...

ist in der Tat vollkommen unverständlich und kann nur politisch motiviert sein. Entweder ist eine Doktorarbeit mit schweren Mängeln erstellt worden, dann ist der Doktortitel abzuerkennen... oder die Arbeit ist weitgehend einwandfrei, das ist bei Frau Giffeys Arbeit nicht der Fall. Eine Rüge zu verteilen, wäre in etwa so, als würde man dem Bankräuber auf die Finger hauen und das Geld darf er behalten... allgemein ist es schockierend, wie viele geisteswissenschaftliche Dissertationen sich als Plagiate entpuppen. Es scheint, als sei Abschreiben und Kopieren in diesen Disziplinen Gang und Gebe...

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general_0815 01.11.2019, 16:35
2. Europas Weg zum Bürger

Anscheinend sind die Inhalte der Dissertation qualitativ nicht hochwertig, oder es hat sie niemand gelesen/verstanden.
"Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft".
Davon habe ich den letzten Jahren nichts bemerkt, eher eine Abkehr vom Bürger.

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virginia 01.11.2019, 16:38
3. who cares?

die meisten medizinischen Dissertationen sind noch flacher und niemand regt sich auf. Diese selbsternannten Besserwisser, die offensichtlich nichts anderes zu tun haben, sollten sich mal um wirklich wichtige Dinge kuemmern. Ob Dr, PhD, Dr med, Dr med dent - die heutige Generation kehrt sich einen Dreck darum. Aehnlich wie hier in den USA - ein PhD ist nicht unbedingt ein Aushaengeschild, im Gegenteil, die meisten sehen das eher als Zeitverschwendung an - ausser, man will in die Forschung!

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K:F 01.11.2019, 16:39
4. Die kleinen hängt man

Die Großen lässt man laufen. Die eine bleibt wohl Ministerin, die andere hat auch noch in Europa Karriere gemacht. Eine Schande ist das. Erschlichene Doktortittel bedeuten bessere Jobs. Menschen mit ehrlichen Abschlüssen haben das Nachsehen.

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uhu_13 01.11.2019, 16:40
5. Entscheidungsspielraum

Klar, dem deutschen Gemuet ist so eine Entscheidung in Zwischentoenen zuwieder.
Aber in einem Dissertationsberfahren gibt es "Noten/Praedikate". Ueblicherweise werden kleinere Ungenauigkeiten mit einer schlechteren Note bewertet und redaktionell vor Veroeffentlichung korrigiert. Was man damals verschlafen hat, wird jetzt nachgeholt. Ende der Geschichte.

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malaconciencia 01.11.2019, 16:40
6. Bitte auch für's Steuerrecht und Straßenverkehrsrecht übernehmen!!!

Zitat: "Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit halte das Präsidium der Universität eine Rüge für geboten. Damit missbillige man, dass Giffeys "die Standards wissenschaftlichen Arbeitens nicht durchgängig beachtet" habe." Rüge für falsche Steuererklärung: Damit missbilligt man, daß die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchhaltung nicht durchgängig beachtet wurden. Rüge für Falschparken und Geschwindigkeitsübertretung: Damit missbilligt man, daß die Standards sicheren Fahrens nicht durchgängig beachtet wurden. ;-) Also entweder genügt eine Doktorarbeit durchgängig den Standards wissenschaftlichen Arbeitens oder sollte aberkannt werden.
Wie ist die Dame denn jetzt korrekterweise anzuschreiben? Frau Dr. rer. pol. rüg. Franziska Giffey?

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Benjamin N. Walter 01.11.2019, 16:41
7. Backseat-Driver

Für Leute wie den "Plagiatsjäger" (hat er übrigens einen Jagdschein?) Dannemann gibt es im Englischen einen guten Ausdruck: Backseat-Driver. Es gehört zu den großen Errungenschaften der deutschen Bildungsgeschichte, dass die Universitäten sich selbst verwalten. Wenn die universitäre Selbstverwaltung einer angesehenen Universität nach ausgiebiger Prüfung entscheidet, dass eine Dissertation ihren Anforderungen genügt, dann sollte das auch von solch selbsternannten Jägern akzeptiert werden. Es ist auch kein Grund, eine Dissertation nicht anzuerkennen, wenn in sie Erfahrungen über das untersuchte Gebiet einfließen. Dissertationen werden im Rahmen einer höchst arbeitsteilig angelegten Wissenschaftslandschaft verfasst. Sie sind dort spezifische Qualifikationen, die schon ein Kollege vom Nachbarfach oft nicht mehr adäquat einschätzen kann. Wie soll das erst ein "Plagiatsjäger" können?

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der Bulle 01.11.2019, 16:49
8. Na da hat die FU

jetzt eine „Gute Promi“ Entscheidung getroffen. Frau Ministerin ist aber auch sowas von Sympathisch.
Ein wenig Rechtsbeugung geht da schon.

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Fantaer 01.11.2019, 16:51
9. Unbestellter Jäger

Es gibt auch keine rechtliche Grundlage unbestellt als Jäger Doktorarbeiten auf Fehler zu durchsuchen. Geliefert aber von niemandem bestellt, sondern selbstermächtigt. Es gibt auch bessere Hobbys als aus Langeweile die Arbeiten von anderen infrage zu stellen.

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